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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu1 Kor 11,23-25 am Gründonnerstag in Dormitz ULF

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Jesu fortdauernde Liebe bis zur Vollendung im Reich Gottes
„Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüber zu gehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.“ So beginnt das heutige Evangelium, das uns die Konsequenz aus der Einsetzung Eucharistie zeigt, in der sich der Herr als der Dienende offenbart.
Die vorliegende 2. Lesung aus dem 1 Kor ist veranlasst durch
1 die Frage nach dem rechten Vollzug des christlichen Gottesdienstes.
Die Frage nach dem rechten Vollzug ist nach wie vor aktuell.
1.1 Beim Gottesdienst kommen ganz verschiedene Menschen zusammen.
  • Da gab es schon in Korinth Probleme. Jeder bringt seine Lebensart und Vorstellung mit. Damit musste sich schon Paulus in Korinth auseinandersetzen. Mutig bringt er in 1 Kor 11 seine Autorität und seine Christusbeziehung ins Spiel "Nehmt mich zum Vorbild wie ich Christus zum Vorbild nehme."
  • Er setzt sich mit dem Verhalten von Frauen und Männern beim Gottesdienst auseinander.[1] Er warnt vor Spaltungen und egoistischem Verhalten.
  • Man wartete mit dem Beginn des der Eucharistie vorausgehenden Essens nicht auf das Eintreffen der kleinen Leute, der Sklaven und Arbeiter. "Dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist.“[2] Paulus sagt unmissverständlich: "Das ist keine Feier des Herrenmahles mehr."[3]
1.2 Sind wir nicht heute in ähnlicher Gefahr?
  • In den reichen Ländern des Westens hat der Relativismus um sich gegriffen; Wichtig ist nur noch das Ich, die Befriedigung der eigenen Vorstellungen und Wünsche. Dem wird alles untergeordnet. Auch die Feier des Gottesdienstes, auch die Feier der heiligen Messe, ist für viele nur dann von Wert, wenn sie ihnen "etwas bringt", also die eigenen Bedürfnisse befriedigt.
  • Aber die Messe ist weder ein Eventgeschehen noch ein Wellness-Angebot. Es geht nicht »um etwas«, sondern »um Jemand«, um Jesus von Nazareth, um sein Leben und Sterben, um seinen Tod als einmaliges Opfer und um seine Auferstehung. An das Abendmahl schließt sich die Fußwaschung an. Jesus, der Herr und Meister, wäscht seinen Jüngern die Füße.
  • Papst Franziskus wäscht in dieser Stunde straffällig gewordenen Jugendlichen in einem Römischen Gefängnis die Füße. Der Führende wird zum Dienenden.
  • Nach dem Mahl in dem sein Opfertod am Kreuz gegenwärtig geworden ist und er sich jedem persönlich zur Speise gegeben hat - nach dem Dienst der Fußwaschung - sagt er den Jüngern: "Liebt einander wie ich euch geliebt habe." Die Messfeier also verträgt weder egoistisches noch spaltendes Verhalten. Sie ist der heilbringende Dienst Jesu an uns.
Paulus macht der Gemeinde in Korinth und uns klar:
2 Das von Jesus am Abend vor seinem Tod gestiftete Mahl, wird zum Gedächtnis an seine Erlösungstat am Kreuz gefeiert

2.1 Paulus beruft sich in seinem»Bericht« auf die Tradition,
  •  Die er etwa im Jahre 40 also nicht einmal 10 Jahre nach dem Tod Jesu in Antiochien empfangen hat.
  • In der Begegnung mit dem auferstandenen und erhöhten Herrn, bekamen die Jünger den Mut den Skandal des Kreuzestodes Jesu als Heilstat zu verkünden und seine befreiende Kraft im Mahl des Herrn als gegenwärtig zu erfahren.
  • Das Modell für dieses Danken und Feiern stand im jüdischen Paschamahl bereit. In diesem Mahl wurde und wird die göttliche Befreiung als gegenwärtig begangen.
2.2 Die Eucharistie ist das neue Pascha
der neue rettende und befreiende Vorübergang Gottes.
  • Aus der Tatsache, dass alle vier Einsetzungsberichte das Abschiedsmahl Jesu als Paschamahl schildern, können wir wichtige Erkenntnisse für das Verständnis der Eucharistie gewinnen.
2.2.1 Die Eucharistie ist ein Geschehen
  • Im Paschamahl werden die Heilstaten wird das Heilswirken Gottes gegenwärtig. Als Christen sehen wir Gott auch heute wieder am Werk und zwar durch den Opfertod seines Sohnes. Sein Opfer wird heute mitten unter uns sakramental gegenwärtig.
  • In sein Opfer, in seine Hingabe bis zum Tod am Kreuz will der Herr uns mitnehmen. Bei Wandlung zeigt uns der Priester den Leib Christi in der Gestalt des Brotes und das Blut Christi in der Gestalt des Weines. Anbetend verbinden wir uns mit ihm und seinem Opfer. Zur Hostie und zum Kelch blickend beten wir: „Jesus ich danke Dir - dass du am Kreuz dein Leben für mich hingegeben hast - dein Blut für mich vergossen hast.“ Dabei machen wir jedes Mal spürbar das große Kreuz über uns.
2.2.2 Eucharistie ist Befreiung
  • Das Paschamahl war und ist bis heute bei den Juden Gedächtnis und Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens. Noch heute beginnt der jüdische Familienvater seine Ansprache beim Mahl "Dienstbar waren wir dem Pharao in Ägypten aber der Ewige - unser Gott - führte uns heraus mit starker Hand und ausgestrecktem Arm."
  • Im neuen Pascha der Eucharistie geht es auch um das Gedächtnis der Befreiung. Durch Jesu Opfertod sind wir befreit aus der Knechtschaft der Sünde und Schuld. Freiheit von äußerer Gewalt ist etwas Großes. Wichtiger ist die Freiheit von inneren Gewalten, von Depressionen, Zwangsvorstellungen und Phobien, von Schuld und Sünde.
  • Therapien aller Art werden heute dafür angeboten. Sie sind hilfreich, aber auch teuer. Christus schenkt sie uns umsonst, wenn wir uns ihm glaubend öffnen und ihn in der Eucharistie und im Sakrament der Sündenvergebung an uns heilend handeln lassen.
2.2.3 Eucharistie ist Gedächtnis
  • Das Gedächtnis beim Paschamahl war und ist nicht nur ein subjektives daran Denken. Es ist objektive Gegenwärtigsetzung des Geschehenen. »Beim Paschamahl fühlten sich alle Anwesenden selbst als aus Ägypten Befreite«[4]
  • Jesus hat tatsächlich am Vorabend des Pascha-Festes zur Stunde des Lamm-Opfers sein Blut vergossen. "Am Abend vorher hat er Pascha gefeiert ohne Lamm nein nicht ohne Lamm. An der Stelle des Lamms hat er sich selbst geschenkt, seinen Leib und sein Blut. Er hat so seinen Tod vorweggenommen gemäß seinem Wort „Niemand entreißt mir mein Leben, sondern ich gebe es von mir aus hin“ [5].
  • In dem Augenblick, als er den Jüngern seinen Leib und sein Blut reichte, hat er diesen Satz wirklich vollzogen. Er hat sein Leben selbst gegeben. So erst erhielt das uralte Pascha seinen wahren Sinn."
  • Dies geschieht auch heute, wenn wir in seinem Auftrag, zu seinem Gedächtnis, Eucharistie feiern. Er selbst schenkt sich jedem von uns persönlich und ganz, als Gott und Mensch, mit Seele und Leib, mit seinem Fleisch und Blut.
  • In einem Kommunionlied besingen wir dieses Geheimnis unseres Glaubens:
  • "Sei gelobt, Herr Jesus Christ, in dem wunderbaren Brote, das die Frucht aus deinem Tode, uns ein neues Leben ist.“[6]
3 Was die Eucharistie uns schenkt

3.1 Sie bewirkt das Ende der Einsamkeit
  • Jeder Getaufte, der glaubt, hat Zugang zu Jesus Christus. Kann ihm in der Eucharistie ganz persönlich begegnen. Nietzsche hat es hinausgeschrien in die moderne Welt: "Da Gott tot ist, ist die Einsamkeit nicht mehr zu ertragen."
  • Die Eucharistie sagt: Gott lebt. Er hat Jesus von den Toten auferweckt. In Jesus kommt der lebendige Gott zu uns, in unseren Geist und in unser Fleisch. Er sagt allen, die in der Eucharistie eins werden mit ihm: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag." [7] Der Schöpfer wird eins mit seinem Geschöpf. Alle mit ihm in der Eucharistie Verbundenen sind durch ihn ohne Unterschied Brüder und Schwestern, gehören zur Gemeinschaft der Erlösten. So hebt die Eucharistie die Einsamkeit auf.
3.2 Die Eucharistie beheimatet uns in unserem Ursprung und Ziel
  • Jeder Mensch fragt nach dem Sinn seines Lebens und seines Tuns, nach seinem Woher und Wohin.
  • Jesus Christus kommt in der Eucharistie nicht nur symbolisch zu uns, was immer das heißen mag. In seiner Rede in Kapharnaum betont er die Wirklichkeit der Begegnung mit ihm in der Eucharistie. "Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.[8] Das vom Vater in ihm kommende Leben sollen wir uns einverleiben, damit wir durch Jesus leben, jetzt und jenseits des Todes.
  • "Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben."[9]
3.3 Eucharistie bewirkt, das Gebrochene findet sein Heil.
  • Jeder erfährt seine Gebrochenheit auf vielfältige Weise. Gebrochen durch eigene Schuld. Gebrochen durch andere Menschen. Gebrechlichkeit unseres Leibes, unseres Geistes, unserer Seele. Christus will und kann uns die Schuld vergeben. Er ist das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt. Wir bitten ihn vor dem Empfang der heiligen Speise, die sein Leib, Er selber ist: "sprich nur ein Wort und mein Seele wird gesund."
  • Wann immer - zwischen Auferstehung und Wiederkunft Christi in Herrlichkeit - Eucharistie gefeiert wird, will der auferstandene Herr mit uns eins werden und uns seine Liebe zeigen, bis wir mit ihm beim Vater vollendet sind.

Arbeitshilfe: Kahlefeld / Knoch, Die Episteln und Evangelien der Sonn- und Festtage, Bd 7 „Die Episteln“ II  Aschermittwoch bis Ostersonntag, Lesejahr C S.171 - 179, Verlag Josef Knecht - Kathol. Bibelwerk
[1] 1 Kor 11,1-16
[2] 1 Kor 11,21
[3] V 20
[4] G. Hommel
[5] Joh 10,18
[6] Gl 540/1
[7] Joh 6,56
[8] Joh 6,57
[9] Joh 6,57
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