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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zur Trauung Stefan Schottdorf mit Melanie Ihle in St. Michael NK

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Stefan und Melanie vor der Kirche
Stefan und Melanie vor der Kirche

Lieben aus der Kraft des Geistes

1 Die Gabe des Heiligen Geistes ist Liebe
 
Wie die Apostel zusammen mit Maria und den Frauen nach der Himmelfahrt Christi um die Gabe des heiligen Geistes beteten, so tut es auch die Kirche des Herrn. Auch und gerade bei einer Trauung ist es verheißungsvoll zu bedenken, dass der Heilige Geist die Initialzündung und die treibende Kraft Euerer Liebe ist.

Wenn ihr als Getaufte vor Gott in der Kirche Jesu Christi für das ganze Leben ja sagt zueinander, dann ist es Christus, der euch im Sakrament der Ehe verbindet. In Jesus begegnet uns der liebende Gott. Darum sagt Jesus zu seinen Jüngern und Jüngerinnen „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“[1]
In Jesus Christus ist die Liebe Gottes menschlich bei uns und in uns. Durch ihn haben wir einen großen Vorrat an Liebe. Den haben wir unserer heutigen Welt dringend nötig. Darum ist für jeden von euch beiden die Freundschaft zu Jesus lebenswichtig.
  • Wir leben in einer Welt des ständig gefährdeten Friedens. In Libyen und Syrien führen Diktatoren Krieg gegen das eigene Volk.
  • Im Jemen zerfleischen sich politisch rivalisierende Parteien. Unsere Friedenstruppe in Afghanistan wird immer wieder - so gerade auch in diesen Tagen - Opfer von Selbstmordattentätern.
  • In unserem Lebensumfeld bestimmt das Anspruchsdenken das Denken und Verhalten vieler Zeitgenossen. Wer wie ihr ein Dienst leistendes Geschäft betreibt, weiß davon ein Lied zu singen. Alle Gäste zufrieden zu stellen ist nicht immer leicht. Verlangt große selbstlose Anstrengung.
  • Das ist nur möglich, wenn jeder von euch sich auf den anderen verlassen kann. Ihr euch gegenseitig Frieden und Geborgenheit schenkt. Jeder sich in der wohlwollenden Liebe des anderen geborgen weiß.
  • Zugleich dürfen wir Jesus Christus an unserer Seite wissen. Er schenkt uns den Frieden Gottes. Er reißt das Trennende zischen uns nieder. Er ist unser Friede.[2]
2 Wir spüren welch großes Geschenk der Friede ist.
  • Im Kleinen wie im Großen. Ein Sprichwort sagt: "Jeder ist seines Glückes Schmied". Für das Glück und den Frieden werden wir also arbeiten. Freilich überall, wo das Ich nur sich und seinen Vorteil sucht, entstehen Unzufriedenheit, Unterdrückung und Krieg.
  • Und es ist sicher nicht nur humorvoll zu verstehen, wenn dreißig Jahre lang Verheiratete vom »Dreißigjährigen Krieg« sprechen.
Der von euch gewählte Trauspruch
»Glück ist dort, wo man Glück schenkt.« [3]

2.1 Weist den zum Frieden und Glück führenden Weg
  • Im Gotteslob steht ein dem heiligen Franz von Assisi zugeschriebenes Gebet. Es regt uns an, Gott darum zu bitten, aus uns Frieden und Glück schenkende Menschen zu machen.[4] Darin heißt es unter anderem:
Herr,
Mach mich zum Werkzeug deines Friedens.
Lass mich trachten:
Nicht, daß ich getröstet werde,
Sondern dass ich tröste.
Nicht, dass ich verstanden werde,
Sondern dass ich verstehe.
Nicht, dass ich geliebt werde,
Sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt.
Wer sich selbst vergisst, der findet.
Wer verzeiht, dem wird verziehen.
  • Das klingt zugegebener maßen recht idealistisch, alles andere als nach Selbstbehauptung, Selbstverwirklichung oder Emanzipation.
  • Aber wer kann mit einem Egoisten, mit einer Egoistin auf Dauer zusammenleben? Das Scheitern vieler Ehen ist wie ein Gericht, das zur Umkehr ruft.

Die Lesung aus dem Römerbrief möchte eine Medizin anbieten, die heilen, zufrieden und glücklich machen kann.

Ein Zweifaches meint die Bitte am Anfang des Gebetes:

2.2 "Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens"
Das bedeutet einmal - von uns aus sind wir noch kein Werkzeug des Friedens und des Glücks. Gott muss uns erst dazu bereiten.
  •   Zum Zweiten – Gott ist die Quelle des wahren Friedens und des vollkommenen Glücks. Er ist der Geber dieser guten Gabe. Darum unsere Bitte an ihn "Mach mich zum Werkzeug deines Friedens."
  • Paulus sagt es so: "Gerecht gemacht aus Glauben haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn".[5] An die Liebe Gottes glaubend werden wir von Gott gerecht gemacht, kommen wir ins richtige Verhältnis zu ihm unserem Schöpfer und Vollender aber auch zu einander. Das geschieht durch Jesus Christus. Er glaubte an die Liebe Gottes und blieb bis zum letzten Atemzug ein Liebender.
  • In seiner Liebe bleibend werden wir fähig, Werkzeuge seines Friedens füreinander und für unsere Umgebung zu werden.
  •  Das hebräische Wort »Schalom« ist der umfassende Begriff für alle natürlichen und übernatürlichen Gaben, die Gott uns schenkt. Miteinander vor Gott sein ist also die innerste Voraussetzung dafür, dass wir im Frieden sind, es uns gut geht, wir selber Frieden ausstrahlen und schenken können.
2.3 In Gott beheimatet habt ihr beide Zugang zur Gnade.
  • Paulus meint damit die Erfahrung der liebenden Nähe Gottes. Diese schenkt die Gewissheit, unser Leben läuft nicht ins Leere auch nicht nur auf das Ende zu. Es vollendet sich in der Fülle des ewigen Lebens bei Gott. Ein Leben auf diesem Fundament ist geprägt, sagt Paulus, von Hoffnung auf Herrlichkeit.[6]
  • Wo Liebende miteinander vor Gott sind, in ihm beheimatet, da werden sie auch in Bedrängnis nicht aus der Bahn geworfen, sondern die Bedrängnis bewirkt in ihnen Geduld und Bewährung.[7] Und gerade das gibt einer Liebe große Tiefe, dass zwei Menschen auch in schwierigen Situationen und in Bedrängnis zueinander stehen.
Das innerste Mysterium einer tragfähigen und tragenden Liebe ist das aus dem Glauben kommende Wissen:
2.4 "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“[8]
  • Es kann für euer gemeinsames Leben schon ein wichtiger Impuls sein, daß ihr euch daran erinnert, dass ihr in der Pfingstnovene zu einander vor Gott ganz ja gesagt habt. Denn sein Geist ist es, der uns belebt und uns zur Liebe befähigt.
  • Diese Liebe darf nicht mit Libido, mit Triebhaftigkeit, verwechselt werden. Der Mensch lebt nicht nur aus dem Bauch heraus, sondern auch aus dem Geist. Ja dieser macht ihn erst zum Menschen.
  • Paulus hat es den Christen in Rom und uns ins Stammbuch geschrieben „Und der Geist Gottes bezeugt unserm Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir Kinder dann auch Erben, Erben mit Christus.“ [9]
  • Als katholische Christen wissen wir, dass die Ehe ein Sakrament, ein von Gott gestiftetes und von Jesus Christus bestätigtes Heilszeichen ist, das Heil bezeichnet und bewirkt.
Ihr beide spendet euch dieses Heilszeichen Gottes nachher gegenseitig.

Stefan und Melanie spenden sich das hl. Sakrament der Ehe
Stefan und Melanie spenden sich das hl. Sakrament der Ehe
3 Darum ist Christus der Dritte im Bund

3.1 ER ist es, der euch zum untrennbaren Lebensbund vereint.
Er sagte »am Tag des großen Festes« - gemeint ist das hohe Pfingstfest aber auch der Tag Euerer Hochzeit - "Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben;"[10]
    • Wir alle dürsten nach Leben. Der Heilige Geist, der die ganze Schöpfung belebt, gibt es uns.
Wir alle dürsten nach Liebe, die bleibt. Der heilige Geist schenkt sie dem, der an Jesus Christus glaubt, der sich dem Auferstandenen ganz öffnet.

Wir alle dürsten nach Frieden. Der heilige Geist schenkt ihn uns, wenn wir uns seinem Wehen öffnen und ihn darum bitten.
Es geht letztlich um die
3.2 Entscheidung Haben-Wollen oder Schenken-Wollen
  • Wenn ich nur mich suche, für mich Trost beanspruche, verstanden und geliebt werden will, wenn ich nur an mich denke und nur haben will, werde ich leer ausgehen.
  • Die Gefahr so zu denken und zu leben ist heute für uns alle sehr groß, weil wir in einer Anspruchsgesellschaft leben, weil das Haben-Wollen das Denken und Verhalten vieler leitet.
  • Es ist der Tod jeder Liebe und der Anfang aller Kriege, der Kriege im Kleinen wie im Großen, eines Ehe-Krieges genauso, wie des Krieges zwischen den Völkern.
  • Als Mann und Frau dem Wirken des heiligen Geistes euch öffnend wird euch aufgehen, dass alles, euer Leben und Können ein Geschenk des lebendigen Geistes ist, das hergeschenkt werden will. Nur so bringt es Frucht. Bringt es Frieden, Zufriedenheit und Glück.
  • Nicht im Haben-Wollen lebend sondern im sich Verschenken euer Leben vollziehend werdet ihr zu einem Werkzeug des Friedens und des Glücks. Seid und bleibt ihr selber im Frieden. Werdet zufrieden und glücklich.
Wir alle bitten heute Gott, ER möge euch den Willen und die Kraft schenken, unter dem Beistand des Heiligen Geistes einander Frieden und Liebe schenkend glücklich miteinander zu leben. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen.


[1] Joh 15,9
[2] Eph 2,14
[3] Ladislaus Boros
[4] Gotteslob 29,6
[5] Röm 5,1
[6] Röm 5,2
[7] Röm 5,3f.
[8] Röm 5,5
[9] Röm 8,16ff.
[10] Joh 7,37f.
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