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Predigten

 

Die Segenszeichen Gottes
  Jesus und Maria
Die Segenszeichen Gottes:
Jesus und Maria
Gesegnet zum Segen werden [1]

1 Segen - handgreiflich

1.1 Segenszeichen

Von jeher geschah das Segnen durch Handauflegung, also durch Berührung, handgreiflich. Bei der Segnung der Kinder an Weihnachten ist dies selbstverständlich. So geschieht es auch bei der Lossprechung, wenn der Beichtende das wünscht, bei der Krankensalbung, bei der Priesterweihe, oder wenn Eltern ihre Kinder segnen, indem sie ihnen ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Beim feierlichen Segen breitet der Priester seine Hände über die ganze Gemeinde aus.

Handgreiflich muss der Segen sein. „Benedicere“ heißt zwar im Lateinischen „Gutes sagen, zusagen.“ Segen wird aber vor allem wahrgenommen, wenn wir Gutes tun. Darum heißt es im Buch Jesus Sirach: "Streck deine Hand dem Armen entgegen, damit dein Segen vollkommen sei."[2]

1.2 Segenszeichen Maria

Handgreiflich ist der Segen Gottes in der Frau geworden, die uns Jesus geboren hat: in Maria. Sie bekennt von sich, dass Gott sie angesehen und Großes an ihr gewirkt hat: "Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut...Großes hat an mir getan der Mächtige"[3]

Gott beruft eine Frau zur Segensträgerin und Segensbringerin. Und sie lässt sich von Gottes Wort treffen, beherbergt es. In ihr wird es Fleisch, Mensch. In ihm, den sie in ihrem Leibe trägt, gebiert, nährt und erzieht sie den, der zum Segen für alle Völker der Erde wird. So gibt sie den Segen Gottes an die Menschheit weiter, handgreiflich. Darum kann Johannes in seinem 1. Brief von Jesus sagen: „Was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens.“[4]

In Maria erfüllt sich der Auftrag Gottes an Abraham, dem Stammvater der Glaubenden: "Ein Segen sollst du sein.“ Und „Durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen erlangen."[5]

1.3 Segenszeichen Jesus

Handgreiflich ist also der Segen Gottes in seinem menschgewordenen Sohn geworden, den uns Maria geboren hat. Sein Name bedeutet Gott ist Heil. Er ist nicht nur eine Zusage, sondern eine Tat-Sache. So haben es die ihm begegnenden Menschen damals erlebt. Und bis zum heutigen Tag erfahren Menschen, die sich für die Freundschaft mit dem zu Gott heimgekehrten Jesus entschieden haben, seine heilende, aufrichtende, befreiende Nähe.

2 Segen handgreiflich, aber mit Bedacht

Handgreiflich muss der Segen Gottes werden, aber nicht in Form unüberlegten Tuns, sondern bedachten, aus dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe gespeisten Handelns.

2.1 Maria - Segnen mit Bedacht

Die Kirche stellt uns am ersten Tag des neuen Jahres Maria nicht nur als Zeichen handgreiflichen Segens, sondern auch bedachten Handelns vor Augen. Denn der Segen Gottes ist keine Automatik, die auf Knopfdruck läuft. Er ist Geist und Leben. Wir erkennen dies aus dem, was das Evangelium über Maria sagt:
"Maria bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach."[6]

"Dieses Wort", so bekennt eine junge Frau, die lange keinen richtigen Zugang zu Maria finden konnte, "ließ mich Maria von innen her begreifen." Ich spürte, wenn ich dieses Wort lebte, könnte ich wie Maria ein handgreiflicher Segen für die Menschen werden.“ Und sie fügte hinzu: „Ja, die Worte der Schrift, das Wort Gottes im Herzen tragen, es darin bewegen, darüber nachdenken und darin leben! Darauf kommt es an. Bevor Maria das Wort Gottes unter ihrem Herzen trug, trug sie es in ihrem Herzen."

2.2 Wir - Segnen mit Bedacht

Auch durch uns will der Segen Gottes im Neuen Jahr mit Händen zu greifen sein. Es ist gut den Mitmenschen ein gesegnetes neues Jahr zu wünschen, besser aber ist es, selber ein Segen für andere zu werden.

Bloßes Handeln allein, blinde Aktivität, richten dabei eher Unheil an. Nur bedachtes Handeln, das sich am Evangelium Jesu orientiert, bringt Segen. Darum heißt der Auftrag Gottes im Neuen Jahr 2006 an jeden, der wie Abraham, wie Maria an ihn glaubt und ihm vertraut:
"Du sollst ein Segen sein!"
Das kann ich nicht aus Eigenem heraus, sondern nur indem ich mein Tun und Verhalten vom Geist Jesu durchdringen lasse.

Zum Segen werde ich,

- wenn in meinem Tun das Ansehen weiterwirkt, welches Gott schenkt, wenn er segnet. Er lässt sein Angesicht über uns leuchten. Tun, das zum Segen werden soll, muss den anderen ansehen oder wie das aus dem Lateinischen kommende Wort es sagt, mit Respekt begegnen.

- zum Segen werde ich, wenn ich mich über die Motive meines Tuns im Klaren bin; Tue ich es aus Eigennutz oder zum Eigenruhm, dann ruht kein Segen darauf. Tue ich es aber, um Gottes Zuwendung, seinen in Jesus erfahrbaren handgreiflichen Segen weiterzuschenken, dann wird mein Tun zum Segen, in dem Gott anwesend ist und wirkt.

- Nun kann aber nicht jeder Segen, den ich von Gott für andere erbitte gleichsam handgreiflich gegeben werden. Denn nicht jedem können wir räumlich so nahe sein, wie Jesus seinen Jüngern. Denken wir immer daran: Der Segen, den wir erbitten, denken und sprechen, ist - weil Gottes Segen - immer grenzüberschreitend.

- Wie aber zum Segen werden für Menschen, die uns wegen unseres christlichen Glaubens verspotten, uns benachteiligen, uns das Leben schwer, ja zu Hölle machen oder uns auch aus Neid übel nachreden und anfeinden? Da sollten wir versuchen uns an die Empfehlung des heiligen Paulus im Römerbrief halten: „Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!“[7] Und den Christen in Korinth schreibt er: „Wir werden beschimpft und segnen; wir werden verfolgt und halten stand.“[8] Dem Schlimmen, dem Bösen segnend zu begegnen unterbricht die Kettenreaktion des Bösen, öffnet die Herzen für den Frieden und für die Liebe.

- Auf den in Jesus Mensch gewordenen Gott schauend dürfen wir uns mit dem Verfasser des Epheserbriefes als Gesegnete und Beschenkte erfahren: „Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“[9]

- Weil wir Gesegnete sind, so wünsche ich Ihnen und mir ein gesegnetes Neues Jahr, dass es reich werde an guten Werken, an Gesundheit und Frieden. Und dass wir die Augenblicke des Glücks und des Beschenktseins wahrnehmen und dafür danken.

- Ich wünsche Ihnen und mir vor allem noch dazu, dass jeder von uns für andere Menschen selber zu einem handgreiflichen Segen wird, der aus einem Herzen kommt, das alles, was geschieht, vor Gott bewegt, bedenkt und zu seiner Ehre und Verherrlichung tut.

 

[1] Predigt an Neujahr: Hochfest der Gottesmutter; Neunkirchen, Predigttext: Lk 2,29
[2] Sir 7,32
[3] Lk 1,49
[4] 1 Joh 1,1 b
[5] Gen 12,2 und 18,18
[6] Lk 2,29
[7] Röm 12,14
[8] 1 Kor 4,12
[9] Eph 1,3 b

 

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