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Lesejahr 2012 (B)

Homilie zu Joh 20,19.23 am Barmherzigkeitssonntag in Großenbuch

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Geschenktes Erbarmen schenken

1 Weißer Sonntag - Domenica in Albis


  • Heißt der Oktavtag des Osterfestes, der Sonntag nach Ostern. Wir erinnern uns an die weißen Kleider der Mädchen bei der Erstkommunion. Ursprünglich sind damit die an Ostern den Neugetauften angelegten Weißen Gewänder gemeint.
  •  Zeichen dafür, dass sie in der Taufe Christus angezogen haben und von ihm von jeder Sünde befreit geheiligt wurden. Acht Tage lang haben die Neugetauften diese Gewänder bis zum Sonntag nach Ostern getragen.
  • Jesus Christus hat als der Auferstandene vor seiner Himmelfahrt seinen Aposteln aufgetragen: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe."[1]
  • Durch den Glauben an das Evangelium Jesu und die Taufe wurden wir eingegliedert in das Neue Volk Gottes, in die Heilsgemeinschaft der Erlösten. Aber der Herr wusste um unsere menschliche Schwachheit und die Gefahr, Ihn zu verraten und Gott untreu zu werden.
  • Durch sein Nachdenken über die erlebten Unmenschlichkeiten der Ideologien des 20. Jhts. und die Christusvisionen der Sr. Faustina bestärkt, gab Johannes Paul II im Heiligen Jahr 2000 dem Sonntag nach Ostern den Namen

2 "Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit."

  • Um die Schwachheit und Sündhaftigkeit seiner Jünger und Jüngerinnen wissend hat der Auferstandene am Ostertag seine göttliche Macht der Sündenvergebung den Aposteln anvertraut und sie gesandt zur Vergebung der Sünden. "Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert."[2]
  • Diese vom Auferstandenen empfangene Vollmacht haben die Apostel an ihre Nachfolger die Bischöfe weitergegeben. Und die Bischöfe geben sie an die von ihnen geweihten Priester weiter.
  •  Diese sakramentale - heilswirkliche handgreifliche persönlich erfahrbare - Sündenvergebung durch den bevollmächtigten Priester ist die große Heilsgabe des auferstandenen Christus. Es ist Auferstehung zu neuem Leben.
  • Der Epheserbrief bezeugt es: "Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet."[3]
  • Das unverbrüchliche liebende Erbarmen Gottes braucht jeder Mensch, auch der Christ bis zum letzten Atemzug; denn keiner ist gerecht vor Gott, es sei denn durch Gottes Barmherzigkeit, die uns in seinem geliebten Sohn in Jesus zuteil wird. Dieser sagt von sich: "Wer mich sieht, sieht den der mich gesandt hat."[4] Er allein kann von sich sagen: "Ich und der Vater sind eins."[5]
  • Die ganze Menschheit und auch alle Getauften sind auf das göttliche Erbarmen angewiesen. Das wissen die Jünger und Jüngerinnen, das weiß die Kirche von Anfang an.
  • In Jesus Christus ist das Erbarmen Gottes Mensch geworden. Was Jesus in den Psalmen sang und betete, das lebte und verkörperte er. "Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte."[6]

3 Gott der Vater des Erbarmens und
   der erbarmungslose Mensch


  • Paulus macht im 1. Kapitel des Römerbriefs deutlich: Von Menschen, die ohne Gott leben, ihn nicht als ihren Schöpfer und Erlöser ehren, ihm nicht danken, verfallen in ihrem Denken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wird verfinstert. [7] "Sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen."[8]
  • Sowohl Karol Woityla als auch Sr. Faustina Kowalska haben durch die atheistischen Systeme des Nationalsozialismus und der Kommunismus hautnah deren unbarmherziges und menschenverachtendes Verhalten erlebt. Sr. Faustina hatte 1931 in einer Vision von Jesus den Auftrag erhalten, dass seine Barmherzigkeit am Sonntag nach Ostern festlich gefeiert werde. "An diesem Tag werden die äußersten Tiefen meiner Barmherzigkeit als Zuflucht für alle geöffnet sein."
  • Am 17.Aug. 2002 besuchte Johannes Paul II zum letzten Mal seine Heimat Polen. Er weihte in Lagiewniki die neue Basilika als das Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit. In seiner Predigt sagte Johannes Paul mit flehentlichen Worten: 
  • "Wie dringend braucht die heutige Welt das Erbarmen Gottes. Aus der Tiefe des menschlichen Leids erhebt sich auf allen Erdteilen der Ruf nach Erbarmen. Wo Hass und Rachsucht vorherrschen, wo Krieg das Leid und den Tod unschuldiger Menschen verursacht, überall dort ist die Gnade des Erbarmens notwendig, um den Geist und das Herz der Menschen zu versöhnen und Frieden herbeizuführen.“
Weiter sagte Johannes Paul zu unserer Ermutigung:
  • „Wo das Leben und die Würde des Menschen nicht geachtet werden, ist die erbarmende Liebe Gottes nötig, in deren Licht der unfassbare Wert jedes Menschen zum Ausdruck kommt. Wir bedürfen der Barmherzigkeit, damit jede Ungerechtigkeit in der Welt im Glanz der Wahrheit ein Ende findet."
 
4 Erbarmen empfangen und Erbarmen schenken

  • Wo Vergebung gewährt und angenommen wird, das mütterliche und väterliche Erbarmen Gottes wie es in Jesus Mensch wurde als unverdientes Geschenk zuteil wird, geschieht Auferstehung aus dem Tod des Sünde, des Hasses und der Unmenschlichkeit. Der Gott und Vater Jesu Christi ist "der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes."[9]
  •  Weil Gott unergründliche Barmherzigkeit ist, sollen seine Kinder, seine Söhne und Töchter sein Erbarmen in allen Lebensbereichen verwirklichen. Darum sagt Jesus seinen Jüngern: "Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist."[10]
  • Wer das Erbarmen Gottes sich durch Jesus in seiner Kirche schenken lässt, spürt die daraus erwachsenden Konsequenzen für unser eigenes Verhalten.
  • Geschenktes Erbarmen muss weitergeschenkt werden! Der Apostel Petrus, der selber nach dem Verrat an seinem Herrn dessen Erbarmen und Vergebung empfing, ermutigt uns dazu: "Endlich aber: seid alle eines Sinnes, voll Mitgefühl und brüderlicher Liebe, seid barmherzig und demütig!“[11]
  • Als sein Testament hat uns Johannes Paul II bei der Einweihung des Heiligtums der Göttlichen Barmherzigkeit folgende Worte hinterlassen.[12] Ich darf sie heute an Sie weitergeben:
  • "In diesem Heiligtum möchte ich daher heute die Welt feierlich der Barmherzigkeit Gottes weihen mit dem innigen Wunsch, dass die Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier durch Schwester Faustyna verkündet wurde, alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen möge. Jene Botschaft möge, von diesem Ort ausgehend, überall in unserer geliebten Heimat und in der Welt Verbreitung finden.“
  • Die folgenden Worte des Papstes ermutigen uns, die Botschaft vom unergründlichen Erbarmen Gottes überall weiterzusagen und an unserem Lebensplatz zu verwirklichen.
  • „Möge sich die Verheißung des Herrn Jesus Christus erfüllen: ‚Von hier wird ein Funke hervorgehen, der die Welt auf Mein endgültiges Kommen vorbereitet. Diesen Funken der Gnade Gottes müssen wir entfachen und dieses Feuer des Erbarmens an die Welt weitergeben. Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden!’ Euch, liebe Brüder und Schwestern, vertraue ich diese Aufgabe an. Seid Zeugen der Barmherzigkeit!"

[1] Matt 28,19 f.
[2] Joh 20,22f
[3] Eph 2,4
[4] Joh 12,45
[5] Joh 10,30
[6] Ps 103,8; Ps 145,8
[7] vgl Röm 1,21
[8] Röm 1,31
[9] 2 Kor 1,3
[10] Lk 6,36
[11] 1 Petr 3,8
[12] http://www.zenit.org/article-14815?l=german
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