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2007 Heilige

Asprache am Fest des heiligen Augustinus in Neunkirchen St. Michael um 9.00

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Gott loben - führt zum wahren Selbtsein

Ein wesentliches Bekenntnis[1]

  • Das berühmteste und meistgelesene Buch Augustins sind seine "Dreizehn Bücher Bekenntnisse - Confessiones", die schon zu seinen Lebzeiten eine Aufsehen erregende Verbreitung gefunden haben.
  • Es beginnt so: "GROSS BIST DU, HERR, UND HOCH ZU LOBEN; GROSS IST DEINE Kraft und ohne Maßen deine Weisheit. Und der Mensch will dich loben, dieser geringe Teil deiner Schöpfung, der Mensch, der seine Sterblichkeit mit sich trägt, das Zeugnis seiner Sünde mit sich trägt, das Zeugnis dafür, daß du den Stolzen widerstehst: und dennoch will dich der Mensch loben, dieser geringe Teil deiner Schöpfung."

Der Lobpreis Gottes im Denken und Verkünden des Augustinus

  • Der Lobpreis Gottes bildet im Denken und Verkünden des heiligen Augustinus eine besondere Rolle. Hat er doch an seiner eigenen Lebens- und Bekehrungsgeschichte erfahren, dass Gott in seiner Liebe und seinem Erbarmen, dem Menschen nachgeht, wie ein guter Hirt die Verlorenen sucht. Diese unbegreifliche Liebe Gottes ist Grund genug ihn zu preisen und zu loben.
  • Augustinus ist überzeugt, dass Gott selber uns dazu bewegt ihn zu loben: "Es ist dein Antrieb, daß dich zu loben erquickt, weil du uns zu dir hin erschaffen hast, und unser Herz kommt nicht zur Ruhe, bis es ruht in dir."

Es ist Gottes zuvorkommende Gnade und Liebe, die uns auf den Weg des Heils führt.

  • Im Lob Gott kommen wir im Urgrund unserer Existenz und Fülle des Lebens verheißenden Ziel unseres Erdendaseins zur Ruhe. Denn so beten wir mit dem Psalm 62,6 "Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung."

Im Lobpreis Gottes kommt der Mensch zum wahren Selbstsein.

  • So bekennt Augustinus gleich zu Beginn seiner Confessiones: "Loben werden den Herrn, die ihn suchen. Denn die ihn suchen, finden ihn, und die ihn finden, werden ihn loben. Lass mich dich suchen, Herr, in deinem Anruf und dich anrufen im Glauben an dich: bist du uns doch verkündigt worden. Dich, Herr, ruft an mein Glaube, den du mir gegeben, den du mir eingehaucht hast durch die Menschennatur deines Sohnes, durch den Dienst deines Verkünders."
  • In seiner großen Predigt in Utica[2] entfaltet er anhand des Psalms 145 die Bedeutung des Lobes Gottes für den Christen. Er ruft seinen Zuhörern zu: WIR SEHNEN UNS DANACH, MIT EUCH GOTT ZU LOBEN.

Die Ordnung des Lobpreises Gottes

  • Er sagt gleich zu Anfang, dass dieses Lob eine Ordnung braucht, denn es kann passieren das Menschen durch Überschwang das göttliche Geheimnis verletzen. Wer schon einmal mit Sekten oder freikirchlichen Kreisen in Berührung kam, weiß wie leicht freies Lobpreisen zur Selbstdarstellung verkommen,  auf die Nerven gehen kann, weil es die Größe des göttlichen Geheimnisses missachtet.
  • Deshalb lädt Augustinus ein, "uns nach dem besten Weg des Lobens in der Schrift Gottes umzuschauen. Er wird uns nicht nach rechts und nicht nach links abweichen lassen."
  • Er macht darauf aufmerksam, dass Gott selber uns zeigt, wie wir ihn recht loben können. "Um vom Menschen recht gelobt zu werden, hat sich Gott selbst gelobt." Da fällt uns natürlich das Sprichwort ein: "Eigenlob stinkt." Der Mensch sollte wissen, dass er ein Empfangender ist und bleibt. Darum sagt auch Augustinus das Buch der Sprichwörter zitierend: "Ein andrer mag dich loben, nur nicht dein eigner Mund.“ (Spr 27, 2) Augustinus: "Denn wenn der Mensch sich lobt, ist das Anmaßung."
  • Gott aber ist Fülle des Lebens, der Wahrheit, der Liebe und der Gerechtigkeit. Darum meint Augustinus: "Weil er sich gewürdigt hat, sich selbst zu loben, deshalb findet der Mensch, wie er ihn loben soll." Er geht sogar soweit zu sagen: "Dass Gott sich lobt, ist Barmherzigkeit." Und er begründet dies so: "Den zu lieben, den wir loben, fördert uns; wenn wir den Guten loben, werden wir selber besser. Und da er weiß, daß es uns fördert, wenn wir ihn lieben, macht er sich durch sein eigenes Lob liebenswert, das uns erklärt, warum er liebenswert ist."

Es gut und heilsam Gott zu loben

  • Weil es für uns gut und heilsam ist Gott zu loben, darum "ermuntert er unser Herz zu seinem Lob, mit seinem Geist erfüllt er seine Knechte, auf daß sie ihn loben."
  • Wenn wir Gott loben, leben wir ganz in seiner uns durchdringenden und verwandelnden Gegenwart; denn sein Geist, der bei der Taufe in unsere Herzen ausgegossen wurde, ist es, der in uns lobt. Weil wir im Heiligen Geist Gott loben, lobt sich Gott durch uns selbst, wird das Lob unserer Lippen und Herzen seiner würdig.
Nach dieser Einführung ins Lob Gottes beginnt Augustinus den Psalm 145 auszulegen. Wie eine mächtige Posaune tönt es aus dem Mund des Gott Lobpreisenden:
  • "Ich will dich rühmen, mein Gott und König, und deinen Namen preisen immer und ewig;  ich will dich preisen Tag für Tag und deinen Namen loben immer und ewig."
  •  Mit den Worten des heiligen Augustinus schließe ich: "So beginnt, wie ihr seht, das Lob Gottes, und es wird durchgeführt bis zum Ende des Psalms."
  • Wir werden nachher in das Eucharistische Hochgebet, das wir durch Christus dem Vater darbringen, zusammen mit den Engeln des Himmels einstimmen – der Name deutet es an, dass es die Hochform christlichen Betens ist.  „In Wahrheit ist es würdig und recht, dir Vater im Himmel, zu danken und am Fest des Heiligen Augustinus deine Größe zu rühmen.“
  • So ist der heilige Augustinus, das was Gott an ihm Wunderbares getan hat, für uns jetzt in dieser Stunde der Grund Gott zu loben. Durch unser Loben treten wir ein in die große Gemeinschaft der Heiligen auf Erden, die heute am Fest des heiligen Augustinus auf der ganzen Erde Gott loben; wir treten ein die Gemeinschaft der Heiligen und vollendeten Gerechten, die im Himmel Gott loben und preisen für das Große, das er an ihnen getan hat. Wir spüren, dass unsere Würde und unser Wert von Gott kommen; denn er bewirkt alles in allen.[3]

[1]  Confessiones Erstes Buch, erstes Kapitel
[2] Aurelius Augustinus, Über Gott (Stifterbiblithek) Die große Predigt in Utica über den Lobpreis Gottes S.38 - 68
[3] 1 Kor 1,26

Augustinuslied

1. Großer heilger Augustinus,
sei du unsern Bitten nah,
öffne uns für jene Liebe,
die durch Gott an dir geschah;
guter Hirte deiner Kirche,
bleib als Bischof für uns da.

2. Als den großen Freund der Kleinen
loben dich die Armen jetzt
und als Kämpfer für die Wahrheit,
wo Gerechtigkeit verletzt,
der als Prediger des Wortes
gutes Brot uns vorgesetzt.

3. Was uns dunkel mochte scheinen,
rückst du uns ins helle Licht,
der als Bischof und als Lehrer
uns das Brot des Wortes bricht,
der den Quell des Lebens findet
in der Psalmen Lobgedicht.

4. Priestern, die vereinzelt lebten,
gabst du Regel, Haus und Ziel,
daß die Saat, die Gott gesät hat,
auf bereiten Boden fiel
und die Hirten mit einstimmten
in der Heilgen Lied und Spiel.

5. Gott, der Vater, sei gepriesen,
ihm sei Preis und Herrlichkeit,
Lobgesang und Ruhm und Ehre
dem Dreieinen allezeit;
der uns führt ins Reich des Friedens
nach des Lebens Kampf und Streit. Amen.

M: GL 541 (Tantum ergo sacramentum)
T: Diethard Zils

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