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Lesejahr C 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homilie am Fest der Erzengel michael, Gabriel und Raphael

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Gottes Macht ist stärker als das Böse – Vom Dienst der Engel
Alle künstlerischen Darstellungen - vor allem des heiligen Erzengels Michael - haben dies gemeinsam.

  Die guten Engel sind von Gottes Herrlichkeit durchglüht und dienen dem Willen und Heilsplan Gottes.

Wichtig ist für uns Christen, wie das Neue Testament die Engel sieht.

1 Die Engel im Neuen Testament
1.1 Christus und die Engel
1.1.1 Schon die Urkirche setzt sich mit der Rolle der Engel auseinander.
Der Kolosserbrief macht klar: Jesus Christus ist Mittelpunkt und Haupt, Anfang und Ziel der ganzen Schöpfung. "Denn in ihm ist alles erschaffen im Himmel und auf Erden das Sichtbare und Unsichtbare, Throne und Herrschaften,  Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen." [1]

Die unsichtbare Welt der himmlischen Heere trägt den Sinn ihres Seins nicht in sich selbst. Sie ist wesenhaft auf Christus hingeordnet. Christus ist ihr Haupt, ihr Herr, ihr Kyrios in dessen Lob sie ohne Ende und voller Begeisterung einstimmen.

1.1.2 Falsche Lehren über die Engel – Engelwerk?
Irrlehrer preisen den Engelkult an da sie den Menschen zu gering achten direkt mit Gott zu sprechen: sie berufen sich auf Visionen und suchen die Vermittlung der Engel. Schon Paulus und auch Petrus streiten energisch dagegen.

Im Galaterbrief schreibt Paulus „Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.“[2]

1.1.3 Das Zeugnis der Kirche und der Heiligen
Der heilige Petrus schreibt in seinem 1. Brief von Christus, „der in den Himmel gegangen ist; dort ist er zur Rechten Gottes - und Engel Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen.“ [3]

Von den Erzengeln sagt die heilige Hildegard von Bingen:
„In ihnen leuchtet wie in einem Spiegel
das Bild des Menschensohnes auf.
Sie verherrlichen auf eine ganz reine Weise das Fleischgewordene Wort Gottes.
Sie künden oft die Geheimnisse der Menschwerdung des Gottessohnes an,
weil sie die geheimen Pläne Gottes erkennen konnten.“[4]

Die Engel stehen nicht zwischen Gott und der Kirche. Christus allein ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen.

Die Stellung der Engel ist die gleiche wie die der Kirche: Erst durch die 2. Göttliche Person durch Gottes ewiges Wort erhalten sie Zugang zur göttlichen Fülle. Wie wir dienen sie Christus. So sind sie unsere Weggefährten, aber wie die Heiligen sind sie mit Christus in der Herrlichkeit des Vaters: Christus und die Engel.

1.2 Die Kirche und die Engel
1.2.1 Kirche und Engel gehören zusammen.
Das wird in unseren gotischen und barocken Kirchen überall eindrucksvoll sichtbar. Wenn wir durch das Hauptportal eintreten, begrüßen uns die vier Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel, zwei herrliche Engel mit erhobenen Händen in der Haltung der Anbetung und die Engel die mit gefalteten Händen das Sanctus singen.

Diese Fresken erinnern uns, wenn wir zum Gottesdienst in die Kirche  eintreten an das, was der Hebräerbrief uns freudig verkündet: „Ihr seid  zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung“.[5]

Wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln. Die Engel sind schon da!

1.2.2  Zusammen mit ihnen verehren wir Christus als unser gemeinsames Haupt
Durch dieses Haupt sind die Gemeinde der Glaubenden und die überweltlichen Mächte miteinander verbunden, einander zugeordnet; in gemeinschaftlicher Verantwortung treten wir zusammen mit ihnen vor Christus hin.

Ein Hymnus der Ostkirche zu Beginn der österlichen Bußzeit fordert angesichts dieser großartigen Gemeinschaft die Christen zur Umkehr auf:

„Die Heere der Engel, die Gemeinschaft der Märtyrer, der göttlichen Apostel heiliger Chor, der Seligen Versammlung,
die Priester und Propheten flehen zu dir, Gütiger, Allerbarmer: Rechte Umkehr verleihe deinen Dienern in der Zeit der Enthaltung, die nun beginnt.“[6]

Da die Engel wesenhaft auf Christus hingeordnet sind, nehmen sie teil an seinem Heilshandeln; Der Hebräerbrief verkündet „wie er unseretwegen Fleisch annahm, so sind auch die Engel“ als "dienende Geister ausgesandt zum Dienst derer die das Heil erben sollen".[7]

Nathanael bekennt nach der Begegnung mit Jesus „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“[8] Darauf verheißt Jesus ihm, er werde „noch Größeres sehen.“[9]

In der darauf folgenden feierlichen Selbstoffenbarung Jesu zeigt er, wie er dies mit und durch die Engel vollbringt: „Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“[10]

1.2.3 Die Kirche existiert unter dem Beistand und Schutz der Engel,
darum wird den Engeln Ehre zuteil durch den Mund der Kirche.

Die orthodoxe Kirche wendet sich in einem Troparion am Morgen des 4.Ostersonntags an den Heiligen Erzengel Michael "Heerführer der Engel, oberster Anführer der himmlischen Liturgen, schirme jene, die sich in deinem heiligen Tempel versammeln und Gott Hymnen singen; schütze sie vor vielfältigen Gefahren."

Die Engel gehören zur Kirche – also zu uns - weil sie zu Christus gehören.

2 Engelgleiche Menschen sollen wir Christen sein
2.1 Mit den Engeln singen wir das Lob Gottes.
Im Sanctus stimmen wir in den Gesang der himmlischen Liturgie der Engel ein. Das gibt unserem Gott anbetenden Singen große Kraft.

Die heilige Hildegard teilt uns mit, was sie mit wachem Sinn geschaut hat:

„Und wie Gott von den Engeln
gepriesen wird,
wobei sie in Harfen und in Symphonien
und in allen Stimmen das Lob
erklingen lassen,
so muss er auch von den Menschen gepriesen werden.
Durch das Lob ist der Mensch
nämlich engelhaft
und durch die heiligen Werke
ist er Mensch.
Er ist nämlich das vollständige Werk Gottes,
denn durch das Loben
und durch das Wirken
werden die Wundertaten Gottes
an ihm vollendet“ [11]

2.2 Engel für andere Menschen sein
Wie die Engel sind auch wir "ἀγγελοῖ" Boten Gottes für andere Menschen, ja für die ganze Schöpfung. Der berühmte Konvertit und Theologe Englands der heilige Kardinal John Henry Newman hat das so gesagt:

"Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein,
wofür kein anderer berufen ist;
ich habe einen Platz in Gottes Ratschluss,
auf Gottes Erde, den kein anderer hat.
Ich bin an meinem Platz so nötig,
wie ein Erzengel an dem seinigen."
Wie Michael und die anderen Erzengel sind wir unter Christus, dem Haupt der Kirche Diener Gottes und Diener des Heils der Menschen.


[1] Kol 1,16
[2] Gal 1,8
[3] 1 Petr 3,22
[4] in Hildegard Strickerschmidt, Hildegard von Bingen – Engel, Visionen und Meditatioen S.37
[5] Hebr 12,22
[6] Lothar Heiser, die Engel S.144
[7] Hebr 1,14
[8] Joh 1,49
[9] Joh 1,50
[10] Joh 1,51
[11] Strickerschmidt ebd. S. 97
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