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Lesejahr 2012-12 bis 2013-11 (C)

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ES KOMMT AN DEN TAG

1 Wozu sind wir auf Erden?

1.1 Vom Wohlstand verführt

Viele Getaufte vom Wohlstand verführt meinen einen Anspruch auf Glück zu haben. Erfüllt sich dieser Anspruch nicht, so wenden Sie sich von Gott ab und sagen, er sei nicht anwesend oder kümmere sich nicht um sie. Ist Gott denn der Erfüllungsgehilfe unserer Wünsche?

Wozu sind wir auf Erden? Nur um Spaß zu haben? Das Leben zu genießen? Das so genannte eigentliche Leben zu leben, was immer man darunter versteht? Das jedenfalls will uns die Werbung weismachen, um an unser Geld zu kommen.

1.2 Glück im Unglück

Was aber ist, wenn der Spaß aufhört, wenn die Gesundheit nicht mehr trägt, wenn das erhoffte Glück sich nicht einstellt? Oder wenn - wie gerade auf den Philipinen - eine gewaltige Naturkatastrophe über die Menschen hereinbricht und jede Lebensgrundlage zerstört, Menschen nur noch ums nackte Überleben kämpfen?

Alle irdischen Glücksverheißungen, um die sich das Leben bei uns dreht, sind dann nur noch leere Worte. Das Einzige, was dann zählt, ist solidarische Hilfe und Tröstung der Verzweifelten und Bedrückten. Das ist für sie Glück im Unglück.

1.3  "Wozu sind wir auf Erden?"

Diese Frage Ist nach wie vor aktuell. Als ich ein Kind war, fanden wir die Antwort im kleinen Katechismus: "Wir sind auf Erden, daß wir Gottes heiligen Willen tun und dadurch in den Himmel zu kommen." Daraus erwuchs der Wille: "In den Himmel will ich kommen. Koste es, was es wolle. Für den Himmel ist mir nichts zuviel!"

Also nur Glücksverheißung für das Jenseits? Ganz und gar nicht! Vielmehr eine Lebensperspektive nicht nur auf das vergängliche Diesseits gerichtet, sondern mit einer Hoffnung für die Ewigkeit.

Diese Perspektive haben heute viele Getaufte verloren - geblendet vom Wohlstand und den rein irdischen Glücksverheißungen der Wohlstandsgesellschaft .

Sie fragen sich

2 Was habe ich schon davon, als Christ zu leben?

„Was bringt mir mein Christsein? Ich mühe mich um meinen Glauben, ich setze mich für andere ein, für mehr Liebe und Gerechtigkeit; und trotzdem muss ich mich plagen und abrackern; trotzdem bin ich nicht verschont von Krankheit und Sorgen. –

Wenn ich dagegen andere anschaue, die sich keinen Deut um Gott und seine Gebote scheren, wie gut scheint es denen zu gehen! Wo bleibt da die Gerechtigkeit?!“

So können Menschen denken und sprechen, wenn sie in arger Bedrängnis oder vom Leben enttäuscht sind.  Solche Gedanken sind aber auch der Hl. Schrift nicht fremd. Der Prophet Maleachi, dessen Worte wir in der Lesung gehört haben, wird damit konfrontiert. Leute seiner Zeit, gläubige Juden, fromme Menschen kommen mit solchen Vorwürfen.

2.1 Mit großen Erwartungen

waren sie im Jahre 538 v.Chr. aus dem babylonischen Exil heimgekehrt in das Land ihrer Väter. Propheten hatten ihren Eifer entfacht mit der Verheißung: Wenn erst der Tempel wieder steht, wird eine neue Heilszeit anbrechen, dann geht es allen gut. –

Aber schon bald wurde der Aufschwung erstickt in Mühsal und Armseligkeit. Die gerissen genug waren, kamen zwar voran; doch die, die Rücksicht nahmen, die sich nicht auf Kosten anderer bereicherten, die wurden immer ärmer und abhängiger.

Ein Bericht aus der damaligen Zeit sagt: Verarmte mussten nicht nur Felder und Häuser an Stammesgenossen verpfänden, sie mussten ihnen sogar ihre Kinder als Sklaven überlassen.

2.2 Die Folgerung, die der Prophet Maleachi zu hören bekommt

ist durchaus verständlich. Sie lautet „Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen! Was haben wir davon, daß wir seine Gebote befolgen und uns seinetwegen vom Treiben der Welt fernhalten?

Wir sehen ja, wie gut es den Menschen geht, die sich nicht um Gott und seinen Willen kümmern. Sie sind reich und glücklich, obwohl sie böse sind. Sie stellen Gott auf die Probe, und kommen doch straflos davon.“

Bei solchem Aufbegehren halten wir - als Leser der Hl. Schrift - unwillkürlich den Atem an. Sind solche Worte nicht gotteslästerlich? Darf man so zu Gott oder zu einem Vertreter Gottes sprechen? –

Umso mehr berührt es einen, wie der Prophet Maleachi reagiert.

2.3 Er antwortet wie ein guter Seelsorger

Nicht mit drohend erhobenem Finger, er schimpft nicht; er gibt seiner Gemeinde vielmehr Trost. Er sagt nämlich von Gott: „Der Herr horchte auf und hörte aufmerksam hin, als die Menschen, die ihm treu geblieben waren, so untereinander redeten.“

Der Prophet sagt: Gott versteht euer Klagen. Er verschließt sich euren bitteren Worten nicht. Er gesteht euch sogar das Recht zu, so zu reden. Denn er sieht ein: Ihr habt allen Grund dazu. – So redet ein Prophet von Gott!

2.4 Und er versucht sie zu trösten

Er hat eine Frohe Botschaft für sie. „Denn der Herr ließ ein Buch schreiben, das alle in Erinnerung hält, die ihn achten und ehren. An dem Tag, an dem ich eingreife – so spricht der Herr der Heere – werde ich gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihn achtet. Dann werdet ihr den Unterschied sehen zwischen den Gerechten und dem, der Unrecht tut, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“

Das ist das feste Versprechen Gottes: Es wird der Tag kommen, an dem sich zeigen wird, was wirklich wertvoll ist im Leben der Menschen. Es wird an den Tag kommen, was Bestand hat vor Gott und was nicht. – Warnung und Trost zugleich sind diese Worte.

3 Warnung und Trost

3.1 Warnung

sind sie für den, der jetzt nur auf seinen eigenen Vorteil schaut, der sich nicht darum kümmert, dass Gott Gerechtigkeit und Liebe will, Wohlergehen für alle. Wer sich so verhält, dessen Lebenswerk wird verbrennen wie Stroh; es wird eingehen gleich einem Baum, der ohne Wurzeln und Zweige abstirbt.

3.1.1 Warnen müssen die Hirten das Volk Gottes

 Der Heilige Augustinus klagt in seinen Reden über die Hirten:  "Was sind das für Hirten, die sich fürchten, ihren Zuhörern wehe zu tun, und sie deshalb nicht auf die drohenden Versuchungen vorbereiten, ja ihnen das Glück dieser Welt versprechen, das Gott der Welt doch nicht versprochen hat."

Weiter sagt Augustinus - es ist wie für heute gesagt: "Denn wenn der Mensch gelehrt wird, auf den Wohlstand dieser Welt zu hoffen, dann wird er durch den Wohlstand dieser Welt verdorben. Wenn Widrigkeiten über ihn kommen, wird er verwundet oder vielleicht sogar ausgelöscht.“

3.1.2 Der Blick auf den leidenden und gekreuzigten Christus

Was soll denn die vom Wirbelsturm heimgesuchten Christen auf den Philippinen trösten? Doch allein der Blick auf den leidenden Christus, in dem Gott zeigt, dass er durch Jesus Christus auch in Unglück und Todesnot bei uns Menschen ist und uns zur solidarischer Hilfe für die Betroffenen aufruft.

Daran hängt unser ewiges Glück, was wir dem geringsten seiner Brüder und Schwestern getan haben, das haben wir ihm getan.

Vielen schmeckt es heute nicht, wenn wir auf den leidenden und gekreuzigten Christus verweisen. Nicht nur zur Zeit des Paulus lebten viele als Feinde des Kreuzes Christi, auch heute sind  gerade in den Wohlstandsländern viele Getaufte zu Feinden des Kreuzes Christi geworden.

Augustinus mahnt uns: „Die Christen sollen das Leiden Christi nachahmen, nicht Vergnügungen nachjagen."

 Augustinus lehrt die Hirten der Kirche, den Menschen unserer Zeit zu verkünden: „Mach dich auf die Versuchungen dieser Welt gefasst. Doch der Herr wird dich von allem erretten, wenn dein Herz nicht von ihm lässt. Denn er kam, weil er dein Herz stark machen wollte. Deshalb kam er, zu leiden, zu sterben, sich anspeien und mit Dornen krönen zu lassen, Beschimpfungen anzuhören und schließlich ans Kreuz genagelt zu werden." 

Das Martyrium Christi zeigt uns, dass die Möglichkeit besteht, das als unvermeidlich angesehene Böse und Schreckliche zu überwinden. Vollkommen durch die Kraft der Auferstehung und im Ansatz durch die Kraft des sozialen Handelns der Christen.

3.2 Zum Trost

Sind die Worte der heutigen Lesung für alle, die sich mühen um Gottes Willen, um Gerechtigkeit und Liebe. Wenn jetzt auch so manches dagegen spricht, manche Sorge und Plage, Entbehrung und Leid, ihnen wird Gottes Sonne aufgehen. Wie die wärmenden Strahlen der Sonne im Frühling die Erde auftauen, wie sie neues Leben und Grün hervorlocken, so wird Gott seinen Treuen Heilung schenken.

Er selbst wird die Wunden heilen, die das Leben ihnen geschlagen hat. Denn er hat sie nicht vergessen.  Sie sind eingeschrieben in das Buch des Lebens. „Die Sonne bringt es an den Tag“, heißt es im Sprichwort. – Gottes Sonne wird es an den Tag bringen, was das Leben eines Menschen wert ist. Das ist die mahnende, aber auch tröstende Botschaft der Heiligen Schrift am Ende des Kirchenjahres. 

Und die Freude und Seligkeit wird unbändig sein:  „Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung. Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen, wie Kälber, die aus dem Stall kommen.“

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