Startseite | Zur Person | Informationen | Filme | Predigten | Podcast | Meditationen | Fundgrube | Dias | Kontakt
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Predigten

Übersicht

Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Apg 5,27b-32. 40b - 41 am 3. Ostersonntag in Großenbuch St. Johannes d.T.


===>> zu den liturgischen Texten
===>> Gottesdienstvorlage
===>> Predigt im Orginalformat lesen oder herunterladen
===>> Predigt als Podcast nachhören oder herunterladen


Der Heilige Geist - Geschenk Gottes an die Gehorchenden [1]

1 Reden oder Schweigen

  • Sie alle kennen das Sprichwort: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold." Es stimmt, wenn Du keine Schwierigkeiten haben willst, dann halt den Mund.
  • Überall wo der Geist dieser Welt oder autoritäre Strukturen herrschen ob im Betrieb, in der Familie und sogar in der Kirche gilt dieses unmenschliche Gesetz. Wer um seinen Arbeitsplatz bangen muss, der hält den Mund, auch wenn er überfordert oder ausgebeutet wird.
  • Ob wir uns getrauen, gegen solch unmenschliche und unchristliche Strukturen und gesellschaftlichen Entwicklungen aufzustehen und den Mund auf zu machen? Die Auferstehung unseres Herrn will dazu ermutigen, dass auch wir auferstehen zur Wahrheit und Freiheit. Denn so sagt Paulus im Galaterbrief: "Zur Freiheit hat Christus uns befreit." [2] Und den Korinthern ruft er zu: "Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit." [3]
2 Frei durch Christus
  • Der Glaube an den Auferstandenen und die Begegnung mit ihm hat die Apostel frei gemacht, ihren Mund für die Wahrheit aufzumachen trotz der Gefahr für Leib und Leben.
  • Die Apostel werden vom Hohen Rat verhört, weil sie sich nicht an das Schweigegebot halten, das ihnen auferlegt wurde. Sie sind durch die autoritären Auflagen der politischen und religiösen Elite Israels nicht mundtot zu machen.
  • Da gilt nicht mehr "den Autoritäten ist unbedingt zu gehorchen" oder das primitive begründungsunwillige "was sein muss, muss sein". Nein, sie fragen zuerst nach dem, was Gott will. Daraus ziehen sie die Konsequenz:  "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" [4] - mit dieser Begründung, die der Apologie des Sokrates nachgebildet ist ("ich werde Gott mehr gehorchen als euch"), weigern sich Petrus und die Apostel, ihre Predigt einzustellen.
  • Sie wissen sich vom Auferstandenen und damit von Gott zur Verkündigung des Evangeliums beauftragt und verstehen sich als Sprachrohr des Heiligen Geistes.[5] Damit begeben sie sich zwar auf gefährliches Terrain, aber sie wissen Gott, der Jesus auferweckt hat, auf ihrer Seite.
3 Das apostolische Christuszeugnis
In den Versen 30-32, dem Kern der Lesung, finden wir eine prägnante Zusammenfassung des apostolischen Christuszeugnisses das auch heute für jeden Christen gilt. Es hat folgende Struktur:
1. Der "Gott unserer Väter" hat Jesus auferweckt - damit wird die Brücke zum Heilshandeln Gottes im Alten Bund geschlagen.
2. Die Juden und der Hohe Rat haben Jesus ans Kreuz gebracht - diese Aussage ist bewusst in einem Nebensatz formuliert, weil die Apostel ihre Verkündigung nicht als Rache oder Drohung verstehen wollen.
3. Gott hat Jesus zum Anführer und Retter eingesetzt - sein Tod und seine Auferweckung haben Heilsbedeutung für die ganze Welt.
4. Das Heil besteht im Angebot der Umkehr und in der Sündenvergebung für Israel - diese Einladung bleibt auch nach dem Kreuzestod Jesu bestehen, auch für seine Richter und Mörder.
5. Die Apostel sind dazu beauftragt, dieses Evangelium weiterzusagen und zu bezeugen.
6. Wenn sie diesen Auftrag ausführen, spricht der Heilige Geist aus ihnen. Und ein Werk, das durch Gottes Geist inspiriert ist, kann durch menschliche Barrieren nicht aufgehalten werden.
4 "Schweigen ist nicht immer Gold"
  • Petrus und die Apostel lassen sich weder durch ein Redeverbot noch durch Schläge von ihrem Glaubenszeugnis abbringen. Mit großer Souveränität, ruhig und nüchtern erklären sie vor dem höchsten Gremium ihres Landes, aus welcher Überzeugung sie leben.
  • Das Zeugnis der Apostel für die sich in der Auferweckung Jesus zeigende Liebe und Macht Gottes gewinnt ihre Kraft durch den Heiligen Geist, den Gott allen verliehen hat und verleiht, die ihm gehorchen.
4.1 Gehorche ich Gott?
  • So ist die erste Frage, die ich mir als Christ stellen werde. Gehorche ich in allem Gott?
  • Halte ich mich an seine Weisungen, wie sie mir in den 10 Regeln oder Geboten und im Evangelium Jesu begegnen?
  • Strebe ich täglich danach, das Gebot der Gottes, Selbst- und Nächstenliebe im Alltag zu verwirklichen?
  • Erst wenn ich dazu bereit bin und danach lebe, werde ich ein Werkzeug des Heiligen Geistes, der eben von Gott denen geschenkt wird, die ihm gehorchen.
4.2 Gott mehr gehorchen als den Menschen, was heißt das?
  • Sich durch Spott, Einschüchterungen und Drohungen nicht daran hindern lassen, zur eigenen Glaubensüberzeugung zu stehen und anderen den Glauben anzubieten;
  • Unseren Kindern und Enkeln, vor allem unseren Firmlingen bewusst zu machen, dass Gottes Geist ihnen nur dann zuteil wird, wenn sie Gott gehorchen, d.h. wenn sie im Vertrauen auf ihn und in der Verbindung mit ihm und nach Gottes Geboten zu leben;
  • Gott mehr gehorchen als den Menschen heißt aber auch, zu protestieren, wenn Gottes Wort vernachlässigt wird, auch innerhalb der Kirche;
  • Auch dann unsere Stimme zu erheben, wenn innerhalb der Gemeinde die Gerechtigkeit, Menschenwürde und Liebe durch Wort und Tat missachtet oder verletzt werden - das können wir von den ersten Christen lernen.
4.3 Gott will auch uns auferwecken
  • Gott hat Christus von den Toten auferweckt. Er will auch uns auferwecken, so dass wir hier und heute Zeugnis ablegen für den von Gott eingesetzten Anführer des Heils, für unseren Retter Jesus Christus; für die Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe, die er bis zum letzten Atemzug gelebt hat.
  • Jesus war Gott gehorsam bis zum den Tod. Darum hat Gott ihn durch seinen Heiligen Geist aus den Wehen des Todes befreit. »Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken.«[6]
5 Die Freude und Würde der Glaubenden
  1. Leuchtet im Schlusssatz der Lesung auf: Weil sie an Jesus, den Anführer und Retter glauben, drückt die Jünger die Behinderung und Verfolgung durch die geistliche Behörde Israels nicht nieder. Im Gegenteil, "sie freuen sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden." [7]
  • Eine ähnliche Haltung finden wir bei den Märtyrern aller Jahrhunderte, auch bei denen des 20. und 21. Jahrhunderts, bei der Jüdin und Karmelitin Edith Stein, bei dem Jesuitenpater Alfred Delp, bei dem evangelischen Pfarrer Dietrich Bonhoeffer. 105 000 Christen wurden allein im vergangenen Jahr 2012 weltweit wegen ihres Glaubens an Jesus Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen umgebracht.[8]  Allein Nordkorea sind über 40.000 Christen in Arbeitslagern eingesperrt.
Auch bei uns und in ganz Europa nehmen die gehässigen Angriffe gegen den Papst und die Kirche zu.
  • Das kann nur aushalten, wer sich gänzlich in der Liebe Gottes geborgen weiß und ganz im Einklang mit Gott lebt, eben zuinnerst erfüllt ist vom Heiligen Geist.
  • Edith Stein ganz eins geworden mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn hat kurz vor ihrem Tod uns dies kostbare Wort geschenkt: DIE LIEBE IST DAS FREIESTE, WAS ES GIBT.
  • Zur die dieser alles ertragenden Liebe befreit der Heilige Geist alle, die Gott gehorchen und ihm treu sind, auch wenn es lebensgefährlich ist. Der Heilige ist die in uns ausgegossene Liebe Gottes.[9] Der Heilige Geist in uns garantiert unsere Auferstehung mit Christus.

[1] Homilie zur 1. Lesung Apg 5,27b-32. 40b -41
[2] Gal 5,1
[3] 2 Kor 3,17
[4] Ppg 5,29
[5] Apg 5,32
[6] Apg 5,31
[7] Apg 5,41
[8] http://www.christenverfolgung.net/2012/01/04/weltverfolgungsindex-2012/
[9] Röm 5,4
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.Ok, verstanden.