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Predigten

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2007 Osterzeit

Homilie zu Joh 15,12-17 am Freitag 5. Osterwoche zur Laudes mit Messfeier in der Augustinuskapelle

===>> zu den biblischen und liturgischen Texten des Freitags in der 5. Osterwoche

Gottes Freundschaftsangebot

  • "Ich nenne euch nicht mehr Knechte." Um dieses Wort Jesu zu verstehen, muß man wissen, daß "Knecht" nicht nur, wie in der gesamten antiken Welt, die Zugehörigkeit zum Sklavenstand ausdrückt, sondern auch die Unterordnung des Menschen unter Gott. Das höchste, was von einem Menschen gesagt werden kann, ist nach alttestamentlichem Denken die Bezeichnung "Knecht Gottes". Der ehrfurchtsvolle Abstand zu Gott läßt den Israeliten erst gar nicht auf den Gedanken kommen, seine Beziehung zu ihm als "Freundschaft" zu umschreiben.
  • So bedeutet es einen Umsturz der Werte, wenn Jesus die Jünger als seine Freunde bezeichnet. Lange hat dieses Wort Jesu klerikalen Fehldeutungen Vorschub geleistet, als ob hier die Freunde, die Priester, auf gepolsterten Sitzen thronten und dort die Knechte und Mägde auf harten Bänken hockten.
  • Jesus meint nicht das Eingeweihtsein der Geweihten; "Freunde Jesu" sind alle, die seine Jüngerinnen und Jünger sind. Wir sind nicht mehr "Knechte", nicht mehr hoffnungslos versklavt an die Mächte einer unheilen, unerlösten Welt. Wir sind Freunde, d. h. in die Liebesgemeinschaft Jesu mit seinem Vater hineingenommen, von Gott bejaht. Deshalb nennen wir die Heiligen Freunde Gottes. Denn sie sind mit Jesus bei Gott für alle Zeit und für die Ewigkeit Zuhause.
  • Dieses endgültige Ja Gottes zu den Menschen, das ist es, was Jesus seinen Jüngern und Jüngerinnen mitgeteilt hat. In diesem Ja Gottes gründet die Freundschaft mit ihm, für dieses Ja hat er sein Leben hingegeben. Dieses Ja ist der Kern der Offenbarung Jesu, die Grundlage unserer Erlösung, das Grunddatum unseres Lebens.
  • Diesen Jesus als den Sohn und Messias Gottes verkündigen Paulus und seine Mitarbeiter den Korinthern: Er " ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht."1 Weil Gott durch esus zu uns ja gesagt hat, werden wir aus Dankbarkeit diese Liebeserklärung Gottes allen Menschen weitergeben.
  • Weil dieser Jesus "das ist zu allem, was Gott verheißen hat", darum können auch wir Gott lobpreisend unser Ja, unser Amen, zu ihm sagen.2 Es ist ganz und gar Gottes Initiative, dass wir seine Freunde werden dürfen. Es ist seine Liebe zu uns nach seinem Bild geschaffen Menschen, die uns aus Knechten und Mägden zu Freunden macht.
  • So können alle erfahren, daß Gott ihnen das ist, was eine arabische Lebensweisheit ausdrückt: "Ein echter Freund ist der, dem ich mein ganzes Herz Spreu und Körner zugleich ausschütten darf, wohl wissend, daß er alles in seine gütigen Hände nehmen, in den Wind werfen, das Gute behalten und den Rest wegblasen wird."

1 2 Kor 1,19
2 2 Kor 1,20

 

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