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Predigten

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2006

Predigt am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel in Goßenbuch

Maria - ein grosses Zeichen Gottes.
1 Leibhaftige Zeichen

Gott hat dem Menschen nicht nur die Fähigkeit gegeben, sich in Worten auszudrücken, sondern auch durch leibhaftige Zeichen. Solche Zeichen drücken einen Sachverhalt oft besser aus als Worte.
Ein Händedruck, eine Umarmung, ein Blumenstrauß sagen oft mehr, als Worte sagen können. Das Beispiel eines Menschen, seine gelebte Liebe und Treue sind sprechender als seine Reden.

2 Maria - das Zeichen Gottes für uns Menschen.

Gott gab uns in einem lebendigen Menschen, in Maria, eine Vorstellung von dem, wie er sich den Menschen gedacht hat. Sie ist das schönste Exemplar des erlösten, durch Gottes Gnade neugeschaffenen Menschen.
An ihr zeigt uns Gott, wie der Mensch aussieht, lebt, handelt und stirbt, der in einem unmittelbaren Verhältnis zu seinem Schöpfer und Erlöser steht. Maria ist dieser Mensch: Mit allen Sinnen ist sie offen für Gott, bereit für seinen Anruf, für seine Pläne und seinen Willen. An ihr ist ablesbar, wie der Mensch vor Gott sein soll.

2.1 Pforte, durch die der Himmel auf die Erde kommt.

Weil sie so offen und bereit war für Gott, sich mit Leib und Seele ihm und seinem Heilsplan zur Verfügung stellte, wurde sie zur Pforte, durch die Gott zu den Menschen, der Himmel auf die Erde kam.
Sie ist der Mensch, der voll der Gnade, der liebenden Nähe Gottes ist, so dass die Sünde, jenes Sich-Absondern des menschlichen Ichs von Gott und seinen Geschöpfen, in ihr nicht Fuß fassen konnte.
Auf die Erwählung und Begnadung antwortet sie mit ihrer totalen Hingabe an Gott und seinen Plan. So wird sie Gott gerecht, d.h. sie begegnet ihrem Schöpfer und Herrn so, wie er es verdient.

2.2 Gefäß des Geistes Gottes.

Da es in Maria keine Tendenz zur Absonderung gibt, weil sie ganz Liebe zu Gott und zu den Menschen war, stand sie nicht unter dem Gesetz des Todes, der ja wie die Schrift sagt, durch die Sünde in die Welt kam. Heißt das, dass der biologische Tod ihr erspart blieb? Ganz und gar nicht. Der Tod Mariens ist vielmehr ein häufiges Motiv christlicher Kunst. Auch in unserer Pfarrkirche dürfen wir ein solches Kunstwerk aufbewahren und bestaunen.
Am Ende des Lebens Mariens steht nicht ein bitteres Sterben müssen, sondern das Hinübergehen eines Menschen, der in dieser Welt lebend und wirkend, mit Leib und Seele schon ganz zur jenseitigen, göttlichen gehörte. Weil sie ganz und gar Gefäß des göttlichen Geistes, des heiligen Geistes, war, überstrahlte die Liebe Gottes ihr ganzes Sein bis hinein in den Tod.

3 Der Glaubende versteht dieses Zeichen Gottes.

Der von gottferne Mensch erlebt sein eigenes Sterben entweder als eine Katastrophe oder als schicksalhaftes Verhängnis, als Zusammenbruch des Lebens oder als natürliches Ereignis, das uns zurücksinken lässt in die Materie.
Der Glaubende und Hoffende aber richtet angesichts der Bitterkeit des Sterbenmüssens seit Jahrhunderten die Bitte an Maria, jetzt und in der Stunde unseres Todes für uns bei Gott zu bitten. Worum soll sie bitten? Dass wir so ganz offen und bereit jetzt schon für Gott und seine Pläne sind, wie sie. Und dass wir nicht auf das Sterben starren, wie das Kaninchen auf die Schlange.

Der christliche Glaube sagt uns, nicht der Tod holt uns, sondern unser Schöpfer und Erlöser ruft uns zu sich. Durch den Tod hindurch rettet und schafft er uns neu; nicht etwa nur unsere Seele, sondern auch unseren Leib, den ganzen Menschen also. Denn der ganze Mensch mit Leib und Seele ist als einmaliges Geschöpf Gottes zur Teilhabe an Gottes Herrlichkeit berufen.
Das lässt uns den Tod anders sehen und erleben. Maria steht dabei an unserer Seite, wie sie unter dem Kreuz ihres Sohnes stand und bei seinem Sterben dabei war. Er hat unsere Sünde auf sich genommen und hat uns durch seinen Todesgehorsam wieder in die Nähe Gottes geholt. Er, die Frucht ihres Leibes, wurde von Gott mit Leib und Seele auferweckt und ist als erster der Entschlafenen bei Gott.

Was er durch den Tod hindurch an Maria gewirkt hat, das wird er auch an uns tun, wenn wir so wie sie ganz offen sind für Gott, für seinen Plan und Willen.
Diese Offenheit ist in jedem Lebensstand wichtig. Ob verheiratet, verwitwet oder ledig ist, ob als Priester oder im Ordensstand, immer geht es darum, dass er oder sie offen für den Anruf Gottes, dem ewigen Heil und den irdischen Wohl der Menschen dient. Wer das von Gott in Maria gegebene Zeichen erkennt und annimmt, wird hoffnungsvoll und fruchtbar leben und selig sterben.
Je mehr wir dem Heiligen Geist in uns Raum geben, desto mehr werden wir in unserem vergänglichen Leben lieben können und die Furcht vor dem Sterben verlieren. Denn der Heilige Geist in uns ist die Garantie Gottes, dass wir durch den Tod hindurch neu geschaffen werden. Maria war ganz und gar Gefäß des Geistes. Darum ist es nicht schwer zu glauben, dass sie mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde.

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