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2010 (C)

Homilie am 29. September 2010 in St. Michael Neunkirchen a.Br.

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 Engel für uns und für die Menschheit [1]

1 Glaube an Gott und die Existenz der Engel

  • Es wird behauptet, heute glaubten mehr Menschen bei uns an die Existenz von Engeln als an die Existenz Gottes. Die Engel Gottes stehen nicht zwischen uns und Gott. Das tun höchstens die bösen Engel. Wer sich ihnen ausliefert, der verliert Gott, verliert den Himmel.
  • Mit Sorge denken wir daran, 50 % der jungen Menschen glauben in unserem Land nicht mehr an Gott. Von den anderen 50% glauben etwa 15% an einen persönlichen Gott, dem der Mensch verantwortlich ist. Kommt eine Zukunft ohne Verantwortung vor Gott auf uns zu?
  • Die Großen in Politik und Showgeschäft haben ihre Bodyguards. Diese gehen vor ihnen und hinter ihnen her, sind ständig an ihrer Seite, passen auf, dass ihnen nichts zustößt. Engel sind unsere unsichtbaren Bodyguards.
  • Aber wir müssen Gott auch um den Beistand seiner Engel bitten und die Engel um ihren schützenden und geleitenden Dienst anrufen.

1.1 Engel sind der Beweis göttlicher Fürsorge

  • So eine Art persönlichen Bodyguard an der Seite zu haben, der immer und überall bei uns ist, uns beschützt, vor Schaden bewahrt, ja das wäre wunderbar.
Was berechtigt uns, so etwas anzunehmen?
  • Hat Gott Himmel und Erde erschaffen, dürfen wir auch an die Existenz der Engel glauben, die sowohl das Alte wie das Neue Testament bezeugen. Erst recht dürfen wir mit ihrer Existenz und ihren Diensten rechnen, wenn wir uns dem Volke Gottes zugehörig wissen.
  • Mose bekommt von Gott die Zusage, sein Engel werde ihm auf dem Zug durch die Wüste vorangehen: "Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe."[2]
  • Im Brief des Propheten Jeremia an die verbannten Israeliten in Babylon kündigt Gott an, sie müssten noch sieben Generationen dort ausharren. Der Herr warnt sie, zu den Göttern Babylons abzufallen.[3] "Sprecht vielmehr im Herzen: Herr, dir allein gebührt Anbetung." Wenn sie sich danach richten, stehen sie unter der Zusage: "Denn mein Engel ist bei euch; er wird über euer Leben wachen."[4]
  • Ist Gott unsere Zuflucht und Burg, dann brauchen wir die Schrecken dieser Welt nicht zu fürchten, "Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen."[5]
  • Das Wort „Engel“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet Bote. Die Engel bringen den Menschen Botschaften und zeigen ihnen auf, wie nah uns Gott ist, wie wichtig er uns nimmt, wie sehr er Anteil an unserem Leben nimmt und wie er in den Lebenslauf eines Menschen eingreift.
  • Aus der Heiligen Schrift sind uns genügend Begegnungen zwischen Engeln und Menschen als Beweise dieser göttlichen Fürsorge bekannt. Die Engel unterstützen die Beziehung zwischen Gott und den Menschen.

1.2 Engel dienen dem Werk des Erlösers

  • Da ist das Traumbild Jakobs aus dem AT von der Himmelsleiter ein sehr sprechendes Bild. Jesus scheint im heutigen Evangelium auf dieses Bild anzuspielen, als er dem Neuberufenen Natanaël verspricht, dass er unter dem geöffneten Himmel sehen wird, wie die Engel Gottes auf- und niedersteigen über den Menschensohn.[6]
  • Jesus wehrt die dritte Versuchung durch Satan mit den Worten ab: "Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen." [7] Dieses Bekenntnis bewirkt, dass der Teufel von Jesus ablässt "und es kamen Engel und dienten ihm." [8]
  • Die Engel dienen also dem Heils- und Erlösungswerk des Messias Gottes Jesus. Wer diesen Dienst der Engel erfährt, kann davon so überwältigt sein, dass er versucht ist die Engel anzubeten. Solches geschieht auch heute. Da sind auf einmal die Engel wichtiger als Gott.
  • Die Offenbarung des Johannes führt uns eine solche Versuchung und ihre Überwindung vor Augen. Der Seher ist von der Botschaft des Engels, so überwältigt, dass er dem Engel zu Füßen fällt, um ihn anzubeten.[9] Der Engel sagt zu ihm: "Tu das nicht! Ich bin nur ein Knecht wie du und deine Brüder, die Propheten, und wie alle, die sich an die Worte dieses Buches halten. Gott bete an!" [10]
  • Die guten Engel stellen sich also nie zwischen Gott und Mensch. Sie sind seine Boten. Sie beten mit uns an. Sie singen mit uns das Heilig.
  • Die Namen der Erzengel, für die wir heute Gott danken, enden alle mit EL - Gott. Micha-el - Wer ist wie Gott? Rapha-el - Gott heilt, Gabri-el - meine Stärke ist Gott. Die Engel Gottes sind nicht nur Boten für den Einzelnen, sondern

2 Die Engel sind Boten Gottes für die ganze Welt.

Die vier Erzengel über dem Haupteingang von St. Michael Neunkirchen/Br.
Die vier Erzengel über dem Haupteingang von St. Michael Neunkirchen/Br.
"Du sendest sie als Boten aus: dein Wort geht in die Welt hinaus. Groß ist in ihnen deine Kraft; dein Arm sind sie, der Wunder schafft."[11]
Der Engel Gottes stellt sich dem Bileam in den Weg, der im Auftrag des Moabiter Königs Balak Israel verfluchen soll.[12] Schauen wir auf die drei Erzengel für deren Wirken wir heute Gott, der alles in allen wirkt, danken. Sie sind für uns wie

2.1 Drei Posaunen Gottes

Michael - Wer ist wie Gott, Raphael - Gott heilt, Gabriel - Gott ist meine Stärke. Sie sind die Posaunen Gottes, die uns aufwecken wollen, die Anbetung Gottes als das Wichtigste in unserem Leben zu erkennen und zu leben. Gott ist unsere Stärke, und nicht das Geld, nicht unsere Wirtschaftskraft, nicht das Militär. Gott heilt, nicht die Medizin. Sie kann den Tod nur hinauszögern aber nicht besiegen. Er allein kann mich vor dem endgültigen Ausgelöscht werden retten und mich zur Fülle des Lebens führen in seinem Reich. Niemand sonst.

2.2 Die erste Posaune: Raphael - Gott heilt

  • Als Raphael den jungen Tobit zu seinem Vater wohlbehalten zurückbringt und jenen wieder sehend macht, wollen beide ihn reich beschenken. Er aber nimmt sie beiseite und sagt: "Preist Gott und lobt ihn! Gebt ihm die Ehre und bezeugt vor allen Menschen, was er für euch getan hat. Es ist gut, Gott zu preisen und seinen Namen zu verherrlichen und voll Ehrfurcht seine Taten zu verkünden. Hört nie auf, ihn zu preisen." [13]Der Lobpreis und die Anbetung Gottes heilen und befreien den Menschen von seinen Allmachtsansprüchen, welche die Wurzel vieler Übel sind.

2.3 Die zweite Posaune: Gabriel – Gott ist meine Stärke

  • Maria erkennt im Gespräch mit dem Erzengel Gabriel, Gott will durch sie Großes an den Menschen tun. Er will in ihr und durch sie Mensch werden. Der Engel sagt ihr: Für Gott ist nichts unmöglich. Und sie antwortet "Siehe ich bin die Magd des Herrn."[14]So wird Gott eins mit dem Menschen und durch ihn mit seiner Schöpfung.

2.4 Die dritte Posaune – Wer ist wie Gott?

  • Im Danielbuch tritt der Erzengel Michael als der Engelsfürst des Gottesvolkes auf. Was die Leser des Danielbuches damals erlebten und in noch schlimmerem Maße zu erwarten hatten, sind die irdischen Auswirkungen der Auseinandersetzungen zwischen den Mächten und Gewalten in der Höhe. Mit Michael kämpfen wir gegen die Unheilsmächte.
  • Nach der Aussage des Epheserbriefes "haben wir nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.“[15]
  • Als Christen sollten wir uns bewusst sein, dass Geschichte kein rein innerweltlicher Prozess ist, sondern bestimmt wird vom Handeln Gottes und vom zugelassenen Mithandeln seines Widersachers... Die Weltgeschichte ist durchzogen von einer Heils- und Unheilsgeschichte."[16]
  • Michael - Wer wie Gott? Dieser Kampfruf ist immer aktuell, solange diese Welt besteht. Unsere Pfarrei trägt seinen Namen. Durch ihn will Gott unseren Blick schärfen für die Bedrohung der Welt und unseres Heils durch die Mächte des Unheils und des Bösen, die sich in unserer Weltgeschichte austoben. Ihnen zu widerstehen hilft

2.5 Das Kampfgebet

  • Weil keiner von uns vor ihrem Einfluss sicher ist, sollten wir den Schutz des heiligen Erzengels mit den Worten des Gebetes suchen, das früher nach der Messe gebetet wurde in einer Zeit, wo der Teufel los war.
"Heiliger Erzengel Michael verteidige uns im Kampfe; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die die Welt durchziehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle."


[1] Dan 7, 9-10.13-14; Offb 12, 7-12a; Joh 1, 47-51
[2] Ex 23,20
[3] Baruch 6,2-5
[4] Baruch 6,6
[5] Ps 91,11
[6] Joh 1,51
[7] Mt 4,10
[8] Mt 4,11
[9] Oddb 22,8
[10] Offb 22,9
[11] GL 605/5
[12] Num 22
[13] Tob 12,6
[14] Lk 1,28-32
[15] Eph 6,12
[16] Johannes Schlosser in PuK 1984/85

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