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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zu Maleachi 1,14b - 2,2.8-10 am 31.So. in Rödlas »Maria - Königin des Friedens"

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Auf die Ehre Gottes bedacht [1]

Die Liebe Gottes wahrnehen
Die Liebe Gottes wahrnehen
1 Die Liebe Gottes sehen

Wenn wir die Zeitungen, vor allem die Boulevardpresse aufschlagen, dann könnten wir meinen, in der Welt gäbe es nur Mord und Totschlag, Treulosigkeit und Betrug, Lüge und Gemeinheit. Uns Menschen scheinen die unguten Erscheinungsformen des menschlichen Verhaltens mehr zu interessieren als das Gute, das die Welt zusammenhält.

In der 1. Lesung aus dem Buch des Propheten Maleachi spricht Gott von seiner Liebe zu seinem Volk, zu uns, aber auch von unserer Blindheit für seine Liebe.[2]
"Ich liebe euch, spricht der Herr. Doch ihr sagt, worin zeigt sich deine Liebe?"
  • Die Blindheit für die Liebe Gottes, die er zu uns hat und uns erweist, ist also nichts Neues. Von Blindheit geschlagen ehren viele Menschen Gott nur oberflächlich oder überhaupt nicht.
  • Die öffentliche Anbetung an seinem Tag, am Tag des Herrn scheint dann auf einmal nebensächlich zu sein. Und das fängt damit an, dass manche zwar noch kommen, aber nur darauf warten, dass es schnell vorbei ist.
Deshalb fragt Gott sein Volk weiter:
  • "Der Sohn ehrt seinen Vater, und der Knecht seinen Herrn. Wenn ich der Vater bin, wo bleibt dann die Ehrerbietung? Wenn ich der Herr bin, wo bleibt dann die Furcht vor mir?" 3
  • Das ist der Text, der unserer Lesung vorangeht. Wenn es um die Ehre Gottes geht, sind zuerst die gefragt, die dem Volk Gottes vorstehen.
2 Gott wendet sich zuerst an die Priester
  • Sie sind für die Ausrichtung des Gottesdienstes verantwortlich. Die Lesung ist also eine Frage an
    St. Michael im Herbst
    St. Michael im Herbst
    mich.
  • Die Priester damals haben es zugelassen, dass Gott nicht das Beste geopfert wurde, sondern verdorbene Speisen, lahme und kranke Tiere. Sie empfanden das nicht einmal als schlimm. Priester und Volk waren sich vielmehr in diesem Verhalten einig:
"Der Tisch des Herrn ist nicht so wichtig."[4]
  • Damals hat die Priesterschaft diese Haltung unterstützt und gefördert, dem Egoismus der Menschen nach dem Munde geredet. Deshalb trifft sie der Fluch Gottes:
"Wenn ihr nicht hört und von Herzen darauf bedacht seid, meinen Namen in Ehren zu halten, dann schleudere ich meinen Fluch gegen euch und verfluche den Segen, der auf euch ruht." [5]
  • Wenn dem Gottesdienst vorstehende und feiernde Menschen sagen, der Gottesdienst sei nicht so wichtig, man müsse auch nicht so lange herumtun, dann untergraben sie die Ehre Gottes in seinem Volk. Jeder Priester muss sich also immer wieder fragen:
  • Ist mir der Gottesdienst selber wirklich wichtig? Bringe ich mein Leben und meine ganze Existenz darin ein? Oder gehe ich unvorbereitet hin und spule das Ganze einfach ab?
  • Habe ich dafür wirklich Zeit oder lasse ich mich treiben von meiner Ungeduld, oder vom Druck derer, denen es nicht schnell genug gehen kann?
  • Ich darf Gott nicht nur den Abfall meines Lebens und meiner Zeit geben. Wenn ich als Priester da mitmache oder solches dulde, ziehe ich mir den Fluch Gottes zu, habe ich meinen Beruf verfehlt, mache ich mich mitschuldig daran, dass mein Dienst und der Gottesdienst nicht mehr ernst genommen werden.
  • Jeder Priester ist mit seinem Heil darauf verpflichtet - und der Bischof hat es uns bei der Weihe auf die Seele gebunden - dass er die Menschen ohne Ansehen der Person auch gegen Widerstände den Weg Gottes weist und ihn selber geht.
Die Lesung ist aber auch

Das Schönste des Herbstes
Das Schönste des Herbstes
3 Gottes Frage an jeden von uns.

Jeder durch die Taufe zum Volk Gottes zur Kirche Gehörende wird von Gott gefragt: Was gibst du mir? Ist es das Beste deines Lebens, deiner Zeit, oder vielleicht doch nur der Abfall? Wir kennen solche Haltungen. Vielleicht haben wir auch schon so gedacht oder geredet.

"Ich gehe schon mal, wenn ich nichts anderes vorhabe."
"Hoffentlich dauert es nicht zu langen, damit der Frühschoppen nicht zu kurz wird."
"Hoffentlich macht der da vorne nicht zu lange herum."
  • Die Frage geht weiter und sie trifft mich genauso wie jede und jeden von Ihnen:
Lebe ich während der Woche so, dass ich am Sonntag Gott nicht nur meine Schuld und mein Versagen zu bringen habe sondern auch ein ihm wohlgefälliges Leben?

Achte ich darauf, daß ich auch während der Woche, mein Herz bei ihm habe, mit ihm verbunden bin im persönlichen Gebet, so daß ich am Sonntag nicht nur mit dem Munde, sondern auch zusammen mit der Gemeinde und mit dem Herzen dem Aufruf des Priesters "Erhebet die Herzen,“ antworten kann: "Wir haben sie beim Herrn."
  • Gottesdienst hat mit unserem Leben im Alltag zu tun. Darum fragt der Prophet am Ende der Lesung uns alle:
"Und haben wir nicht alle den selben Vater?
Hat nicht der eine Gott uns alle erschaffen?
Warum handeln wir dann treulos, einer gegen den anderen?
und entweihen den Bund unserer Väter?"[6]
  • Habe ich die Woche über keinen Sinn für Gott, dann gibt mir auch der Gottesdienst am Sonntag nichts oder er dauert mir zu lange.
  • Sind mir mein Ich und seine Bedürfnisse wichtiger als Gott und seine Ehre, dann wird mir die Einladung zum Gottesdienst sogar lästig sein. Ich werde Ausreden suchen und auch finden.
  • Wir sind Kinder des einen Vaters im Himmel. Dass dies wahr ist, müssen wir der Welt zeigen, indem wir wenigstens am Sonntag
4 Miteinander Gott öffentlich ehren
Taubenschar über dem Kirchturm
Taubenschar über dem Kirchturm

4.1 Durch die Mitfeier der Sonntagsmesse
  • Wenn ich während der Woche Gott suche, vor ihm lebe, von ihm her mein Leben und meine Aufgaben angehe, aus seiner Liebe heraus den Menschen begegne, dann kann und will ich IHM auch an seinem Tag die Ehre geben, die ihm gebührt. Werde ich öffentlich bekennen, ER ist der Schöpfer der Himmels und der Erde. ER hat Jesus von den Toten auferweckt und ihn zum Herrn des Alls gemacht. Er wird uns mit Jesus auferwecken und uns die Fülle des Lebens in seinem Reich schenken.
4.2 Dem Priester kommt dabei die Rolle des
      Anführers zu.

  •  Mit meinem ganzen Sein und Leben soll er sich an den Gottesdienst, an Gottes Wort hingeben und anbetend dem Vermächtnis Jesu dienen
  • Und alle, die Gott lieben und ihn als ihren Schöpfer und Vater ehren, werden sich dieser Bewegung anschließen. Aber es darf nicht so sein, dass alles vom Priester vom Zelebranten, abhängt.
4.3 Jeder kann und muss seinen Teil dazu beitragen.
  •  Sei es durch einen Dienst, durch die innere und äußere Beteiligung. Nur so entsteht eine geschwisterliche Versammlung, die wie aus einem Munde und doch mit vielen Stimmen Gott preist.
"Denn einer ist unser Meister, wir alle aber sind Brüder und Schwestern."[7]
  • Der Priester ist zwar zum Verkünden und Auslegen des Wortes Gottes bestellt muss aber selber zuerst ein Hörender sein, einer der sich dem Wort stellt und versucht es zu leben.
"Denn nur einer ist unser Lehrer, Christus."[8]
„Wie eine Mutter für ihre Kinder sorgt,“ so ist Paulus den Christen in Thessalonich zugetan.[9]
  • Wie Paulus ist der Verkünder des Evangeliums aufgerufen, alles zu tun, damit die Gläubigen
„das Wort Gottes, das sie durch unsere Verkündigung empfangen, nicht als Menschenwort, sondern als Gottes Wort annehmen.“[10]
Der Hahn ruft zur Wachsamkeit
Der Hahn ruft zur Wachsamkeit
5 Die Verantwortung der
   Gemeinde


Auch die Gemeinde hat eine Mitverantwortung für den Gottesdienst und muss darüber wachen, dass er im Sinne Gottes und Auftrag Jesu aber auch in der Ordnung der Kirche gefeiert wird.

Manfred Rauh, ein Priester unserer Diözese – er starb am 14. Juni dieses Jahres in Bolivien zwei Tage nach Pfingsten im Alter von 79 Jahren - hat 1968 vom damaligen Erzbischof Bamberg Josef Schneider ausgesandt in Bolivien die Pfarrei Ayopaya übernommen. Zusammen mit Schwester Verena und anderen deutschen Mitarbeitern hat er diese heruntergekommene, ausgedehnte Pfarrei neu aufgebaut.
  • In den achtziger Jahren haben zwei bolivianische Priester dort den Dienst aufgenommen. Sie konnten anscheinend die Messe recht flott zelebrieren. Denn bisher war ihre Hauptaufgabe, täglich mehrere Messen zu halten. Sie hatten Routine.
  • Manfred Rauh schrieb damals in seinem Rundbrief, der immer vor Weihnachten bei denen eintrifft, die seine Arbeit in Bolivien unterstützen:
"Königlich freut es mich, dass die Leute auf ordentlichem und langsamem Zelebrieren der Heiligen Messe bestehen, dass sie um eine Ansprache auch in den Werktagsmessen bitten und dass sie protestieren, wenn die Eucharistie zu kurz dauert."
  • Diese Gemeinde in Bolivien hat sich von ihrem Priester so formen lassen, dass sie heute von Herzen darauf bedacht ist und sich dafür einsetzt, dass Gott nicht mit dem Abfall des Lebens und der Zeit abgespeist wird, sondern dass IHM die Ehre zuteil wird, die ihm gebührt.
Darum ist die wichtigste Aufgabe des Volkes Gottes Gott zu ehren.

[1] Homilie zu Maleachi 1,14b - 2,2.8-10
[2] Mal 1,1
[3] Mal 1,6
[4] Mal 1,7
[5] Mal 2,2
[6] Mal 2,10
[7] Mt 23,8
[8] Mt 23,10
[9] 1 Thess 2,7
[10] 1 Thess 2,15
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