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Lesejahr 2013 (C)

Homilie am 7. Ostersonntag in St. Michael und in der Heilig Grabkapelle NK

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Eins sein mit Christus in Gott [1]

1 Für jemand beten - eine Hochform der Liebe
  • Für mich ist eines der schönsten Geschenke, wenn jemand mir sagt, „ich bete für dich.“ Auch ich schenke die Zusage meines Gebetes den mir begegnenden Menschen, aber auch allen, die mir nahe stehen. Der heilige Jakobus ermutigt uns dazu in seinem Brief: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt.“[2]
Im heutigen Evangelium zeigt uns Jesus, wie wichtig es ist,
1.1 für Menschen, die wir lieben, zu beten
  • Als er noch hier auf Erden lebte, betete er für seine Apostel. Aber er betet auch für diejenigen, die durch das Wort der Apostel an ihn glauben, also für uns. Er unser großer Fürsprecher bei Gott, den er liebevoll mit "Abba - guter Vater" anspricht.
  • Worum bittet Jesus den Vater? "Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, die Du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir"[3].
  •  Dann aber betet er für alle, die durch das Wort der Apostel und ihrer Nachfolger an ihn glauben. Denn auch sie sind ihm vom Vater als Jünger und Jüngerinnen gegeben.
  • Er bittet den Vater für die Eheleute und ihre Kinder, für die Seelsorger und Verantwortlichen in der Pfarrei, aber auch für die Alleinstehenden, die Alten und Kranken, wir alle mögen eins sein, wie er mit dem Vater und der Vater eins mit ihm ist.
Aber nicht nur für die uns nahestehenden Menschen betet er, sondern durch seine Kirche auch
1.2 für Menschen die uns hassen und Böses antun
  • Wie der Glaube an den Auferstandenen und beim Vater erhöhten Christus alle Barrieren zwischen Menschen überwindet, zeigt uns heute der erste Märtyrer der Kirche, der Diakon Stephanus. Er sieht den Himmel offen und Jesus zur Rechten Gottes verherrlicht.[4]
  • Darum kann er dem Fanatismus und dem hasserfülltem Geschrei seiner Mörder mit Liebe begegnen.  Sie zeigt sich im Gebet für sie: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an."[5] Nur so wird die Spirale der Gewalt und des Hasses unterbrochen. Daran haben sich die Märtyrer aller Jahrhunderte gehalten. So bewahrheitet sich, was von Anfang an christliche Erfahrung ist "Sanguis martyrorum - semen christianorum", das Blut der Märtyrer ist Same neuer Christen."[6]
 2 Eins werden und eins sein durch Jesus in Gott
2.1 In der Taufe hat uns Gott Jesus gegeben
  • und durch den Heiligen Geist seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Wir gehören also dem dreieinigen Gott jetzt und in Ewigkeit. Jesus bittet Gott für die Seinen "Vater, bewahre sie in deinem Namen."[7]
  • Seinen dem Mose kund gemachten Namen "ICH-BIN- DER-ICH-BIN-DA" macht Jesus uns offenbar, ja in ihm ist dieser Name Gottes Fleisch und Mensch geworden. ER ist ganz für die Menschen da und ist in seinem Wort und Sakrament im Heiligen Geist bei uns bis ans Ende der Zeiten.
  • Warum macht Jesus durch seine Kirche zu allen Zeiten diesen Namen Gottes bekannt? Am Ende von Joh 17 sagt er es: „Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin."[8]
  • Wir bauen also unser Leben nicht auf eine kurze irdische Zukunft.
2.2 Wir schauen und hören auf den beim Vater verherrlichten Christus.
  • Er ruft uns in der Lesung aus der Offenbarung zu: "Siehe, ich komme bald, und mit mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht."[9]
  • Wir sind nicht das Produkt eines Zufalls, das am Ende sich wieder in Materie auflöst und darin verschwindet; Am Anfang unserer Existenz und am Ende unseres irdischen Lebens steht das Wort, das Gott ist und in Jesus Mensch wurde.[10]
  • Er ist das Alpha und Omega, der Erste und der Letzte unseres irdischen Seins. Er, der verherrlichte Christus, wäscht unser persönliches Gewand der Seele in der Taufe und im Sakrament der Sündenvergebung, so dass wir vom Baum des Lebens essen und durch die Tore des himmlischen Jerusalems eintreten dürfen. Er allein wird unseren Lebensdurst stillen.[11]
3 Unser Einswerden mit ihm hat missionarische Kraft
Nachdem Jesus den Vater darum gebeten hatte: "Damit auch sie in uns eins seien"[12], fügte er hinzu:
3.1 "Damit die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast"[13].
  • Was heißt dies, fragt Augustinus “Wird etwa die Welt dann glauben, wenn wir im Vater und Sohn alle eins sein werden? Ist das nicht jener ewige Friede und vielmehr der Lohn des Glaubens als Glaube?“ Und Augustinus fährt fort: „Denn eins werden wir sein, nicht damit wir glauben, sondern weil wir geglaubt haben.“[14] Jesus bittet also den Vater, dass dann die Welt glaube. Auch wenn wir durch Glaube und in treuer Liebe in Gott und Jesus eins geworden sind, erzeugen wir dadurch noch nicht den Glauben der Welt. Diesen bewirken nicht wir, sondern der Gnade Gottes.[15]
3.2 Die Einheit der Jünger und Jüngerinnen Jesu fängt klein an
in Ehe und Familie und in der Pfarrei, in der wir leben.
  •  Weil manche Ehen scheitern, sagen viele "kann man nichts machen, das ist halt heut so". Damit es nicht so ist, sagt Jesus zu den Seinen, die durch Taufe und Glaube zu ihm gehören: "Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe."[16] Es geht um die lebendige Verbindung und Freundschaft mit ihm. Darum sagt er "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe."[17]
  • Von Jesu Beispiel angeregt heißt das auch: Betet miteinander und für einander!  Feiert miteinander Gottesdienst, geht miteinander zur Beichte, damit Gott euch heilt und befreit von allem, was euere Einheit gefährdet.
3.3 Mit Jesus in Gott geborgen einander Halt und Hilfe sein
  • Am Schluss des Evangeliums weist Jesus nochmals auf das alles tragende Fundament christlichen Lebens hin. "Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen."[18] Jesus verkündet den Gott Israels als den ICH-BIN-DA, als seinen Vater und unseren Vater.
  • Nach vielen Irrwegen die Wahrheit findend preist der heilige Augustinus in seinen Bekenntnissen Gott freudig: „Denn du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir.“[19]
  • Je mehr wir in Gott als unserem Ursprung und Ziel ruhen, desto mehr können wir einander in Familie und Pfarrei Halt und Hilfe sein. So gehen wir glaubend und hoffend
4 Pfingsten entgegen
4.1 Mit der Bitte um den Heiligen Geist
  • Vor seiner Himmelfahrt sagt Jesus den Seinen: "Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde."[20]
  • In der Kraft der Liebe Gottes, die in Jesus für uns erfahrbar ist und durch Gottes Heiligen Geist geschenkt wird, können ihr ein Leben lang füreinander da sein und die Einheit leben. So wird sein Name geheiligt und gelingt das Leben in Ehe und Familie und in der Pfarrgemeinde.
4.2 Wir haben Anteil an der Herrlichkeit des Auferstandenen
  • Wenn wir aus der liebenden Einheit des dreieinigen Gottes leben, der Liebe ist, haben wir teil an der Herrlichkeit, die Gott in der Auferweckung Jesu von den Toten geoffenbart hat. Darum kann Jesus zum Vater im Himmel sagen: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir.“ [21]
4.3 Christus und der Geist treten für uns ein
  • Wir sind dabei nicht nur auf uns gestellt, denn "Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein."[22]
  • Ihn bitten wir vor Pfingsten, aber auch im Alltag um die Gabe seines Geistes, der in uns betet. "So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können."[23]
Komm Heiliger Geist, bete Du in mir!
 

[1] Homilie zum Evangelium Joh 17,20-26
[2] Jak 1,17
[3] Joh 17,11
[4] vgl Apg 7,56
[5] Apg 7,60
[6] Frühchristliche Sentenz
[7] Joh 17,11
[8] Joh 17,26
[9] Offb 22,12
[10] Joh 1,1.14
[11] vgl Offb 22,13f.
[12] vgl Joh 17,21
[13] Joh 17,21
[14] Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium 110. Vortrag 2
[15] vgl. ebd. Vortrag 110/2
[16] Joh 15,9
[17] Joh 15,12
[18] Joh 17,26
[19] Augustinus, Confessiones 1
[20] Apg 1,8
[21] Joh 17,22
[22] Röm 8,34
[23] Röm 8,26

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