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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilieam Fest unseres Bistumspatrons Kaiser Heinrich II am 13. Juli 2014 in Rosenbach "Patrona Bavariae"

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 Heinrich und Kunigunde - Gebildet und zielbewusst dem Wohl und Heil der Menschen dienen [1]

1 Bildung ist Christenpflicht

In der Zentrale der Katholischen Kirche im Vatikan gibt es eine Bildungskongregation. Daran sehen wir, wie wichtig Bildung der Kirche ist. Kardinal Marx, Müller und Schönborn gehören ihr an.

Nur der gebildete und in Gott gründende Mensch kann Verantwortung übernehmen, durchschaut Zusammenhänge und kann zielbewusst leben. Daher war Bildung zu allen Zeiten ein wichtiges Anliegen der Kirche.

Der heilige Kaiser Heinrich und seine Gemahlin Kunigunde wurden

1.1 Von Kindheit an, auf die spätere Aufgabe vorbereitet

Heinrich wurde von seinen Eltern auf die Domschule in Hildesheim geschickt und später dem heiligen Wolfgang, Bischof von Regensburg, zur Erziehung übergeben.

Auch Kunigunde lernte, was für ihre Zeit für ein Mädchen auch aus dem Adel recht ungewöhnlich war, Lesen und Schreiben, sowie die lateinische Sprache, damals die Sprache Europas. Der Hofkaplan ihres Vaters war ihr Seelsorger und Lehrer.

Heinrich und Kunigunde lernten nicht nur das Wissen ihrer Zeit, sondern ihre großen Erzieher legten entscheidenden Wert auch auf

1.2 Die Bildung des Herzens und Vertiefung des Glaubens

Der innige Kontakt mit Gott, das Leben in Christus und für ihn, das Wissen, dass jeder für sein Tun und Lassen einmal Gott Rechenschaft geben muss, machten aus dem jungen Heinrich und aus Kunigunde verantwortliche, charakterfeste und zielbewusste Menschen. So waren sie befähigt, miteinander dem Wohl und Heil der Menschen zu dienen.

In der Einleitung zur Messe des heutigen Festes heißt es

1.3 Kaiser Heinrich war „ein gebildeter und zielbewusster Staatsmann"

Bei der Einführung haben wir gehört, was das heißt. Der Christ weiß, dass all seine Fähigkeiten und Begabungen, sowohl die natürlichen wie die übernatürlichen, Geschenke Gottes sind.

Im Evangelium zeigt uns Christus: Gott will, dass wir unsere Talente, unsere Fähigkeiten und Begabungen nicht brach liegen lassen. Wir sollen sie entdecken und entfalten,  sie in den Dienst Gottes stellen und damit den Menschen dienen.

2  Bildung muss früh beginnen und ist eine lebenslange Aufgabe

 2.1 Für die Kinder bedeutet es

nicht nur Schreiben, Lesen und Rechnen zu lernen, sondern auch wie sie gut zu anderen Menschen sind und ihnen helfen können. Sie müssen lernen, sich jeden Tag zu prüfen, was war heute gut und was war falsch. Sie müssen lernen, ihr kleines Ich zu besiegen und zu fragen, was will Gott von mir?

2.2 Wir Erwachsenen müssen den Kindern dabei helfen

In einem Brief an die  Familien[2] erinnert Johannes Paul II die zur Erziehung ihrer Kinder verpflichteten Eltern an zwei grundlegende Wahrheiten christlicher Erziehung: "Die erste ist, dass der Mensch zum Leben in der Wahrheit und in der Liebe berufen ist; die zweite Grundwahrheit besagt, dass sich jeder Mensch durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst verwirklicht."

2.3 Erziehung und Bildung sind kein einseitiger Vorgang

Sie gelten "sowohl für den Erzieher wie für den, der erzogen wird."

Erziehung und wahre Bildung geschieht nicht nur durch Wissensvermittlung und bestimmte Maßnahmen der Vermittlung, sondern vor allem durch Beispiel, durch die vorgelebte Hingabe an die Wahrheit  und durch die gelebte Liebe.

Nicht Selbstverwirklichung auf Kosten der Mitmenschen, des Staates und der Schöpfung darf unser Streben gelten, sondern aufrichtiger Hingabe an die uns anvertrauten Menschen oder an eine Aufgabe, die dem Wohl aller dient.

2.4 Johannes Paul  nennt den Erzieher "in einem geistigen Sinn zeugende Person."

Für ihn ist Erziehung "echtes und eigentliches Apostolat", also eine in der Sendung und im Auftrag Jesu geschehende "lebenschaffende Verbindung". Sie stellt zwischen Erzieher und Erziehenden eine tiefgreifende Beziehung her.

Die meisten von uns erinnern sich an einen oder mehrere Menschen, die uns prägten: das sind zuerst Eltern, oft auch Großeltern, aber auch Priester und Lehrer.

Es gibt aber auch

3 Antichristliche Gefahren für echte Bildung

Es ist schlimm, wenn Erwachsene sagen, Religion sei nicht so wichtig oder der gemeinsame Gottesdienst der Gemeinde am Sonntag sei nicht nötig. Damit zeigen sie, dass sie selber nicht gewillt sind, von Gott her ihr Leben bestimmen zu lassen.

Wer die von Gott geschenkten Gaben seines Lebens nicht ausbildet und fruchtbar werden lässt - dazu gehört wesentlich die religiöse Anlage - der wird nach den Worten des Evangeliums beim Gericht nicht nur mit leeren Händen dastehen, sondern es wird ihm auch das noch genommen, was er hat. Das sind ernste Worte.

Heinrich und Kunigunde weisen uns den richtigen Weg.

4 Heinrich und Kunigunde lebten mit der Kirche des Herrn und haben das Evangelium verinnerlicht

deshalb verehren wir sie als Heilige, als beispielhafte Christen.

4.1  Christsein zeigt sich darin, dass der Glaube alle Bereiche des Menschseins durchdringt und verwandelt

Religiöse Bildung ist ein lebenslanger Prozess. Nie kommt der Mensch mit Gott an ein Ende. Wir müssen im Beruf aber auch im Glauben immer Lernende bleiben.

Nur diese Einstellung ist Gottes würdig, der das Geheimnis aller Geheimnisse ist. Er verlangt von keinem zurück, was er ihm nicht gegeben hat. Aber er gibt mit vollen Händen jedem. Nur merken wir es oft gar nicht, weil wir den nichtigen, äußerlichen und vergänglichen Dingen zu sehr verhaftet sind.

Unsere tägliche Bitte an Gott sollte der des Königs Salomon ähnlich sein: Gib mit „ein hörendes Herz“, damit ich mit den mir anvertrauten Menschen gut umgehe und „das Gute vom Bösen zu unterscheiden verstehe.“

4.2 Christsein heißt weiter, sich auf die Vollendung bei Gott einüben

Der heilige Petrus sagt in seinem 2.Brief, dass die Erkenntnis Gottes unser Verhalten verändern will. „Darum setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, mit der Tugend die Erkenntnis,  mit der Erkenntnis die Selbstbeherrschung, mit der Selbstbeherrschung die Ausdauer, mit der Ausdauer die Frömmigkeit,  mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe.“

Nur wer geistlich lebt, wird geistliche Erfahrungen machen, und nur er kann sie anderen glaubhaft mitteilen. Nur wer sich eifrig darum bemüht, mit dem Glauben die Tugend zu verbinden, dessen „Berufung und Erwählung wird Bestand haben“.

Ob einer Kaiser oder Politiker, Vater oder Mutter, Lehrer oder Priester ist, nur wenn er selber von Christus durchdrungen ist und Gott in ihm lebt, kann er ihn bezeugen.

5 Heinrich und Kunigunde spornen uns an, heilig zu werden

Der große Bischof Ambrosius - im  4. Jht. zunächst Präfekt des  Kaisers in Mailand und in der Provinz Ligurien - hat als Bischof Eltern und Erziehern mit aller Deutlichkeit gesagt:

5.1 Es muss in aller christlichen Erziehung und Bildung um die Person Jesu gehen

"Ihn atmet, wer seine Worte wiedergibt und seine Reden bedenkt.
Wenn wir von Weisheit reden: Er ist es.
Reden wir von Tugend: Er ist es.
Reden wir von Gerechtigkeit: Er ist es.
Sprechen wir von Frieden: Er ist es.

Und er ist es auch, wenn wir von Wahrheit, Leben und Erlösung reden.“[3]

Heinrich und Kunigunde lebten auf das Ziel hin

5.2 Im Gericht Gottes zu bestehen

Durch sie will Christus - das Haupt der Kirche -uns, die Glieder seines mystischen Leibes ermutigen, es den Heiligen gleich zu tun.

Heinrich und Kunigunde ließen die politischen Verhältnisse nicht einfach treiben, etwa nach dem Motto "nach uns die Sintflut“. Sie taten alles, um sie zum Guten zu wenden. Sie taten das gegen viele Widerstände mit großer Energie - unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit.

So ist es Heinrich gelungen, die Grenzen nach außen zu sichern und die Einheit und damit den Frieden im Innern herzustellen. Er konnte seinem Nachfolger ein geordnetes Reich hinterlassen.

5.3  Investition für Zeit und Ewigkeit

Als Heinrich und Kunigunde wussten, dass sie keine Kinder bekommen würden, verfielen sie nicht der Resignation, sie setzten Jesus Christus zum Erben ein.

Sie vermachten ihren persönlichen Besitz der Kirche und ermöglichten so das Entstehen geistlicher und religiöser Zentren, die über viele Jahrhunderte hinweg den Menschen Segen brachten und bis heute bringen.

Sie gründeten das Bistum Bamberg gegen den Widerstand etlicher Bischöfe und Fürsten, weil sie dies als geistliche und politische Notwendigkeit erkannt hatten. Wir profitieren davon bis heute in unserem irdischen Leben, Heinrich und Kunigunde aber bei Gott in der Ewigkeit.


 [1] Schrifttexte: 1Kön 3,5-14; 2 Petr 1,3-11; Lk 19,11- 26
 [2] Brief an die Familie 16
 [3] Brevier Lectionar II/6.2E

 

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