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Predigten

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2008 Heilige

Ansprache am Fest des heiligen Benedikt, Patron Europas und Vater des abendländischen Mönchtums in der Augustinuskapelle St. Michael Neunkirchen am Brand

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 Aufbruch und Ordnung

1 Radikalität der Jugend

Benedikt aus feudalen Verhältnissen kommend konnte es sich trotz der Wirren der Völkerwanderungszeit leisten zum Studium nach Rom zu gehen.
  • Er scheint eine solide christliche Erziehung im Elternhaus genossen zu haben. Denn als Student nach Rom kommend widert ihn das sittenlose Leben der römischen Studenten an. Dem zu entkommen ergriff er die Flucht, wie es vor ihm schon andere getan hatten. Die radikale Verwirklichung des Evangeliums durch ägyptische und syrische Mönche und Eremiten strahlte auch auf den Westen des Römischen Reiches aus.
  • Benedikt schloss sich zunächst in Affile einer Asketengemeinchaft an. Er vollendete die Flucht in die vollkommene Einsamkeit einer Höhle im Aniotal. Dort weilte er drei Jahre einsam in Buße und Gebet. Er wollte das Christsein radikal leben.
  • Seine Höhle lag gegenüber dem ehemaligen Landschloss des Kaisers Nero. Die alte Pracht war noch erkennbar. Benedikt wollte zuerst mit sich selber im Klaren sein. Das geht nur, wenn sich der Mensch ganz Gott zuwendet als seinem Ursprung und sein Ziel. Das bedeutet Buße und Umkehr im christlichen Sinn.

2 Ordnung und Gemeinschaft

  • Eine Eremitengemeinde holte Benedikt als ihren Vorsteher nach Vicovaro. In dieser Aufgabe kam der alte Etrusker aus ihm hervor, sicher auch sein juristisches Studium. Er versuchte, Ordnung in das Leben dieser Eremiten zu bringen. Er wusste, ohne Ordnung kann eine Gemeinschaft nicht leben.
Sie antworteten mit Gift. Benedikt holte das Gift aus dem Weinbecher durch das Zeichen des Kreuzes.
  • Dieses Erlebnis lies ihn zum Gegner eines ungeordneten Eremitentums werden. Er sah, dass es sogar in das Verbrechen führen konnte. Er ging nach Subiaco zurück und sammelte die Einsiedler der Gegend in zwölf kleinen Klostergemeinschaften und gab ihnen bestimmte Regeln des Zusammenlebens. Der Eremit Benedikt wird zum Organisator des westlichen Mönchtums.

3 Die neue Stadt Gottes auf Erden

  • Als sich diese Gemeinschaft stabilisiert hatte, gründete Benedikt in Montecassino um 529 ein festes Kloster, wo er seine berühmte Regel niederschrieb. Um den Kerngedanken "ora et labora" (bete und arbeite) entwickelte er eine Klosterordnung, die gegen das bis dahin vorherrschende regellose und umherschweifende Mönchtum gerichtet war. Gerade darin liegt seine einzigartige Leistung: Er erkannte, dass die Welt nicht durch Flucht in eine Randexistenz zu heilen ist, sondern durch positive Annahme in Gottvertrauen und Gestaltungskraft.
  • Mitten in den zerstörerischen Wirren der Völkerwanderungszeit entsteht so als neues Kulturzentrum der Orden des hl. Benedikt.
  • In der Mitte seiner wachsenden Klostergemeinschaft steht Gott, ihre innere Ordnung ist geprägt von Schweigen, Gehorsam und Demut, ihre äußere Ordnung sieht einen Abt an der Spitze, einen Rat der Brüder als Entscheidungsgremium vor. Jeder der Mönche verpflichtet sich durch seine Gelübde auf diese Ordnung.
  • Dies gibt den benediktinischen Klostergemeinschaften ihre organisatorische Überlegenheit, ihren vorbildlichen Charakter und verleiht ihnen eine außerordentliche Schaffenskraft. Das Kloster und seine Mönche werden somit im Laufe der Jahrhunderte zum entscheidenden Träger von Glauben, Kultur und Wissen, zum bestimmenden Faktor der abendländischen Entwicklung.

4 Ausstrahlung in unsere Zeit

  • Wenn es auch die europäische Verfassung nicht geschafft hat, auf die entscheidende Prägung Europas durch das Christentum hinzuweisen und künftige Gesetze an christliche Werte zurückzubinden, so suchen doch viele Rat und Kraft bei den Benediktinern. Viele Manager kehren bei Anselm Grün in Münsterschwarzach und anderen Klöstern ein, um für ihre Aufgabe ein spirituelles Fundament zu finden.
  • Sicherlich blieben das Mönchtum und die Klosterkultur im Laufe von 1500 Jahren nicht von Niedergang oder gar Vernichtung verschont. Benedikt selbst musste vor den Langobarden aus Montecassino nach Rom fliehen und die erste Zerstörung seiner Gründung miterleben, was ihn nicht am raschen Wiederaufbau hinderte. Bei seinem Tod im Jahre 547 war sein Kloster bereits wieder zum Mittelpunkt der Region aufgestiegen. Im Zweiten Weltkrieg fiel Montecassino während der mörderischen Kämpfe zwischen deutschen Fallschirmjägern und alliierten Truppen fast vollständig in Schutt und Asche.
  • Als symbolisch für Montecassino und das gesamte Werk Benedikts ist sein Wappen zu sehen: eine abgeschlagene Eiche, die immer wieder aufblüht.
  • Aufbruch und Ordnung, Gebet und Arbeit, Kontemplation und Aktion müssen einander ergänzen. Nur so lässt sich eine gute Zukunft für Welt und Kirche bauen.
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