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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt am 4. Fastensonntag in Rödlas "Regina Pacis"

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Führe uns zu jenem Licht, in dem du selber wohnst
Führe uns zu jenem Licht, in dem du selber wohnst
Führe uns zu jenem Licht, in dem du selber wohnst

1 Nichts ist schneller als das Licht.

300.000 KM legt es in der Sekunde zurück. 7 ½ mal in der Sekunde am Äquator um die Erde.

1.1 Das von Gott geschaffene irdische Licht

lässt uns in frühe Zeiten des Universums schauen.  Manche Quasare die mehrere Milliarden von Lichtjahren entfernt sind, sehen wir jetzt in dem Zustand, den sie vor Milliarden von Jahren hatten. Mit Lichtgeschwindigkeit können Nachrichten und Daten durch ein Glasfaserkabel übermittelt werden. Das ist nicht nur ein Segen, sondern auch gefährlich.

1.2 Bis 1912 gab es bei uns nur das Sonnenlicht

 und das bescheidene Licht von Kerzen, Kienspan und Gaslaternen.

Dann kam das elektrische Licht. Was für ein Erlebnis! Schalter umdrehen und es wird hell. Heute ist nicht einmal das nötig. Der Bewegungsmelder schaltet das Licht ein. Licht scheint ganz und gar Menschenwerk zu sein.  An seinen Ursprung in Gott denkt kaum einer, höchstens dass es Energie und damit Geld kostet.

Unsere Augen sehen nur

2 Das Wunder des geschaffenen Lichtes

Es lässt die Erde aufblühen, alles wachsen und reifen.

Es lässt die Wirklichkeit der Dinge sehen und uns in dieser Welt zurechtfinden.

2.1  Blindsein ist ein schlimmes Schicksal

  • In dieser Woche sagte ein erblindeter Mann zu mir: Ich fühle mich wie vom Leben ausgeschlossen. Da er vor Jahren noch sehen konnte, hat er wenigstens noch eine Vorstellung von der Wirklichkeit.
  • Der Blindgeborene im Evangelium hat nicht einmal das. Das Gehör und der Tastsinn sind für ihn die einzigen Türen zur sichtbaren Wirklichkeit. Der Blindgeborene im heutigen Evangelium kennt Jesus nur vom Hören-Sagen.

2.2 Der für uns alle unsichtbare Gott ist ihm dennoch nahe.

  • Während die Jünger meinen, die Sünden der Eltern des Blindgeborenen seien schuld an seiner Blindheit, öffnet Jesus die Augen für Gottes wirkmächtige Gegenwart, deren Mittler er ist. "Das Wirken Gottes soll an ihm offen bar werden." [1]
  • Die Leute sehen und hören, wie Jesus den Blinden heilt. Der Blindgeborene spürt es. Jesus „spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: „Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.“ [2]

2.3 Dies geschah am Sabbat

  • Am Tag des Herrn wirkt Jesus dieses Wunder, wird Gottes Wirken offenbar. Für den Sehend Gewordenen wird offenbar, Gott ist am Sabbat für den Menschen da. Er öffnet ihnen die Augen, wenn sie an diesem seinen Tag Jesus begegnen. Am Anfang des Evangeliums heißt es „Jesus sah einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.“ Jesus sieht den Menschen, der Hilfe braucht. Er sieht ihn mit den Augen Gottes. Er kam in die Welt als „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet.“ [3]

3  Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm

Das erste Geschenk Gottes an seine Schöpfung ist das Licht. "Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht." [4] Gott ist das unerschaffene ewige Licht, das nie erlischt.

3.1 Jesus Christus Licht vom Licht

  • Von Jesus, dem Mensch gewordenen Wort bekennen wir im Kredo "aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott."
  • Bevor Jesus dem Blindgeborenen die Augen für das irdische Licht öffnet, offenbart er seinen göttlichen Ursprung und seine Sendung: "Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; ...Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt."
  • Der Prolog des Johannesevangeliums sagt von Christus „In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“[5]

3.2  Jesus macht den Sabbat zum Tag des Lichts

  • Die Gegner Jesu stoßen sich daran, dass Jesus einen Teig bereitend am Sabbat heilt. Mutig bezeugt der Geheilte seine Heilung durch Jesus. Darauf stoßen sie ihn aus ihrer Gemeinschaft aus.
  • Jesus erfährt es. Als er ihn trifft, fragt er ihn „Glaubst du, an den Menschensohn?“[6] Der Sehend Gewordene fragt nach „Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.“ [7] In dieser Frage schwingt eine großes Vertrauen und tiefe Sehnsucht mit.
  • Jetzt kann sich Jesu ihm offenbaren. „Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.“[8] Durch Jesus nicht nur äußerlich sehend geworden, sondern auch innerlich, bekennt er „ich glaube, Herr! Und er wirft sich (anbetend) vor ihm nieder.“[9]
  • So wird an ihm wahr, was Jesus schon vor der Begegnung mit ihm in einer Selbstoffenbarung verheißt „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ [10]

4 Im Lichte Gottes durch das irdische Leben gehen

4.1 Wir dürfen unter dem sehenden Auge Gottes leben;

  • denn so sagt Gott zu Samuel: „Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“[11]
  • Immanuel - Gott mit uns, wird Jesus vom Engel Gabriel Maria verkündet. Wenn du dich Gott, der Licht ist, öffnest, erleuchtet ER dich in deinem Inneren, in deiner Seele. Wenn du dich Jesus öffnest, weicht die Finsternis aus dir.
  • Wir preisen Gott und Jesus Christus mit dem Psalm 36 „Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.“ [12] Ja, selbst in den dunklen Schluchten des Lebens dürfen wir mit dem Antwortpsalm zum ihm sprechen „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir.“ [13]
  • Der Glaube an den anwesenden Gott, der uns sieht, sein Ansehen schenkt, der Glaube an Jesus Christus in dem Gott Mensch wurde und der als der Auferstandene bei seiner Kirche, bei uns ist, macht unser Leben hell.
  • Darum ruft Paulus den Christen in Ephesus und uns zu „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden.“ [14]

4.2 „Lebt als Kinder des Lichts!“

  • Es gibt so viele, die uns Angst einjagen vor der Zukunft. Ihnen dürfen wir als Glaubende mit dem Psalmwort im Herzen entgegentreten „Der Herr ist mein Licht und mein Heil! Vor wem sollte ich mich fürchten?“ [15]
  • Jeden Morgen dürfen die Kinder des Lichts mit der Kirche im Hymnus des Morgenlobs singend und betend die Leben spendende Kraft des göttlichen Lichts in uns aufnehmen.
Du, Christus bist der helle Tag,
das Licht, dem unser Licht entspringt,
Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
die tote Welt zum Leben bringt.

Erlöser, der ins Lichts uns führt
und aller Finsternis entreißt.
Dich preisen wir im Morgenlied

mit Gott dem Vater und dem Geist.

  • Dieses mit Christus in Lichte Gottes leben bewirkt „Gemeinschaft miteinander und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.“ [16]

4.3 Lichter für die Welt sein

  • Beim Propheten Jesaja lesen wir, Gott bestimmt seinen Knecht dazu, „der Bund für das Volk Gottes und das Licht für die Völker zu sein,“ [17] ja er macht ihn „zum Licht für die Völker, damit s(m)ein Heil bis an das Ende der Erde reicht.“ [18]
  • Freimütig bekennen Paulus und Barnabas in der Synagoge von Antiochien in Pisidien diese ihre Berufung „Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.“ [19]
  • Als Christen sind wir nicht nur Lichtträger, sondern auch Lichtverbreiter. „Rein und ohne Tadel“ schreibt Paulus an die Philipper und uns sollen wir sein, „Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet.“[20]

4.4 Unterwegs zum ewigen Licht

  • Von großer Schönheit und Tiefe kommt diese Berufung im Tagesgebet am Samstag vor dem 3. Fastensonntag zur Sprache:
  • „Gütiger Gott, durch das Wirken deiner Gnade schenkst du uns schon auf Erden den Anfang des ewigen Lebens. Vollende, was du in uns begonnen hast, und führe uns hin zu jenem Licht, in dem du selber wohnst.“
  • Alle, die auf Jesus Christus, den Auferstandenen getauft sind, dürfen so beten. Wir brauchen uns nicht zu schämen, weil wir zu Christus gehören. Es Gottes Gnade, sein unverdienter Liebeserweis, der uns schon vor ewiger Zeit in Christus geschenkt wurde.
  • Diese ewige Liebe Gottes wurde allen Glaubenden durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus offenbar. Er ist der Garant dieser Liebe. „Er hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.“ [21]
  • Israel, das durch die Wüste zum Ort seiner Ruhe zieht, ist nach der Aussage des Propheten Jeremia aus der Ferne der Herr erschienen und sagt zu ihm „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.“ [22] Die Liebe Gottes ist bei seinem Volk, bei seiner Kirche seit ewiger Zeit, heute und in Ewigkeit.
  • Eines Tages erfüllt sich, was Gott durch den Propheten Jesaja verheißt „Bei Tag wird nicht mehr die Sonne dein Licht sein, und um die Nacht zu erhellen, scheint dir nicht mehr der Mond, sondern der Herr ist dein ewiges Licht, dein Gott dein strahlender Glanz. Deine Sonne geht nicht mehr unter und dein Mond nimmt nicht mehr ab; denn der Herr ist dein ewiges Licht, zu Ende sind deine Tage der Trauer.“[23]
  • Lassen wir uns vom Herrn die Augen des Herzens öffnen, damit wir sehend werden für das Mysterium der ewigen Liebe Gottes, die uns ewig leuchten will.
  • In der heiligen Kommunion wird Jesus Christus, Licht vom ewigen Licht eins mit uns. Sehnsuchtsvoll werden wir nach der Kommunion mit der Kirche beten:
Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist das wahre Licht,
das jeden Menschen erleuchtet.
Heile die Blindheit unseres Herzens,
damit wir erkennen, was vor dir recht ist,
und dich aufrichtig lieben.“  [24]


[1] Joh 9,3 
[2] Joh 9,6 f.
[3] Joh 1,9
[4] Gen 1,3
[5] Joh 1,4
[6] Joh 9,35
[7] Joh 9,36
[8] Joh 9,37
[9] Joh 9,38
[10] Joh 8,12
[11] 1 Sam 16,7
[12] Ps 36,10
[13] Ps 23,4
[14] Eph 5,12
[15] Ps 27,1
[16] 1Joh 1,7
[17] Jes 42,6
[18] Jes 49,6
[19] Apg 13,47
[20] Phil 2,15
[21] 2 Tim 1,10
[22] Jer 31,3
[23] Jes 60,19f.
[24] Schlussgebet am 4.Fastensonntag

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