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Lesejahr 2012 (B)

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Alles geben - sich selbst schenken [1]

1. Jesus beobachtet ein alltägliches Geschehen im Tempel und lässt uns daran teilhaben.
  • Menschen strömen in den Tempel und alle werfen etwas in den Opferstock, manche sogar sehr viel.
  • Jesus kritisiert das nicht. Es ist für ihn selbstverständlich. Aber er lenkt unseren Blick auf eine arme Witwe. In einer vom Mann bestimmten Gesellschaft war eine Frau nach dem Tod ihres Mannes arm dran besonders wenn sie keine Kinder hatte.
  • Es gab weder eine Rentenversicherung noch eine Witwenrente.
  • Auf diese arme Frau lenkt Jesus unseren Blick. Sie tut, was alle tun. Sie wirft etwas in den Opferstock: 2 Lepta, das sind etwa 0,02 €. Also nicht der Rede wert. Doch, für Jesus schon. Er sagt „diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hinein geworfen als alle anderen.“
2. Das ist der Stachel, den Jesus uns ins Fleisch und ins Herz gibt.
  • „Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben was sie besaß.“ Im Urtext heißt es - ὄλον τόν βίον αὐτῆς - ihr ganzes Leben!“
  • Jesus gibt keine Belehrung. Er stellt nur fest. Er unterlässt es „die Moral von der Geschichte“ uns klarzumachen. Aber
3. Der Stachel sitzt - wir merken es an unseren Einwänden
  • Diese können aus unserem Denken und Fühlen aufsteigen:  „Wenn Sie schon nur 2 Lepta besitzt, warum gibt sie alle beide? Ein Lepta hätte doch genügt. Wer so wenig besitzt, bräuchte eigentlich gar nichts geben. Jetzt ist sie ganz mittellos und fällt erst recht den anderen zur Last. Und außerdem ist ihre Gabe sowieso für die Katz, damit kann man ja doch nichts anfangen.“
  • Wir spüren, dass alles sind Abwehrmechanismen, Immunreaktionen gegen den Stachel, den die Deutung Jesu setzt.
4. Gott misst das Scherflein der Witwe nicht nach dem irdisch materiellen Wert
  •  Er schaut vielmehr ins Herz und auf die hinter ihrem Tun stehende Gesinnung: »Sie hat alles gegeben, ihr ganzes Leben«.
Jesus erkennt sich selbst in dieser Witwe und in dem was sie tut. Er hält sich und uns den Spiegel vor.
  • Jesus hat auch alles gegeben. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“[2] Jesus war ganz für Gott und die Menschen da. Er ist die Verkörperung des Hauptgebotes der Gottes und Nächstenliebe.
  • Jesus, der Menschensohn, hat nicht nur etwas von seinem übergroßen Reichtum her gegeben – so einige Geschenke und Gnadenerweise des großen Herren, der sich einmal gnädig den Bedürftigen zuwendet, ohne dadurch in seinem Selbststand und Besitz verändert zu werden – nein Jesus, der Gesalbte, der Christus Gottes hat sich ganz gegeben. Er hat sein Gottsein aufgegeben oder wie es im Christushymnus im Brief des Apostels Paulus an die Christen in Philippi heißt:
„Er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.“ [3]
5. Immer noch sitzt der Stachel in uns und weil es weh tut, wehren wir uns.
  • Natürlich hat Jesus alles hergegeben, hat sich ganz verschenkt bis in den Tod hinein. Aber was konnte er damit schon ausrichten? Menschlich gedacht steigt die Frage auf: Wie kann die kleine Kraft eines einzelnen so etwas Großes schaffen? Angesichts unserer großen Welt mit ihrer verwickelten Geschichte und ihren Bosheiten erscheint das nicht wenigen unrealistisch.
  • Die Heilige Schrift stellt uns Jesus den Gottmenschen vor Augen. Ihn verkündet Johannes in seinem Gruß an die sieben Gemeinden in Kleinasien: „Er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut.“[4]
  • Durch Jesus lernen wir die Welt und unser menschliches Leben mit den Augen Gottes zu sehen. Für Gott ist eine so große Liebe, wie sie Jesus gezeigt hat alles. Sie wiegt den ganzen Egoismus der Menschen und alle daraus kommende Bosheit auf.
  • Diese Liebe ist durch nichts aufzuhalten, durch nichts außer Kraft zu setzen, kein noch so vernünftiges Argument sticht sie aus. Sie wirkt durch die Zeiten und Jahrhunderte in jedes Leben hinein, wenn der Mensch nur will und sich darauf einlässt.
  • Diese vollkommene Tat der Liebe Christi reinigt und heiligt jeden, der bereit ist, sein Herz, sein Leben, seine ganze Kraft, eben alles für Gott und seine Mitmenschen zu geben.
Um diesen hohen Gutes willen müssen wir
6. Die Anfechtung überwinden
  • Natürlich sind wir angefochten, weil unser Glaube noch zu schwach, unsere Hoffnung durch den Vorhang des Vordergründigen und Vergänglichen verdunkelt ist, unsere Liebe noch nicht die Barrieren unseres kleinen ich's überwunden hat.
  • Auch wir stehen in der Versuchung zu sagen: was kann schon meine kleine Kraft ausrichten? Was können meine paar Mark schon an dem Hunger in der Welt ändern? Was kann mein kleiner Einsatz in dieser Welt mit ihren vielen Problemen schon bewirken?
  • Wird meine Hingabe gegenüber meinen Kindern angesichts der vielen Miterzieher und einer glaubenslosen Umgebung ausreichen?
  • Gibst du alles, gibst du dein Leben für Gott für seine Kirche und deine Mitmenschen, “ohne zu zählen und der Wunden zu achten"[5], ist dein Tun vor ihm ganz wichtig; denn du wirst zu einem vollkommenen Menschen, der Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellt.[6]
Was Du damit ausrichtest, das lass Gottes Sorge sein.
 

[1] Mk 12,41-44
[2] Joh 15,13
[3] Phil 2,6f.
[4] Offb 1,5
[5] der Heilige Ignatius in einem Gebiet der Ganzhingabe
[6] Eph 4,13
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