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Lesejahr 2012 (B)

Homilie zu Joh 15,9-11 am 6.Osterso. zur Grabkapellenkirchweih in Neukirchen am Brand

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Befreit um zu glauben und zu lieben
1 Glücklich werden
  • Das Buch der Liebe. Lateinamerikanische Psalmen, Von Ernesto Cardenal führt ins Zentrum der Bibeltexte des heutigen 6. Ostersonntags:
„Gott ist die Liebe. Und gibt es ein größeres Glück als lieben und geliebt zu werden? Gott ist Glück, weil er Liebe ist. (...) Gott würde nicht ein einziges Ding geschaffen haben, wenn er es hasste, (...) und die bloße Tatsache, dass Er ein Ding bewahrt, ist der Beweis, dass Er es liebt.“
  • Ernesto Cardenal weiß, dass die Liebe und das Glück ständig gefährdet sind. Darum fährt er fort:
„Jeder von uns fühlt sich als Mittelpunkt der Welt, und darum leben wir in einer falschen Welt, so wie das Weltbild der Astronomen vor Kopernikus falsch war. Wir interessieren uns nur insofern für die Dinge, als sie für unsere kleinen Interessen nützlich sind.“
  • Der Priesterdichter resigniert vor den Übeln der Welt nicht. Er weist folgenden Weg:
„Wir können aber nur glücklich sein, wenn Gott der Mittelpunkt unserer Welt ist. Dann erfreuen wir uns an allem, was lebt, und dass die Dinge so sind wie sie sind, und dass alles geschieht, wie es geschieht, weil Gott es so will, ganz gleich, ob es nun in unsere kleinen Pläne passt oder nicht.“
 
2 Leben aus dem Glauben sichert unsere Würde und Zukunft
  • Dem in der Hauptstadt des Nordreiches Israel herrschenden Sohn Remaljas und seinem Volk sagt Gott durch den Propheten Jesaja: "Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht."[1]
  • Das von Gott in Sion gelegte sichere und feste Fundament, der von den Verantwortlichen Israels verworfene Eckstein Jesu Christus, verleiht von Gott geschenkte Zukunft: "Wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde.“ [2]
  • Wer das Freundschaftsangebot Jesu annimmt und in lebendiger Beziehung zu ihm lebt, hat einen festen und sicheren Stand. An ihm wird wahr, was der Prophet verheißt: "Wer glaubt, der braucht nicht zu fliehen." [3]
  • Die lebendige Beziehung und Freundschaft zu Jesus bewahrt uns davor, aus der oft schwierigen Wirklichkeit unserer Welt oder der Wirklichkeit der konkreten Pfarrgemeinde in eine heile Scheinwelt oder in eine sich für rein haltende christliche Sekte zu fliehen.
  • Was Petrus in der ersten Lesung zu dem sich zum christlichen Glauben bekehrenden Hauptmann Kornelius sagt spricht uns unmittelbar an "Auch ich bin nur ein Mensch."[4] Petrus bekennt, dass er nicht aus eigener, sondern aus der Kraft Gottes lebt.
  • Mit Petrus dürfen wir zu jedem von Menschen gedemütigten und erniedrigten Mitchristen sagen: "Steh auf!" Gott sieht dich an. Du stehst in seinem Ansehen. Das kann Dir kein Mensch, kein Vorgesetzter, auch kein Geweihter rauben.
Wie kann dieses von Gott zuteil gewordene Ansehen, seine Liebe in uns lebendig werden und lebendig bleiben?
2.1 Durch Glaube und Liebe
  • Der Glaube ist kein Ding, das uns zum Gebrauch nach Belieben zur Verfügung steht. Glaube will getan und gelebt werden. Erst dadurch wird er als wahr erfahren.
  • Bevor Jesus seinen Jüngern sagt, dass er sie liebt, wie der Vater ihn liebt, reicht er ihnen das Brot und den Kelch mit den Worten, das ist mein für euch hingegebener Leib und mein für euch vergossenes Blut zur Vergebung der Sünden. Das bin ich für euch! Als Gott und Mensch, als lebendige Person.
  • Und bevor er ihnen sagt, liebt einander wie ich euch geliebt habe, vollzieht er an ihnen den Sklavendienst der Fußwaschung.
  • Erst lädt er sie ein, bei ihm zu wohnen, mit ihm das Leben zu teilen. So vertieft sich die innige Beziehung zu ihm. Es ist ein oft anstrengendes Hineinwachsen in das Lebensprogramm Jesu. Dann erst sagt er zu ihnen „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“[5]
  • Als nach der Rede in der Synagoge von Kafarnaum viele Jünger Jesus verlassen, fragt er die Gebliebenen: "Wollt auch ihr gehen?" Petrus - der Fels - macht seinen Namen wahr, indem er stellvertretend für seine Mitapostel zu Jesus sagt: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt „Du bist der Heilige Gottes."[6]
  • Und bevor Jesus sie als seine Boten in die ganze Welt sendet, begegnet er ihnen als der Sieger über Sünde und Tod, als der Auferstandene und zum Vater Heimkehrende.
  • Den bei ihm Bleibenden schenkt er seine Freundschaft. Das ist mehr als Jünger und Schüler. Der Erwählung durch Jesus soll der Wille der Jünger entsprechen, sich aufzumachen und Frucht zu bringen.
  • »Glauben« bedeutet von der Wortwurzel her: sich etwas lieb und vertraut machen. Jesus macht es uns vor, ganze Nächte verbringt er im vertrauten Gespräch mit Gott. Ihn nennt er zärtlich Abba, Vater.[7]
  • Ignatius von Antiochien wurde als Gefangener auf einem Schiff nach Rom gebracht und dort wegen seines christlichen Glaubens den wilden Tieren vorgeworfen. Das geschah im Jahr 101 nach Christus.
Auf dem Weg dorthin schrieb er an die Christen in Ephesus sie im Glauben an Christus ermutigend:

2.2 „Wir müssen in Christus Jesus sein, um das wahre Leben zu besitzen.“
  • Er legte ihnen Folgendes ans Herz:
„Auch für die übrigen Menschen betet ohne Unterlass!
Denn es ist zu hoffen, dass sie umkehren
und so Gottes teilhaftig werden.
Durch eure Werke tragt ihr dazu bei, dass Sie Jünger werden. 

Wenn sie zornig werden, sollt ihr sanftmütig sein; 
wenn sie prahlen, seid demütig; 
wenn sie lästern, betet! 
Wenn Sie Ihre Wege gehen, steht fest im Glauben;
Sind sie unbeherrscht, so seid gütig! 
Versucht nicht es ihnen gleich zu tun. 
Durch Güte wollen wir uns als ihre Brüder ausweisen 
und uns bemühen, Nachahmer des Herrn zu sein.“

  • Wer kann in dieser kranken und sündigen Welt, in unserer von schwachen sündigen Menschen bewohnten und geleiteten Kirche uns Heilung und Halt schenken?
  • Ignatius von Antiochien zeigt auf Jesus Christus, auf den ganzen Christus, der uns zu seinen Freunden gemacht hat:
„Einer aber ist der Arzt. 

Er ist Leib und Geist zugleich, 
gezeugt und ungezeugt,
im Fleisch erschienen als Gott,
im Tod wahres Leben, 
aus Maria und aus Gott, 
leidensfähig und hernach leidensunfähig,

Jesus Christus, unser Herr.“
„Niemand täusche euch – nun, ihr lasst euch ja nie auch nicht täuschen, da ihr Gott ganz gehört.“
  • Gott ganz gehören in der Freundschaft mit Jesus ist Teilhabe an der Freude Jesus über seinen Ostersieg. Dadurch wird unsere menschliche Freude vollkommen. Denn wir haben in der Taufe durch unsere Christuszugehörigkeit Anteil an seiner Auferstehung und der Fülle des ewigen Lebens bei Gott.
 In einem Hymnus zur Lesehore besingt die Kirche in der österlichen Zeit

3 das Glück des erlösten Menschen
„Triumphierend steht er vom Grabe auf.
Hebt uns Menschen in die erlöste Welt.
Führt dem Vater seinen verlornen Sohn
in die Arme.“
 

[1] Jes 7,9
[2] 1 Petr 2,6
[3] Jes 28,16
[4] Apg 10,26
[5] Joh 15,10
[6] Joh 6,68f.
[7] vgl Lk,6,12; Mk 1,35
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