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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homilie am Veitstag in der Kappelle auf dem Veitsberg

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Blick auf den Veitsberg
Blick auf den Veitsberg

















Das große Geschenk öffnen[1]
1 Nur eine Zigarrenkiste
Sie haben sicher dieses Kästchen (das ich ihnen jetzt zeige) schon auf dem Altar stehen sehen. Bei meinem goldenen Priesterjubiläum 2009 hatte ich den Bildhauer Heinrich Schreiber aus Kronach zu Gast. Er hat den Altarraum in Großenbuch, in Rödlas und in der Augustinuskapelle in Neunkirchen bildhauerisch gestaltet.

Ich kenne ihn schon seit meiner Zeit als Benefiziat in Kronach. Er war in der Aktion des Paters Leppich 365 und in in dem von mir geleiteten Bibelkreis. Eingewickelt Geschenkpapier überreichte er mir ein kleines Päckchen mit der Bemerkung: "Ist bloß a Zigarrenkistla."

Als ich es daheim öffnete, siehe da waren auf dem Deckel lauter Hähne zu sehen. Gespannt,
Deckel des Kästchens von Heinrich Schreiber
Deckel des Kästchens von Heinrich Schreiber
was sich dahinter sich   verberge, öffnete ich den Deckel. Und siehe da, drinnen waren wie bei einem Flügelaltar zwei Darstellungen.
2 Christus und der heilige Vitus
Sie zeigen genau das, was wir jetzt in der Lesung und im Evangelium gehört haben.
In der Lesung war von der ewigen Weisheit Gottes die Rede. Und im Evangelium hörten wir dass die »Welt« die Christen hasst.  Was ist damit gesagt?
2.1 Auf der einen Seite sehen wir diesen jungen Christen, den jugendlichen Vitus (Veit),
  • Gegen den Willen seiner Eltern unter dem Einfluss seiner Erzieher Modestus und Kreszentia war er Christ geworden. Als seine heidnischen Eltern das mitbekamen und weder Überredungsversuche noch Drohungen ihn nicht vom christlichen Glauben abbringen konnten, haben sie ihren Sohn bei der heidnischen Behörde angezeigt.
  •  Er wurde nach der Überlieferung mit heißem Öl gefoltert. Eine grausame und schreckliche Folter. Mit dem linken Arm hält er den vom Öl verbrannten Arm, der zum Himmel zeigt.
Innenseite der Vitus Retabel von Heinrich Schreiber
Innenseite der Vitus Retabel von Heinrich Schreiber
2.2 Darunter ein Löwe, der mit seiner rechten Vordertatze das Bein des Vitus berührt.

  • In 1 Petr 5,8 mahnt der Apostel: "Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann."
  • Von Menschen, die den Gottesfürchtigen angreifen, heißt es im Psalm 22,14: "Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen."
3 Ja, das Heidentum macht sich immer groß.
3.1 Atheistische Propaganda heute
  • Vor einiger Zeit fuhren Busse durch Deutschland die für den Atheismus – die Gottlosigkeit - warben. Vor 1 1/2 Jahren hielt unser Kreis »Freunde für das Leben« auf dem Hugenottenplatz in Erlangen eine Mahnwache für das Leben und gegen Abtreibung.
  • Auf der anderen Straßenseite tauchte pllötzlich eine Gruppe Studenten auf.  Auf einem riesigen Plakat stand „All Gods are Bastards – alle Götter sind Bastarde“ – sie sind überflüsssig wie unehliche Kinder -  und darunter »Nie wieder Gott!«
  • Viele scheinen in unserem Land nicht mehr zu wissen, dass es die atheistischen neuheidnischen Systeme des 20. Jahrhunderts waren, welche die Würde des Menschen zerstört und mit Füßen getreten haben. Es waren der Nationalsozialismus und der Kommunismus. Beide waren atheistische gottlose Systeme. Sie leben weiter im Neomarxismus.
  • Die Gottlosigkeit erhebt immer wieder frech ihr Haupt. Die Gottlosigkeit des 20. Jht. Hat unsagbares Elend über die Menschen und die Schöpfung Gottes gebracht. Tod und Verderben bringender Rauch steigt auf, wo der Mensch sich an die Stelle Gottes setzt, zu Hass und Krieg rüstet und anstachelt, wo Selbstherrlichkeit und Machtmissbrauch herrschen.
3.2 Das Zeugnis der Märtyrer siegt über die Gottlosigkeit
Martyrium des heiligen Vitus - Altarbild
Martyrium des heiligen Vitus - Altarbild

Wie auf diesem Bild in der Gestalt des heiligen Vitus gab es in allen Jahrhunderten Christen, die der sich selbst vergötzenden Macht des Heidentums widerstanden. Im 20. Jahrhundert waren es mehr als in allen Jahrhunderten zuvor.
3.2.1 Auf der linken Seite des geöffneten Schreins eine Kreuzigungsgruppe dargestellt.
  • Darunter steht: "Gruß vom Kreuzberg". Es gibt nicht einen Kreuzberg bei Hallerndorf, sondern auch einen in Kronach. Er ist gleichsam der Hausberg der Kronacher. Während meiner Kronacher Zeit von 1965 - 1968 war ich für den Kreuzberg als Benefiziat tätig, d.h. ich war zuständig für die dortige Kapelle, die Klause und Wald. Die Kreuzbergkapelle ist in der Form eines Kreuzes gebaut. Darin befindet sich eine Kreuzdarstellung.
3.2.2  Zur Rechten des gekreuzigten Christus steht der heilige Sebastian,
  • durchbohrt von den Pfeilen der Gottlosen, von den Pfeilen des Gesinnungsterrors, der die Christen zwingen will, so wie sie zu denken, die menschliche Macht anzubeten und so zu denken, wie sie es vorschreiben, und nicht wie Gott und wie Jesus es will.
  • Der heilige Sebastian wurde in Pestzeiten besonders verehrt und angerufen. Als 1634 in Kronach die Pest wütete, gelobten die Kronacher auf dem Weinberg (heute Kreuzberg) eine Kapelle zu errichten. Im März des gleichen Jahres hatten die Kronacher die Angriffe der Schweden erfolgreich abgewehrt. 1638 war der Bau der Kreuzbergkapelle vollendet.
3.3 Links vom Kreuz sehen wir einen Hirten ein Schaf schützend liebkosen.
  • Vielleicht will der Künstler mich damit ansprechen, dass ich auch wie ein guter Hirte sein soll, der für seine Schäflein sorgt, sie schützt und ihnen liebend begegnet.
  • Aber der gute Hirte steht unter dem Kreuz, d.h. die Liebe Christi geht bis zum äußersten. Der gekreuzigte gute Hirt lebt die Liebe bis zum letzten Atemzug. Am Kreuz verblutend und erstickend betet für seine Feinde und Mörder.
  • Der Gekreuzigte Christus sagt dem ihn um seine Barmherzigkeit bittenden Schächer, einem Raubmörder: Heute wirst du noch mit mir im Paradiese sein.
  • Diese Liebe Christi ist von denen, die in der Kirche Hirten sind, zu leben. Aus dieser Kraft müssen wir als Hirten der Kirche immer wieder versuchen unseren Dienst, unsere Verkündigung zu gestalten.
  • Aber Hirten sind nicht nur der Papst, die Bischöfe, Priester und Diakone, sondern auch alle Eltern und Großeltern, alle Paten und Lehrer, alle Ärzte und alle, die für Kranke und Behinderte sorgen, aber auch alle Chefs und Abteilunsleiter in den Betrieben.
  • Selbst ein 13 jähriger Junge wie der heilige Vitus macht nicht nur seinem Namen – Vitus = der Lebensstarke – alle Ehre. Er ist so wie auf dem Gnadenaltar in Vierzehnheiligen ganz auf Jesus ausgerichtet. Im Matryrium wirkt er noch heilend und befreiend.
  • Die Legende sagt, als der Kaiser ihn fragt, ob er seinen besessenen Sohn heilen könne, antwortet Vitus: „Nicht ich kann dies, aber mein Herr vermag es sicherlich.“ Damit legte er die Hand auf den Besessenen und alsbald fuhr der böse Geist aus.
         »Bloß a Zigarrenkistla« - bemerkte Heinrich Schreiber. Klein und unscheibar, doch voller Überraschungen. Ein 13 jähriger Märtyrer
4 Mehr als »bloß a Zigarrenkistla«
Ich habe mich unsagbar darüber gefreut. Dieses ihnaltschwere Zigarrenkistla steht in meiner Wohnung an dem Platz, wo wir die Laudes und Vesper beten. Ich kann es zumachen, dann sind nur die Hähne zu sehen, sehr ausdrucksstark.
4.1 Denk dran, er kräht nicht bloß einmal
  • sondern wenn man wie ich 82 ist, hat er schon öfters gekräht. Der Hahn, das Markenzeichen des hl. Vitus ist immer ein Ansporn zur Besinnung. Wie Petrus werde auch ich und sicher auch Sie sagen: "Herr, Du weißt alles. Du weißt auch dass ich dich liebe."
  • Ich stelle jetzt dieses kleine Kunstwerk des Glaubens geöffnet auf den Altar, damit sie dies bedenkend Eucharistie mit mir feiern.
Der heilige Vitus im Chorraum der Veitskapelle
Der heilige Vitus im Chorraum der Veitskapelle
4.2 Wir bringen Gott das große Lob- und Dankopfer Jesus dar

der das Mensch gewordene Wort Gottes ist.
  • Wir danken ihm, dass er uns teilhaben lässt an seiner Weisheit. Im Verständnis des Neuen Testaments ist Jesus Christus die Mensch gewordene Weisheit Gottes.
  • Wer sich dieser Weisheit stellt, sie in sich einlässt, ihr Raum gibt in seinem Herzen, in seinem Geist und seinem Verstand, der ist auf dem Weg des Heils. Er wird zum Segen für andere auch wenn man ihn umbringt.
  • Wer der göttlichen Weisheit, die in Jesus Christus offenbar wurde, sein Herz auftut, der ist auf dem Weg zur Erfüllung der großen Verheißungen die Gott uns durch Jesus geschenkt hat. Den nimmt er in der heiligen Messe mit hinein in sein Opfer, in seine liebende Hingabe an den Vater und damit in seine Auferstehung.
  • Es ist gut dieses unscheinbare aber große Geschenk immer wieder zu öffnen.
 

[1] 1. Auflage 2009 in der Heilig Grab Kapelle Neunkirchen – 2.Auflage am Veitstag 2016 in der Kapelle auf dem Veitsberg bei Ebensfeld
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