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2011 (A)

Homilie am 2.Sonntag im Jahreskreis 2011 in St. Johannes d.Täufer Großenbuch

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Seht das Lamm Gottes - Taufe Jesu in St. Johannes d.T. Großenbuch
Seht das Lamm Gottes - Taufe Jesu in St. Johannes d.T. Großenbuch
Von der Christuserkenntnis und Christusgemeinschaft zum Christusbekenntnis

Mit unserer Taufe stellten uns unsere Eltern

1 Auf den Weg zur der Christusgemeinschaft

Viele Eltern und Großeltern hatten in der Advents- und Weihnachtszeit die Chance, ihren Kindern und Enkeln etwas von Jesus zu erzählen oder vorzulesen. Aber haben sie auch die Begeisterung für Jesus vermittelt? „Wer selbst nicht brennt, kann kein Feuer entfachen.“ Wer Jesus seinen Kindern, Enkeln und Paten nahe bringen will, muss selber ganz nahe bei Jesus sein.

Die großen Feste des Kirchenjahres und die Feier des Sonntags sollten Stationen der Einkehr auf dem Weg sein, der unsere Christuserfahrung immer mehr verinnerlicht.
  • Das Ziel dieses Weges ist die Christus-gemeinschaft, so daß wir uns ihm nahe wissen und wie Johannes dankbar bekennen und bezeugen können „Er ist der Sohn Gottes.“[1]
  • Solche Christuserkenntnis öffnet uns Tür und Tor für Gott. Jesus schenkt den Seinen die Herrlichkeit, die ihm der Vater gegeben, damit sie eins seien wie er eins mit dem Vater ist. „Ich in Ihnen und Du in mir.“[2] Geeint in Jesus sind wir mit Gott innig verbunden. So wird vor der Welt offenbar, sagt Jesus betend zum Vater „dass du mich gesandt hast und die meinen ebenso geliebt hast wie mich.“[3]

2  Schritte zur größeren Christuserkenntnis

  • Diese sind für uns ablesbar an Johannes dem Täufer. Ihm wäre das wahre Wesen der Person Jesu verborgen geblieben, wäre da nicht die Begegnung seiner Mutter Elisabeth mit Maria die Mutter Jesu gewesen. Beide waren miteinander verwandt. Als Schwangere begegneten sie einander. Maria wird ihrer Verwandten das Geheimnis mitgeteilt haben, das Gott in ihr durch seinen Heiligen Geist gewirkt hat. Wahrscheinlich hat Elisabeth auch mit ihrem Sohn Johannes darüber gesprochen.
  • Dieser hat sich - ein Mann geworden - in einem langen Wüstenaufenthalt ganz für Gott aufgetan und auf ihn hingehört. Und so öffnete ihm der Heilige Geist bei der Begegnung mit Jesus das innere Auge, so daß er durch Gottes Offenbarung Jesus als den Messias, den gottgesandten Retter erkennen und verkünden konnte.
2.1 „Seht, das Lamm Gottes...“[4]
  • Bildlich wird in unserer Pfarrkirche über dem Tabernakel das Lamm Gottes mit einem Strahlenkranz dargestellt. An Ostern und in der Osterzeit steht dort die Figur des Auferstandenen mit dem Kreuz als Siegesfahne. Das Lamm Gottes ist für uns der auferweckte und in der Herrlichkeit Gottes erhöhte Christus.
Isenheimer Altar (Ausschnitt) Matthias Grünewald, (1506 - 1515)
Isenheimer Altar (Ausschnitt) Matthias Grünewald, (1506 - 1515)
In der Offenbarung des Johannes wird ER 28mal als das Lamm geschaut, das durch seinen Opfertod und seine Erhöhung die Herrschaft über Welt und Kosmos antritt. „Nun gehört die Herrschaft über die Welt unserem Herrn und seinem Gesalbten; und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.“[5] Schon das erste Volk Gottes - Johannes und Jesus gehören ihm an - betet Gott an mit den Worten „du bist der Herrscher über das All.“[6]
Dieses siegreiche Lamm wird in der christlichen Kunst manchmal mit einem Kranz umgeben, der zu je einem Viertel aus Blüten, aus Ähren, aus Trauben und Oliven gebildet wird die vier Jahreszeiten symbolisierend. Das heißt:
Unsere Zeit im Jahreskreis des Kirchenjahres
Sollte immer den Tod des Herrn verkünden
Und seine Auferstehung preisen,
Bis er kommt in Herrlichkeit.
Bereits für die Israeliten war das Blut des geopferten Paschalammes, das sie an die Türpfosten ihrer Häuser strichen, ein Schutz- und Gnadenzeichen Gottes. Im Johannesevangelium wird Jesus Christus als das wahre Paschalamm verkündet und damit auf seinen universellen Sühnetod hingewiesen.
  • Dies wird uns nur dann unter die Haut gehen und unser Leben durchdringen, wenn wir uns, der Offenbarung, die Gott dem Johannes geschenkt hat, immer wieder neu öffnen. Diese Offenbarung, daß Jesus das Lamm Gottes ist, wird uns nur dann innerlich ergreifen, wenn wir auch den zweiten Teil des Johanneswortes annehmen: „Seht das Lamm Gottes
2.2  ...das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“
  • Gott sendet seinen Sohn in die Welt um uns mit sich zu versöhnen. Gott geht in Jesus auf uns zu und bietet uns seine Freundschaft an. Er sendet seine Boten aus, die uns sagen „Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“[7]
  • Damit wir das begreifen und annehmen geht er in Jesus den Weg des Lebens bis in den gewaltsamen Tod hinein mit uns. „Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch (Gottes) Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben.“ So Paulus an die Römer.[8]
  • Und im Brief an die Kolosser „Jetzt aber hat er euch durch den Tod seines sterblichen Leibes versöhnt, um euch heilig untadelig und schuldlos vor sich treten zu lassen.“ [9]
  • Gott selbst nimmt durch Jesus die Sünde der Welt, das sich Absondern von ihm, von Welt und Menschheit, hinweg. Aber genau da liegt unser Problem. Wir tun so, als gäbe es die Wirklichkeit der Sünde nicht.

3 Von der Sünde spricht man nicht.

  • Kaum jemals war das Wort aus dem 1. Johannesbrief so aktuell wie in unseren Tagen „Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns.“ [10]
3.1 Wir leben vielfach in einem Unschuldswahn.
  • Schuld sind so wieso immer die anderen. Wie kann da noch jene Offenbarung uns innerlich ansprechen, dass JESUS, DAS LAMM GOTTES die Sünde der ganzen Welt hinwegnimmt? Wir stehen deshalb am Rande der Selbstzerstörung weil wir den Begriff Sünde peinlichst vermeiden.
  • Die Sünde der Welt unserer Tage ist das offenkun­dige Sich absondern von der Schöpfungsordung Gottes. Die Schreckensbilanz im privaten öffentlichen und internationalen Leben und das Wachsen der Angst haben ihren Grund auch im Schwinden des Gottesglaubens und der Menschenwürde.
  • Gemeint sind Egoismus, Herzenshärte, Unwahrhaftigkeit, die gesamte Zerrüttung des Verhältnisses zwischen Gott und Menschen, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und Schöpfung.
3.2 Ich nenne nur einige Bereiche:
Den persönlichen Bereich
  • Selbstverwirklichung auf Kosten anderer. Ausprobieren des anderen statt Vertrauen und Weggemeinschaft. Millionenfache Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib.[11]
  • Schlagworte wie „was bringt es mir?“ Oder „ich mache nur, wozu ich Lust habe“ verraten die Tendenz zur egoistischen Absonderung zur Sünde.
Das gesellschaftliche Leben
  • Konsumrausch, Profitgier, Fress- und Saufwut, bindungslose Sexualität, Drogenmissbrauch, Entheiligung des Sonntags, Gewalttätigkeit und Terrorismus. All das sind eindeutige Hinweise auf die Sünde der Welt.
Der globale Bereich des Lebens
  • Umweltzerstörung, die verengte Sicht des Denkens im Fundamentalismus, jede Form von Extremismus, Drogenkartelle, Mafia, Versklavung und Ausbeutung. Irgendwo sind wir alle mitbeteiligt, stehen wir unter der Sünde der Welt.

4 Jesus Christus: das universale Heil.

  • Gott will nicht, dass wir an der Sünde der Welt, die unsere eigene ist, zugrunde gehen. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehrt und wirklich lebt.[12] Die Befreiung aus der persönlichen wie der globalen Absonderung und Sünde, geschieht in der Zuwendung zu Jesus Christus, zu dem Gott der Gerechtigkeit und Liebe.
  • Jesus Christus ist das Heil aller Menschen. Diese Glaubenserkenntnis muss in die Tiefe der menschlichen Seele eindringen. Wenn wir dies zulassen, uns zum persönlichen und öffentlichen Christusbekenntnis durchringen und durch ihn Gott lobpreisend anbeten werden wir Heilung erfahren.
„Alle Welt bete dich an, o Gott, und singe dein Lob.“[13]
  • Dieser Eröffnungsvers der heutigen Messe sollte auch über unserem persönlichen Leben stehen und über dem Leben der Völker. Die offiziell verordnete Gottlosigkeit der kommunistischen und nationalsozia­listischen Diktaturen lebt heute bei uns weiter in einem zunehmenden aggressiven Atheismus. Wohin die schleichende Gottlosigkeit führt, das steht nicht in den Sternen, aber auf vielen Seiten des Alten und Neuen Testaments.
Unsere ewige Zukunft hängt davon ab, dass wir

5 In der Christuserkenntnis wachsen

  • Und durch ihn zur Gemeinschaft mit Gott gelangen. Jesus Christus ist der Erwählte Gottes und in jeder Eucharistiefeier „vollzieht sich das Werk der Erlösung“, so beten wir heute im Gabengebet. Der Sinn der von Gott geschenkten Zeit ist die Christuserkenntnis. Ein Sprichwort sagt:
„Wer keine Zeit hat, wird niemals reif.“
  • Er wird höchstens reif für den Untergang. Wir dürfen im Kirchenjahr in die beglückenden und Zukunft schenkenden Glaubenswahrheiten hineinwachsen. Und da unser Leben oft einer Reise gleicht, darf der Sonntag als eine Rast gelten, die wir zur seelischen Einkehr nützen sollten.
Die Sünde der Welt, die auch in uns ist, wird nur dort überwunden, wo sich der Mensch der in Jesus Christus anwesenden liebenden und heilenden Nähe Gottes öffnet. Dazu haben wir uns versammelt: Den in Jesus Christus Mensch gewordenen Gott des Erbarmens und der Liebe an uns wirken zu lassen.



[1] Joh 1,34
[2] Joh 17,23
[3] ebd.
[4] Joh 1,29
[5] Offb 11,15
[6] 1 Chr 29,12
[7] 2 Kor 5,20
[8] 5,10
[9] Kol 1,22
[10] 1 Joh 1,8
[11] 36 Millionen in den USA seit der gerichtlichen Freigabe der Abtreibung seit 1973
[12] vgl Ez 33,11
[13] Ps 66,4

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