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2008 (A) Herrenfeste

Homilie am Gedenktag 19. Nov. 2008 in St. Michael Neunkirchen am Brand

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AUS DER FÜLLE LEBEN

  • „Ich steige ein in das Leben, steige aus aus dem Tod. Ich wage Liebe zu geben, tauche auf aus dem Nichts. Ich breche ab meine Zelte, breche auf in die Welt. Ich lasse sein, was sonst zählte, folge nach, Jesus nach. “
  • Diese Strophen eines Liedes aus dem geistlichen Musikspiel „Elisabeth von Thüringen“ von Peter Janssen charakterisieren mit wenigen Sätzen das nur kurze Leben und Wirken der heiligen Elisabeth von Thüringen.
  • 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud von Andechs geboren, wurde Elisabeth bereits als Kind mit dem Landgrafensohn Hermann von Thüringen verlobt und kam mit vier Jahren zur Erziehung auf die Wartburg. Als Herman starb, wurde sie im Alter von 14 Jahren mit dessen Bruder Ludwig II. vermählt.
  • Obwohl ihre Eheschließung politisch arrangiert war, liebten sich die jungen Eheleute tief und leidenschaftlich. Sie erlebten sechs glückliche Ehejahre, in denen ihnen drei Kinder geboren wurden. Beeinflusst vom Ideal der 1225 nach Eisenach kommenden Franziskaner, kümmerte sich Elisabeth mit großer Hingabe um Arme und Bedürftige. Ludwig war damit einverstanden und unterstützte ihre Tätigkeiten.
  • Ihre glücklichen Ehejahre wurden jäh beendet, als Ludwig auf dem Weg zum Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. 1227 in Italien an einer Seuche starb. Dieses tragische Ereignis erfüllte Elisabeth mit tiefstem Schmerz und bewegte sie, ihre bereits gewachsene Berufung der Hingabe an die Armen und Kranken nun in radikaler Weise zu leben.
  • Ludwigs Verwandte vertrieben sie mit ihren Kindern von der Wartburg mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für die Armen. Selbst mittellos geworden, verzichtete sie auf alle materiellen Güter und legte als Franziskanerterziarin das Gelübde der Armut und Weltentsagung ab.
  • Mit der erzwungenen Witwenabfindung gründete sie bei Marburg ein Spital, in dem sie selbst die Armen und Kranken pflegte. Nach kurzer schwerer Krankheit starb sie 1231, erst vierundzwanzig Jahre alt. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie heilig gesprochen.
  • Elisabeth hatte den Mut, aus einem höfischen Leben voll Prunk und Luxus auszusteigen und prophetische Zeichen zu setzen gegen strukturelle Ausbeutung und Unterdrückung der kleinen Leute, die das verschwenderische Leben auf der Wartburg mit finanzierten. Sie stieg ein in das Leben der Hingabe an Gott, in dem sie letztlich alle Fülle und die Erfüllung ihres Lebens fand.
  • An ihr zeigt sich das Wunder der Gnade, der liebenden Zuwendung Gottes zu Elsiabeth. Für diese Gnade Gottes rühmen wir in der Präfation Gott, von dem jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt. Das vollkommenste Geschenk Gottes an den Menschen ist neben glauben und hoffen die Kraft der Liebe.
  • Wenn sich der Mensch ganz auf die in Jesus Christus Mensch gewordene Liebe Gottes einlässt, wird diese ihn ganz und gar durchdringen. Von Elisabeth bekenn wir Gott preisend in der Präfation: "Denn du hast ihr große Liebe geschenkt."
  • Diese göttliche Liebe durchdringt alle Lebensbereiche. Von Elisabeth singt die Präfation: "Ihren Gatten liebte sie mit der ganzen Glut ihres Herzens." Das Tagesgebet spricht Gott an mit "Vater der Armen". Gottes Liebe zu den Armen, die Jesus selig preist, hatte auch im Herzen der hl. Elisabeth Wurzel geschlagen, wie das Tagesgebet feststellt: Er hat "der heiligen Elisabeth ein waches Herz für die Armen gegeben, in denen sie Christus erkannte und verehrte."
  • Arm ist jeder, der unserer Hilfe bedarf. Das sind besonders die kranken, altersschwachen und pflegebedürftigen Menschen. Wer in ihnen Christus erkennt, der in den geringsten seiner Brüder Schwestern geliebt sein will, wird ihnen mit Achtung, Wertschätzung, ja Liebe begegnen. Und diese Menschen spüren das.
  • Die heilige Elisabeth hat für die Armen und Kranken alles hergegeben, wie die Präfation feststellt: "Sie verkaufte, was sie besaß, und gab freudig alles den Armen, die sie als ihre Mutter verehrten." Die Menschen spürten, da ist jemand, der uns trotz unserer Armut, unseres Elends wirklich liebt.
  • Viel Zeit muss heute vom Personal für die Dokumentation der Pflege aufgewendet werden, die dann für die Zuwendung fehlt. Der Pflegeberuf, soll er nicht zur Bedrängnis, zur Frustration werden, braucht ein geistliches Fundament: Aus der Christusbeziehung, der Freundschaft mit Jesus, empfängt er seine Kraft. Die hl. Elisabeth lebte aus dieser Freundschaft mit Jesus. Darum sagt die Präfation des Festes von ihr: "Froh in der Bedrängnis, ertrug sie Schmähung und Unrecht, früh vollendet, gelangte sie zur Freude des Himmels."
  • So zu leben und zu handeln wie die hl. Elisabeth, vermag keiner aus sich selbst. Erst wenn ich aus der Fülle der Liebe Gottes lebe, immer wieder neu mich davon berühren lasse, wird es möglich werden.
  • Dann kann ich in das Elisabeth Lied von Peter Jansen einstimmen, das ich anfangs zitierte: "Ich breche ab meine Zelte, breche auf in die Welt. Ich lasse sein, was sonst zählte, folge nach, Jesus nach."



 

 

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