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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Neh 8,2–4a.5–6.8–10 in Rödlas »Regina Pacis« und Neunkichen St. Michael

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Auf Gott und Jesus zu hören, bringt Freude
1 Was hat Israel zum Volk Gottes gemacht?
1.1 Gott schließt den Bund mit Israel am Sinai
Es geschah nach der wunderbaren Errettung aus der Knechtschaft Ägyptens am Sinai. Durch sein Wort, das Mose überbringt, ruft Gott sein Volk zusammen. "Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören. Das sind die Worte, die du den Israeliten mitteilen sollst."[1]Und das Volk stimmt diesem Wort Gottes zu. "Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun."[2]
1.2 Die Erneuerung des Bundes nach dem Exil
Als in einer viel späteren Zeit die Reste Israels aus dem babylonischen Exil heimkehrten, wurde in einer heiligen Versammlung der Gottesbund erneuert. Wir hörten es in der 1. Lesung aus dem Buch Nehemia.
Was sich mit Israel am Sinai ereignete geschieht durch Jesus mit uns. Er schließt mit allen, die an ihn glauben den Neuen Bund. Wie Israel den Bund mit Gott im Hören auf Gottes Wort und im Tun des göttlichen Wortes erneuert, so geschieht es im Neuen Bund.
2 Im Hören und Tun des Wortes Gottes wird der Bund erneuert und gelebt
2.1 Das Wort Gottes muss vor das versammelte Gottesvolkes gebracht werden.
Wie Mose das Wort Gottes vor das Volk bringt, so auch der Priester Esra. Nicht sich verkündet der Priester Esra, sondern "er öffnete das Buch vor aller Augen." Das Buch enthält das Gesetz Gottes, also die Heilstaten Gottes für sein Volk.
Die Hörbereitschaft der Versammelten zeigt sich augenfällig: "Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle." Und wieder erweist sich der das Buch des Gesetzes Bringende als Diener des Wortes. "Dann pries Esra den Herrn, den großen Gott." Und wie reagiert das versammelte Volk Gottes darauf? "Alle antworteten mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich und warfen sich vor dem Herrn nieder, mit dem Gesicht zur Erde."
2.2 Auch im Neuen Bund wird Gottes Wort vor die versammelte Gemeinde gebracht.
Die Art und Weise, wie das geschieht, hat seinen Ursprung im ersten Volk Gottes. Aus ihm sind Jesus, Maria und die Apostel hervorgegangen.
Am dichtesten geschieht dies bei Verkündigung des Evangeliums. Jesus spricht und handelt. Das Evangeliar steht beim Wortgottesdienst auf dem Altar - dem Tisch des Herrn. Bevor es der Priester es hochhebt und der Gemeinde zeigt, betet er: "Heiliger Gott, reinige mein Herz und meine Lippen, damit ich dein Evangelium würdig verkünde." Der Priester oder Diakon hebt das heilige Buch, das Evangeliar, empor, damit es alle sehen.
Wie damals bei Esra erhebt sich die ganze Versammlung der Gläubigen. Sie drückt ihre Ehrerbietung und ihre Bereitschaft aus für den im Wort kommenden Gott und Herrn.
Unter dem Lobpreis Gottes und Jesu, dem Halleluja, wird das Evangeliar zum Ambo – dem Ort der Wortverkündigung - getragen.
Christus will jetzt bei uns durch den Diakon oder Priester zu Wort kommen. Darum ruft uns der Diakon oder Priester zu: "Der Herr sei mit euch", und sie wünschen ihm zurück "und mit deinem Geiste." Der Geist des Verkünders soll sich jetzt ganz vom Geist Gottes in Dienst nehmen lassen. Er soll nicht sich, sondern Christus verkünden.
Das Evangelium berührend spricht der Priester "Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas" und die Gemeinde antwortet mit dem Lobpreis Christi: "Ehre sei dir, o Herr." Und mit dem Priester machen wir ein Kreuz auf die Stirn - "ich will das Wort bedenken" - auf den Mund - "ich will es weitersagen" - auf das Herz - "ich will es in meinem Herzen bewahren."
Nach dem Evangelium ruft uns der Diakon oder Priester zu "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus" und wir antworten mit unserem Lobpreis ihm huldigend: "Lob sei dir, Christus". Darauf küsst der Priester zum Zeichen der innigen Verbundenheit mit Christus das Evangelium und betet "Herr durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden."
In diesem dialogischen Geschehen geschieht die »actuosa partizipatio - die aktive Teilhabe» an der uns durch sein Wort umwandelnden Gegenwart des Herrn. Als Glieder an dem einen Leib des auferstandenen Christus hat jeder auf seine Weise teil an der befreienden und froh machenden Gegenwart des Herrn. Es ist
2.3 Die Frohe Botschaft des in seinem Wort gegenwärtigen Gottes
So feierte Israel und so feiern wir Christen den unter uns gegenwärtigen Gott, der durch den Mund seines Priesters seine Heilstaten - wie sie im Buch stehen - verkündet. Freilich mit dem Vorlesen allein ist es nicht getan. Das Wort der Schrift bedarf auch der Auslegung und Erklärung. "Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten."[3]
Das Wort Gottes ergreift Menschen, die es schon lange nicht mehr gehört hatten. Es erschüttert sie zu Tränen. Es sind Freudentränen.
Die Verkünder und Ausleger rufen zur Freude auf. "Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des Herrn, eures Gottes. Seid nicht traurig, und weint nicht!"[4]
Wenn Menschen zusammenkommen, um Gott die Ehre zu geben, verlieren die irdischen sie niederdrückenden Wirklichkeiten an Kraft und Einfluss. Darum heißt es am Anfang "aus dem heiligen Evangelium - der frohen Nachricht" und am Ende "Evangelium - Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus."
Im Psalm 3 klagt einer, der Jahwe dem Gott Israels treu ist, dass seine Gegner ihm ins Gesicht schleudern »keine Hilfe hat er bei Gott«. Er aber antwortet als ein im Vertrauen auf Gott Erprobter. "Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, du bist meine Ehre und richtest mich auf." [5]
Immer wieder ruft Israel dazu auf: "Bringt dar dem Herrn, ihr Stämme der Völker, bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!"[6]
Und "Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, spendet Opfergaben und tretet ein in sein Heiligtum!"[7]
Miteinander Gott zu ehren, beugt - wie der Prophet Jeremia sagt - der Verfinsterung des Geistes vor. "Erweist dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, bevor es dunkel wird, bevor eure Füße straucheln auf dämmrigen Bergen. Wartet ihr dann auf das Licht — er verwandelt es in Finsternis und macht es zur Dunkelheit." [8]
Um an der Freude Gottes und des auferstandenen Christus teilzuhaben, verpflichtet die katholische Kirche ihre Glieder an Sonn- und Feiertagen die heilige Messe mitzufeiern. Denn „die Freude an Gott ist unsere Kraft“. Sie befähigt uns in unserer heidnisch gewordenen Welt als Christen und Kirche für Gott und für Jesus Christus und sein Evangelium der Liebe einzutreten.
3 Dem Hören des Wortes Gottes muss das gemeinsame Tun des Wortes folgen.
Darum sagt Esra dem Volk Gottes: "Nun geht, haltet ein festliches Mahl, und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre des Herrn."[9]
Das festliche Mahl geschieht im Neuen Testament
3.1 In der Eucharistiefeier
In ihr gibt uns der Herr Anteil an seinem Opfer und Mahl. In einem auf Thomas von Aquin zurückgehenden Sakramentslied besingen wir dieses Geschenk des Herrn treffend so: "Sakrament der Liebe Gottes: Leib des Herrn, sei hochverehrt, Mahl, das uns mit Gott vereinigt, Brot das unsere Seele nährt, Blut, in dem uns Gott besiegelt seinen Bund, der ewig währt."[10]
Unser Einswerden in und mit Christus in der heiligen Eucharistie soll sich fortsetzen im gemeinsamen Mahl in der Familie.
Konsequenz aus der Gemeinschaft mit Gott und mit Jesus - der Freude an Gott - ist
3.2 Mit den Armen die Freude zu teilen
Unser Blick soll sich weiten für diejenigen, die allein und einsam sind. "Schickt auch denen etwas, die nichts haben" [11]
Das meint heute die Hungernden in der Welt, aber auch die Einsamen mitten unter uns, denen die Essensgemeinschaft fehlt. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.
Wenn ich aus Liebe zu Gott, meinem Schöpfer und Vollender und aus Liebe zu Jesus, meinem Retter aus Sünde und Tod, armen und hungernden, einsamen und traurigen Menschen helfend, aufmerksam und Zeit schenkend begegne, dann kommt die Freude, die Gott mir geschenkt hat, bei diesem Menschen an.
Darum sagt Esra den Israeliten und uns: "Die Freude am Herrn ist euere Stärke". Sie vertreibt die Sorgen; denn die dürfen wir ihm aufladen. "Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch," rät uns der Apostel Petrus.[12] Esra traut sich sogar angesichts der Freude, die Gott schenkt, zu sagen: "Macht euch keine Sorgen."
Jesus nennt als Quintessenz seiner Sendung die Freude seiner Jünger und Jüngerinnen. Der Grund für diese Freude ist: Mit der Liebe, mit der der Vater ihn geliebt hat, liebt er uns.[13] Er bittet uns aber, „bleibt in meiner Liebe“. Warum? Er antwortet Dir und mir: "Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird."[14]

[1] Ex 19,5
[2] Ex 19,8
[3] Neh 8,8f.
[4]  Neh 8,10
[5] Ps 3,4
[6]  Ps ,7
[7] Ps 96,8
[8] Jer 13,16
[9] Neh 8,10
[10] Gl 542/1
[11] Neh 8,10
[12] 1 petr 5,7
[13] vgl Joh 15,9
[14] Joh 15,11
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