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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Joh 1,41-51 am Fest der heiligen Erzengel in St. Michael Neunkirchen am Brand

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Die Engel - Boten des Heils und der Nähe Gottes
1.1 Anbetende Engel
Die Engel laden den Eintretenden zur Anbetung ein.um 1410 in St. Michael Neunkirchen a.Br.
Die Engel laden den Eintretenden zur Anbetung ein.um 1410 in St. Michael Neunkirchen a.Br.

  • Durch das Hauptportal in unsere St. Michaelskirche eintretend empfangen uns im Eingangsbogen anbetende Engel. Ihre Hände sind vom Herzen her und aus der Mitte der Person - dem »solar plexus - dem Sonnengeflecht« nach oben zeigend auf Gott ausgerichtet.
  • Sie laden uns ein mit ihnen auf Jesus Christus zu schauen und durch ihn und mit ihm und in ihm zusammen mit den heiligen Engeln Gott das Sanctus singend anzubeten. So vollzieht sich wahrer Gottesdienst, Zeit in der Gott uns mit seinem Heil bedient.
1.2 Boten Gottes füreinander
  • Dem Evangelium des heutigen Festes geht voraus, wie stark die Jünger selbst an der Berufung weiterer Jünger beteiligt sind; einer findet den andern und führt ihn zu Jesus: Andreas den Simon, Philippus den Natanael[1]. So werden sie Boten Gottes füreinander.
  • Natanael ist zuerst skeptisch, dann aber erkennt er in Jesus aus Nazaret, der für den Sohn Josefs gehalten wird, den im Alten Bund verheißenen Messias - den „Sohn Gottes“ und „König von Israel“.
  • Der Glaube an die Verheißungen Gottes und die Begegnung mit Jesus machen ihn sehend.
1.3 Jesus und die Engel
  • An das verheißungsvolle Wort Jesus „Noch Größeres wirst du sehen“[2], schließt sich die großartige Verheißung an: „Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen ...“[3]. Das Wunder aller Wunder, das Zeichen, dass sich der Himmel geöffnet hat, ist Jesus selbst, der „Menschensohn“, in dem „allein wirklich die ganze Fülle der Gottes wohnt“.[4]
  • Die Engel, die über dem Menschensohn auf- und niedersteigen, sind mächtige Zeichen der wirkenden Nähe Gottes, die in Jesus anwesend und sichtbar geworden ist. Sie sind Boten der göttlichen Welt. Sie dienen dem   
Hochaltarbild in St. Michael Neunkirchen a.Br. 1741 Johann Scheubel d.Ä.
Hochaltarbild in St. Michael Neunkirchen a.Br. 1741 Johann Scheubel d.Ä.
1.4 Austausch zwischen Himmel und Erde

  • Wo der Mensch gläubig auf den Messias Gottes Jesus schaut und auf ihn hört, ist der Himmel offen; steigen die Engel Gottes über dem Menschensohn auf und nieder, um Göttliches und Himmlisches zu uns zu bringen, und Irdisches - unsere Zuwendung zu Gott, unsere Gebete und Bitten, unseren Dank und Lobpreis - vor Gott zu bringen.
Deshalb gehören die Engel zur Liturgie wesentlich dazu. Versammeln wir uns zum Gottesdienst, sind die Engel schon da.
Sie stehen uns bei und verstärken unseren Dank und Lobpreis, unser Singen und Beten, unser Flehen und Bitten. Beim Gloria und Sanctus loben und preisen sie mit uns Gott - unseren Schöpfer und Erlöser.

2 Der Himmel ist offen – auch über uns.
Im Bekenntnis zu Jesus Christus - dem Sohn Gottes, den Gott von den Toten auferweckt hat - öffnet sich auch uns der Himmel für uns, werden wir durch die Christus dienenden Engel Gottes mit hineingenommen in den Austausch zwischen Himmel und Erde, zwischen unsichtbarer und sichtbarer Welt.
  • Großes geschieht durch Menschen, für die Himmel offen ist, die sich dem Geleit der heiligen Engel anvertrauen und mit ihnen Christus und seinem Erlösungswerk dienen.
  • Durch solche Menschen wird ein Stück Himmel auf Erden gegenwärtig, wirkt der Glaube an Gott und das Vertrauen auf ihn wie Sauerteig in die Welt hinein. So entstehen unzerstörbare Inseln der Hoffnung und der Freude - Vorboten der ewigen Seligkeit.
2,1 Über Christus, dem Menschen- und Gottessohn steigen die Engel auf und nieder.
  • Er ist die Freude aller heiligen Engel. Er will auch unsere Freude sein. Wenn wir Gott durch Jesus danken und anbeten, geschieht das immer vor den Engeln. Der Antwortpsalm besingt es: „Ich will dir danken aus ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen“.[5]
  • Aus dem Licht Gottes kommend deutet im Altarbild der Erzengel Michael hinauf zu Gott. ER ist Licht und ER sieht.
  •  Wer an ihn glaubt, schaut auf zu ihm und bekennt: „Du allein bist der Heilige, Du allein der Höchste, Du allein bist Gott, Du bist der Ursprung und das Ziel alles Geschaffenen.“[6]
2.2 Der Antichrist macht sich selbst zu Gott
  • Er schaut nicht auf zum göttlichen Licht. Er sieht nur auf sich, auf die Erde, wie Kain nach dem Brudermord. Wie viele machen sich heute zu Herren über Leben und Tod.
  • Sie üben Druck auf Schwangere aus und drängen sie zur Abtreibung weil das Kind nicht in die Lebensplanung passt oder sie stört. Und wird bei der vorgeburtlichen Untersuchung eine Behinderung festgestellt, ist man schnell mit dem Slogan zur Hand »da kann man doch heute was dagegen machen«. So umschreibt man die grausame Tat der Tötung.
  • Mediziner selektieren Kinder im Leib der Mutter. 90% der Kinder mit vermutetem Down-Syndrom wird das Lebensrecht verweigert. Sie werden abgetrieben. Wie fühlen sich Behinderte, wenn sie merken, wir dürften gar nicht da sein.
  • Man redet von der Selbstbestimmung der Frau, verweigert aber dem Kind das Rechts auf Leben. Die Wehrlosen werden getötet.
  • Heute ist es fast schon üblich, das Recht auf Selbsttötung zu fordern. Es wird behauptet, Selbsttötung sei die äußerste Form der Freiheit und Selbstbestimmung. Man nimmt sich nicht das Leben, man zerstört es.
  • Man redet uns ein, Sterbehilfe sei eine besondere Form der Nächstenliebe. In dieser Verirrung des Geistes rufen wir:
2.3 Heiliger Erzengel Michael wehre diesem mörderischen Denken und Treiben
  • Christen, die sich für den Schutz des menschlichen Lebens einsetzen, werden heute in den Medien bewusst nicht wahrgenommen.
  • Wer sich heute für den Schutz des menschlichen Lebens öffentlich einsetzt, wird häufig angefeindet, diffamiert und von den Kommunen mit hohen Bußgeldern belegt. Immer wieder erfahren Lebensschützer, dass sich die Rechtssprechung für das Recht des Kindes auf Leben nicht interessiert.
  • Die Würde des im Leib seiner Mutter heranwachsenden Kindes zählt bei ihnen nichts. Politik und Medien decken über diese Mißstände den Mantel des Schweigens.
  • Wir wollen mit dem »Forum für das Leben« am kommenden Dienstag um 19.00 in der Jahnhalle in Forchheim das Bewusstsein schärfen für die Kostbarkeit des Lebens und seine von Gott geschenkte Würde von der Zeugung bis zum natürlichen Ende.
  • Unsere Gesellschaft leidet nicht nur unter dem Geburtenrückgang, sondern vor allem an einem Mangel an Rechtsbewusstsein. Nicht nur Naturschutz und Bewahrung der Schöpfung sind wichtig, genauso wichtig ist der Schutz des menschlichen Lebens vom Anfang bis zum natürlichen Ende.
  • Was mit den Menschen Schreckliches geschehen kann, haben die verbrecherischen Ideologien des atheistischen Kommunismus und Nationalsozialismus im 20. Jht. millionenfach uns vor Augen geführt.
Hören wir daher nicht auf die Welt, sondern auf das Evangelium Jesu, das uns heute sagt:
2.4 Wir werden Großes sehen, wenn wir sensibel sind für Gottes Gegenwart, die uns in Jesus geschenkt ist.
Gott sieht!
Gott sieht!
  • Wer wir auch sind, jeden von uns schaut Gott vom ersten Augenblick unseres Daseins liebend an.
So zeigt es uns das Bild des Hochaltars. Der Erzengel Michael aus dem Licht Gottes kommend deutet zu ihm hinauf. Inmitten des Lichtes sehen wir das Zeichen für den dreifaltigen und dreieinen Gott und darin das Auge Gottes: Gott sieht.
Maria singt im Magnifikat von diesem Ansehen, das ihr durch den Gruß des Engels zuteil geworden ist.
 „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.“[7]
Wer sich von Gott ansprechen lässt, erfährt: Ich bin von Gott angesehen und das macht meine unverlierbare Würde als Mensch aus. Nikolaus von Kues, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker, 1401-1464 Kardinal und Mystiker spricht zu Gott, der uns immer sieht:
„Dein Sehen, Herr, ist Lieben, 
und wie Dein Blick mich so aufmerksam betrachtet, daß er sich nie von mir abwendet, 
so auch Deine Liebe. 
Und weil Deine Liebe immer mit mir 
und sie nichts anderes ist als Du selbst, 
der mich liebt, 
darum bist Du immer mit mir, Herr, 
Du verlässt mich nicht. 
Von allen Seiten behütest Du mich, 
weil Du aufmerksamst Sorge für mich trägst.“[8]
Darum haben wir am Anfang gesungen
 "Dem Schöpfer Gott sei Dank gebracht 
dass er zum Lobe seiner Macht 
das Engelheer erschaffen hat
und sie uns schickt zu Hilf und Rat."
Die Engel Gottes sind ein Zeichen dafür, dass Gott in Liebe auf uns schaut.
 

[1] Joh 1,41.45
[2] Joh 1,50
[3] Joh 1,51
[4] Kol 2,9
[5] Ps 138,1
[6] vgl Gloria der heiligen Messe
[7] Lk 1,48
[8] Nikolaus von Kues, Vom Sehen Gottes IV S.20
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