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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilie zu Jer 20,13 am 12.So. i.JK  in St. Michael Neunkirchen

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Gott - der Anwalt der Armen

1 "Geld regiert die Welt"

so lautet ein Sprichwort, das der Phantasie der Menschen Flügel verleiht. "50 neue Strategien für mein Geld" steht auf der Titelseite eines bekannten Nachrichten-Magazins. Wie sehr das Hängen am Geld den Charakter verdirbt zeigt ein anderes Sprichwort "Beim Geld hört die Freundschaft auf."

Wer Geld hat kann sich alles leisten. Paul VI warnte 1967 vor der Gefahr des Reichtums und Geldes für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft der Völker. "Der Erwerb zeitlicher Güter kann zu maßloser Gier führen, zum Verlangen nach immer mehr Besitz und zum Streben nach immer größerer Macht."[1]

Die maßlose Gier nach Geld und Besitz wird zur zerstörerischen Sucht.  "Die Habsucht der Einzelnen, der Familien, der Völker kann die Armen und die Reichen packen und bei den einen wie den andern einen erstickenden Materialismus hervorrufen."[2]

In einem System ohne Verantwortung vor Gott, steht jetzt schnell ein Götze im Zentrum "und die Welt ist zum Götzendiener des Gottes "Geld" geworden."[3]

2013 sagte der Papst vor den Repräsentanten der Welt der Arbeit, "Gott hat gewollt, dass im Mittelpunkt der Welt nicht ein Götze steht sondern der Mensch - Mann und Frau - die mit der eigenen Arbeit die Welt voranbringen."[4]

2 Gottes Sorge für die Armen

2.1 Gott liebt und erhöht die Armen

2.1.1 Er erhört das Gebet des Armen

Die wegen ihrer Kinderlosigkeit geschmähte Hanna bestürmt Gott. ER schenkt ihr den Samuel, der ein großer Prophet wird. Gott preisend verkündet sie Gottes Solidarität mit einer schwachen armen Frau „Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt.“[5]

Die zum Belagerer Jerusalems sich aufmachende Judit vertraut auf den Gott Israels „dessen Macht sich nicht auf die große Zahl stützt und dessen Herrschaft keine starken Männer braucht.“[6]

Auf den Weg ins feindliche Lager betet sie „Du bist der Gott der Schwachen und der Helfer der Geringen; du bist der Beistand der Armen, der Beschützer der Verachteten und der Retter der Hoffnungslosen.“ [7]

Mit dem Kopf des Holoferenes kehrt sie heim und die Belagerer ergreifen die Flucht.

2.1.2 Gott besiegt durch die Menschwerdung seines Sohnes den Hochmut der Mächtigen

Das arme Mädchen von Nazareth, Maria, preist nach der Verkündigung durch den Engel Gabriel die Größe Gottes, der „auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut hat.“[8]

Augustinus erkennt in der Menschwerdung Gottes in Jesus die Demut Gottes, "in welcher Gott von einer Frau geboren und von Sterblichen durch große Schmach hindurch zum Tode geführt wurde." [9]

Auf diese einfache Weise dem Heil und der Erlösung der Menschen zu dienen, sei "das größte Heilmittel, durch welches die Aufgeblasenheit unseres Hochmutes geheilt wird."[10]

2.1.3 Jesu Solidarität mit den Armen

Jesus spricht in der Synagoge zu Nazareth in einem Selbstzeugnis von seiner Sendung “Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe;“[11]

Jesus verheißt seinen von ihm selig gepriesenen, ihm auf dem Weg der Armut folgenden Jüngern „Selig, ihr Armen, euch gehört das Reich Gottes.“[12]

Der Sohn Gottes hat durch seine Menschwerdung seine solidarische Liebe zu den Kleinen und Armen geoffenbart. Paulus beschreibt diese in  bewundernswerter Tiefe: „Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.“[13]

Unter den Brief-Adressaten des Apostel Jakobus gab es Christen, die Arme verachteten.  Jakobus fragt sie „Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich und zu Erben des Königreichs zu machen, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?“[14]

Der Prophet Jeremia fordert uns am Ende der 1. Lesung auf - Gott singend zu rühmen. Seine frohe Botschaft heißt:

2.2 „Gott rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter“

Wie ein roter Faden zieht sich die rettende Sorge Gottes für die Armen durch die ganze Bibel.

2.2.1 Gott greift ein zugunsten der Armen

Werden die Schwachen unterdrückt und seufzen die Armen, spricht der Herr „Jetzt stehe ich auf, dem Verachteten bringe ich Heil.“[15]

Begegnet einer dem Armen hochmütig und schaut er verächtlich auf ihn herab, wird das für ihn Folgen haben. „Er soll sich fangen in den Ränken, die er selbst ersonnen hat.“ [16]

Das Volk Gottes ist überzeugt, Gottes Eingreifen bringt Rettung und Gericht „Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, Hilfe bringen den Kindern der Armen, er wird die Unterdrücker zermalmen.“[17] Ps 72,4

Das Flehen der Armen ist durch nichts aufzuhalten „Es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift.“[18]

2.2.2 Gott legt die Armen seinem Volk ans Herz

Gott ruft sein Volk auf zu handeln „Befreit die Geringen und Armen, entreißt sie der Hand der Frevler!“[19]

Er befiehlt den besitzenden Israeliten auf den Feldern, beim Ölbaum und im Weinberg keine Nachlese zu halten sondern diese dem Armen und Fremden zu überlassen. Und er bekräftigt diesen Auftrag mit „Ich bin der Herr, euer Gott.“ [20]

In Israel lebt die Erfahrung fort, dass die Armen durch Gottes Eingreifen Zukunft haben. „Die Armen hob er aus dem Elend empor und vermehrte ihre Sippen, einer Herde gleich.“[21]

Die Armen brauchen die Unterstützung und Solidarität der Gottesfürchtigen. „Hilf aus Barmherzigkeit mit dem, was du hast“[22] sagt uns Tobit.

Unser Staat ermutigt uns, mit dem was wir haben den Armen zu helfen. Arme haben wir immer bei uns und auf der ganzen Welt – „Und ihr könnt ihnen Gutes tun, so oft ihr wollt”..[23]

Wer Steuern zahlt, kann bis zu 20 % seines zu versteuernden Einkommens für die Armen spenden. Der Staat erlässt ihm die Steuern für den gespendeten Betrag und beteiligt sich so an unseren Spenden.

3 Die Kirche Jesu Anwältin der Armen

Schon Paul VI forderte alle Menschen guten Willens auf,

3.1 mitzubauen an einer neuen Welt.

Nach wie vor ist es wichtig dafür zu beten, Gott möge den Verstand der Politiker und Publizisten erleuchten und den Mut stärken, „die öffentliche Meinung zu alarmieren und die Völker mitzureißen zur Mitarbeit an der Lösung dieser schwierigen Fragen.“[24]

Sich an die Erzieher wendend schrieb Paul VI „An euch ist's, schon in den Kindern die Liebe zu den notleidenden Völkern zu wecken!“[25]

Die Publizisten in den Medien bat er „Ihr müsst uns die Augen öffnen für das, was unternommen wird, um die gegenseitige Hilfe unter den Völkern in Gang zu bringen, aber auch für das bejammernswerte Bild des Elends, vor dem die Menschen nur zu leicht den Blick abwenden, um in ihrer Ruhe nicht gestört zu werden!“[26]

Auch die Reichen bezog der Paul VI mit ein „sie sollen wenigstens wissen, dass die Armen vor ihre Tür stehen und auf die Brosamen von ihren Tischen warten.“[27]

Der Papst Franziskus bittet uns

3.2 Die Armut vor Gott soll unser Lebensstil werden

Beim Weltjugendtag in Rio zeigte Franziskus wie wir das praktisch erreichen können.

3.2.1 „Versucht vor allem, den Dingen gegenüber frei zu sein.“

Der Herr ruft uns auf zu „einem dem Evangelium gemäßen schlichten Lebensstil“. Vor allem ist darauf zu achten, „dass wir nicht der Kultur des Konsums erliegen“.

Der Papst fordert uns auf „Das Wesentliche zu suchen, zu lernen, viel Überflüssiges und Unnötiges, das uns erstickt, abzulegen. Kommen wir von der Habgier los, vom vergötterten und dann verschwendeten Geld. Geben wir Jesus den ersten Platz.“

3.2.2 Selig werden durch die Umkehr zu den Armen

„Wir müssen uns um sie kümmern, ihre geistigen und materiellen Bedürfnisse einfühlsam wahrnehmen; lernen, den Armen nahe zu sein.

Gehen wir auf sie zu, sehen wir ihnen in die Augen, hören wir ihnen zu!“

3.2.3 Die Armen habe uns viel zu geben und zu lehren

 „In gewissem Sinn sind die Armen für uns wie Lehrmeister. Sie lehren uns, dass der Wert eines Menschen nicht nach seinem Besitz bemessen wird, danach, wie viel er auf seinem Bankkonto hat.“

Vor Gott gilt nicht, was wir haben, sondern wer wir sind – ein Mensch geschaffen als sein Ebenbild.

„Ein Armer, ein Mensch ohne materielle Güter behält immer seine Würde. Die Armen können uns auch viel über die Demut und das Gottvertrauen lehren.“

Im Herzen Gottes gibt es einen bevorzugten Platz für die Armen, da er selbst »arm wurde« (2 Kor 8,9) Jesus identifiziert sich mit Ihnen. „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, habt ihr mir getan.“[28] Die Barmherzigkeit mit den Armen ist unser Schlüssel zum Himmel - zum ewigen Leben mit Christus beim Vater.

 

[1] Paul VI Populorum Progressio 18

[2] ebd.

[3] Papst Franziskus, Vor den Repräsentanten der Welt der Arbeit 2013

[4] ebd.

[5] 1 Sam 2,8

[6] Judit 9,11

[7] Judit 9,11

[8] Lk 1,48

[9] De Trinitate VIII 5,7

[10] ebd.

[11] Lk 4,18

[12] Lk 6,20

[13] 2 Kor 8,9

[14] Jak 2,5

[15] Ps 12,6

[16] Ps 10,2

[17] Ps 72,4

[18] Sir 35,21

[19] Ps 82,4

[20] Ex 23,11; Lev 19,10

[21] Ps 107,41

[22] Tob 4,7

[23] Mk 14,7

[24] Paul VI Populorum Progressio 83, 1967

[25] ebd.

[26] Pail VI ebd.

[27] Ebd.

[28] Mt 25,40

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