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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Lk 5,1-11 in der Sonntagabendmesse in St. Michael Neunkirchen am Brand

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Der sichere Grund auf dem wir stehen
1 Auf welchem Grund stehen wir heute?
1.1 Hoffentlich wissen wir es
  • Paulus erinnert die Christen in Korinth an das Evangelium, das er ihnen verkündet hat. Nicht vergessen! Ihr habt es angenommen; es ist der Grund auf dem ihr steht. Es ist das Fundament auf den ihr euer Lebenshaus gebaut habt.
  • Mit einem kurzen Christusbekenntnis verkündet er ihnen und uns das sichere Fundament, auf dem der Glaube der Christen ruht: "Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf."[1]
  • Dieser Glaube ist heute global bedroht. Wer erfahren will, was bei uns wirklich los ist und wohin die Reise geht, sollte unbedingt das Buch von Gabriele Kuby lesen: »Die globale sexuelle Revolution - Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit«.[2]
1.2 Drohende Abgründe tun sich auf
  • Den »Gender Mainstream« hat Rot-Grün schon 1990 und jetzt wieder im Koalitionsvertrag zwischen Rot - Grün in NRW als "Querschnittsaufgabe“[3] für alle staatlichen Institutionen und Bereiche erklärt.
  • Es geht nicht nur um die Geschlechtergleichheit von Mann und Frau, sondern um die "Überwindung der überkommenen Geschlechterordnung". Jede Form sexueller Betätigung ist in die sog. Freiheit des autonomen Menschen gestellt.
  • Im Klartext heißt das: "Wer also der Ansicht ist, es gäbe eine göttliche Bestimmung von Mann und Frau ist ein religiöser Fundamentalist, und wer meint, es spiele eine Rolle, dass jede Körperzelle genetisch männlich oder weiblich definiert ist und das Gehirn von Männern und Frauen erhebliche Unterschiede aufweist, der ist ein biologistischer, sexistischer Fundamentalist und damit ein gefährliches, freiheitsfeindliches Subjekt."[4]
  • Ein neuer Totalitarismus zieht herauf. Er will sogar »Abtreibung als Menschenrecht« in die Verfassungen schreiben.[5] Auf den »Gender Mainstream« sollen wir alle gestellt werden, das ist vorrangiges Ziel der Politik auf allen Ebenen.[6]
  • Wen wundert's, dass bei uns die aggressive Stimmung gegen die Katholische Kirche zunimmt. Selbst bei vielen Katholiken hat dieses Denken Fuß gefasst und zu einer distanzierten Einstellung gegenüber ihrer Kirche geführt.
1.3 Mitleiden mit der Kirche
  • Wer die Kirche liebt wird auch an den innerkirchlichen Wunden der Kirche, wie an den von den Kirchenfeinden zugefügten leiden. Er leidet mit Christus.
  • Der Herr leidet an den Gliedern seines mystischen Leibes, die in Sünde leben oder sich gegen seine Kirche erheben, aber leidet auch an den Wunden, die ihm die in Auflehnung gegen Gott und seine Schöpfungsordnung sich an die Stelle Gottes setzenden und sich autonom gebärdeten Menschen ihm und seiner Kirche zufügen.
  • "Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm."[7] Paulus sieht dieses Mitleiden mit Christus und seinem mystischen Leib, der die Kirche ist, äußerst positiv:
  • "Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt." [8]
  • Ja gerade darin besteht sein fruchtbares Wirken. Er, der sich eine "Missgeburt" als "den geringsten von den Aposteln" nennt, darf von sich sagen "durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben."[9]
2 Die Leute damals drängen sich um Jesus. Und heute?
Es scheint heute wenig Erfolg versprechend, das Evangelium Jesu zu verkünden. So viele Heilsbotschaften schwirren heute durch den Äther und durch die Köpfe, legen sich wie Raureif auf die Herzen. Die Leute drängen sich nicht, um das Wort Jesu zu hören. Des Nachts wollen sie nicht gestört werden und tagsüber haben sie anderes vor oder zu tun.
Das war damals anders. Aber was wird sein, wenn Jesus nicht mehr leibhaftig unter den Menschen lebt und wirkt?
2.1 Dann sind seine Gesandten, die Apostel dran.
Darum fährt des Evangelium fort: Als Jesus "seine Rede beendet hatte", gibt er dem Simon eine Anweisung, die gegen jede Erfahrung des gelernten Fischers ist:
2.2 "Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!"[10] 
Petrus gehorcht nicht unwidersprochen. Er spricht seine beruflichen aus Erfahrung gewonnen Bedenken aus. Schon in der vergangen Nacht hatten sie trotz allen Einsatzes nichts gefangen. Am Tag gehen erst recht keine Fische ins Netz.
Nach seinem sachlichen Einwand fügt er sich: "Doch wenn Du es sagst, werde ich die Netze auswerfen." Petrus ist zwar nicht überzeugt von dem, was er tut, aber die Autorität des Meisters zählt bei Petrus mehr als alle berufliche Erfahrung.
2.3 Das Ergebnis: der Fang ist riesig, nicht zu fassen für die Boote und die Fischer.
Das Mysterium Gottes leuchtet auf, übertrifft alle menschliche Erfahrung, macht wie in der Gottesoffenbarung der 1. Lesung dem Menschen die eigene Sündhaftigkeit offenbar. Diese besteht in dem mangelnden Vertrauen auf Gott und sein Wort, das in Jesus ergeht. Petrus spürt dies und kehrt um. Nach dem reichen Fang fällt er Jesus zu Füßen und sagt: "Herr, geht weg von mir; ich bin ein Sünder- ein sündiger Mann."[11] 
Nicht die eigene Tüchtigkeit und Erfahrung haben den reichen Fang beschert, sondern Gott hat es in seiner Macht durch Jesus geschenkt. Petrus und seine Begleiter "waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten." [12] Sie erleben, wie sich die Welt durch Gottes machtvolles Wirken und durch Jesu Wort und Auftrag zu verändern beginnt. Und wie Gott sie durch Jesus dabei als Mitarbeiter benützt.
Das ist kein Grund sich zu fürchten, sondern herherzt und mutig im Auftrag Jesu an die Arbeit zu gehen, um Menschen für Jesus und für Gott heimzuholen.
Petrus und seine Mitarbeiter haben ihre neue Aufgabe, in die Jesus sie beruft, begriffen: "Sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach."[13]
2.4 Die heutigen Menschen für Jesus und für Gott gewinnen
Dies geschieht nicht allein in den gewohnten Bahnen, nicht nur im Gottesdienst zu dem die Kerngemeinde kommt. Es braucht auch außerordentliche Ausfahrten und wir müssen uns aller Möglichkeiten bedienen, die sich uns heute bieten.
Viele kranke und alte Menschen können das Haus nicht mehr verlassen oder haben weite Wege zur Kirche. Wir können mithelfen, dass sie das Evangelium Jesu erreicht.
Durch christliche Radio- und Fernsehsender wie Radio Horeb, Domradio Köln, EWTN und K-TV haben sie die Möglichkeit, die heilige Messe mitzufeiern, das Wort Gottes zu hören, das Stundengebet der Kirche oder den Rosenkranz mitzubeten, und in vielen Vorträgen Hilfe für ihren Glauben und ihr Leben zu bekommen. Radio Horeb wird bald auf einer digitalen Frequenz in ganz Deutschland zu empfangen sein.
Radio Vatikan betreibt eine überaus informative Homepage im Internet. Täglich ist es möglich den Puls der Kirche zu fühlen und über den eigenen Kirchturm hinauszublicken. An einem Tag hat der Papst 500.000 Follower auf dem Internetdienst Twitter gewonnen. Wer einen Internetzugang hat, kann auf diese Weise noch intensiver mit der Kirche Jesu leben.
Auch heute ergeht der Ruf Jesu - dem Haupt der Kirche - an seine Jünger und Jüngerinnen "werft die Netze aus", um die Menschen für Gott zu gewinnen. Nützt alle Möglichkeiten und Gelegenheiten, die sich bieten. Auch wenn sie noch so wenig Erfolg versprechen. Glaubt an die Macht Gottes!
Auch ich versuche neben der Verkündigung des Evangeliums im Gottesdienst an Sonn- und Werktagen das Evangelium auch dort zu verkünden wo heute viele Menschen unterwegs sind - Im Netz, im Internet. Das kostet zwar nach jeder erstellten und gehaltenen Predigt zusätzliche Arbeit, wird aber von überraschend Vielen genutzt.
Der Herr sagt uns: werft die Netze aus! Im »Netz des Internets« gehen jedenfalls freiwillig viele Fische ins Netz des Herrn. Mit ihnen stehen wir auf dem sicheren Grund unseres Glaubens, dem Evangelium Jesu. Auch sie wollen - wie die Menschen im heutigen Evangelium -”das Wort Gottes hören“ und sind so mit uns verbunden und wir nehmen sie mit hinein in unser Beten und den Lobpreis Gottes.

[1] 1 Kor 15,3-5
[2] 2. Auflage 2012 SSBN 978-3-86357-032-3 fe-medienverlags GmbH; www.fe-medien.de
[3] Kuby S. 159
[4] Kuby S. 154
[5] Kuby S. 102
[6] ebd. 149
[7] 1 Kor 12,26
[8] Kol 1,24
[9] 1 Kor 15,10
[10] Kl 5,4
[11] Lk 5,8
[12] Lk 5,9
[13] Lk 5,11
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