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Predigten

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2006/7

Laudes und Messfeier in der Augstinuskapelle

22. Dezember: Lesung 1

Die sechste O-Antiphon singen wir heute vor dem Evangelium und zum Magnifikat der Vesper: " 0 Völkerkönig, du Sehnsucht der Heiden, du Eckstein, der Juden und Heiden eint: komm, bringe Heil dem armen Menschen, den du aus Erdenstaub gebildet."
Auch in der Heidenwelt wirkte Christus, er hat den Besten aus dem Heidentum das Sehnen ins Herz gelegt, nun soll die Scheidewand fallen.


B e t r a c h t u n g:
Bis her waren die Antiphonen mehr aus dem jüdischen Gedankenkreis genommen: Der Erlöser als Erfüllung des Alten Bundes; die Christen die Rechtsnachfolger des jüdischen Got tes vol kes. Die sech ste Antiphon spricht den Erlöser als den Heidenkönig an. Sowohl Psalmen als sonstige Prophetenstellen sprechen von der Heidenbekehrung. Der Titel: König der Heiden findet sich wörtlich bei Jeremias 10, 7; der Ausdruck: Sehnsucht der Heiden steht beim Pro phe ten Hag gai 2, 8, wo es heißt: Es kommt der Ersehnte für alle Hei den.
Eck stein wird der Erlöser genannt auf Grund mehrerer Stellen des Alten und Neuen Bundes. Schön ist die Stelle bei Is. 28, 16: Siehe, ich lege in Sions Grundfesten einen Stein, einen auf festem Grund gegründeten; wer glaubt, soll nicht wanken. Christus nennt sich selbst »den Eckstein« (Matth. 21, 42) und will damit sagen, dass er das Fundament, der geistige Träger und Mittelpunkt der Kirche ist.
Doch der folgende Nebensatz zeigt, dass das Bild vom Eckstein auch auf die Heiden zu beziehen ist: der Eckstein, der Juden und Heiden zu einer Einheit macht. Dieser Gedanke ist von Paulus, der in Eph. 2, 14 Chri stus als den Friedensstifter zwischen Juden und Heiden schildert. Bisher waren die beiden streng geschieden, jetzt fällt die Scheidewand fort: Da ist nicht mehr Jude und Heide, nicht Sklave und Freier, nicht Mann und Weib; denn ihr alle seid in Christus Jesus eine lebendige Einheit" (Gal. 3, 29).
Die Bitte lautet positiv (im Gegensatz zu den früheren Antiphonen): rette (salva) den Menschen, den du aus Erdenstaub gebildet. Gerade der Blick auf die Heidenwelt mit ih rer geistigen und seelischen Not will an das Mitleid Gottes appellieren; der Mensch bedarf großer Gnadenhilfe, sonst ist eine Rettung un mög lich.
Ge ra de die se Antiphon soll in uns einen brennenden Seeleneifer für die Heidenbekehrung wecken. Bedenken wir, es ist heißer Wunsch Christi, das Evangelium zu den Heiden zu tragen; an uns alle geht direkt oder indirekt der Missionsbefehl. Jeder von uns kann beten, kann helfen für die Heidenbekehrung. Legen wir in unsere Adventsehnsucht auch dieses Verlangen: Zu uns, d. h. unseren heidnischen Mitmenschen komme dein Reich!
(nach Pius Parsch)

Homilie zu 1 Sam 1,24-28; Ev Lk 1,46-56

Hinführung
Im heutigen Evangelium hören wir die Fortsetzung der gestern berichteten Begegnung von Maria und Elisabet. Maria antwortet auf die Seligpreisung ihres Glaubens durch Elisabet mit einem Lied des Dankes an Gott, dem Ma­gni fi kat.
Auch die heu ti ge Lesung spricht von solchem Dank. Die einst unfruchtbare Hanna verzichtet auf das ihr von Gott geschenkte einzige Kind und gibt es ganz in den Dienst Gottes.
Dieser Text gehört zur Kindheitsgeschichte Samuels (1 Sam 13). Um ihn zu verstehen, ist es nö tig, ei nen Blick auf den Mann Samuel zu werfen. Die alt te sta ment li che Sa muel ge schich te hat Mo dell ge stan den, als Lu kas die Kind­heits ge schich te Je su ver faß te.
Die alttestamentlichen Über lie fe run gen schildern uns Samuel einmal in richterlicher, zum anderen in priesterlicher und wiederum in prophetischer Tätigkeit. Samuel lebte zur Zeit der Wende von der Richterzeit zum Königtum Is ra els.
Die Existenz der israelitischen Stämme war damals durch die Macht der Philister aufs äußerste bedroht. Der Glaube Israels war im Wanken. Zum einen verlor Israel sein Zentralheiligtum, die Bundeslade, an die Philister (vgl. 1 Sam 46), zum anderen wünschte es sich ein Königtum nach kanaanäischem Vorbild. Samuel versuchte nun mit allen Kräften (deshalb die verschiedenen Tätigkeiten), den Glauben an Jahwe wieder zu beleben und ein Königtum nach Jahwes Willen zu begründen.

Auslegung
Es ist nicht verwunderlich, wenn das Volk angesichts der überragenden Bedeutung Samuels nach seiner Herkunft fragte. Mit der Über lie fe rung seiner Jugendgeschichte wollte man zeigen, daß in Samuels Leben, vom Augenblick der Empfängnis an, ein durchgehender Sinn wal tet.
Die sen Sinn aber hat kein anderer als Jahwe bewirkt. Er erhörte das Gebet der Hanna und schenkte ihr einen Sohn. Aus Dankbarkeit für die erfahrene Erhörung übergibt sie dem Priester Eli den Jungen zum Tem pel dienst.

Anregungen
Es sieht so aus, als ob die Menschen des Alten Bundes noch leichter einen Sinn im Leben fanden, den Jahwe bewirkt hatte, als wir dies heute können. Aber auch sie sind durch die Widersprüche des Lebens angefochten worden und haben unter ihnen gelitten (vgl. Jeremia, Ijob, der Beter von Ps 73).
Kön nen wir durch den Glauben an Gott, den Vater Jesu Christi, einen Sinn in unserem Leben feststellen, ohne die Widersprüche des Lebens zu verleugnen, sie zu verdrängen oder zu ba ga tel li sie ren?
Trotz mancher Widerwärtigkeiten, Widerstände und Nöte in unserem Leben sollten wir uns fragen: Haben wir etwa kei nen Grund, uns für etwas zu bedanken, uns über et was zu freuen? Konnte uns das nicht auf einen Sinn hinweisen, der in unserem Leben waltet?
In der O Antiphon ermutigt uns die Kirche, auf den zu schauen, der unserem Leben Halt und Zu kunft gibt. "Du König aller Völker, du Eckstein deiner Kirche: Komm und errette den Menschen, den du aus Staub gebildet."
In sei ner Kirche gibt er uns Halt und Zukunft. Aus dem Staub der Erde sind wir gebildet, aber doch von ihm! wie alles Geschaffene sind wir dem Zerfall preisgegeben. Aber er kann und will uns daraus retten; ER, der erhöhte und auf erstandene Herr. Ihn meinen wir, wenn wir an Weihnachten singen: "Christ, der Retter, ist da."

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