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Lesejahr 2012 (B)

Homilie zuden Bibeltexten am 33.So.B in Rosenbach

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DIE SAMMLUNG DER AUSERWÄHLTEN
 1 Der Reiz der Drohbotschaften

  • ist ungebrochen. So knüpfen die Zeugen Jehovas mit Vorliebe bei Themen an, welche die Ängste vieler Menschen mobilisieren: drohende Katastrophen, Verfall der Sitten, die Gefahren von AIDS, Pest und Cholera. dass ihr Einsatz nicht vergeblich ist, zeigen steigende Mitgliederzahlen.
  • Auch manche Parteien und Gruppierungen stehen den Sekten nicht nach und schüren Ängste in der Bevölkerung, etwa die Angst vor Ausländer und Asylanten.
  • Ich kann mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass hinter diesem Aufgreifen von Angstthemen eine gewisse Berechnung steckt.  Auch in der Kirche gab es Zeiten, wo man den Menschen die Hölle heiß machte. Doch die Frohbotschaft darf nicht zur Drohbotschaft werden.
  1. In der 1. Lesung aus dem Buch Daniel hörten wir vom Auferstehungsglauben Israels: „Von denen, die Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach, zu ewigem Abscheu.“

 Die Bibel spricht also von beidem, von
2 Himmel und Hölle

  • Die biblischen Texte des heutigen Sonntags wollen uns zum rechten Tun und zur Wachsamkeit anregen. Sie sind entstanden in einer Zeit als der übermächtige römische Staatsapparat regierte, dem man sich ohnmächtig ausgeliefert sah.
  • Jüdische und christliche Kreise suchten Zuflucht in der apokalyptischen Bilderwelt, die ihnen ein gerechtes Urteil über ihre Verfolger zusicherte.
  • Es ist gut zu wissen, dass diese Welt nicht ewig bestehen bleibt. Eines Tages wird der Menschensohn kommen und das Neue beginnt: Gerechtigkeit und Friede werden in seinem Reich herrschen.
  • Freilich Himmel und Hölle beginnen schon hier und jetzt.

Wolfgang Poeplau erzählt folgende Geschichte:

Ein Krieger kam zu dem weisen Hakuin und fragte barsch: "Sag, Alter, gibt es Himmel und Hölle?"
Hakuin schaute ihn nachdenklich an und entgegnete: "Ein nichtsnutziger Kerl wie du stellt mir diese Frage?"
Aufbrausend riss der Soldat sein Schwert aus der Scheide und schrie: "Ich bin Offizier der kaiserlichen Garde. Diese Beleidigung wirst du mit dem Leben büßen." Und er stürzte sich auf Hakuin.
Der alte Mann blieb ganz ruhig sitzen und sagte: "Jetzt stößt du die Tore der Hölle auf."
Überrascht ließ der Soldat sein Schwert sinken. "Siehst du," bemerkte Hakuin, "nun öffnen sich die Tore des Himmels."
Und Poeplau bemerkt dazu: Wenn die Hölle uns wirklich schrecken würde, könnten wir nicht so unbeeindruckt Menschen ihrem Schicksal überlassen. Wenn wir ernsthaft an den Himmel glaubten, würden wir uns nicht krampfhaft an die Kleinigkeiten des Lebens klammern. Himmel oder Hölle sind jetzt schon in uns.

Die Bibel verkündet uns aber auch, dass
3 Alles vergeht.

  • Der Sieg über die Hölle ist durch Christus schon errungen. Durch sein Opfer am Kreuz hat er den Unrat der Hölle in uns beseitigt. Dazu gehört auch das krampfhafte Fixiertsein auf das Vergängliche, der daraus wachsende Egoismus und das Haben-Wollen, das nicht genug Bekommen.
  • Das heutige Evangelium verkündet uns zunächst die zeitlose und bittere Wahrheit, dass menschliches Dasein brüchig ist; dass es keinen absoluten Halt für uns gibt; dass alles, worauf wir uns verlassen, uns jeden Augenblick genommen werden kann. Nichts auf Erden ist unzerstörbar, ja nicht einmal die Kräfte des Himmels haben ewig Bestand. Alles Vergängliche kann und wird zerfallen.
  • Nach dem Termin des allgemeinen Untergangs zu forschen, ist müßig. Für viele Menschen z.B. in Syrien ist dieser Untergang schon hereingebrochen. Ähnliches erleben wir, wenn mitten im Leben uns nahe stehende Menschen plötzlich durch einen Infarkt oder Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen werden.
  • Für den einzelnen Menschen ist es schrecklich zu wissen, dass in seiner persönlichen Todesstunde für ihn persönlich die Welt untergeht, dass ihm alles aus der Hand fällt, alles was er erworben und geschaffen hat.
  • "Himmel und Erde werden vergehen" das ist die erste und bedrückende Aussage des Evangeliums. Dahinter leuchtet aber auch die Freude auf: Alles, auch wenn es sich noch so böse und frech gebärdet, geht einmal zu Ende.
  • Dieser Aussage schließt sich eine zweite an: Es gibt im allgemeinen Verfall noch etwas Bleibendes und Tragendes und das ist Jesus Christus. Er hat am Kreuz den Tod besiegt. Er hat Worte gesprochen hat, die nicht vergehen.

Wir fragen zu recht:
4 Was bleibt?

  • Mein Klassenkamerad der Franziskanermönch Siegfried Grän schrieb vor seinem Tod dies:
  • "Wenn ich eines Tages alles hergeben muss, was jetzt mein Leben reich und schön macht, werde ich nicht vor dem blanken Nichts stehen. Es wird vielmehr einer da sein, der mich kennt und liebt und sich um mich kümmert.“
  • „Er wird mir Engel entgegenschicken, Boten seiner Fürsorge, die mich geleiten. Und je näher ich ihm komme, desto mehr werde ich erkennen, dass ich durch den Verlust der Welt nicht arm geworden bin, sondern frei; frei für das wahre Leben, für die ewige Gemeinschaft mit dem, der mein Herz für sich erschaffen hat. Für den gläubigen Christen gibt es kein Welt- und Lebensende, sondern nur einen neuen Anfang."
  • Der Herr lädt uns dieser Stunde ein uns diesem Denken anschließen; denn dürfen wir ausschauen nach dem,

5. Was jenseits des Vergänglichen kommt.

  • Das Vergängliche, das »Land des Staubes«, kann uns nicht festhalten, weil wir durch Glaube und Taufe zu Christus gehören. Er hat Tod und Grab in seiner Auferstehung besiegt.
  •  Auf diesem Weg ins Unvergängliche wird unser Pfarr- und Kirchenpatron St. Michael, wie die 1. Lesung aus dem Buch Daniel sagt, für die zum Volk Gottes Gehörenden eintreten.
  • Das wussten die Verantwortlichen Neunkirchens als sie nach dem 1.Weltkrieg das Denkmal mit dem Bild des Erzengels Michael für die im Krieg Gefallenen errichteten.
  • Der an Gott Glaubende wird daher das Gute tun und das Böse meiden; denn es gibt ein Gericht. Schon das Buch Daniel bekennt: „Viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu.“
  • Die an Gott Glaubenden, die andere zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten. Sie haben für immer Anteil am ewigen Leben, der Fülle des  Lebens bei Gott.
  • Wer ehrlich ist, weiß aber auch um sein vielfältiges Versagen. Nicht immer tun wir das Gute. Immer werden wir schuldig und bleiben wir vieles schuldig. Werden wir im Gericht bestehen? Wenn es allein von uns abhinge, sicherlich kaum.
  • Die Lesung aus dem Hebräerbrief ermutigt uns, uns von Christus heiligen zu lassen; „Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.“ Der Glaube an ihn und sein Erlösungsopfer, die Freundschaft mit ihm, das Annehmen seiner Heilsgaben im Sakrament der Sündenvergebung und in der Eucharistie eröffnet uns die Tür zur ewigen Vollendung.

6. Freiheit die vom Himmel kommt

  • Vor Jahren konnten Sie im Radio folgenden Werbeslogan hören „Technisat - Freiheit die vom Himmel kommt." Fast jedes Haus hat heute eine Satelitenschüssel auf dem Dach. Hunderte Programme - von einem Sateliten ausgestrahlt - können wir darüber empfangen. Wir können als wählen, welche Programme wir uns ansehen.
  • Wahre Freiheit schenken uns nicht die Programme, die uns Menschen per Satellit anbieten, sondern allein der Glaube an Jesus Christus, der den Tod besiegt hat und zur Rechten Gottes sitzt.
  • Wer sich auf ihn und sein Evangelium einlässt und die Tür zum Himmel schon jetzt durch Taten der Liebe weit aufstößt, der wird dem Vergehen der Welt wie dem eigenen irdischen Vergehen ohne Angst und mit Gelassenheit entgegensehen.
  • Nicht Todes- und Gerichtsangst erfüllt diese Menschen, sondern freudig und vertrauend erheben sie ihre Häupter; denn es kommt die Sammlung der vom Herrn Auserwählten. Sie fühlen, dass ihre Erlösung nahe ist und etwas Neues anfängt. Dieses Neue übertrifft alles, was wir bisher gesehen, gehört und erlebt haben. Das ist die Freiheit, die vom Himmel kommt.

 Dan 12,1
 Dan 12,2
 Dan 12,3
 Hebr 10,14===>>Zum Seitenanfang  ===>> zur Übersicht

    

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