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Lesejahr 2012 (B)

Homilie zu den biblischen und liturgischen Texten des Pfingstmontags im Lesejahr B

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Das Wirken des Heiligen Geistes in der Liturgie
Wir brauchen nur aufmerksam die biblischen und liturgischen Texte des heutigen Festtags entlang zu gehen, um das Wirken des Heiligen Geistes zu spüren.

1 Widerstand gegen den Heiligen Geist und Mission
  • Stephanus bewandert in der Heiligen Schrift Israels und erfüllt vom Heiligen Geist zieht den Hass der Gegner der Jesusjünger auf sich. Sie bringen ihn um. Eine Schwere Verfolgung bricht über die Jüngerschaft Jesu, die junge Kirche in Jerusalem herein. Viele fliehen aus der Stadt. Aber "die Zerstreuten zogen umher und verkündeten das Wort." [1] Die Verfolgung beschleunigte die Mission, die Ausbreitung des Evangeliums.
  • Petrus und Johannes gehen zu den Neugetauften in Judäa und Samarien und bitten Gott um den Heiligen Geist für sie. „Sie legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist."[2] Der Heilige Geist ist auch durch Unterdrückung und Verfolgung nicht aufzuhalten.
                Im Antwortgesang mit Versen aus dem Psalm 22 erklingt
2 Der vom Geist gewirkte Jubel inmitten der Gemeinde
  • Wo der Name Gottes in Jesus durch den Heiligen Geist in der Gemeinde verkündet wird, erklingt der Lobpreis Gottes.
  • Wenn Christen trotz aller Widerstände und Verfolgungen die Treue Gottes preisen und erfüllen, was sie dem Herrn bei der Taufe gelobt haben, lebt das Herz auf für immer, laden sie zur Umkehr und zur Anbetung ein.
In der 2. Lesung erfahren wir,

3  Gott schenkt Sicherheit und Weisheit durch den Geist
  • Vor der Erschaffung der Welt hat uns Gott in Christus erwählt.[3] Durch ihn haben wir die Wahrheit gehört, wer Gott ist:  Er ist die Liebe und unser Retter und Vollender. Der Heilige Geist ist das Siegel Gottes. “Gott aber, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat, er ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den Geist in unser Herz gegeben hat.“[4]
  • Wir sind Gottes Eigentum. Nicht das Eigentum vergänglicher oder böser Mächte, sondern Eigentum unsere Schöpfers, Erlösers und Vollenders. Im Brief an die Epheser heißt es “Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.“ [5]
  • Mit Paulus und Petrus bittet die Kirche Gott dankend und preisend, unser Glaube an Jesus Christus und die Liebe zu unseren Mitmenschen mögen Bestand haben.[6] Er gebe uns den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit wir Gott erkennen.[7]
  • Und weiter beten wir mit ihnen: Gott erleuchte die Augen unsere Herzens, damit wir einsehen, zu welcher Hoffnung wir durch Jesus berufen sind; welchen Reichtum wir mit Christus in der Herrlichkeit Gottes jenseits des irdischen Lebens erben; Gottes alle anderen Mächte übertreffende Macht wird das für uns bewirken durch seinen Geist.
  • Von ihm kommt wirkliche Sicherheit und Weisheit. Die Pfingstsequenz zeigt uns, wir dürfen und sollen in jeder Lage, in allen erlebten Defiziten und Anfechtungen des Lebens den Heiligen Geist auf uns und die ganze Welt herbeirufen: Komm Heiliger Geist!
4 Im Evangelium begegnet uns Jesus, erfüllt vom Geist sprühend vor Freude
  • Über die Gnade der Offenbarung. Gott wendet sich uns liebend zu und gibt uns Einblick in sein Innerstes. Diese Zuwendung Gottes durch den heiligen Geist wird allen scheinbar Unmündigen zuteil, auf welche die sog. Weisen dieser Welt geringschätzig herabblicken, auch die selbsternannten Weisen in der Kirche.
  • Der freudige Lobpreis Jesu auf den Vater ist getragen von dem Wissen Jesu, dass die Zeit reif ist für die volle Wahrheit, welche sich ihm, dem Menschensohn offenbart.
  • Bei einer Veranstaltung des Katholikentages in Mannheim kritisierte Kardinal Kasper das verbreitete Wehklagen über die Lage der Kirche. "Das Jammern hilft nicht weiter, es ist auch nicht anziehend, manches Jammern ist geradezu gottlos."
  • Weiter erklärte der Kardinal, die Kirchenkrise bestehe nicht in einer mangelnden Anpassung an die Welt, sondern in einer "mangelnden Anpassung an Jesus Christus."
  • Jesus will uns im Evangelium mit seiner Freude und Begeisterung über die Erwählung der Kleinen und Unbedeutenden durch Gott anstecken. Er will uns die Augen des Herzens öffnen für den Reichtum der Liebe Gottes, die er im Heiligen Geist seiner Kirche schenkt.
  • Wir dürfen glücklich sein und sollen uns als Glückliche auch outen, denn wir sind in das Geheimnis der Liebe Gottes eingeweiht, die unerschöpfliches Erbarmen und Fülle des Lebens bis in Ewigkeit ist. In diese ewige Liebe sind wir durch den Heiligen Geist eingeborgen für immer. Es sei denn wir Löschen ihn durch Abfall vom Glauben oder ein gott- und menschenfeindliches Leben in uns aus.
  • Wir sind glücklich und froh, Glieder der Katholischen Kirche zu sein. Mit ihr werden wir den Auftrag katholisch zu sein ganz ernst nehmen.
5 Wir sind berufen und zusammengeführt im Hl. Geist
  • Das Tagesgebet spricht diese Berufung betend vor Gott aus. „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus im Neuen Bund berufst du aus allen Völkern dein Volk und führst es zusammen im Heiligen Geist.“
  • Wirtschaftliche und finanzielle Verflechtungen verbinden die Völker der Erde. Internet und Telefon ermöglichen eine schnelle Verbreitung von Nachrichten und Informationen. Aber die damit verbundenen Abhängigkeiten und Ängste entzweien auch. Wer kann noch prüfen, was wahr ist? Wer weiß noch, welche Interessen hinter der Flut von Nachrichten und Informationen lauern?
  • Unsere Berufung als Kirche katholisch zu sein bedeutet aber, sich einzusetzen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung für alle Menschen und Völker. Unsere Liebe gehört allen Menschen ganz gleich welcher Hautfarbe, Sprache oder Kultur sie angehören. Alle müssen durch uns erfahren, dass sie von Gott geliebt sind und ihm gehören. Wir sind ihre solidarischen Geschwister, Söhne und Töchter des einen Vaters im Himmel.
  • Darum bitten wir am heutigen Festtag mit der ganzen Kirche auf dem Erdkreis, Gott möge die Kirche durch Christus im Heiligen Geist immer mehr werden lassen, wozu der Herr sie berufen und mit seinem Geist ausgestattet hat:
6 Sauerteig für die Erneuerung in Christus zu sein
  •  Im Tagesgebet „Gib dass deine Kirche ihrer Sendung treu bleibt und ein Sauerteig ist für die Menschheit, die du in Christus erneuern und zu deiner Familie umgestalten willst.“
  • Im Gabengebet „Aus seiner Seitenwunde ist die Kirche hervorgegangen als Werk des Heiligen Geistes. Lass sie ihren Ursprung nie vergessen, sondern daraus in dieser Feier Heil und Leben schöpfen.“
  • Im Schlussgebet „Mache das Werk deiner Kirche fruchtbar und enthülle durch sie den Armen das Geheimnis unserer Erlösung; denn die Armen hast du vor allen dazu berufen, Anteil zu haben an deinem Reich.“
  • Das Beten der gesamten Katholischen Kirche dreht sich heute um das, was sie durch den Heiligen Geist ist. Werkzeug des Heils für die ganze Menschheit und die ganze Schöpfung soll und will die Kirche sein.
  • Darum nennt das 2.Vaticanum die Liturgie den „Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt und die Quelle aus der alle ihre Kraft strömt.“[8]
  • Das Konzil betont: Seit den Aposteln „hat die Kirche niemals aufgehört, sich zur Feier des Pascha-Mysteriums zu versammeln. Dabei zu lesen, »was in allen Schriften von ihm geschrieben steht«[9]. Die Eucharistie zu feiern, in der »Sieg und Triumph seines Todes dargestellt werden«. Und zugleich »Gott für die unsagbar große Gabe dankzusagen«[10], in Christus Jesus »zum Lob seiner Herrlichkeit«[11]. All das aber geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes.“
7 Er verwandelt unsere irdischen Gaben in himmlische
  • Brot und Wein bringen wir zum Altar – die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.[12] Im Auftrag Jesu und in der den Aposteln übertragenen Vollmacht bittet der Priester vor der heiligen Wandlung Gott „Heilige diese Gaben durch deinen Geist, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes unseres Herrn Jesus Christus.“[13]
  • Der Heilige Geist bewirkt das Wunder der Wandlung durch die irdische Person des geweihten Priesters. Dieser ist das irdische Instrument in der Hand des auferstandenen Herrn, der durch seinen Heiligen Geist unsere irdischen Gaben in die Speise des ewigen Lebens verwandelt, damit wir in ihn verwandelt werden.
  • Benedikt XVI stellt in seinem 2. Jesusbuch heraus, die Kirche habe niemals die Wandlungsworte als quasi magischen Befehl verstanden. Sie seien vielmehr Teil des Betens im Mitbeten mit Jesus. Wir werden mit hinein genommen in den »zentralen Teil des dankenden Lobpreises, durch den uns die irdische Gabe von Gott her neu geschenkt wird als Jesu Leib und Blut, als Selbstschenkung Gottes in der sich öffnenden Liebe seines Sohnes«.[14]
  • Wir spüren allenthalben in der Feier der Liturgie, besonders bei der Feier der heiligen Messe, wie der Heilige Geist für uns, an uns und in uns wirkt. Die heutige Präfation besingt dies Gott preisend: „Schon in diesem Leben besitzen wir den Heiligen Geist, das Unterpfand ewiger Herrlichkeit. Durch ihn hast du Jesus von den Toten auferweckt und uns die sichere Hoffnung gegeben, dass sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.“[15]

[1] Apg 8,4
[2] Apg 8,17
[3] Eph 1,4
[4] 2 Kor 1,21f
[5] Eph 1,14
[6] 2 Petr 1,10
[7] vgl Eph 4,17
[8] 2.Vat. LG 10
[9] Lk 24,27
[10] 2 Kor 9,15
[11] Eph 1,12
[12] Darbringunsgebete bei der Gabenbereitung
[13] Epiklese vor den Wandlungsworten II. Hochgebet
[14] Benedikt XVI, Jesus von Nazareth II S.149
[15] Präfation vom Sonntag VI

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