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Predigten

2005

Thema: Zukunft für alle, die sich heiligen lassen.

Fest Allerheiligen Predigttext: Offb.7,2-4.9-14

1 Allerheiligen - ein Fest mit besonderem Flair

Vielleicht empfinden Sie heute ähnlich wie ich: Allerheiligen ist ein Fest mit einem besonderen Flair, einer besonderen Stimmung. Sie haben in den vergangenen Tagen die Gräber Ihrer Lieben mit Blumen geschmückt. Sie zeigen damit Ihre Dankbarkeit und Liebe gegenüber den Verstorbenen, aber zugleich auch Ihre Hoffnung, dass diese bei Gott geborgen sind und an der Fülle seines herrlichen Lebens teilhaben.

An Allerheiligen verkündet uns die Kirche, dass sie fest daran glaubt, dass neben den von ihr "heilig gesprochenen" Menschen viele ungezählte Glaubende in der Herrlichkeit bei Gott sind.

Diese an ungezählten Glaubenden offenbar gewordene Herrlichkeit Gott strahlt heute in diesen Tag und über alle Gräber hinweg in unser Leben hinein. Es geht um

2 Heil ohne irdische Grenzen

2.1 In einer großartigen Vision

berichtet uns der heilige Johannes im Buch der Offenbarung von der großen Schar der Geretteten "aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen.“

Unserer Enge steht die Weite, unserer begrenzten die grenzenlose Liebe Gottes gegenüber. Wie dem Petrus geht uns auf:
"Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist." Apg 10,34

2.2 Gerettet wird, wer das Siegel des lebendigen Gottes trägt.

Darum verkündet uns Jesus:
"Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden."[1] Und darum gibt Jesus vor seiner Himmelfahrt seinen Jüngern den Auftrag:
"Geht in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.."[2]

Die Antwort des Menschen darauf heißt:
O Gott, mein Leben gehört dir. Dein bin ich im Leben und im Tod.

Im Tauflied GL 635 singen wir:
"Ich bin getauft und Gott geweiht durch Christi Kraft und Zeichen; das Siegel der Dreieinigkeit wird niemals von mir weichen.“

Das also ist wichtig, dass sich der Mensch das Eigentumssiegel Gottes aufdrücken lässt. Deshalb gibt es Mission, sind wir aufgerufen, jeder an seinem Platz die Menschen zu evangelisieren, sie mit der Heilsbotschaft Gottes bekannt zu machen.

 

3 Heil nicht aus eigener Kraft, sondern durch Christi Blut

3.1 Kein Mensch kann durch eigene Anstrengung heilig werden.

Jeder ist und bleibt vor Gott ein Schuldner. Darum ist das Wichtigste, was der Mensch Gott gegenüber anerkennen muss, dass er vor ihm arm ist. Und darum lautet die erste Seligpreisung der Bergpredigt Jesu:

"Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich." [3]
Hinter dem Wort selig steht ein hebräisches Wort, das so viel bedeutet, wie: Wenn du in dieser Haltung lebst, dann bist du auf dem Weg in eine gute Zukunft, auf dem Weg zum Himmel.

3.2 Weil wir um diese Armut wissen,

- lassen wir unsere Kinder taufen, damit Gott sie durch Christus heilig macht;
- lassen wir uns durch das Wort Gottes zur Umkehr rufen und suchen die Vergebung unserer Sünden;
- tun wir Gutes, weil die Liebe die Menge der Sünden zudeckt.
- feiern wir das Opfer und Mahl des Herrn, weil „das Blut Jesu Christi uns reinigt von aller Sünde."[4]

Der emanzipierte Mensch tut sich sehr schwer, seine Armut zuzugeben. Er will sich lieber aus eigener Kraft erlösen. Er will nicht wahrhaben, dass für ihn jemand gestorben ist, sein Blut vergossen hat.

Was aber sagt der Herr zum Seher Johannes über die Geretteten?

"Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht."[5]

3.3 Jene Menschen also haben an der Seligkeit Gottes teil,

- die in den Stunden der Versuchung sich an ihn gehalten haben;
- die sich eingesetzt haben für Gerechtigkeit und Frieden, auch wenn sie sich dadurch Scherereien, Folter und Tod eingehandelt haben;
- die auch dann lauter und wahr waren, wenn es Nachteile mit sich brachte;
- die sich offen zu Jesus und seiner Jüngergemeinde bekannten auch wenn sie dafür Spott und Verfolgung sich einhandelten; die aber auch dann, wenn sie alles getan hatten, bekannten:
"Unnütze Knechte sind wir."

Die Menschen gehen ein in die Herrlichkeit Gottes, welche die Erlösungstat Gottes in Christus annehmen, die sich rein waschen lassen durch das Blut des Lammes.

4 Aufbruch zum großen Lobpreis

Die Seligkeit der unzählbar geretteten Menschen wird für uns darin erkennbar, dass sie in den Lobpreis der Engel mit einstimmen und Gott anbeten.

4.1 Der Lobpreis und die Anbetung Gottes

haben nichts mit dem gelangweilten und überdrüssigem Halleluja-Rülpsern jenes Bayern gemein, der da auf einer Wolke sitzend sich nach dem Höfbräuhaus sehnt, sondern ihr Jubel und ihre Anbetung kommen aus einer beglückenden Erfahrung:

"Die Rettung kommt von unserem Gott,
der auf dem Thron sitzt,
und von dem Lamm."[6]

Wer diese Rettung durch alle Bedrängnisse dieses Lebens und des Todes hindurch erfahren hat und die unbegrenzte Weite der Liebe Gottes und den unermesslichen Reichtum seines göttlichen Lebens erlebt, der kann nur noch jubeln und jauchzen.

4.2 Wenn wir heute in den Jubel des Himmels,

der Engel und Heiligen mit einstimmen, dann deshalb, weil auch uns eine solche herrliche Zukunft verheißen ist.

Zugleich ist uns dieses Fest Ansporn, uns wieder erneut vom Herrn heiligen zu lassen und auch in den Bedrängnissen des Lebens und Sterbens an ihm festzuhalten. Der heilige Johannes hat unseren Willen und unsere Hoffnung in der 2.Lesung ausgerichtet auf diese Zukunft, indem er sagte:
"Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir IHM ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie ER ist."[7]

Weil uns solches geschenkt wird, wenn Er sich uns offenbart und zeigt, darum ermutigt uns Johannes, unsere Heiligung zuzulassen und uns um sie zu bemühen:
"Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie ER heilig ist." [8]
Damit sagt Johannes aber auch, dass die Hoffnung uns heilig macht, dass wir etwas von Gott in uns tragen, was nicht sterben wird.

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[1] Mk 16.16
[2] Mt 28,19
[3] Mt 5.5
[4] 1 Joh 1,7
[5] Apk 7,14
[6] Offb 7,10
[7] 1 Joh 3,2
[8] 1 Joh 3,3

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