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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilie zum Titularfest in Hetzles St. Laurentius

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Mit Laurentius dem wahren Schatz der Kirche dienen [1]

1 Der heilige Laurentius und Hetzles
Seit dem 3. Jht. ist
Laurentius in S. Lorenzo in Rom in seiner Titelkirche
Laurentius in S. Lorenzo in Rom in seiner Titelkirche
1.1 der heilige Laurentius einer der wichtigsten Heiligen Roms und der lateinischen Kirche

Über seinem Grab ließ schon  Kaiser Konstantin an der Straße nach Tivoli eine Basilika bauen. Sie gehört bis heute zu den sieben Hauptkirchen Roms und wird von allen wirklichen Rompilgern besucht.
In St. Michael Neunkirchen - der Mutterkirche von Hetzles - werden die Bischöfe Augustinus und Wolfgang von Regensburg von beiden berühmtesten Diakonen der Kirche flankiert - links der heilige Stephanus - Diakon der Urkirche von Jerusalem - und rechts der heilige Laurentius im 3. Jht Diakon in der Hauptstadt des römischen Reiches in  Rom.
So werden in einem eindringlichen Bild
1.2 die drei Hauptaufgaben der Kirche Jesu Christi zusammengefasst
Der Altar steht für die Liturgie und darüber beiden Bischöfe als Repräsentanten der Verkündigung des Evangeliums und jeweils daneben die beiden Diakone. Sie stehen für den Dienst am Nächsten besonders an den Armen, Witwen und Waisen.
Im Mittelalter wurde der Dienst des Diakons zu einer reinen Vorstufe des priesterlichen Weihsakramentes.
Das 2. Vatikanische Konzil hat das geändert und den ursprünglichen Dienst des Diakons wieder hergestellt.
1.3 St. Laurentius in Hetzles
Es trifft sich gut, dass der heilige Laurentius dieser Kirche und Pfarrei seinen Namen und seinen fürbittenden Schutz gibt. War doch Michael Deinlein aus Hetzles von 1858 bis 1875 Erzbischof von Bamberg.
Jeder Bischof nimmt den Dienst des Diakons in Anspruch. Der heilige Laurentius diente dem Bischof von Rom Papst Sixtus II. der am 6. August 258 hingerichtet wurde. Laurentius folgte ihm am 10. August als Märtyrer.
Als Kaiser Otto am 10.August 955 am Fest des heiligen Laurentius auf dem Lechfeld die eingedrungenen und mordenden Ungarn besiegte, wurde der Sieg über sie dem Heiligen zugeschrieben. Laurentius' Hilfe in äußerster Not und Bedrängnis gab seiner Verehrung mächtigen Auftrieb
2 Die Herausgabe der wahren Schätze der Kirche
Als Verwalter der bischöflichen Kasse, die der Sorge für die Armen diente, war der
2.1 Diakon Laurentius Objekt der Begierde des heidnischen römischen Kaisers Valerius
Dieser und sein Finanzminister Macrianus hatten es vor allem auf das kirchliche Vermögen abgesehen.
Die Legende berichtet: Vor der Verurteilung habe der römische Richter den Diakon zur Herausgabe  der Kirchenschätze gezwungen.
Laurentius habe daraufhin alle Armen, Lahmen und Blinden in den kaiserlichen Palast geführt und erklärt:
2.2 Das sind die ewigen Schätze der Kirche
Zu jener Zeit gab es weder eine Sozial- noch eine Krankenversicherung und erst recht keine Mindestversorgung wie Hartz 4. Die Botschaft ist klar und sie gilt für alle Zeiten:
Geld und Besitz sind nicht der wirkliche Schatz der Kirche, sondern die Armen, die Kranken, die Wehrlosen, alle, deren Würde zertreten wird, alle die Hilfe brauchen.
Die vielfältigen kirchlichen Hilfswerke, die wir unterstützen -  Caritas,  Missio, Miseror, Adveniat, Kirche in Not und viele Initiativen von Christen sind heute überall an den Brennpunkten der Not tätig.
Der Apostel Paulus sagt die Christen in Korinth und uns heute mit welcher Einstellung  wir der Not begegnen sollen

3  Hochherziges Schenken macht den Geber froh

3.1 Gott liebt die fröhlichen Geber[2]
wer nichts oder nur wenig sät und austeilt, wird nichts oder nur wenig ernten.
Gott wird in seiner Macht alle Gaben über die ausschütten,  die Gutes tun. Es wird ihnen nichts fehlen. Reichtum und Besitz verpflichten. Der Psalm 110 preist die Menschen glücklich, "die gütig und zum Helfen bereit sind."[3]
Helfen heißt nicht nur Geld spenden, sondern den Einsamen und Allein-gelassenen Zeit und Zuwendung schenken. Gutes säen heißt auch, sich herzlich freuen an den Geboten des Herrn, vor allem am Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe - und sie täglich praktizieren.
Jesus sagt in seiner Bergrede:
3.2 "Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz" [4]
Er fordert uns auf, nicht Schätze zu sammeln, die vergänglich sind, "die Rost und Motte verzehren, und Diebe einbrechen und sie stehlen", sondern Schätze ansammeln bei Gott.[5] 
In seiner Gerichtsrede ist der wichtigste Schatz für die Ewigkeit, „was wir den Geringsten seiner Brüder und Schwestern getan haben“ - den Geringsten.
3.3  Die diakonische caritative Aufgabe des Christen
ist, dem Wohl und Heil der Menschen zu dienen
Der heilige Laurentius hat es uns vorgelebt, wie das geht, dazu sein für die Menschen, die in Not sind, die einen brauchen. Heute brauchen uns vor allem die Flüchtlinge, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werden, in ihrer Existenz bedroht sind und fliehen müssen, um ihren Glauben und ihr Leben zu retten.
Wer nur sich und seine Bedürfnisse sieht und pflegt, wird am Ende mit leeren Händen dastehen.
Aller Einsatz für andere kostet Kraft, auch ein Stück Leben. Wer sich heute für die Würde des Menschen vom Augenblick der Zeugung bis zum natürlichen Ende einsetzt, wer sich wehrt gegen die Frühsexualisierung unserer Kinder in Kindergarten und Schule, wer die Familie aus Mann, Frau und Kindern als Zelle der Gesellschaft und der Kirche fördert und verteidigt, wird heute in die rechte Ecke gestellt und als homophob - als menschenfeindlich - diffamiert und - wie immer wieder gefordert - vielleicht bald gerichtlich belangt werden.
Jesus vergleicht die Seinen mit
3.4 Einem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt und reiche Frucht bringt[6]
Wer sein irdisches Leben gering achtet, also nicht als das Einzige und Letzte ansieht, sondern als Bewährungszeit für die Liebe, und wer wie Jesus dem Leben und Heil der Menschen dient, der wird einmal dort sein wo Jesus jetzt ist.[7] Er wird teilhaben an seiner Verklärung und Verherrlichung, die wir vor drei Tagen gefeiert haben.
Laurentius heißt der mit dem Kranz geschmückte - Unser Kirchen- und Pfarrpatron Laurentius, hat von Gott für sein den armen dienendes Leben den Siegeskranz empfangen. An ihm hat sich erfüllt, was Jesus am Schluss des Evangeliums allen verheißt, die ihm in den armen Brüdern und Schwestern dienen "Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren." [8]

[1] Homilie zu L 2 Kor 9,6–10; Ev Joh 12,24–26
[2] 2 Kor 9,7
[3] Ps 11,5
[4] Mt 6,21
[5] Mt 6,19
[6] Joh 12,24
[7] Joh 12,26
[8] ebd.
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