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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Lk 10,1-20

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Satanisches Machtstreben scheitert
[1]
1 Die ohnmächtigen Sendlinge
Wir können gut nachfühlen,
1.1 Warum Jesus seine Jünger in Zweierteams in die Orte schickt, in die er selbst kommen wollte.
  • Denn sie waren für diese Aufgabe nur wenig vorbereitet. Sie sollten sein Kommen bekannt machen. Und sie trafen sicher auf viele Uninteressierte, Skeptische und andere, die nur neugierig und sensationslüstern waren. Da ist es gut nicht allein zu sein, sich gegenseitig zu stützen und zu ermutigen.
  • Ein so großangelegtes Unternehmen - der Herr will ja schließlich in alle Orte und Städte der Welt kommen - braucht viele Mitarbeiter. Da der Gott Israels selbst diese Sache in Gang gebracht hat, wird er auf die Bitte seiner Helfer hin auch weitere Arbeiter schicken. Deshalb ist das Gebet um Helfer für das Reich Gottes nach wie vor eine wichtige Aufgabe für die Jünger Jesu, für uns.
1.2 Jesus weiß, daß seine Sendlinge menschlich gesprochen keine Chance haben, denn sie gehen wie Schafe zu den Wölfen
  • Selbstlos und wehrlos sind sie denen ausgeliefert, die egoistisch nur an sich denken und zu ihrem Vorteil handeln. Die Sendlinge sollen sich auch nicht auf Geldmittel oder eine gute Ausrüstung verlassen. Sie bewirken nicht den Erfolg.
  • Es heißt: "Grüßt niemand unterwegs." Das ist nicht eine Aufforderung zur Unhöflichkeit, sondern die Mahnung, sich unterwegs nicht zu verplaudern und so kostbare Zeit zu vertun. Die Sendlinge des Herrn sind nicht dazu da, auf allen Hochzeiten zu tanzen, oder andere zu unterhalten.
1.3 Sie sollen den Menschen das bringen, was ihnen vom Herrn geschenkt ist
 Schalom d.h. nicht nur Frieden, sondern alle Heilsgüter, die Gott uns schenken will.
  • Dabei werden sie die Erfahrung machen, dass sie nicht immer willkommen sind, sobald sie das anbieten, was der Herr ihnen aufgetragen und wozu er sie ausgesandt sind. Wer abgewiesen wird soll sich darüber nicht grämen, sondern davon ausgehen, daß ihm der Segen bleibt, den er anderen vergeblich wünscht und schenken will.
  • Sie sollen auch nicht umherziehen von einem Haus ins andere. Das bringt nichts Gutes. Zudem muss man wissen, wo die Sendboten des Herrn anzutreffen sind. Darum wird jeder Pfarrer vom Bischof zur Anwesenheit in seiner Pfarrei verpflichtet. Residenzpflicht!
1.4 Sie haben ein Recht auf Lohn für ihre Arbeit, aber sie sollen dabei nicht anspruchsvoll sein.
  • Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Nähe der Gottesherrschaft bekannt und erfahrbar zu machen. Vor allem die Kranken sollen das erleben.
  • Wo die Sendlinge das tun, wird nicht nur Gottes Herrschaft sich ausbreiten, sondern "fällt der Satan vom Himmel." Bei diesem - menschlich gesprochen - so wenig Erfolg versprechenden Unternehmen geschieht also doch etwas Entscheidendes. Nicht etwa weil die Sendlinge so clever und intelligent sind, sondern weil Gottes Friede, seine Kraft auf ihnen ruht;
Engelssturz in St. Michael Neunkirchen a.Br. 1741 Joh. Scheubel d.Ältere
Engelssturz in St. Michael Neunkirchen a.Br. 1741 Joh. Scheubel d.Ältere
2 Darum fällt der Satan vom Himmel

Immer wenn ich dieses Wort Jesu höre, sehe ich das große Gemälde vor mir, das über dem Tabernakel unserer Kirche den Sturz Satans zeigt. Hintenüber stürzt er vom Himmel. Und der Heilige Erzengel Michael, dessen Name fragt: „Wer ist wie Gott?" schreitet über den Stürzenden hinweg hinein in den freien Raum, in den der sehende Gott ihn sendet.
2.1 Dunkel ist dieses Wort
das Jesus bei der Rückkehr seiner Jünger spricht. "Ich sah den Satan vom Himmel fallen."[2]
Hatte Jesus eine Vision? Oder drückt er nur in bildhafter Form einen geistigen Vorgang aus? Wir wissen es nicht. - Aber eines können wir mit Sicherheit sagen: Jesus spielt mit dem Bild vom Satanssturz auf eine Stelle beim Propheten Jesaja an; er kenn das Spottlied, das Prophet auf den König von Babylon anstimmt, und in dem es heißt:
"Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte...du hattest in deinem Herzen gedacht: Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, über den Sternen Gottes...doch in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen, in die äußerste Tiefe."[3]
2.2 Der Satanssturz ist ein gültiges Symbol
  • das aus der Tiefe der menschlichen Seele kommt. Der Satan, der sich Flügel macht, um in den Himmel vorzudringen und seinen Thron neben den Thron Gottes zu stellen, ist nicht nur ein überweltlicher Dämon, ein gefallener Engel; er ist auch ein Symbol eines Dranges, den es in jeder menschlichen Seele gibt.
  • Sein wollen wie Gott, das war schon der vermessene Wunsch der ersten Menschen. Mit ihrer Kunst und Technik den Himmel stürmen: das wollten die Erbauer des babylonischen Turmes. Mit selbstgefertigten Flügeln bis zur Sonne fliegen: das wollte der Held Ikarus in der griechischen Sage. - Sie alle sind gescheitert. Sie sind alle im wörtlichen oder übertragenen Sinn abgestürzt.
2.3 Auch wir sind in Gefahr abzustürzen,
  • wenn wir diesem Drang nachgeben. Das Streben nach uneingeschränkter Macht, nach absoluter Beherrschung des Kosmos, durch bestimmte okkulte Praktiken Macht über das Jenseits oder durch satanische Bräuche Macht im Diesseits und über Menschen zu gewinnen, all dem gilt, was Jesus sagt:
"Ich sah den Satan vom Himmel fallen."
  • Für Jesus war es schon vor 2000 Jahren klar, dass satanisches Machtstreben zum Scheitern verurteilt ist. Bei der Versuchung in der Wüste war er mit dieser dunklen Möglichkeit seiner menschlichen Natur konfrontiert worden: Der Teufel zeigt Jesus alle Reiche und Schätze dieser Welt:
"Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest."[4]
  • So hatte ihm die widergöttliche Stimme zugeflüstert. Jesus hat entschieden Nein zu dieser Verlockung gesagt. Er war auf die Erde gekommen, nicht seinen, sondern den Willen Gottes zu tun. Er wusste sich gesandt zu lieben, zu dienen, sich zu opfern. Deshalb sagt er zu denen, die ihm folgen und die er sendet:
"Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt werden. Wer wirklich groß sein will, denke gering von sich und mache sich zum Diener aller."[5]
In seiner letzten öffentlichen Rede - den Opfertod am Kreuz vor Augen - sprach er die prophetischen Worte:
  • "Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt (d.h. der Satan, der Dämon der Macht) hinausgeworfen." [6]
2.4 Für Jesus war der Satan tatsächlich vom Himmel gefallen.
  • Er hatte keine Macht über Jesus, weil ihm Jesus keine Macht einräumte, sondern ihn durch die Kraft seiner Liebe überwand. Und das tat Jesus nicht nur für sich selbst, sondern für alle, die an ihn glauben.
  • Beim 60-jährigen Abiturtreffen sagte mir ein ehemaliger Mitschüler, er habe in bestimmten Situationen einen Kobold angerufen. Das habe zwar funktioniert, aber der habe ihn auch wiederholt reingelegt. Jetzt halte er sich lieber an den heiligen Antonius von Padua, über den ich beim letzten Klassentreffen gepredigt habe.
  • In der Musikszene des Rap und Hip hop kommt der Teufel ganz selbstverständlich vor. Ein Titel lautet: "Vom Teufel besessen." Im "Tanz der Teufel" wird gesungen. "Den Teufel kenn ich gut. Er flüstert in mein Ohr." Ein anderer Song fordert auf: "Weck den Teufel in mir."
  • Wer die Gebote Gottes nicht mehr beachtet, öffnet dem Teufel und den Dämonen Tür und Tor. Er gerät in seinem Denken und Fühlen durcheinander. In der griechischen Sprache des NT heißt der Teufel "diabolos - Durcheinanderwerfer". Welch ein Durcheinander im Denken und Fühlen vieler Menschen in unserem Land!
  • Weil der Gesetzgeber unter bestimmten Voraussetzungen den Schwangerschaftsabbruch für straffrei erklärt hat, meinen heute viele die Abtreibung sei erlaubt. Der Gesetzgeber sagt aber ausdrücklich: "Die Tat ist gleichwohl rechtswidrig."[7] Für Christen, aber auch für Muslime ist die Tötung des im Mutterschoß heranwachsenden Menschenkindes, ein schwerer Verstoß gegen Gottes Gebot.
2.5 Lebensschützer haben es in unserer Gesellschaft schwer.
  • In den Medien werden totgeschwiegen oder in die Ecke des Rechtsextremismus gestellt. In Wirklichkeit stehen sie auf der Seite Gottes, der ein Freund des Lebens ist. Sie treten nicht lärmend und aggressiv, sondern schweigend und betend auf.
  • Msgr. Reilly, der heute Hausgeistlicher bei den Schwestern vom Kostbaren Blut in Brooklyn ist und von dort aus das Weltapostolat »Prolife für das Leben«[8] leitet - erklärt: „Es ist entscheidend, dass wir folgendes begreifen: Es genügt nicht, nur zum Ort des Tötens zu gehen. Es kommt darauf an, in welcher Haltung wir dort anwesend sind.“ Und Reilly denkt konstruktiv: „Wir helfen der Mutter. Das ist die einzige Lösung. Wir dürfen Frauen, die abtreiben wollen, nicht als böse Menschen ansehen, sondern müssen uns ihnen in Liebe zuwenden. So stehen wir in derselben Haltung wie Maria und der heilige Johannes unter dem Kreuz, beten in derselben Gesinnung, wie Jesus am Kreuz “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“[9]
  • Diese gewaltlosen anhaltenden Gebetsvigilien[10] vor Abtreibungsorten haben überraschende Erfolge. Sowohl in Amerika wie in Deutschland haben daraufhin zahlreiche Abtreibungsstätten zugemacht. Auch in unserer Pfarrei gibt es eine Gruppe, die sich besonders für den Schutz des Lebens einsetzt.[11]
3 Der Satan ist für uns entmachtet
  • Denn wir sind auf Jesus Christus getauft. Von sich aus kann er uns nicht gefährlich werden. Es liegt an uns, unserer Versuchbarkeit, ob wir ihm Macht und Einfluss einräumen und ihn wieder auf den Thron erheben, von dem ihn Jesus hinabstürzen sah.
  • Diese Botschaft haben wir unseren Mitmenschen mitzuteilen und vorzuleben. Denn wenn Jesus zu ihnen kommt und sie ihn aufnehmen, stürzt der Satan auch bei ihnen vom Himmel - verliert er seine Macht.
  • Aber nicht der Sturz des Teufels ist der wahre Grund zur Freude – sondern dass ihre und unsere Namen im Himmel verzeichnet sind.[12] Darum haben wir im Tagesgebet Gott gebeten „Erfülle uns mit Freude über die Erlösung und führe uns zur ewigen Seligkeit.“
 
 [1] Homilie zu Lk 10,1-20
[2] Lk 10,18
[3] Jes 14,12-14
[4] Mt 4,9; Lk 4,7
[5] vgl Mt 13,12 und Lk 14,26 und Mk 9,35
[6] Joh 12,31
[7] Urteil des BVG vom Mai 1993
[8] http://europrolife.com
[9] Lk 23,34
[10] http://www.kostbare-kinder.de/30-0-Vigilien.html
[11] http://www.fuerdasleben.org
[12] Lk 10,20

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