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Lesejahr 2011 (A)Heilige

Ansprache am Gedenktag der hl. Klara in der Messe für Hausfrauen und alle, die Zeit haben

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Absolute Armut, um die Armen zu Christus zu ziehen. (Mutter Teresa)
1 Von Jesus ergriffen

Klara von Assisi hat das Bekenntnis des Apostels Paulus, das er vor seiner Lieblingsgemeinde in Philippi ablegt, wörtlich genommen:
"Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein." Phil 3,8f.
Der heilige Franziskus hat sie durch sein Beispiel und seinen Beistand ermutigt, den Weg der totalen Armut zugehen.

1.1 Konsequenzen ihres Ergriffenseins von Jesus

Wenn wir sie fragen könnten, was hat dich dazu gebracht, diesen radikalen Weg zu gehen, würde sie antworten:
  • „Ich, eine junge Frau aus einer der angesehenen adligen Familien von Assisi, will versuchen, von mir und meinem Leben des ausgehenden 12. Jahrhunderts zu erzählen. Für die Ideen für meine Zukunft habe ich einige Auseinandersetzungen und Konflikte auf mich genommen und manches "Unerhörte" in den Augen meiner Zeitgenossen getan. Ich wusste sehr früh, dass ich nicht den gleichen Weg gehen wollte und konnte, den meine Mutter in ihrer Ehe mit meinem Vater lebte.
  • Ich wollte nicht in diesem Reichtum leben, aus politischen Motiven verheiratet werden, alle Sicherheiten haben, .... Ich sah viele Arme in unserer Stadt und unserem Land. Christus selber entdeckte ich in den Evangelien als den ganz Armen. So setze sich bei mir der Gedanke fest: Ich will den Armen nicht nur etwas von meinem Reichtum abgeben, sondern die Grenze zu ihnen überwinden. Ich will mit ihnen mein Leben teilen, wie Christus es uns vorlebte."
  • Klara hatte sich von Jesus ergreifen lassen. Sie erkannte es als ihren Weg zum ewigen Leben alles zu verlassen, um Jesus nachzufolgen.
1.2 Frauen gegen den Zeitgeist - Die KLarissen
  • Als die heilige Klara starb, gab es bereits 111 Klöster: 68 in Italien, 21 in Spanien, 14 in Frankreich, 8 in Deutschland; gegen Ende des 14. Jahrhunderts waren es über 400 Klöster in Europa. 1525 beschloss der Nürnberg Rat die Einführung der lutherischen Reformation und die Auflösung der Klöster. Der Zwang scheiterte im Clarissenkloster vor allem am Widerstand von Caritas Pirckheimer, der wohl bekanntesten Äbtissin des Klosters.

  • Trotz ihres vehementen Auftretens gegen den protestantischen Rat der Stadt Nürnberg konnte sie letztlich das Ende des Klarissenklosters nicht verhindern.

  • Nach dem Vermittlungen Philipp Melanchthons wurde der Druck aufgegeben, es durften jedoch keine Novizinnen mehr aufgenommen werden, wenngleich der Konvent noch bis zum Ableben der letzten Klarissin bestehen blieb.
1.3 Ihr bis heute fortwirkendes Beispiel
  • Als Mutter Teresa von Kalkutta 1948 bei der päpstlichen Kongregation für die Ordensleute um die Erlaubnis eingab die Gemeinschaft der "Missionarinnen der Liebe" zu gründen, berief sie sich auf das Vorbild der heiligen Klara von Assisi.
  • Sie schrieb nach Rom „Seit September 1946 ruft mich der Allmächtige Gott, um mich nach dem Vorbild des großen Heiligen von Assisi ganz einer absoluten Armut zu weihen und mich ganz in den Dienst der Armen in den Slums und auf den Seitenstraße und Hinterhöfen der Stadt und anderswo zu stellen.
  • Mich um die Kranken und die Sterbenden zu kümmern; um die kleinen Straßenkinder von der Sünde und dem Bösen wegzuziehen, um den Bettlern und den Hungernden zu helfen.
  • Um mich in die Lage zu versetzen, diese Art von Arbeit zu tun, ist ein Leben des Gebets und der Selbstaufopferung notwendig: um den Ärmsten unter den Armen nahe zu kommen, muss man einer von ihnen werden; um die Armen zu Christus zu ziehen, ist absolute Armut unerlässlich.“[1]
So strahlt und wirkt das Beispiel Klaras fruchtbringend bis in die unsere Zeit hinein.
 
2 Die Strahlkraft ihrer himmlischen Berufung

2.1 Klara eine beeindruckende Persönlichkeit
  • Dr. Marianne Schlosser. Professorin für Theologie der Spiritualität an der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien schreibt:  »Als ich (...) begann, mich mit Klaras Leben und ihren Schriften zu beschäftigten, beeindruckte mich tief, was die schlichten Zeugenaussagen des Heiligsprechungsprozesses zeigten: eine Person voll Mut und Charme, klarsichtig und feinfühlig, entschieden, Gott und ihre Mitmenschen zu lieben. Eine Persönlichkeit mit Rückgrat und zugleich von heiterer Demut.«
  • Wie Paulus hatte sie ständig, auch in Verkennung und Krankheit, als Ziel den Siegespreis vor Augen: "die himmlische Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt."[2]
2.2 In der Strahlkraft dieser himmlischen Berufung lebte sie.
  • In einem Brief an die selige Agnes von Prag schreibt Klara:
"Achte auf Armut, Demut und Liebe zu Christus!
Glücklich der, dem es gegeben ist,
vom heiligen Gastmahl zu trinken und
mit dem ganzen Herzen dem anzuhangen,
dessen Schönheit die seligen Scharen des Himmels immerfort bewundern,
dessen Liebe uns bewegt,
dessen Betrachtung uns erquickt,
dessen Güte und Süße uns erfüllt,
dessen Gedächtnis beglückend aufleuchtet,
von dessen Duft die Toten lebendig werden und
dessen herrliche Schau die Bürger des himmlischen Jerusalem erfreut.
Dieses Jerusalem ist der Glanz der ewigen Herrlichkeit,
"der Widerschein des ewigen Lichtes, der ungetrübte Spiegel"'.
Schau jeden Tag in diesen Spiegel, Königin, Braut Jesu Christi,
und erblicke in ihm dauernd dein Angesicht."[3]
 (Lesehore Brevier) Reihe II/6 S.300f.

[1] Mutter Teresa, Komm, sei mein Licht S. 139
[2] Kol 3,14
[3] Lesehore Brevier Reihe II/6 S.300f.

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