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Heilige 2007

Homilie am Fest des Apostels Johannes 27.12. und Ansprache zur Segnung und Austeilung des Johannesweins

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Der Apostel Johannes mit Kelch. Bekrönung des rechten Seitenaltars in der Heilig Grabkapelle in Neunkirchen am Brand (1628)
Der Apostel Johannes mit Kelch. Bekrönung des rechten Seitenaltars in der Heilig Grabkapelle in Neunkirchen am Brand (1628)

Homilie zum Evangelium
      • Obwohl Jesus den Petrus zum Anführer und Sprecher der Apostel berufen hat, war es nicht Petrus, sondern Johannes, der Jesus menschlich am nächsten stand und dem er in herzlicher Freundschaft zugetan war. Er war „der Jünger, den Jesus liebte“ (Joh 13,23).

      • Der Lieblingsjünger Jesu war es schließlich, der ihm am Ende als einziger bis unters Kreuz folgte. Nicht Petrus, sondern Johannes vertraut Jesus vom Kreuz herab seine Mutter an; nicht Petrus, sondern Johannes kommt am Ostermorgen als erster der Apostel zum Grab – und damit zum Glauben an die Auferstehung Jesu.Es ist wie ein Wettlauf: Johannes ist schneller; die Freundschaft zu Jesus treibt ihn vorwärts. Und so kommt er als erster an. Er beugt sich vor, um in das Grab zu sehen.

      • Im Evangelium hören wir den schlichten Satz über Johannes, als er in das leere Grab schaut: „Er sah und glaubte.“ Er sah und glaubte, weil er durch Jesus erfahren hatte: Die Liebe kann nicht sterben.

      • Ostern setzt die Menschwerdung voraus. Nur wer geboren ist, kann auferstehen. Ohne Auferstehung aber ginge unsere Menschwerdung in Leere, wäre sie ohne Zukunft. Die Liebe sagt uns: In Tod wirst Du geboren zur Fülle des Lebens bei Gott.
  • Ansprache vor der Segnung des Weins:

    "Der Wein erfreut des Menschen Herz", heißt es im Psalm, und tatsächlich: Zu freudigen und festlichen Gelegenheiten trinken wir gern ein Glas Wein, stoßen damit an und wünschen uns Gesundheit und gutes Gelingen: Prosit! »Es mögegut tun!"

    Der Wein ist etwas Besonderes, und wer im Weinberg arbeitet, weiß um die Mühe, die er macht. "Dem Häcker-schweiß und Sonnenschein verdanken wir den guten Wein" sagt ein Sprichwort. Diese Kraft und Arbeit, die in ihm steckt, aber auch die Mineralien der Erde, die es sich mit seinen bis zu acht Meter teifen Wurzel holt; die Kraft der Sonne und des Regens ist in ihm gespeichert sollten wir tatsächlich genießen. Das alles werden wird genießen, wenn wir ihn "un poco" ganz wenig »auf der Zunge zergehen lassen«. Man muss den Wein gleichsam kauen, damit er sich uns in seiner Kostbarkeit erschließt.

    Johannes der Evangelist, dessen Fest wir heute begehen, zeichnet uns das Bild Jesu, wie dieser bei der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein wandelte und damit sein erstes Zeichen tat. Ein Zeichen auch für das himmlische, ewige Hochzeitsmahl, an wir in jeder heiligen Messe abbildhaft und gleichsam vorauskostend teilnehmen.
    So ist der Wein der Eucharistiefeier nicht nur das wirkliche Symbol des Blutes Christi und damit Zeichen seiner Hingabe für uns, es ist auch das Zeichen der Freude, die uns erwartet. Deshalb werden wir heute die den Leib und das Blut Christi unter der Gestalt des Brotes und Weines empfangen.

    An diesem Johannestag wird nach alter Tradition auch Wein gesegnet und getrunken, der "Johanneswein", der nach dem Spruch, der beim Reichen dieses Weines gesprochen wird - "Trinke die Minne, d. h. die Liebe des heiligen Johannes" -, auch die "Johannesminne" heißt.

    Für uns ist die Gelegenheit, im Anschluss an diesen Gottesdienste ein Gläschen Wein miteinander zu trinken, eine gute Möglichkeit, zu erfahren und zum Ausdruck zu bringen, dass unser Glaube keine trockene, blutleere Angelegenheit ist, sondern auf der frohen Botschaft der Freude und Liebe beruht, die mit allen Sinnen erfahren werden kann.

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