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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Auferstehung - Feuer und Licht in Hetzles St. Laurentius

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Auferstehung - vom Licht erhellt vom Feuer entzündet
Der Winter ist lang. An Ostern ist es kälter als an Weihnachten. Der Frühling lässt auf sich warten.
1 Doch Ostern ist da.
  • Rettender und befreiender Vorübergang Gottes. Für die mit dem Blut des Lammes in der Taufe und in der Feier seines Todes Bezeichneten. Für sie brennt die am neuen Feuer entzündete Osterkerze. Die allen Menschen leuchten möchte.  Allen die Gott nicht kennen, ihn leugnen, weil sie kein Opfer wollen. Weil es zu viele unschuldige Opfer gibt im 20. und 21. Jahrhundert. Aber was wäre, wenn es Ostern, Auferstehung nicht gäbe? Der Wahnsinn wäre wahnsinniger, das Leid auswegloser, die Verzweiflung unheilbar.
Schauen wir mit Benedikt XVI, dem klugen demütigen Papst Emeritus auf
2 Die Osterkerze - das Licht erhellt die Finsternis
  • "Die Kirche stellt in der Osternacht, der Nacht der neuen Schöpfung, das Geheimnis des Lichts mit einem ganz eigenen, sehr demütigen Symbol dar: mit der Osterkerze. Dies ist ein Licht, das vom Opfer lebt. Die Kerze leuchtet, indem sie sich selber verbrennt. Sie gibt Licht, indem sie sich selber gibt. So stellt sie auf wunderbare Weise das österliche Geheimnis Christi dar, der sich gibt und so das große Licht schenkt."[1]
  • Das Licht ist da, weil Christus auferstanden ist.
  • Aber auch die Dunkelheit und das Böse sind da. Unter ihnen leiden unzählige Menschen. Wird ihre von Gott geschenkte Würde mit den Füßen der Macht und des Geldes zertreten.
  • Noch einmal lenkt Benedikt XVI unsere Augen, unser Nachdenken auf die Osterkerze, die ihr Licht vom Feuer empfing. "Feuer ist Kraft der Gestaltung der Welt, Macht der Verwandlung. Und Feuer gibt Wärme. Auch hier wird wieder das Geheimnis Christi sichtbar. Christus, das Licht, ist Feuer, ist Flamme, die das Böse verbrennt und so die Welt und uns selber umgestaltet.“ „Wer mir nahe ist, ist dem Feuer nahe“, lautet ein Wort Jesu, das uns Origenes überliefert hat."[2]
3 Das Feuer der Liebe Gottes ist entfacht
  • An Ostern entfacht Gott durch den auferstandenen Christus das Feuer seiner Liebe neu in uns. Seit unserer Taufe glüht es durch den Heiligen Geist in uns. Der Glaube an die Liebe weckt die Liebe Gottes neu in uns auf, entfacht sie zu neuem Feuer.
  • Das Licht, das des Nachts unsere Städte hell erleuchtet, so dass wir das Licht der Sterne nicht mehr sehen, ist kaltes Licht. Das Feuer der Liebe Gottes ist zugleich Wärme, in der die Güte und das Erbarmen Gottes auf uns zukommen.
3.1 Die Schöpfung wird in der Kerze zum Träger des Lichts
  • Dieses Feuer lässt uns aufbrechen, um die Schöpfung Gottes wieder neu wahrzunehmen. Das erste, was Gott erschafft, ist das Licht, das die Finsternis vertreibt. Er hat allem Geschaffenen Ordnung einstiftet.
  • Der österliche Preisgesang des Exsultet hat uns darauf hingewiesen, dass diese Kerze zu allererst der Arbeit der Bienen zu verdanken ist. Der Mensch fügt das Wachs der Bienen zur Osterkerze zusammen. So ist die ganze Schöpfung in dieser Kerze versammelt. "Die Schöpfung wird in der Kerze zum Träger des Lichts."[3]
  • Wir dürfen darin auch einen Hinweis auf die Kirche sehen. "Das Zusammenwirken der lebendigen Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche ist gleichsam wie das Wirken der Bienen. Es baut die Gemeinschaft des Lichtes auf. So dürfen wir in der Kerze auch einen Anruf an uns selbst und an unser Miteinander in der Gemeinschaft der Kirche sehen, die da ist, damit das Licht Christi in die Welt hineinleuchten kann."[4]
3.2 Das Ja zu Gott entzündet des Feuer der Liebe in uns neu
  • Dies wissend werden wir heute gemeinsam unser Taufgelöbnis erneuern. Wir werden miteinander neu Ja sagen zum dreifaltigen Gott. Er spricht uns durch gekreuzigten und auferstandenen Christus an. Er lädt uns ein in das ewige Reich seines Vaters und wohnt durch den Heiligen Geist in uns. Durch diesen ist Gottes Liebe ausgegossen in unsere Herzen.[5] Wir sind also nicht mehr Kinder der Nacht und der Finsternis, sondern durch die in uns einwohnende Liebe Gottes sind wir Kinder des Lichts,[6] Kandidaten für die Auferstehung und für das ewige Leben bei Gott.
  • Weil wir Gott auf unserer Seite, ja in uns wohnend wissen, sagen wir miteinander entschlossen Nein zum Bösen in jeder Form und Gestalt, damit wir nicht Sklaven der Sünde und des Bösen werden. Wir sagen nein zu allem, was süchtig und abhängig macht. Denn wir sind Träger und Verkünder der Zukunft, die Auferstehung und Fülle des Lebens bei Gott ist.
3.3 Eucharistie - Empor die Herzen!
  • Vom Licht und Feuer Gottes erleuchtet und angetrieben werden wir heute in die Eucharistie - die große Dankbringung der Kirche Jesu – eintreten. Wir werden wie Augustinus sagt als erstes "das Herz in die Höhe richten. Das ziemt sich für die Glieder Christi."[7]
  • Weil Christus durch Tod und Auferstehung zum Vater vorangegangen ist werden wir im Kern unserer Person - im Herzen - auf Gott ausgerichtet ihm danken. Augustinus fragt seine Gemeinde und uns: "Welche Antwort habt ihr beim Aufsagen des Credo gegeben? Am dritten Tag erstand er von den Toten. Er fuhr in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters. Also befindet sich unser Haupt im Himmel. Deshalb antwortet ihr auf das Hoch das Herz! Wir haben es beim Herrn."[8]
  • Das ist nicht unser Verdienst, sondern Geschenk des liebenden Gottes, der Jesus aus dem Tod zur Auferstehung befreit hat. Darum sagt Augustinus: "Lasst uns Gott danken, dem Herrn unserem Gott, weil wir das Herz oben haben... wenn er dies nicht gewährte, hätten wir das herz auf der Erde."[9]
3.4 Kommunion Einverleibung der Auferstehung
  • Auferstehung geschieht jetzt schon, wenn wir uns den Herrn im verwandelten Brot einverleiben. Augustinus sagt: "Groß sind also diese Sakramente, sehr groß. Wollt ihr wissen, wie sie uns zum Empfang empfohlen werden? Der Apostel sagt “Wer unwürdig den Leib Christi isst oder den Kelch des Herrn trinkt, vergeht sich am Leib und Blut des Herrn".[10]
  • Der Leib des Herrn, der uns in der Messe gereicht wird, ist der Leib des gekreuzigten und auferstandenen, beim Vater erhöhten Christus. Wir begegnen darin dem Richter der Lebenden und der Toten. "Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt."[11]
3.5  Würdiger Empfang
  • Johannes von Damaskus mahnt uns "mit aller Ehrfurcht, reinem Gewissen und zuversichtlichem Glauben hinzutreten". Wir sollen den Leib und das Blut Christi ehren, "durch jegliche Reinheit, seelische wie leibliche"[12].
  • Zusammen mit der Bischofssynode macht uns Benedikt XVI 2007 in seiner Enzyklika "Sacramentum caritatis -Sakrament der Liebe" darauf aufmerksam, "dass die Liebe zur Eucharistie dazu führt auch das Sakrament der Versöhnung immer mehr zu schätzen." Die Einladung zur vollen Teilnahme an der Eucharistie sei zu verbinden mit "der Ermunterung zu einem Weg der Buße ."
  • Freilich muss Benedikt auch feststellen, "daß die Gläubigen in unserer Zeit in eine Kultur eingetaucht sind, die dazu neigt, das Empfinden für die Sünde auszulöschen, (55) indem sie eine oberflächliche Haltung fördert, die die Notwendigkeit, in Gottes Gnade zu stehen, um die Kommunion würdig empfangen zu können, vergessen lässt."(56)
  • Das Sakrament der Taufe, der Sündenvergebung und der Eucharistie sind die drei Österlichen Sakramente, die uns zu einer neuen Schöpfung machen. Sie schenken das Licht des Auferstandenen und entfachen das Feuer der Liebe Gottes neu in uns.
4 Bitte an den Auferstandenen
  • Bitten wir den Herrn, dass er in seiner Auferstehung uns die unser Leben und Sterben erhellende Freude erfahren lässt. Die Auferstehung des Herrn ist das Licht, das ewig leuchtet, das Feuer der Liebe Gottes, die ewig bleibt.
  • Alles vergeht. „Die Liebe hört niemals auf.“[13] Benedikt XVI wünscht sich und uns: "Dass wir selber Träger seines Lichts werden und das Leuchten von Christi Antlitz durch die Kirche in die Welt hereintritt“[14].

[1] Benedikt XVI, Predigt in der Osternacht 2012
[2] ebd.
[3] Benedikt XVI
[4] Benedikt XVI Predigt in der Osternacht 2012
[5] Röm 5,5
[6] 1 Thess 5,5
[7] Sermo 227
[8] ebd.
[9] Ebd.
[10] 1 Kor 11,27
[11] 1 Kor 11,29
[12] Johannes von Damaskus († 750) Viertes Buch XIII. KAPITEL. Von den heiligen, makellosen Mysterien des Herrn
[13] 1 Kor 13,8
[14] vgl LG 1
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