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Lesejahr B 2017/12 bis 2018/11

Predigtthema - 


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Schatz­su­che Mt 13,44-46

Die Schät­ze der Erde sind nur sel­ten an der Ober­flä­che zu fin­den. Man muss oft tief gra­ben, bis man sie fin­det, die Bo­den­schät­ze. Man muss ler­nen, wie so et­was vor sich geht. Ohne »Know how« gibt es höch­stens ein­mal Zu­falls­fun­de.
Der Her­zog von Lu­xem­burg ließ sei­ner Toch­ter Ku­ni­gun­de eine in­ten­si­ve mensch­li­che, geist­li­che und gei­sti­ge Bil­dung zu­teil wer­den. Die konn­te sie gut ge­brau­chen als man sie mit dem Bay­ern­her­zog Hein­rich II ver­hei­ra­te­te, weit weg von ih­rem El­tern­haus in Lu­xem­burg.
Zu­nächst galt es eine gute Mit­re­gen­tin des deut­schen Kö­nigs und spä­te­ren Kai­sers zu wer­den. Si­cher woll­te sie Kin­der ha­ben. Die aber blie­ben dem Paar ver­sagt. Si­cher­lich hat dies Ku­ni­gun­de und Hein­rich gro­ße Sor­ge be­rei­tet, aber die Quel­len sa­gen uns: Die­se Ent­täu­schung konn­te ihre Lie­be nicht zer­stö­ren; denn bei­de wa­ren von ei­ner tie­fen Lie­be zu Chri­stus und sei­ner Kir­che, aber auch zueinander er­füllt.
Auf der Su­che nach der kost­ba­ren Per­le des Rei­ches Got­tes, beim Gra­ben nach die­sem gött­li­chen Schatz, ka­men sie mit­ein­an­der zum Ent­schluss den Herrn und sei­ne Kir­che als Er­ben ein­zu­set­zen.
Wohl­über­legt und mit gro­ßer Ver­ant­wor­tung setz­ten sie ihr per­sön­li­ches Ver­mö­gen und Erbe da­für ein, dass der Christ­li­che Glau­be ge­för­dert und ge­stärkt wur­de.
Aus ih­rem Ent­schluss ging 1007 die Grün­dung des Bi­stums Bam­berg, vie­le Klö­ster als geist­li­che und kul­tu­rel­le Zen­tren her­vor. Und so wur­de be­son­ders im öst­li­chen Fran­ken und in Mit­tel­deutsch­land der ka­tho­li­sche Glau­be ge­fe­stigt und das Le­ben der Men­schen si­che­rer.
So wur­de aus nicht er­füll­ter na­tür­li­cher ir­di­scher Hoff­nung eine Schatz­su­che, die nach den ewi­gen und blei­ben­den Gü­tern streb­te, dem Him­mel­reich.
Durch Ihre Stif­tun­gen dien­ten sie dem Be­mü­hen, sich nicht nur auf ir­di­sche Herr­schaft zu ver­las­sen, son­dern dass Gott in den Her­zen und ir­di­schen Struk­tu­ren an die Re­gie­rung kommt, sein Reich mit­ten in der Welt auf­rich­tet.
Ku­ni­gun­de und Hein­rich ist es zu ver­dan­ken, dass der christ­li­che Glau­be, die über al­les Ir­di­sche und Ver­gäng­li­che hin­aus ra­gen­de christ­li­che Hoff­nung das Le­ben der Men­schen über Tau­send Jah­re prä­gen konn­te.
 Ihre Lie­be zu Gott und zu Je­sus Chri­stus er­füll­te sie mit ei­ner gro­ßen Lie­be zur Kir­che. Sie wuss­ten bei­de, dass es ohne die christ­li­che Lie­be kei­ne gute Zu­kunft für die Men­schen gibt.
Und dass die Kir­che es ist, die das Evan­ge­li­um der Lie­be, der Ge­rech­tig­keit und des Frie­dens durch die Jahr­hun­der­te trägt.
Da­für dan­ken wir heu­te­ als Kir­che von Bam­berg Gott, dem Ge­ber al­ler gu­ten Ga­ben. Er hat uns durch Ku­ni­gun­de und Hein­rich ein Herr­scher­paar ge­schenkt, das nicht dem Ei­gen­nutz frön­te, son­dern das sei­ne gan­ze Kraft, sein gan­zes Ver­mö­gen dem Wachs­tum des Rei­ches Got­tes schenk­te.
Als Ku­ni­gun­de nach dem Tod Hein­richs in das von ihr ge­stif­te­te Klo­ster Kau­fun­gen ein­trat und dort als ein­fa­che Schwe­ster ihr Le­ben be­en­de­te, zeig­te ein­mal mehr, wie de­mü­tig sie im wahr­sten Sinn des Wor­tes ihr Le­ben ver­stand.
Das Reich Got­tes kommt über­all dort als der kost­ba­re Schatz zum Vor­schein, wo ein Mensch den Mut auf­bringt der Ehre Got­tes, dem ewi­gen Heil und dem zeit­li­chen Wohl der Men­schen zu die­nen.
Als Mil­de und Lie­be aus­strah­len­de Herr­sche­rin ist sie den Bam­ber­gern in Er­in­ne­rung ge­blie­ben.
Beim Ge­hen über die Brüc­ke un­ter­halb des In­sel­rat­hau­ses be­geg­net sie uns in der Ba­rock­fi­gur von 1753. Es ist die ein­zi­ge Fi­gur die von der ur­sprüng­li­chen Ba­rock­brüc­ke mit ih­ren fünf Fi­gu­ren üb­rig ge­blie­ben ist: Die Hei­li­ge Ku­ni­gun­de und ihr Lä­cheln.