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2007 (C) Jahreskreis

Homilie am 10.Sonntag in der Sonntagvorabendmesse mit Goldener Hochzeit in St. Johannes der Täufer in Großenbuch Pfarrei Neunkirchen am Brand

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Leben mit Gott überwindet den Tod

Das Leben ist ständig von Krankheit und Tod bedroht,

  • auch das Leben derer, die an den Gott des Lebens glauben, so wie die Witwe, bei der Elija, der Prophet und Mann Gottes wohnte.
  • Auch Sie, lieber Herr Friedrich, haben schon in jungen Jahren solche Erfahrungen gemacht. Mit 17 1/2 als Soldat nach Russland geschickt und 1945 in russische Gefangenschaft geratend waren sie drei Jahre lang oftmals dem Tode nahe. Sie lernten aber auch, dass man sich nie aufgeben darf, denn sonst war man verloren.
  • Die Sehnsucht und der Wille wieder nach Hause zu kommen, half Ihnen immer wieder auf die Beine. Und doch wissen wir, jedes irdische Zuhause ist ein vorläufiges. Jesus verspricht seinen Jüngerinnen und Jüngern, dass er ihnen beim Vater eine Wohnung bereitet, damit sie dort sind, wo er ist[1]: in der Fülle des Lebens bei Gott. Paulus lenkt den Blick des Christen ebenfalls dorthin, wenn er schreibt: "Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter."[2] Wer in jungen Jahren, so wie sie durch die Hölle des Krieges und der Gefangenschaft gegangen ist, weiß den Himmel Gottes zu schätzen, den Jesus seinen Freunden verspricht.
  • Wirklichkeitsnah denkende und empfindende Menschen wissen natürlich:

Das irdische Leben ist vergänglich.

  • Aber sollen wir Krankheit und Tod z. B. von Kindern einfach als Natur gegeben, als schicksalhaft hinnehmen? Sollen wir todkranke Menschen einfach mit einem »es wird schon wieder« belügen?
  • Seelsorgern passiert es immer wieder, dass man sie bei gefährlichen Krankheiten von Angehörigen nicht ruft, weil man in ihnen fälschlicherweise Todesboten sieht oder um den Kranken nicht zu beunruhigen.

  • Auch die Witwe in der Lesung missversteht die Sendung des Propheten Elija so: "Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an meine Sünde zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen."[3]
  • Seit der Liturgiereform des 2. Vat. Konzils nennt die Kirche das Sakrament zur Stärkung der Kranken nicht mehr »letzte Ölung«, sondern »Krankensalbung«. Alle Texte der Krankensalbung sprechen von Stärkung des Kranken und die Gebete bitten um Heilung. Handauflegung und Salbung des Kranken durch den Priester sind Zeichen der befreienden und heilenden Liebe Gottes, die durch den Spender des Sakramentes die Kranken berührt, über die Haut in ihr Inneres eindringt und sie mit neuer Kraft und mit Zuversicht erfüllen will. Es geht also um

Heil bringende Gegenwart

  • Die Gegenwart eines Dieners oder einer Dienerin Gottes will den ihnen begegnenden Menschen nicht Unheil, sondern Heil bringen.
  • Deshalb legt sich Elija mächtig ins Zeug, um das Leben des Knaben zu retten, macht er sich bei Gott zum Anwalt für die vom Schmerz aufgewühlte Mutter. Wissend, dass Gott der Herr des Lebens ist, der allein den Knaben retten kann, klagt er vor Gott: "Herr, mein Gott, willst du denn auch über die Witwe, in deren Haus ich wohne, Unheil bringen und ihren Sohn sterben lassen?"[4]
  • Sich dreimal über den gestorbenen Knaben ausstreckend und so mit ihm eins werdend ruft und fleht er zu Gott, dem Herrn des Lebens: "Herr, mein Gott, lass doch das Leben in diesen Knaben zurückkehren!"
  • In jeder Situation, sei sie noch so bedrängend und aussichtslos, setzt Elija sein ganzes Vertrauen auf den Gott des Lebens. Und Gott antwortet mit Heil und neuem Leben: "Das Leben kehrte in den Knaben zurück, und er lebte wieder auf."[5]
  • Dieses Wunder des Lebens führt die Witwe zur Erkenntnis, dass sich Gott ihrem Kind und ihr selber durch seinen Diener und dessen Wort rettend und erlösend zugewandt hat. Die Antwort kann daher nur heißen:

"Ich will dich rühmen, Herr!"

  • Im Antwortgesang rühmt der Psalm 30 Gott als den Befreier aus Todesnot: "Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen....Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt".[6] Auch sie durften erfahren, dass sich das Leben immer wieder im Schweren zum Guten wendet. Wie kommen wir zu solcher Erfahrung?

Durch das gemeinsame unterwegs sein zu diesem rettenden Gott,

  • der dreifaltige und dreieinige Liebe ist. Das ist der zum wahren Leben führende Weg.
  • 1958 haben Sie von ihrem Vater die Führung der Großenbucher Wallfahrt zum Heiligtum des dreieinen Gottes nach Gößweinstein übernommen. Wallfahrt ist ein Bild für unser Leben mit Gott. Wir sind als Freunde und Jünger Jesu mit ihm unterwegs zum Gott, zur Fülle des Lebens.
  • Die Feier des Sonntags, die Ihnen beiden bis heute wichtig ist, führte sie im Rhythmus von 7 Tagen durch die 50 Jahre gemeinsamen Lebens. Die gemeinsame Ausrichtung auf den, der Ursprung und Ziel unseres Lebens ist, gab ihnen die Kraft die schwierigen Zeiten sich gegenseitig aufmunternd zu bestehen.

Jesus handelt angesichts des Todes.

  • Er schaut nicht einfach zu. Er stoppt den Zug des Todes. Er stellt sich ihm. Erst wendet er sich der allein zurückbleibenden Mutter zu, die ihren einzigen Sohn und damit ihre Zukunft und jegliche Sicherheit verloren hat. Er empfindet mit. Er wagt aber auch, zu ihr sagen: "Weine nicht!" Was gibt ihm solche Sicherheit?
  • Es ist die den Tod überwindende Kraft des Glaubens an seinen Vater im Himmel, dem Ich-Bin-Da, dem Gott des Lebens, der stärker ist als der Tod. Zur Zeit Jesu gab es zwei theologische Richtungen in Israel: Die an die Auferstehung der Toten glaubenden Pharisäer und die sie leugnende Gruppe der Sadduzäer. Diese fragt er, ob sie sich denn nicht an das erinnern, was Gott im Buch Exodus über die Auferstehung der Toten gesagt hat: „Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?“[7] Und Jesus fügt hinzu: „Er ist doch nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden.“[8]
  • Beide, Jesus und Elija geben der Witwe jeweils ihren toten Sohn zurück, aber für ein Leben, das früher oder später im Tod endet. Hat also der Tod doch das letzte Wort? Nein!

Denn persönlich wichen beide, Elija und Jesus, dem Tod nicht aus.

  • Jesus nimmt ihn im Alter von 33 Jahren freiwillig auf sich, weil er der Macht und Liebe Gottes traut. Beide werden von Gott durch den Tod hindurch verwandelt und gerettet, was bei Elija unter dem Bild des feurigen Wagens und des Wirbelsturms ausgesagt ist: "Es erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide(Elija und Elischa) voneinander. Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor."[9] Petrus von der Erfahrung mit dem Auferstandenen durchdrungen verkündet nach der Heilung des Gelähmten an der schönen Pforte des Tempels in Jerusalem den zusammenströmenden Menschen: "Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen."[10]
  • Wir dürfen also glauben, dass wir immer, sei es im Glück wie im Unglück, sei es im Leben oder im Sterben, und vor allem auch jenseits des Todes in der liebenden Hand Gottes sind, der die Toten auferweckt. Und alles, was wir an Liebe investiert haben wird uns für immer begleiten.[11] Darum kann Paulus den Korinthern schreiben: "Wir haben unser Todesurteil hingenommen, weil wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzen wollten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt." [12]

Singend danken

  • So können wir, ob jung oder alt, können Sie und ich, auch wenn wir uns im letzten Abschnitt unseres Lebens stehen, jeden Tag dankbar aus Gottes Hand empfangen und uns des Lebens freuen.
  • Sie liebe Frau Friedrich wussten, dass ihr Mann ein singender Mensch ist. So war es für selbstverständlich, dass er regelmäßig zur Singstunde ging. Über all die Jahre war er aktiver Sänger beim Großenbucher Gesangverein, der auch heute diese Eucharistiefeier mitgestaltet.
  • Liebe und Gesang sind eng verschwistert. Dies wissend konnte Augustinus sagen: "Wer liebt, der singt. Wer singt, der betet doppelt. Darum singe und schreite voran." Singend bringen wir heute mit ihnen unseren Dank für 50 Jahre gemeinsamen Lebens in einer christliche Ehe vor Gott.
  • Miteinander vor Gott sein, miteinander auf ihn zugehen, nimmt von der Freude der Liebe und von der Freude an einander nichts weg, sondern lässt etwas vom Himmel und der Fülle des Lebens, das Gott uns schenken will, aufleuchten.
  • Eine Ehe vor Gott geschlossen und vor ihm und mit ihm gelebt, ist Sakrament, wirkmächtiges Zeichen der schöpferischen Liebe Gottes, die sich auch darin zeigt, dass sie vier Töchtern das Leben geschenkt, ihnen zum Mensch- und Christ sein verholfen haben. Dadurch wird sich heute der Dank vor Gott vervielfachen.


[1] Joh 14,3
[2] Phil 3,20
[3] 1 Kön 17,18
[4] 1 Kön 17,20
[5] 1 Kön 17,22
[6] Ps 30,2.12
[7] Mt 22,31 f.
[8] ebd.
[9] 2 Kön 2,11
[10] Apg 3,15
[11] Offb 14,13
[12] 2 Kor 1,9

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