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Lesejahr A 2019/12 - 2020/11
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Zukunft für alle, die sich heiligen lassen.
1 Allerheiligen - Fest mit Zukunft
2 Heil ohne irdische Grenzen
2.1 Die Weite des göttlichen Heilswillens
2.2 Freilich, nur die werden gerettet, die das Siegel des lebendigen Gottes tragen
3 Heil durch Christi Blut
4 die doppelte Konsequenz
4.1 Kein Mensch kann durch eigene Anstrengung heilig werden
4.2 Weil wir um unsere Armut wissen
4.3 Jene Menschen haben an der Seligkeit Gottes teil
5 Aufbrechen zum großen Lobpreis
5.1 Der Lobpreis und die Anbetung Gottes
5.2 Wir stimmen heute in den Jubel des Himmels, der Engel und Heiligen ein
5.2.1 Wir stehen vor dem dreieinigen Gott
5.1.2 Wir öffnen uns der Heiligung und Verherrlichung, die Gott uns schenkt

Zukunft für alle, die sich heiligen lassen.[1]
1 Allerheiligen - Fest mit Zukunft
  Sie haben die Gräber Ihrer Lieben mit Blumen geschmückt. Sie zeigen damit Ihre Dankbarkeit und Liebe gegenüber den Verstorbenen, aber zugleich auch Ihre Hoffnung, dass diese bei Gott geborgen sind und an der Fülle seines herrlichen Lebens teilhaben.
 An Allerheiligen verkündet uns die Kirche, dass neben den von ihr "heilig gesprochenen" Menschen viele ungezählte Glaubende in der Herrlichkeit bei Gott sind.
 Diese an ungezählten Glaubenden offenbar gewordene Herrlichkeit Gottes strahlt heute in diesen Tag und über alle Gräber hinweg in unser Leben hinein.
2 Heil ohne irdische Grenzen
Der heilige Johannes spricht im Buch der Offenbarung von der großen Schar der Geretteten "aus allen Nationen und Stämmen Völkern und Sprachen. Niemand konnte sie zählen.[2]
2.1 Die Weite des göttlichen Heilswillens
Seine grenzenlose Liebe besiegt unsere engen Grenzen des Denkens und Liebens.
Wie dem Petrus nach der Vision im Haus des Kornelius soll auch uns aufgehen, dass Gottes Heil keine Grenzen kennt: "Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist."[3]
2.2 Freilich, nur die werden gerettet, die das Siegel des lebendigen Gottes tragen
Darum verkündet Jesus: "Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden."[4] Deshalb gibt Jesus vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern den Auftrag: "Geht in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."[5]
Als Glaubender antworte ich: Gott, mein Leben gehört dir. Dein bin ich im Leben und im Tod. Im Lied singen wir „Herr ich bin dein Eigentum dein ist ja mein Leben; mir zum Heil und Dir zum Ruhm hast du’s mir gegeben.“[6]
 Im Tauflied singen wir "Ich bin getauft und Gott geweiht durch Christi Kraft und Zeichen. Das Siegel der Dreieinigkeit wird niemals von mir weichen.“[7]
 Es ist heilsnotwendig, dass sich der Mensch das Eigentumssiegel Gottes aufdrücken lässt. Deshalb gibt es Mission, sind wir aufgerufen, jeder an seinem Platz die Menschen zu evangelisieren, sie mit der Heilsbotschaft Gottes, mit dem Evangelium Jesu bekannt zu machen, die Tür zum ewigen Leben aufzuschließen. Wodurch geschieht dies?
3 Heil durch Christi Blut
Nicht durch Edelmetall sind wir aus der Sinn- und Ziellosigkeit des Lebens losgekauft - schreibt Petrus in seinem 1. Brief, „sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.“ [8] Ja „für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch“, heißt es im Psalm.[9]
„Sein Leben bis aufs Blut“ gibt er ganz und gar gehorsam an Gott für die Menschen hin. Blut ist das fließende Leben, die strömende Lebenskraft. Es enthält alles, was uns am Leben erhält. Sein menschliches Leben gibt Jesus liebend hin für die Vielen.
Paulus sagt den Christen in Rom mit eindringlichen Worten. „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“[10] Alle Menschen sind also erlösungsbedürftig.
Wir können uns nicht selbst erlösen, auch wenn viele das meinen. Weder künstliche Intelligens, noch Medizin, noch alle möglichen Formen der Meditation können uns vor Gott heil und heilig machen.
Paulus sagt: „Ohne es verdient zu haben, werden wir (sündigen Menschen) gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.“[11]
Erlösung ist zuerst das Werk der Liebe und der Gerechtigkeit Gottes. Er hat Jesus „dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut“. Es wird an uns „wirksam durch Glauben.“  Das große Wunder dieser Liebe Gottes, seiner Gerechtigkeit geschieht „durch die Vergebung der Sünden.“ Was für eine Aussicht für uns: Gerechtigkeit durch Vergebung!
Durch unseren Glaubensgehorsam und die im Vergießen seines Blutes sich verströmende Liebe Christi sind wir erlöst. Als Erlöste wissen wir um den hohen Preis, den Jesus, der Christus, der Messias Gottes, dafür bezahlt hat.
In der Furcht Gottes lebend - ihm den ersten Platz in unserem Leben einräumend – soll dankbare Freude unser Leben und Handeln bestimmen.
Paulus zieht daraus für uns Christen
4 die doppelte Konsequenz
a) „Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“[12] und
b) „Macht euch nicht zu Sklaven von Menschen!“[13]
Wir erkennen
4.1 Kein Mensch kann durch eigene Anstrengung heilig werden
Jeder ist und bleibt vor Gott ein Schuldner. Darum wird der Mensch Gott gegenüber anerkennen, dass er vor ihm arm ist.
Die erste Seligpreisung der Bergpredigt Jesu sagt uns das befreiende Wort Jesu "Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.“[14]
Hinter dem Wort selig steht ein hebräisches Wort, das so viel bedeutet wie: Wenn du in dieser Haltung lebst, dann bist du auf dem Weg in eine gute Zukunft, auf dem Weg zum Himmel, zur Vollendung in Gott. Dann wirst und bist du selig. Daraus folgern wir:
4.2 Weil wir um unsere Armut wissen,
- lassen wir unsere Kinder bald nach der Geburt taufen, damit Gott sie durch Christus heilig macht;
- lassen wir uns durch das Wort Gottes zur Umkehr rufen und suchen die Vergebung unserer Sünden;
- halten wir fest an der Liebe zueinander; „denn die Liebe deckt viele Sünden zu.“[15]
- feiern wir das Opfer und Mahl des Herrn, weil „das Blut Jesu Christi uns reinigt von aller Sünde."[16]
 Der emanzipierte Mensch tut sich sehr schwer, seine Armut zuzugeben. Er will sich lieber aus eigener Kraft erlösen. Er will nicht wahrhaben, dass für ihn jemand gestorben ist, sein Blut vergossen hat, seine ganze Existenz dafür in die Waagschale geworfen hat.
 Es lässt uns aufhorchen, was der Auferstandene und beim Vater erhöhte Herr zum Seher Johannes über die Geretteten sagt: "Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht."[17]
Es geht also darum, die Erlösung durch Jesus Christus anzunehmen, sich schenken zu lassen. Vom Wort Gottes erleuchtet erkennen wir:
4.3 Jene Menschen haben an der Seligkeit Gottes teil
- die in den Stunden der Versuchung und Bedrängnis sich an ihn gehalten haben;
- die sich eingesetzt haben für Gerechtigkeit und Frieden, auch wenn sie sich dadurch Scherereien, Folter und Tod eingehandelt haben;
- Die auch dann lauter und wahr lebten, wenn es Nachteile mit sich brachte;
- die sich offen zu Jesus und seiner Jüngergemeinde, seine Kirche bekannten, auch wenn sie sich dafür Spott und Verfolgung einhandelten;
- „die auch dann, wenn sie alles getan haben, bekennen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“[18]
Jene Menschen gehen in die Herrlichkeit Gottes ein, welche die Erlösungstat Gottes in Christus annehmen, sich rein waschen lassen durch das Blut des Lammes.
Wer sich so aus der Macht des Todes und der Sinnlosigkeit gerettet weiß, wird fähig zum Lobpreis Gottes. Es geht darum, dass wir
5 Aufbrechen zum großen Lobpreis
 Die Seligkeit der unzählbar geretteten Menschen wird für uns darin erkennbar, dass sie in den Lobpreis der Engel mit einstimmen und Gott anbeten. In der heiligen Messe geschieht dies beim Gloria und beim Sanctus.
5.1 Der Lobpreis und die Anbetung Gottes
haben nichts mit dem gelangweilten und überdrüssigem Halleluja-Rülpsern jenes Bayern gemein, der da auf einer Wolke sitzend sich nach dem Hofbräuhaus sehnt, sondern ihr Jubel und ihre Anbetung kommen aus der beglückenden Erfahrung: "Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm."[19]
 Wer diese Rettung durch alle Bedrängnisse dieses Lebens erfährt und die unbegrenzte Weite der Liebe Gottes und den unermesslichen Reichtum seines göttlichen Lebens verinnerlicht, der wird jetzt schon jubeln und jauchzen; wenn auch manchmal unter Tränen. Doch „die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.“[20]
5.2 Wir stimmen heute in den Jubel des Himmels, der Engel und Heiligen ein
5.2.1 Wir stehen vor dem dreieinigen Gott
als von ihm Geheiligte und Besiegelte unter der Verheißung der Fülle des Lebens in seinem Reich. Die Engel und Heiligen haben schon voll und ganz daran Anteil.
 Zugleich ist uns dieses Fest Ansporn, uns wieder erneut vom Herrn heiligen zu lassen und auch in den Bedrängnissen des Lebens und Sterbens an ihm festzuhalten.
Im Sakrament der Versöhnung – in der hl. Beichte – schenkt uns Jesus in seiner Kirche die in der Taufe geschenkte Heiligung wieder.
Der Bußgottesdienst heute Nachmittag ist ein erster wichtiger Schritt in diesem Bemühen.
Der heilige Johannes richtet unseren Willen und unsere Hoffnung in der 2. Lesung auf diese Zukunft, indem er uns verkündet:
   "Jetzt sind wir Kinder Gottes.
   Aber was wir sein werden,
   Ist noch nicht offenbar geworden.
Wir wissen, dass wir IHM ähnlich sein werden,
wenn er offenbar wird;
   Denn wir werden ihn sehen, wie ER ist."[21]
5.1.2 Wir öffnen uns der Heiligung und Verherrlichung, die Gott uns schenkt
Mit der Zusage, dass uns Gott sein wahres Wesen zeigen wird, ermutigt uns hl. Johannes, unsere Heiligung zuzulassen und uns um sie zu bemühen:
   "Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie ER heilig ist."[22] Damit sagt Johannes, dass die Hoffnung uns heilig macht. Wir tragen jetzt schon als Geschenk das Schönste und Kostbarste von Gott in uns - seine Heiligkeit.
Sie trägt uns durch den Tod hindurch in die Unsterblichkeit, in die Fülle des Lebens und der Beziehung in ihrer Vollgestalt in seinem Reich. Für alle, die sich von Gott heiligen lassen, gibt es eine unverlierbare ewige Zukunft.

[1] Predigttext: Offb.7,2-4.9-14 Rosenbach
[2] Offb 7,9
[3] Apg 10,34
[4] Mk 16,16
[5] Mt 28,19
[6] Gl 916/1
[7] GL 635/1
[8] 1 Petr 1,19
[9] Ps 49,9
[10] Röm 3,223
[11] Röm 3,24
[12] 1 Kor 6,20
[13] 1 Kor 7,23
[14] Mt 5,3
[15] 1 Petr 4,8
[16] 1 Joh 1,7
[17] Apk 7,14
[18] Lk 17,10
[19] Offb 7,10
[20] Ps 126,5
[21] 1 Joh 3,2
[22] 1 Joh 3,3