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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - am 3. Osterosnntag zur Kirchweih in Großenbuch

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Heute Zeichen der Gegenwart Gottes und des Auferstanden sein[1]
1 Das große Zeichen am Himmel[2]
1.1 Zeichen für Gott - Zeichen gegen Gott
  • Am vergangenen Donnerstag feierte die katholische Kirche in Bayern das Fest Mariä Schutzfrau Bayerns. In der Lesung aus der Offenbarung des Johannes wurde uns das große am Himmel erscheinende Zeichen vor unseren Geist und unsere Seele gestellt „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“[3]
  • Das Gegenzeichen der Verneinung der Anbetung Gottes ist der „Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen.“[4] Zeichen aller gottfeindlichen Mächte, die Maria und die Kirche verfolgen, um Jesus zu „verschlingen“[5] Gott aber greift rettend ein, das Kind der Frau „wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.”[6]
1.2 Gericht - Lohn und Strafe
  • Dem Erscheinen dieses großen Zeichens am Himmel geht voraus der Zorn Gottes und die Zeit, die Toten zu richten.[7] Die Zeit des Gerichtes hat eine doppelte Funktion - einmal die Knechte Gottes zu belohnen, die Propheten und die Heiligen und alle die deinen Namen fürchten, die Kleinen und die Großen.[8] Zum anderen „die Zeit alle zu verderben die die Erde verderben.“[9]
1.3 Der Himmel ist für die an Gott Gebundenen offen[10]
  • Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und die Lade des Bundes sichtbar.[11] Die Lade Gottes steht für den Bund Gottes mit seinem Volk. Diesen hat Gott durch Jesus Christus erneuert und macht ihn zum Neuen Bund mit den an ihn glaubenden Menschen aus allen Völkern und Nationen.
  • Die ganze Schöpfung wird von diesem Ereignis erfasst und begleitet es mit mächtigen Zeichen.[12] Die Offenbarung verkündet uns
1.4 Maria und die Kirche als Zeichen Gottes
  • Mit der Frau von der Sonne umkleidet - dem großen Zeichen am Himmel -  sind Maria und die Kirche Jesu Christi gemeint.
  • Wie Maria das große Zeichen Gottes für die Welt war und ist, so soll auch die Kirche Jesu Christi in allen Zeiten ihres Bestehens Gottes rettendes und heilbringendes Zeichen für die  Welt sein. Sie soll der Welt Jesus Christus bringen, in dem das Heil Gottes die Liebe Gottes, seine Barmherzigkeit Mensch geworden und auferstanden ist.
2 Unsere Kirche Zeichen für die Anwesenheit Gottes
Für jeden, der sich Großenbuch nähert, ist unsere Kirche St. Johannes der Täufer ein unübersehbares Zeichen. Dazu wurde sie erbaut und am 1. Mai 1986 feierlich geweiht und gesalbt.
2.1 Hier ist Gott im Heiligen Geist in jedem Gottesdienst gegenwärtig
  • Besonders in der Feier der heiligen Messe schenkt uns Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist sein unseren Glauben nährendes Wort.
  • Christus wird gegenwärtig mit seinem Opfer am Kreuz. In ihm hat er sich für uns ein für allemal Gott seinen Vater dargebracht und uns mit Gott versöhnt. Er nimmt uns mit hinein in seinen erlösenden Tod und in seine seligmachende Auferstehung.
  • Wir werden ganzheitlich eins mit mit in der heiligen Kommunion.
2.2 Der Auferstandene ist aber auch gegenwärtig in jedem Getauften,
  • der in das Gotteshaus kommt, um sein Wort des Lebens zu hören, sein Heil und seine Barmherzigkeit zu empfangen.
  • Wir, die Getauften - die zu Christus Gehörenden - die sein Wort hören und befolgen, es im Alltag leben, sind der lebendige Christus, der heute in die Welt hineinwirkt und ihr Leben spendet.  
  • Wir, die getauften und gefirmten Christen sind die Garanten dafür, dass Christi Evangelium, seine Liebe und Barmherzigkeit hier an diesem Ort und überall - wo wir während der Woche hinkommen arbeiten und wirken - wahrgenommen wird.
 Der Priester und Jesuit Alfred Delp, der von den Nationalsozialisten enthauptet wurde, hat 1942 auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkrieges die Frage gestellt:
3 „Wie wird Religion? Wie stirbt Religion?“
3.1 Wie stirbt Religion?
  • Diese Frage muss zu jeder Zeit, auch heute bei uns gestellt werden. Wir erleben in diesen Tagen dass viele Menschen in unserem Volk, geblendet vom Wohlstand und von einem übersteigerten Willen zur Selbstverwirklichung, die Kirche verlassen, aufhören zu beten, die Gebote mißachten und so den Sinn für das ewige Leben  verlieren.
  • Mit Gleichgültigkeit fängt die Abwendung von Gott an und wird schließlich zur Abwesenheit Gottes und damit zum Verlust vom Sinn des Lebens.
  • Ein Gefühl der Leere entsteht. So stirbt Religion. Diese Leere kann sogar zum Hass werden auf die Kirche, auf Gott und auf Jesus.
3.2 Wie wird Religion?
  • Alfred Delp sagte in seiner Predigt „Wir kamen zu der Erkenntnis, die besten Wahrheiten und die größten Wirklichkeiten taugen nichts, wenn sie nicht irgendwo auf den echten, lebendigen Menschen treffen, der sich von alldem segnen lässt und angesprochen wird und der daran geht, diese Religion zu vollziehen.“[13]
  •  Echt und lebendig wird der Mensch, wenn er sich für seinen Schöpfer und Erlöser, dem Ursprung und Vollender allen Seins öffnet, auf ihn hört und das Gehörte im Alltag vor den ihm begegnenden Menschen zur Tat werden lässt.
  • Unsere Kirche wird mitten in Großenbuch ein Zeichen Gottes sein und bleiben, wenn wir treu die Begegnung mit dem Herrn suchen, aus seinem Wort, seinem Opfer und Mahl, aus der Kraft seines Geistes im Alltag leben.
  • Unsere Kirche wird ein Zeichen Gottes sein und bleiben, wenn hier Gott angebetet, sein Tag von uns heilig gehalten wird und der Höhepunkt die Feier des Gottesdienstes ist.
Dem Auftrag - Zeichen Gottes und des Auferstandenen in unserer Welt zu sein - werden wir erfüllen können, wenn wir
4 Kraft aus der Begegnung mit dem gegenwärtigen Herrn leben
Wie soll das geschehen? Wir müssen als Erstes wieder neu lernen
4.1 Vor dem gegenwärtigen Herrn anbetend zu verweilen
  • In diesem Gotteshaus ist Jesus Christus - in dem verwandelten Brot, das sein Leib ist - Tag und Nacht, ganz persönlich gegenwärtig.
  • Es ist heute in unserer säkularisierten Welt mehr denn je notwendig, ihn den gekreuzigten und auferstandenen Herrn anzubeten, damit er uns mit seinem Geist erfüllt.
  •  Unsere Kirche ist tagsüber geöffnet, nicht nur damit Wanderer in ihr einkehren, sondern dass wir vor ihm sind, unser Leben - das was uns freut und traurig macht, was uns ängstigt und Sorgen bereitet - vor ihm ausbreiten und ihm anvertrauen.
  •  So wird für jeden von uns dieses Gotteshaus zum Zeichen der immer währenden in unser Leben hineinstrahlenden Gegenwart des auferstandenen Herrn.
4.2 Vom Herrn berührt werden wir mutig,
  • wie Petrus in der ersten Lesung vor den täglich uns begegnenden Menschen, Zeugnis abzulegen für Jesus Christus, der den Tod besiegt hat und auferstanden ist. Er erwartet uns beim Vater, um uns an der Fülle seines Lebens und seiner Auferstehung Anteil zu geben.
  • Im vertrauten Gespräch mit Jesus nach dem Empfang der heiligen Kommunion und vor dem Tabernakel werden wir ihm mit dem Antwortpsalm sagen  „Du bist mein Herr“ „mein ganzes Glück bist du allein.“[14] Und wenn wir nachts aufwachen, werden wir uns deswegen nicht ärgern, sondern an das Wort des Psalmensängers denken „Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht. Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockte meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.“[15]
Eine weitere Frucht der Anbetung des Herrn und der Zwiesprache mit ihm ist
4.3 Vor dem Tabernakel verweilend schenkt uns der Herr sein Ansehen
  • Er sagt uns, wie kostbar wir ihm sind. In der 2. Lesung aus dem 1. Petrusbrief haben wir es gehört:  Wir sind „losgekauft aus der Sinnlosigkeit eines Lebens ohne Gott "durch sein kostbares Blut; denn er ist das Lamm Gottes ohne Fehl und Makel.“
  •  Erfüllt von der Begegnung mit dem Herrn, können wir wie Petrus beim Fischen bei unserer alltäglichen Arbeit - so wir sie zur Ehre Gottes verrichten - die Gegenwart des Auferstandenen erfahren.
5 Durch den Glauben werden wir zum Zeichen für den Sieg Gottes
5.1 Der religiöse Mensch ein Zeichen Gottes
  • Pater Alfred Delp, der die Gottlosigkeit seiner Zeit mit dem eigenen Leben bezahlte, sagte in der eingangs genannten Predigt „Religion als innere wirkliche Wirklichkeit steht und fällt mit dem religiösen Menschen.“[16]
  • Dieser Blutzeuge macht uns Mut in unserer Zeit Zeichen des liebenden und barmherzigen Gottes für unsere Mitmenschen zu sein. Er erlebte am eigenen Leib: Menschen außerhalb der Religiosität können zu Untermenschen werden.
  • Der Mensch kommt durch die Führung der Religion zu sich selber und so gewinnt die Religion „ihre gültige Gestalt“. Diesen Auftrag ernst zu nehmen, mahnt uns unser Gotteshaus, heute da wir Gott für seine Weihe preisen.
  • „Der gläubige, der gerechte, der zuversichtliche, der sichere Mensch“, ist ein lebendiges Zeichen für die Gegenwart Gottes und des Auferstandenen. Wir sind "in die großen Geheimnisse der Zeit, dieser Welt und dieses Volkes hineingestellt." Unsere täglich sich erneuernde Begegnung mit Jesus Christus soll sich wie bei Maria hinein entfalten "in die Tat, in die Entscheidung, in die Bewährung."[17]
5.2 Als Kirche sind wir Zeichen Gottes für unsere Zeit.
  • Dabei werden wir folgendes erleben: Die einen verhalten sich der Kirche gegenüber gleichgültig, die anderen aggressiv.
  • Das darf uns nicht erschrecken oder mutlos machen. Der Auferstandene macht uns Mut. Wie zu Petrus und seinen Mitfischern sagt er zu uns "Kommt und esst."[18] "Ich habe die Welt, den Teufel und den Tod besiegt."
  • Gehst du zum Friedhof so vergiss nicht, den Herrn hier in deiner Kirche zu besuchen. Er wird Dich segnen, damit Du Zeichen seiner Gegenwart sein kannst.

[1] Predigt am 3. Ostersonntag A2014 zum Fest der Kirchweih in St. Johannes d.T. in Großenbuch, Pfarrei St. Michael / St. Augustinus in 91077 Neunkirchen am Brand
[2] Lesung am Fest »Maria Schutzfrau Bayerns« am 1.Mai
[3] Offb 12,1
[4] Offb 12,3
[5] Offb 12,4
[6] Offb 12,5
[7] Offb 11,18
[8] Offb 11,18
[9] ebd.
[10] Off 11,19
[11] ebd
[12] vgl Offb 11,19
[13] Alfred Delp SJ, Gesammelte Schriften Bd. 3, III Zeichen der Zeit 1 Die Kirche S. 409 unten
[14] Ps 16,2
[15] Ps 16.7-9
[16] Alfred Delp SJ, Gesammelte Schriften Bd. 3, III Zeichen der Zeit 1 Die Kirche S.410
[17] ebd s. 410
[18] Joh 21,12

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