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Lesejahr 2012 (B)

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Die Zeit ist erfüllt - Das Reich Gottes ist nahe
1 Regierungserklärung
1.1 Die Bundeskanzlerin
Sie gibt zu Beginn ihrer Regierungszeit eine Regierungserklärung ab. Der neu gewählte Rektor der Universität hält seine Antrittsvorlesung. Ziele und Aufgaben einer Legislaturperiode werden vorgestellt.
1.2 Jesus beginnt sein öffentliches Wirken mit zwei kurzen Sätzen
   In ihnen leuchtet das Evangelium Gottes als frohe gute Nachricht auf. "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe." Und "Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!"
Markus fasst die Verkündigung Jesu, sein Reden und sein Handeln, in dem Wort "Evangelium - gute frohe Nachricht" zusammen.
 Jesus kehrt nach seiner Erfahrung in der Wüste und nach der Taufe durch Johannes nach Galiläa in seine Heimat zurück.
Die Überschrift über sein Leben und Wirken drückt der Evangelist mit dem Wort "Evangelium - gute frohe Nachricht" aus.
1.3 Rückblick aus der Perspektive der Auferstehung
Markus blickt in seinem Evangelium aus der Erfahrung mit dem auferstandenen und zum Vater heimkehrenden Jesus Christus auf die Anfänge öffentlichen Wirkens Jesu.
Darum ist Jesus selbst, der Gekreuzigte und Auferstandene, der Inhalt des Evangeliums, die gute und frohe Nachricht, die uns von Gott her zugesprochen wird.
2 Das Evangelium Gottes
Mit dem Auftreten Jesu in seiner Heimat Galiläa und der Berufung der Jünger ist das Reich Gottes, die befreiende und selig machende Herrschaft Gottes nahe gekommen. Es steht sie vor der Tür, klopft an die Türen der Herzen, bittet um Öffnung und Einlass.
In Jesus und seinen berufenen Jüngern steht Gott vor unserer Tür und bittet um Einlass. Damals wie heute.
"Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!" In diesem authentischen Jesuswort kündigt der Herr einmal das Heil Gottes an und er fordert zu anderen Umkehr und Glauben.
2.1 "Die Zeit ist erfüllt"
Die Zeit ist von Gott geschaffen und gegeben, aber auch einmalig und vergehend. Erfüllte Zeit betont die gegenwärtige Dringlichkeit sich auf die Gottesherrschaft zu konzentrieren und der darin von Gott gegebenen Chance sich zu öffnen.
Wenn Jesus von der »βασιλεια του θεου - der Königsherrschaft Gottes« spricht, meint er damit das machtvolle dynamische Geschehen, in dem Gott seine Heilsherrschaft universal aufrichtet: Gottes Herrschaft steht vor der Tür und bricht herein.[1]
2.2 "Das Reich Gottes ist nahe"
Es steht in der Person Jesu vor der Tür unseres Herzens und unserer menschlichen Wirklichkeiten. Bei Jesus geht es nicht wie bei Johannes um die Androhung des Strafgerichts Gottes, sondern um »die Erfahrung der unbegreiflichen Güte Gottes«[2]
Jesu Umkehrpredigt unterscheidet sich von der vor und neben ihm. Umkehr in Sinne Jesu hat ihren Grund in der sich nahenden Gottesherrschaft. Das Evangelium ist also zu verstehen »als Botschaft von Gottes Kommen zum Heil«.[3]
 Wer sich darauf einlässt und das Reich Gottes vor allem anderen sucht, dem wird "alles andere dazu gegeben werden".[4] Die Konsequenz daraus ist dies:
2.3 "Kehrt um, und glaubt an das Evangelium"!"
Dem selbstherrlichen sich selbst erlösen wollenden Menschen verschließt sich die befreiende und umwandelnde Kraft des Evangeliums Jesu.
Das griechische μετανοειτε meint nicht nur eine Sinnesänderung, sondern ein Kehrtwende im Denken und Verhalten um 180º.
Es gibt ein selbstbestimmtes Denken ohne Gott oder mit Gott. Selbstbestimmtes Leben mit Gott heißt, anerkennen, das er unser Schöpfer, Erlöser und Vollender ist; im Leben vor ihm und mit ihm als dem Herrn meines Lebens und Garant meiner Zukunft erfüllt sich meine wahre Selbstbestimmung.
Leben ohne Gott aber bedeutet, der Sinnlosigkeit und dem Nichts seine Zukunft ausliefern.
Die ersten Verse des heutigen Evangeliums sind gleichsam die Überschrift und Inhaltsangabe des Wirkens Jesu. Es ist erfüllte Zeit.
3 Auf diesen Weg der Erfüllung nimmt Jesus Christus
   seine Jüngerinnen und Jünger mit

Wir lassen uns von ihm zu Menschenfischern machen, die ihre Mitmenschen für den Gott und Vater Jesu Christi, den Vater des Erbarmens und den Gott allen Trostes[5] gewinnen.
Im Gegensatz zu Jona werden wir uns nicht am Untergang der Sünder und Bösewichte freuen, sondern uns mit Gott und dem ganzen Himmel über einen unkehrenden Sünder mehr freuen als über 99 Gerechte.[6]
Wir werden wie Paulus in seinem 1. Brief an die Korinther nicht die irdisch vergänglichen Wirklichkeiten als letzte Erfüllung und Ziel unserer Existenz verstehen, sondern als vorläufige vergängliche. "Die Zeit ist kurz"[7] selbst wenn wir 100 Jahre alt würden.
Im Vergleich zur Fülle des ewigen Lebens bei Gott ist unsere irdische Existenz nur ein Hauch.
Ebenso sind unsere Tränen und Freuden nur eine äußerst kurze Erscheinung angesichts der ewigen Freude, die uns in der Anschauung Gottes zuteil wird.
Ihn, Fülle der Liebe und unerschöpfliches Erbarmen, werden wir sehen, wie er ist.[8] Und wir werden uns nie satt sehen; denn Gott ist unendlich groß und schön. Und wir selber werden ihm ähnlich sein.[9]

[1] Rudolf Pesch in Kommentar zum Markusevangelium S.102
[2] J. Jeremias, Theologie I, 155
[3] Rudolf Pesch, das Markusevang. S.103
[4] Mt 6,33
[5] 2 Kor 1,3
[6] vgl Lk 15,7
[7] 1 Kor 7,29
[8] 1 Joh 3,2
[9] ebd.
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