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Predigten

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2007 (C)

Homilie zu Lk 2,16-21 in der Abendmesse am Neujahrstag in St. Michael Neunkirchen

Weg weisende Zeichen zu einem glückseligen Neuen Jahr:
Eilen, finden, weitersagen, betend bedenken, preisen.

Viele gute Wünsche sprechen wir zum Jahresbeginn einander zu. „Ein glückseliges Jahr,“ so lautet ein alter von christlichem Geist inspirierter Neujahrswunsch. Unter dem Segen Gottes möge unser Leben gelingen, möge jetzt schon etwas von der Seligkeit des Himmels aufleuchten. Segensworte, gute Wünsche aussprechen, darum beten, dass sie wahr werden, tut gut.
Aber damit ist es nicht getan. Wir brauchen Wegweiser, die uns die Richtung zeigen, wo es lang auf diesem Weg durch das Neue Jahr 2007, damit es glückt und wir dabei selig, des Himmels ansichtig werden.

Folgende Worte aus dem Evangelium stehen als Wegweiser am Beginn des Neuen Jahres 2007.

1. Eilen und finden

heißen die ersten beiden Weg weisenden Worte.
"Die Hirten eilten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag."
Darum ging es im vergangenen Jahr und wird es im Neuen Jahr gehen, dass wir zu unserer Kirche eilen, um Jesus Christus, den menschgewordenen Gott zu finden. Hier will er uns in seinem Wort und in den Zeichen seiner Liebe, den heiligen Sakramenten begegnen.
In ganz einfachen Zeichen schenkt er sich uns, damals als Kind in der Krippe in Windeln gewickelt, heute durch das Wort der Verkündigung und im Brot der Eucharistie, in dem er sich uns mit der ganzen Kraft seines Geistes und seiner Liebe schenkt.
Beeilen wir uns, ihn den Kleinen, Hilfsbedürftigen, in Not Geratenen zu finden. „Der Mensch ist das Herz des Friedens“ und „der Friede ist Gabe und Aufgabe zugleich,“ sagte Papst Benedikt heute früh seiner Predigt im Petersdom.
Der Friede ist ein kostbares Gut. Er kann nicht herbei geschossen werden, sondern wächst, wo es gerecht zugeht und Menschen die Güter dieser Erde miteinander teilen. „Friede den Menschen seiner Gnade,“ haben die Engel den Hirten verkündet. Beeilen wir uns Frieden ausstrahlende und stiftende Menschen zu werden. Das Werk des Friedens wird gelingen, wenn wir in der Freundschaft mit Jesus Mensch leben. In ihm ist die Liebe und Frieden schenkende Nähe Gottes mitten unter uns. Zu eilen und finden kommt als zweites Weg weisendes Wort des Evangeliums

2. Erzählen

"Und als sie das Kind sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle die es hörten, staunten über die Worte der Hirten."
Wer Jesus Christus, als Heiland gefunden hat, kann und darf nicht schweigen. Er wird seine Erfahrungen mit ihm weitersagen. Er wird ihn verkünden durch Wort und Leben. Christus will, dass wir so wie die Hirten seine Zeugen werden im kommenden Jahr. Er braucht viele Helfer, die ihn bekannt machen. Dabei kommt es nicht auf gewandtes Auftraten oder besondere Klugheit an, sondern vor allem auf unsere demütige Liebe zu Christus und zu den Menschen, die er mit seinem Heil beschenken will.
Die Hirten waren weder besonders gebildet noch angesehen, und doch waren sie die ersten Verkünder, die erzählten, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Jeder, der die Botschaft des Evangeliums gläubig aufnimmt, ist geeignet, sie weiterzusagen. Im Evangelium heißt es: "Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten." Bringen wir durch das Zeugnis unseres Lebens die Menschen zum Staunen. Das Staunen ist die Vorstufe des Glaubens.
Als seine Getauften und Gefirmten trägt uns Christus auf: "Ihr sollt meine Zeugen sein." Gelegenheit dazu bietet sich jeden Tag in der friedlichen, die Würde der Person der Mitmenschen achtenden Begegnung. Zu den Weg weisenden Worten eilen und finden und erzählen kommt als drittes

3. Bewahren und bedenken

"Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach."
Wer dem Herrn nachhaltig und treu dienen will, der wird das in der Predigt Gehörte oder in der Bibel Gelesene, seine Erfahrungen mit Gott und mit den Menschen, betend in seinem Herzen bewegen und bewahren.
Wir werden die vom Herrn gestellten Aufgaben, aber auch alle anderen Aufgaben im kommenden Jahr nur als meditierende und betende Menschen bewältigen. Maria, die Mutter des Herrn, ist uns dabei das große Vorbild. Diener Christi kann nur sein, wer im Gebet alles, das Gute wie das Böse, das Schöne wie das Schwere vor Gott bringt und es so verarbeitet.
Zu den ersten drei den Weg weisenden Worten eilen und finden, erzählen, bewahren und bedenken kommt als viertes dazu

4. Rühmen und preisen

"Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war."
Wer sich um die Begegnung mit dem Herrn in seiner Kirche und in den Not leidenden intensiv müht, wer die frohe Botschaft weitererzählt, wer seine Aufgabe und Sendung, ja sein ganzes Leben, im Gespräch mit Gott verarbeitet, ein solcher Mensch wird Gott rühmen und preisen, denn er macht mit Gott Erfahrungen, die ihn beglücken: der Glaube bewahrheitet sich.
Von der Begegnung mit dem Herrn im Wort und an seinem Altar, der jetzt die Krippe ist, gehen wir wie die Hirten zurück in den Alltag des neuen Jahres. Wir werden dies mit Zuversicht tun, solange wir dankbare Menschen sind, die Gott rühmen und preisen, für das, was er uns durch Jesus Christus in seiner Kirche schenkt.
Christus will mit uns durch das Jahr gehen und uns seine befreiende und heilende Nähe schenken. Geben wir dem Tag des Herrn, dem Sonntag, wieder die 1. Priorität vor allen anderen Plänen und Aktivitäten. Lassen wir den Gottesdienst am Sonntag wieder zum Ziel und zur Quelle für unser Leben in der Welt werden.
Die Freude an Gott und sein Geist werden uns dann im Alltag dazu befähigen,
- eilends auf Jesus zuzugehen und ihn in den Armen zu finden,
- unsere Erfahrungen mit ihm weiter zu erzählen,
- das Erlebte vor ihm betend zu bedenken und zu bewahren,
- ihn zu rühmen und zu preisen, weil er in Jesus, der Gott mit uns, der Ich-Bin-Da ist.
So kann das Neue Jahr ein glückseliges Jahr des Herrn werden.

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