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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilie zu 1. L Jes 58,7–10; 2. L 1 Kor 2,1–5; Ev Mt 5,13–16 in Sst. Michael NK

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Als Gottes Eigentum Salz der Erde und Licht fuer die Welt sein

1 Wir sind in der Taufe Gottes Eigentum geworden

  • Unser Beten zusammenfassend hat der Priester im Tagesgebet Gott so angesprochen „Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade.“
  • „Gott, unser Vater,“ so kann ich Gott nur ansprechen, wenn ich ihn als Ursprung allen Seins und Werdens, als Schöpfer des Himmels und der Erde anerkenne und anbete.
  •   im Katechismus der katholischen Kirche heißt es „Unser Glaubensbekenntnis beginnt mit Gott; denn Gott ist  „der Erste“, und „der Letzte“, der Anfang und das Ende von allem... es beginnt mit der Erschaffung des Himmels und der Erde, denn die Schöpfung ist der Anfang und die Grundlage aller Werke Gottes.“
  •  Wer so an Gott glaubt kann zu Gott sagen „Wir sind dein Eigentum“.  Gehören wir nur der Welt, sind wir wie sie vergänglich. Gehören wir aber Gott, ist er der Ursprung und das Ziel unseres Lebens, sind wir für immer in seiner Leben spendenden Liebe geborgen.
  • Teresa von Avila - von einer tiefen Liebe zu Gott durchdrungen - sagt uns die ermutigenden Worte “Nichts verwirre dich, nichts erschrecke dich, alles vergeht. Gott ändert sich nicht. Die Geduld erreicht alles. Wer sich an Gott hält, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.” 
  • Darum dürfen wir - vom Sinn und Ziel unseres Lebens erfüllt - singen „Herr ich bin dein Eigentum, dein ist ja mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du's mir gegeben.“ Eigentum Gottes zu sein, heißt meine ganze Hoffnung auf ihn und seine Gnade - seine liebende Zuwendung zu  setzen.
  • Von dieser Hoffnung getragen, können wir jede Not aushalten und jede Gefahr bestehen; denn wir vertrauen darauf, dass Gott uns schützt. Darum schließt das Tagesgebet Gott bittend: „ Bleibe uns nahe in jeder  Not und Gefahr und schütze uns.“ Durch Jesus Christus den geliebten Sohn Gottes, unseren Bruder und Herrn erbitten wir dies im Heiligen Geist.

2 Konsequenzen unserer Zugehörigkeit zu Gott

Die erste Konsequenz zeigt uns die Lesung aus dem Propheten Jesaja[1]:

2.1  Licht und Heil schenkt Gott dem, der sich den Armen zuwendet

  • Die Gemeinschaft mit Gott und die Zusage seiner Hilfe verlangen meine Bereitschaft, gut mit meinen Mitmenschen umzugehen und ihnen in der Not zu helfen. Die Lesung schließt mit einer wunderbaren Verheißung „Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag." Die Zuwendung zum Nächsten macht mein Leben hell und vertreibt aus meiner Seele alle Finsternis.
  • Der Antwort Gesang aus Psalm 112 singt vom Lohn Gottes für unser Herz „das sich nie mehr fürchtet. Wer den Armen reichlich gibt, dessen Heil hat Bestand für immer.“
  • In der Lesung aus 1 Korinther[2] zeigt uns Paulus eine 2. aus der Zugehörigkeit zu Gott kommende Konsequenz:

2.2 Die Bindung an Jesus Christus den gekreuzigten

  • Wer sich für das Evangelium einsetzt, muss mit Widerstand rechnen. Wir sind heute in eine neuheidnische Umgebung vom Herrn "wie Schafe unter die Wölfe gesandt".[3]
  • Um die Schwachheit meiner Worte wissend kann ich in meinem Zeugnis für den Glauben an Gott und an seinen Messias Jesus Christus nur in der festen Verbindung mit dem gekreuzigten Herrn bestehen. 
  • Benedikt XVI sagte 2011 im Olympiastadion von Berlin "Christus selber hat damals vor Damaskus den Kirchenverfolger Saulus gefragt: »Warum verfolgst Du mich?«[4] Damit drückt der Herr die Gemeinsamkeit des Schicksals aus, die sich aus der innigen Lebensgemeinschaft seiner Kirche mit ihm, dem Auferstandenen, ergibt. Er lebt in seiner Kirche in dieser Welt fort. Er ist bei uns und wir mit ihm."
  • Viele sehen heute die Kirche nur als Institution, ihre äußere Gestalt. Benedikt XVI zeigt, welche Folgen das hat "Dann erscheint die Kirche nur mehr als eine der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft, nach deren Maßstäben und Gesetzen dann auch die so sperrige Größe „Kirche“ zu beurteilen und zu behandeln ist."[5]
  • Die Kirche Jesu Christi ist zwar mitten in der Welt, aber nicht von der Welt. Wo sie aber die Art dieser Welt angenommen hat, braucht sie dringend die Entweltlichung.
  • „Die Kirche ist uns Unterpfand des göttlichen Lebens und Vermittlerin der Früchte, von denen das Gleichnis des Weinstocks spricht. So ist die Kirche das schönste Geschenk Gottes. Daher konnte Augustinus sagen: „In dem Maß, wie einer die Kirche liebt, hat er den Heiligen Geist“[6]
  • Benedikt XVI ermutigt uns mit Freude als Kirche Geschenk Gottes an die Welt zu sein.
  • „Mit der Kirche und in der Kirche dürfen wir allen Menschen verkünden, dass Christus die Quelle des Lebens ist, dass er da ist, dass er das Große ist, nach dem wir Ausschau halten und uns sehnen. Er schenkt sich selbst und schenkt uns damit Gott, das Glück, die Liebe. Wer an Christus glaubt, hat Zukunft."[7]
  • Bei meinem Zeugnis für Christus kann ich mich nicht auf die Weisheit der Gott fernen Welt stützen, sondern wie Paulus sagt: nur auf die Kraft Gottes.
  • Die dritte Konsequenz unserer Zugehörigkeit zu Gott zeigt uns Jesus im Evangelium[8]. Er nennt uns

2.3 „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“

  • Salz war und ist immer kostbar. Ein bisschen Salz macht die Speise appetitlich und Fleisch haltbar. Unsere Aufgabe als Christen ist es, dafür zu sorgen, dass das Leben und die Schöpfung Gottes nicht verderben und ungenießbar werden.
  • Aber es ist wie bei dem Salz: Wenige bewirken viel. Zu seinen Jüngern sagt Jesus: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben."[9] Durch die lebendige Beziehung zu dem gekreuzigten Christus schärfen wir unsere Fähigkeit, unseren Familien und Pfarrgemeinden, unserem Lebens- und Berufsumfeld die Würze des Evangeliums nahe zu bringen.
  • „Licht der Welt“ sollen wir sein, Stadt auf dem Berg, die man sieht und wahrnimmt.
  • Wir werden daher unser Christsein, unsere Ausrichtung an den Geboten Gottes und an dem Evangelium Jesu, an dem Beispiel der Märtyrer und Heiligen der Kirche, nicht verbergen, sondern mutig uns dazu bekennen.
  • Damit dieses von Gott und Jesus kommende Licht in uns nicht erlischt, werden wir intensiv mit der Kirche leben, auf den Nachfolger des heiligen Petrus schauen und hören, unseren Bischöfen und Priestern mit aller Kraft beistehen bei der Aufgabe der Neuevangelisierung.
Zum Schluss eine Frage an uns.

3 Ist die katholische Kirche in Deutschland Salz der Erde und Licht für die Welt?

  • Was die Spenden für die Christen in den Armuts- und Krisengebieten der Welt angeht, sind wir Katholiken Spitze.
  • Wenn aber – wie in den Medien behauptet wird – von zehn Katholiken sich neun nicht mehr an die Sexualmoral der Kirche halten und die Abschaffung des Zölibats für den katholischen Priester fordern, muss die Frage erlaubt sein: was hat die so genannte sexuelle Befreiung, die Verhütung durch die Pille und  Straffreiheit der Abtreibung an Befreiung gebracht?
  • Die Zahl der Ehescheidungen stieg gewaltig an und mit ihr die Zahl der betroffenen Kinder - die Scheidungswaisen mit schlimmen seelischen Schäden; der Rückgang der Geburten ließ uns zu einem sterbenden Volk werden. Frühe sexuelle Betätigung der Jugendlichen führt zur Triebverstärkung auf Kosten der Liebe und der Bindungsfähigkeit. Frauen müssen Dank Pille immer für die sexuellen Bedürfnisse des Mannes bereit sein. Die Pille fördert das folgenlose Fremdgehen, den Ehebruch.
  • Gott sei Dank gibt es auch inzwischen eine Menge Paare, die eine natürliche Empfängnisregelung praktizieren, wie sie die katholische Kirche empfiehlt. Interessant ist, bei ihnen ist das Scheitern der Ehe selten.
  • Lautstark fordern Katholiken - die selber nicht im Zölibat leben - die Abschaffung der Verpflichtung zur Ehelosigkeit für die katholischen Priester. Wir Priester haben diesen Versprechen „um des Himmelreiches willen“ gegeben, um ungeteilt dem Herrn in seiner Kirche zu dienen.
  • Natürlich ist es nicht einfach in einer sexualisierten Gesellschaft unterstützt durch die Medien und das Internet enthaltsam zu leben. Wie es auch für Verheiratete nicht einfach ist auch in Krisen treu zu bleiben, wo ihnen doch ständig eingehämmert wird, Fremdgehen, Ehebruch sei etwas Normales und Alltägliches.
  • Als Weltkirche ist die katholische Kirche in weiten Bereichen der Welt eine arme Kirche, wo Priester oft keinerlei Einkommen haben. Sie könnten keine Familie ernähren. Die zölibatär lebenden Priester in unserem Land unterstützen freiwillig seit 40 Jahren mit ihren Spenden in der Aktion Prim die Priester in den armen Kirchen der Welt, damit sie wenigstens das Minimum für ihren Lebensunterhalt haben - allein im Jahr 2012 mit 1,93 Millionen Euro.
  • Wer die Abschaffung des mit dem Priesteramt verbundenen Zölibats Versprechens fordert,  sollte sich ehrlich fragen, ob wir dann nicht andere schwerwiegende Probleme bekämen. Die gescheiterten Ehen von evangelischen Pastoren, ja sogar von Bischöfen sind überdurchschnittlich hoch
  • Außerdem sind die evangelischen Pastoren und Pastorinnen keine sakramental geweihten Priester und wollen das auch nicht sein.
  • Ein Mensch, der als Single lebt, sagte zu mir - nachdem er im Spiegel die Forderung unseres PGR gelesen hatte "Wir sind alle der Meinung, dass der Zölibat abgeschafft werden muss" - "Wenn die katholischen Priester jetzt auch heiraten, dann gibt es für uns Alleinlebende niemand mehr, der uns vorlebt, dass man auch als Single, als nicht verheirateter Mensch sinnvoll und glücklich leben kann." 


[1] Jes 58,7-10

[2] 1 Kor 2,1-5

[3] Lk 10,3

[4] Apg 9,4

[5] Benedikt XVI ebd.

[6] In Ioan. Ev. tract. 32, 8 [PL 35, 1646

[7] Benedikt XVI ebd.

[8] Mt 5,13-16

[9] Lk 12,32


[1] Jes 58,7-10

[2] 1 Kor 2,1-5

[3] Lk 10,3

[4] Apg 9,4

[5] Benedikt XVI ebd.

[6] In Ioan. Ev. tract. 32, 8 [PL 35, 1646

[7] Benedikt XVI ebd.

[8] Mt 5,13-16

[9] Lk 12,32


 




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