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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt am 2. Ostersonntag (der Barmherzigkeit) in ULF Dormitz und St. Heinrich Kleinsendelbach

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Barmherzigkeit - das Geschenk der allmächtigen
Heiligsprechung zweier Päpste am 27.April 2014: Johannes XXIII und Johannes Paul II
Heiligsprechung zweier Päpste am 27.April 2014: Johannes XXIII und Johannes Paul II
Liebe Gottes
[1]

1 Durch Gottes Barmherzigkeit beschenkt werden

kann und wird nur, wer diese erbittet und annimmt.

1.1 Das erste und wichtigste Geschenk der Barmherzigkeit Gottes ist die Taufe
  • in der unser erster oder alter Mensch von der Erbschuld - diesem Verhaftetsein in der Auflehnung gegen Gott - grundsätzlich befreit und Jesus Christus einverleibt wurde.
  • Gott, so schreibt Petrus in seinem 1. Brief "hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist."[2] Das alles ist mir in der Taufe ohne mein Verdienst durch Gottes Zuneigung und Liebe, die seine Barmherzigkeit ist, geschenkt worden.
1.2 Das 2. uns erneuernde Geschenk der Barmherzigkeit Gottes ist das Sakrament der Sündenvergebung

  • Gottes Barmherzigkeit uns angeboten im Ostergeschenk des Auferstandenen an die Apostel und durch sie an seine Kirche.
  • Jesus zeigt sich seinen Jüngern in seiner neuen nicht mehr an die Gesetzte der Materie gebundenen Seinsweise. Verschlossene Türen sind für ihn kein Hindernis. Er spricht ihnen als erstes den Schalom Gottes zu. Er ist als der Auferstandene bei ihnen mit der ganzen Fülle göttlicher Gaben.
  • Die schönste Tat seiner allmächtigen Heiligkeit und Liebe ist seine  Barmherzigkeit. Sie macht durch den Heiligen Geist den Mensch heil und gerecht vor Gott.
  • Jesus haucht seinen Aposteln diesen Heiligen Geit zu und bevollmächtigt sie, "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." Damit "vergeben" geschehen kann,  muss ich bereuen und meine Sünden benennen, den Ruf Jesu "Kehrt um" vollziehen.

1.3 Sich selber lossprechen, kann niemand.
  • Auch der Papst, der Bischof und jeder Priester braucht und erbittet die sakramentale Lossprechung von einem zur Sündenvergebung bevollmächtigten und geweihten Priester.
  • Am Ende des Bußgottesdienstes in St. Peter kurz vor Ostern  standen mehrere Priester zur Spendung des Sakramentes der Versöhnung in der heiligen Beichte bereit.
  • Bevor der Papst in den Beichtstuhl ging, um das Sakrament zu spenden, kniete er vor dem Beichtstuhl eines Priesters nieder, beichtete und empfing die Lossprechung. Dann erst ging er in einen Beichtstuhl, um Gläubigen die Beichte abzunehmen und sie in der Vollmacht Jesu und in der Kraft des Heiligen Geistes von ihren Sünden loszusprechen.
2. Gott ist barmherzig

2.1  Barmherzigkeit im biblischen Sprachgebrauch

  • Das hebräische Wort für Barmherzigkeit, rachamim, ist die Mehrzahl von "rechem", was eigentlich wörtlich Gebärmutter bedeutet. Solcherart ist Gottes Barmherzigkeit: mütterlich, bergend, ein Ort an dem wir heranwachsen können. Er liebt uns zum Leben!
  • Die Wortwurzel "cham" bedeutet: Wärme.... Das ist ein ganz archaisches Bild, das uns tief an der Wurzel unseres Seins anspricht (und weit mehr ist als Verzeihung) - die warme- und lebensspendende Mütterlichkeit Gottes.
  • Gottes Barmherzigkeit, die dem reuigen seine Sünden bekennenden Menschen in der Vollmacht des auferstandenen Christus zugesprochen wird, hat heilende und befreiende Kraft.
2.2 Gottes Treue und seine Barmherzigkeit

  • Die Geschichte Gottes mit seinem Volk ist gekennzeichnet von der unverbrüchlichen Treue Gottes und der immer wieder in Untreue sich von ihm entfernenden Menschen. "Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen." [3] Gottes Treue gehört also zu seinem Wesen. Sie hat ihren Grund in seiner Barmherzigkeit.
  • Der an Mose vorübergehende Herr ruft: „Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue“[4] Vor dem Gottesvolk, das sich umkehrbereit versammelt hat, betet Nehemia: „Doch du bist ein Gott, der verzeiht, du bist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld; darum hast du sie nicht verlassen.“[5]
  •  Der Psalm 103 bekennt vom Gott Israels "Der Herr ist gütig und barmherzig, langmütig und von großer Erbarmung"[6].

2.3 Der Mensch als Abbild Gottes ist berufen, barmherzig zu sein

  • Der Mensch - als Mann und Frau von Gott ihm ebenbildlich geschaffen - ist dazu berufen, die Barmherzigkeit Gottes nachzuahmen.
  • Darum lässt Gott durch den Propheten Hosea den Israeliten ausrichten "Barmherzigkeit will ich nicht Schlachtopfer.."[7]
  • Zacharias, der Vater des Johannes preist Gott im Benedictus für die Erwählung  seines Sohnes, dem Wegbereiter des Herrn. Gott wird „sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.“[8]  Jeden Tag wird zum Abschluss der Laudes dieser – die barmherzige Liebe unseres Gottes[9] preisende Hymnus in der katholischen Kirche gesungen.

3. Johannes XXIII und Johannes Paul II bezeugen Gottes Barmherzigkeit
Johannes XXIII
Johannes XXIII
Beide Päpste werden an diesem Sonntag von Papst Franziskus in Rom heilig gesprochen. Sie haben die Barmherzigkeit Gottes verkündet und gelebt.
3.1 Johannes XXIII
Papst Johannes XXIII schreibt in seinem „Geistlichen Tagebuch“ „Barmherzigkeit ist der schönste Name Gottes und die schönste Anrede Gottes“. Und zu Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils sagte er den im Petersdom versammelten Bischöfen „Heutzutage zieht es die Kirche vor, eher das Heilmittel der Barmherzigkeit als die Waffe der Strenge einzusetzen.“
  • Zu dieser Medizin der Barmherzigkeit gehörte für Papst Johannes XXIII. der unmittelbare Kontakt mit den Menschen. Schon als Nuntius in Paris ging Roncalli sehr oft unter die Leute, sprach mit Clochards und Verkäuferinnen auf den Flohmärkten und kaufte Bücher.
  • Auch wenn so mancher über diese Eigenart des Nuntius die Nase rümpfte, war ihm die Nähe zu den Menschen wichtiger als die amtliche Würde.
Johannes Paul II
Johannes Paul II
3.2 Johannes Paul II

Die Wahrheit von der Barmherzigkeit Gottes war das Leitmotiv des Pontifikats von Johannes Paul II.

Der ersten Enzyklika »Redemptor homines - Der Erlöser des Menschen« 1978 folgte 1981die Enzyklika »Dives in misericordia - Über das göttliche Erbarmen«. Darauf 1983 die Enzyklika »Dominum vivificantem - Über den Heiligen Geist im Leben der Kirche und Welt«.

Johannes Paul II schenkte also gleich in den ersten fünf Jahren seines 27 Jahre währenden Pontifikats der Kirche und der Welt diese große Trilogie, in der er zu den Menschen von heute über Gott spricht, der sich ihm als die Heilige Dreifaltigkeit offenbart - der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
  • Barmherzigkeit ist für Johannes Paul ein Schlüssel zu dem Mysterium der besonderen Beziehung Gottes zu den Menschen. Menschliche Geschichte erschöpft sich nicht in dem Ablauf einer begrenzten Anzahl von Jahren, sondern ist Heilsgeschichte. Ort der personalen Begegnung mit dem sich offenbarenden Gott und dem rettenden Eingreifen Gottes in die Geschichte des von ihm erwählten Volkes Israel.
  • Johannes Paul II. erklärte den 2. Ostersonntag zum "Sonntag der Barmherzigkeit" und sagte, dass die Barmherzigkeit eine große Chance ist "das wahre Antlitz Gottes und das wahre Antlitz der Brüder immer besser zu erkennen"[10].
  • Die Botschaft der Barmherzigkeit ist gleichzeitig eine Botschaft vom Wert und der Würde eines jeden Menschen - für den Christus sein Leben hingegeben hat.
  • Johannes Paul hat die Ideologien des 20. und 21. Jht. am eignen Leib verspürt - den Nationalsozialismus mit seinem Konzentrationslager Auschwitz - die Nachkriegsherrschaft des atheistischen Kommunismus - die hemmungslose Selbstverwirklichung in den westlichen Gesellschaften - schließlich das Attentat auf sein Leben am 13. Mai 1981 am Jahrestag der Erscheinung Mariens in Fatima.
  • Die durch Sr. Faustina Kowalska neu übermittelte Botschaft der Barmherzigkeit ist für die durch die Ideologien des 20. und 21. Jhts. verwirrten Menschen von besonderer Wichtigkeit:
Im Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes
findet jeder Christ das wahre Antlitz Gottes,
der dem Menschen immer nahe ist,
und das wahre Antlitz des Menschen,
der Barmherzigkeit braucht,
aber auch bereit ist, sie zu erweisen.
Im Epherserbrief ruft uns die Kirche Gottes des Barmherzigen zu:
„Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.“ [11]
 
[1] Predigt am 2 Osterso. In Dormitz und Kleinsendelbach - 1. L Apg 2,42–47; 2. L 1 Petr 1,3–9; Ev Joh 20,19–31
[2] 1 Petr 3,3f.
[3] 2 Tim 2,13
[4] Ex 34,6
[5] Nem 9,17
[6] Ps 103,8
[7] Hos 6,6
[8] Lk 1,77
[9] Lk 1,78
[10] Predigt zur Heiligsprechung von Sr. Faustina
[11] Eph 4,32

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