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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilie zu  1 Kor 3,17-21 im Pfarrgottesdienst in St. Michael Neunkirchen

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Entscheidung der Christen für die Weisheit Gottes [1]

1 Leidenschaftliche Diskussion

  • Die zweite Lesung aus dem ersten Korintherbrief ist ein Teilstück einer sehr lebhaften ja leidenschaftlichen Diskussion, die Paulus mit der Gemeinde in Korinth führt. Wie die Spaltungen und der Selbstruhm in der Gemeinde zeigen, hat die Weisheit dieser Welt um sich gegriffen. Diese aber ist Torheit vor Gott.
  •  Das von Paulus verkündete Evangelium, ist keine Weisheitslehre für Leute die sich für vollkommen halten – so wie viele in der Christengemeinde in Korinth.
  • Kirche als Gemeinde Christi ist vielmehr der lebendige Tempel Gottes. Sie ist heilig nicht aus Eigenem, sondern weil der Geist Gottes in ihr wohnt.
  • Wie ernst es dem mahnenden Paulus ist, zeigt seine Frage an die Korinther „Wisst ihr nicht…“ Er will also an Selbstverständliches erinnern. Die Angeredeten dürfen es auf keinen Fall aus den Augen verlieren.
2  Paulus warnt vor Selbstruhm und Spaltung

 

  • „Keiner täusche sich selbst“. Diese ernsthafte Warnung will die Christen in Korinth dazu bewegen, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Die unter ihnen erfolgte Gruppenbildung, kann nur als menschliches Sich-rühmen verstanden werden. Personen sind dann wichtiger als die Botschaft des Evangeliums. "Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen."[2]
  •  Jede Form des Sich-selbst-rühmens ist für Paulus Aufstand gegen Gott. Das trifft auch auf jeden in der Kirche zu - auf die Verkünder wie auf die Hörer der Botschaft. Wenig später stellt er klar: "Denn wer räumt dir einen Vorrang ein? Und was hast du, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?"[3]

3  Christliche Gemeinde unter dem Gericht Gottes

  • Christen und Gemeinden, die dem Selbstruhm und Personenkult huldigen, wird Gottes Gericht treffen. Denn sie zerstören die Zukunft, die Gott uns schenken will. „Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben.“
  • Jeder in der Kirche Jesu muss also wissen: Gottes Gericht wird mich treffen, wenn ich die Heiligkeit der Gemeinde missachte. Diese ist Geschenk des Heiligen Geistes, Geschenk Gottes. Sie verpflichtet uns, wie Jesus die vollkommene Liebe zu leben, d.h. vollkommen zu werden wie unser Vater im Himmel,[4] der seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute.“[5]
  • Alle Beispiele Jesu im heutigen Evangelium fordern zu dieser vollkommenen Liebe auf. Sie gipfelt in der Lebenshingabe Jesu am Kreuz. Ihn als den Gekreuzigten anzunehmen und zu verkünden, ist die immerwährende Aufgabe der Kirche und ihrer Glieder. Sein Kreuz - die Ablehnung seiner Person und seines Evangeliums durch die gottlose und gottfeindliche Welt sollen wir mit ihm tragen.
  • Zum Kreuz des Herrn gehören die seiner Kirche ständig zugefügten Schmähungen und die Verfolgung seiner Jünger und Jüngerinnen weltweit.  Die Sünden der Glieder der Kirche, unsere Sünden, sind der Welt ein willkommener Anlass auf die Kirche einzuschlagen.
  • All das Gute, das durch die Kirche, durch den Papst, die Bischöfe, die Priester und die vielen Christen geschieht ist keine Meldung wert, wird einfach übergangen.
  • Dieses Kreuz sollen wir mit dem Erlösungsopfer Jesu verbinden. Bei der Feier des Opfers Christi dürfen wir uns mit ihm dem Vater darbringen zum Heil unserer Gemeinde und der ganzen Welt.
  • Paulus zeigt im Kolosserbrief, wie er mit den ihm zugefügten Leiden und Verfolgungen umgeht. „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“[6] Wie wird solche Nachfolge Jesu möglich?

4  Gott spricht uns an durch seinen Sohn

  • Im Tagesgebet spricht der Priester stellvertretend für uns Gott als den Barmherzigen an "du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen." Durch Jesus spricht Gott uns an, auch in dieser Sonntagsmesse. So wichtig sind wir Gott, dass er uns anspricht.
  • In der Taufe hat er uns als seine geliebten Kinder angenommen. Damit sind wir in eine persönliche Beziehung zu Gott gerufen. Wir sind als Mann und Frau nach seinem Bild geschaffen. Dadurch wird offenbar, dass Gott selber Beziehung und Liebe ist, dreifaltig und dreieinig, ein Gott in drei Personen, Ursprung allen Glücks und aller Seligkeit.
  • Es ist eine Frage auf Leben und Tod, ob wir den Menschen als einen Teil der Natur ansehen, oder als ein Abbild Gottes. Gott ist lebendiger Geist und hat den Menschen mit einer zur Freiheit befähigten Geistseele geschaffen. Wir haben die Chance uns an ihm und seinem Willen zu orientieren.
  • Am vergangenen Sonntag haben wir es in der Lesung gehört "Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was er begehrt wird ihm zuteil." [7]
  • Wofür entscheiden wir uns? Für die Weisheit dieser Welt, die uns als höchstes Gut die Selbstverwirklichung auf Kosten der Schwächeren anpreist und dazu verführt, oder für die Weisheit Gottes, die in der Liebe des Gewaltlosen und Gekreuzigten gipfelt, der sich für die Vielen hingibt und den Gott auferweckt und zum Herrn des Alls erhoben hat?
  • Jeden Tag müssen wir uns entscheiden, was oder wem sich unsere Geistseele öffnen, was sie prägen soll. Das was die Welt uns anbietet an vergänglichen Gütern, was Glück verheißend wir haben müssen?
  • Oder was uns Gott durch Jesus verheißt, durch unsere Liebe zu ihm und zu unseren Mitmenschen, ja sogar zu unseren Feinden mit der Fülle des Lebens, das ewig währt, von ihm beschenkt zu werden.
  • Freilich um diese Offenheit unserer Seele für Gott und seine Weisheit werden wir  jeden Tag neu vor Gott hintreten und mit dem Tagesgebet zu ihm flehen: „Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit wir reden und tun, was dir gefällt.“

5 Umkehr und Vergebung

Was aber wenn wir der Weisheit der Welt Raum gegeben haben, schwach geworden, in Sünde gefallen sind. „Vergiss nicht..." singt auch der Antwortpsalm... "was er dir Gutes getan hat: der all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt; der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt."[8]
Dazu ist als erstes notwendig, dass wir

5.1 Den Dienst des Petrusamtes und der Kirche annehmen

  • Gestern feierte die Kirche das Fest Kathedra Petri. Jesus hat seine Kirche auf den Glauben und den Dienst des Petrus gegründet. Ihm hat er die Schlüssel des Himmelreiches gegeben, die Vollmacht zu binden und zu lösen.[9] Die Petrusfigur in unserer Stifts- und Pfarrkirche St. Michael erinnert uns ständig daran. 
  • Papst Franziskus, dem der Petrusdienst in der Kirche aufgetragen wurde, hat bei der Mittwoch Generalaudienz von der Beichte gesprochen: Sie „sei – so wie die Krankensalbung - ein „Sakrament der Heilung“. „Wenn ich beichten gehe, dann möchte ich gesund werden: gesund werden in der Seele und im Herzen für etwas, das ich getan habe und das nicht in Ordnung ist“, so der Papst.
  • Wie viel Zeit ist seit eurer letzten Beichte vergangen? fragte der Papst: Zwei Tage, zwei Jahre, vierzig Jahre?
  • „Wenn viel Zeit vergangen ist, verliere keinen weiteren Tag: geh hin, der Priester wird geduldig sein. Und Jesus auch! Jesus empfängt dich mit viel Liebe. Sei mutig, und geh zur Beichte. Das Sakrament der Beichte feiern ist wie in eine Umarmung aufgenommen zu werden, die Umarmung der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters.“
Sie wird uns geschenkt, wenn wir uns

5.2  Für die Weisheit Gottes entscheiden

  • Die Weisheit der Welt ohne Gott sagt dir, wenn du Probleme hast, geh zum Psychologen oder zum Psychotherapeuten. Sie werden alles mit dir aufarbeiten. Aufarbeiten vielleicht, aber nicht vergeben.
  • Die Weisheit der Welt weiß nichts von der Vergebung durch Gott und durch Jesus den Auferstandenen, der seinen Aposteln unter Leitung des Petrus die Vollmacht übertragen hat, in der Kraft des Heiligen Geistes Gottes deine Sünden zu vergeben, so dass sie bei Gott vergeben und vergessen sind. In dieser ununterbrochenen Kette der Vollmacht Jesu stehen die Bischöfe und Priester der Katholischen Kirche.
  • Um ihre Vergangenheit und Geschichte aufzuarbeiten, nehmen viele menschlichen - hoch bezahlten - Beistand in Anspruch. Beichten heißt umkehren von der Weisheit der Welt zur rettenden Weisheit Gottes. Er ist der Einzige, der im Gegensatz zur Welt "nicht handelt nach unseren Sünden und uns nicht vergilt nach unserer Schuld."[10]
  • Warum nicht das Angebot des Auferstandenen annehmen, bei einem von ihm bevollmächtigten Priester zur Beichte zugehen? Noch dazu - da dieser zum absolutem Stillschweigen verpflichtet ist. Es ist auch kein Honorar zu entrichten. Außer, dass ich mich aufmache und hingehe, bereue und bekenne. Dann geschieht, was der Antwortpsalm verheißt: "So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang - so weit entfernt er die Schuld von uns."[11]

[1] Homilie zu 1 Kor 3,16-21

[2] V 21

[3] 1 Kor 4,7

[4] vgl. Mt 5,48

[5] Mt 5,45

[6] Kol 1,24

[7] Sir 15,17

[8] Ps 103,2+3

[9] Mt 16,19

[10] Ps 103,10

[11] Ps 103,12





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