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2009

Homilie am Ochfest von Weihnachten in der Christmette in Großenbuch und in der Hirtenmesse in Honings Pfarrei St. Michael / St.Augustinus Neunkirchen am Brand

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Christ der Retter ist da
Christ der Retter ist da
Gaudium magnum - Mega-Freude
[1]
Jede Geburt ist etwas Besonderes.

Meist ist sie ein freudiges Ereignis, das alle Beteiligten strahlen lässt. Ein neuer Mensch erblickt das Licht der Welt. Als erstes funktioniert schon im Mutterleib das Gehör. Der Mensch ist also vom Ursprung her ein Hörender. Das Sehen entwickelt sich nach der Geburt erst allmählich. Das Auge muss sich erst an das Licht gewöhnen.
So ist es auch mit dem Evangelium.

Zuerst wendet sich Gott an das Gehör des Menschen.

"Ich verkünde euch eine überaus große Freude, die allem Volk zuteil werden soll." Natürlich bedarf es dazu Boten, himmlischer Boten. Wichtig ist, was sie ausrichten. Ihre Botschaft ist für das Gehör bestimmt. Aber hören wir diese Frohe Botschaft so, dass sie uns zu Herzen geht, in der Tiefe unserer Person erfasst?
Der Apostel Jakobus mahnt: "Darum legt alles Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten.“ Das Wort das uns rettet lautet: "Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr."[2]

Die Furcht vor dem Göttlichen - eine Megafurcht

  • Saß damals vielen Menschen auf dem Grund ihrer Seele. Der den Engel umstrahlende Lichtglanz des Göttlichen, ist so gewaltig, dass sich die Hirten ungeheuer fürchten. Der griechische Urtext gebraucht dafür die gewaltigen Worte ἑφοβήθησαν φόβον μέγαν, mit einer Megafurcht fürchteten sie sich.[3]
  • Gottes δοξα, seine Herrlichkeit, sein Glanz sind so groß, dass der irdische Mensch sie nicht ertragen kann. Wir werden blind, wenn wir ins geschaffene Licht der Sonne schauen. Unerträglich wird die Herrlichkeit Gottes, leuchtet sie vor Menschen auf, deren Seelen vom Schmutz des Bösen von Zorn und Hass verdunkelt sind.
  • Die Herrlichkeit des Herrn will alles Dunkle und Böse aus unserer Seele entfernen. Auch darum geht es an Weihnachten. Im Buch Exodus heißt es "Die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn auf dem Gipfel des Berges zeigte sich vor den Augen der Israeliten wie verzehrendes Feuer."[4] Weihnachten kann es in uns nur werden, wenn wir die Vergebung Gottes suchen und uns schenken lassen,  und wenn wir unseren Mitmenschen vergeben. So gereinigt wird Gottes Herrlichkeit als sich schenkende solidarische Liebe für uns erfahrbar.
  • Als Mose Gott bittet, er möge ihm seine Herrlichkeit zeigen, wird ihm gesagt: "Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in den Felsspalt und halte meine Hand über dich, bis ich vorüber bin."[5] Weihnachten ist auch – Pascha - schützender rettender befreiender Vorübergang des Herrn für die auf sein Kommen Wartenden. Ihnen gilt der Ruf des die Geburt des Retters und Messias Gottes verkündenden Engels "Fürchtet euch nicht!" So weicht die Furcht vor Gott der Freude über Gott.
Im Evangelium der heiligen Nacht steht der Megafurcht gegenüber

Die Megafreude - χαρὰν μεγὰλην -  über die Geburt des Retters und Messias

  • Diese Freude ist weder von gestern noch von vorgestern. Sie ist auch nicht überholt nach zweitausend Jahren Kirchengeschichte mit ihren hellen und dunklen Seiten.
  • Diese vom Boten Gottes verkündete Mega-Freude wird heute allen zuteil, die das Evangelium hören und annehmen. Heute schauen wir nach Bethlehem, der Stadt Davids, wo uns in dem von der Jungfrau Maria geborenen Jesus der Retter geschenkt wurde, der Messias, der in der Auferstehung von den Toten unser Herr, das Haupt der Kirche und der ganzen Schöpfung wurde.
  • Auf meine Weihnachtskarte schrieb ich: »Gott kommt in Menschengestalt, um uns zu zeigen, wie wertvoll wir ihm sind«. Jeder Mensch ist ihm wertvoll, auch der bei Menschen wenig Geltende.
  •  Wie das Kind in der Krippe breitet er die Arme aus und lädt dich und mich ein: Komm zu mir mit allem, was dich niederdrückt und freudlos macht, entdecke mit mir jeden Tag neu die kleinen guten Dinge, die dir geschenkt sind. Ich will Dir die tröstende Liebe und das rettende Erbarmen Gottes zeigen.
  • Freilich der Schmutz des Bösen und die jede Sanftmut entbehrende Lieblosigkeit verfinstert auch heute viele Seelen und behindert das befreiende Ankommen Gottes in Jesus.
Benedikt XVI ruft dazu auf

Der Verschmutzung des Geistes zu wehren

  • Die von Gott durch die Menschwerdung seines Sohnes geschenkte Megafreude wollen wir nicht durch ängstliches um unser kleines Ich kreisendes Denken verdunkeln. Wir wollen das Positive und Gute in unserem Leben und in unserer Welt wieder neu wahrnehmen und über den Augenblick hinaus festhalten.
  • Bei einem Besuch an der Mariensäule im Herzen von Rom warnte der Papst am Abend des 8. Dezembers in eindringlichen Worten vor einer „Verschmutzung des Geistes“, die „genauso gefährlich“ sei wie die Luftverschmutzung.
  • Dabei erinnerte er die Massenmedien, die ja täglich Zutritt zu unseren Wohnungen und Herzen haben, an ihre moralische Verantwortung. Der Papst wörtlich: „Habt keine Angst, Jesus hat das Böse besiegt – wie sehr brauchen wir diese gute Nachricht! Jeden Tag wird uns doch in Zeitung, Fernsehen und Radio das Böse erzählt, wiederholt, aufgeblasen; wir gewöhnen uns an die schrecklichsten Dinge, werden gefühllos und gewissermaßen vergiftet. Das Böse hinterlässt Ablagerungen, jeden Tag mehr, das Herz verhärtet sich, die Gedanken werden bitter.“ Der Papst appellierte an die

Verantwortung für das ethische Klima

  • Eigentlich, so Papst Benedikt, sei jede menschliche Person „heilig“ und verdiene „den größtmöglichen Respekt“. „Die Stadt sind wir alle, wir alle tragen zu ihrem moralischen Klima bei, im Herzen eines jeden von uns verläuft die Grenze zwischen Gut und Böse.“ Keiner dürfe über andere urteilen, sondern jeder solle zuerst einmal sich selbst bessern.
  1. Frohe Weihnachten wünschen wir einander. Aber bei vielen will sich die Freude nicht so recht einstellen. Der Stress der vergangenen Wochen, der Erwartungsdruck und so viele schlechte Nachrichten lähmen.
  • Der Papst gibt zu bedenken: „Die Massenmedien tendieren dazu, dass wir uns nur als Zuschauer fühlen – als ob das Böse nur die anderen etwas anginge. Dabei sind wir in Wirklichkeit Akteure im Guten wie im Schlechten. Unser Benehmen hat Einfluss auf andere.
  • Die Verschmutzung des Geistes bringt uns dazu, dass wir weniger lächeln, angespannt sind, die anderen nicht grüßen, ja nicht einmal ansehen... Dabei besteht die Stadt aus Gesichtern – aber wir nehmen nur noch die Oberfläche wahr. Nicht Personen, sondern Körper: Körper ohne Seele, als wären sie Objekte ohne Gesicht. Austauschbar und konsumierbar.“[6]
  • Der Papst bedankte sich zum Schluss - ich möchte mich seinem Dank anschließen - bei denen, die „im Stillen, nicht mit Worten, sondern mit der Tat, das im Evangelium verkündete Gesetz der Liebe verbreiten, das die Welt vorwärtsbringt“.
  • Sie seien viele, „auch hier in Rom« und anderswo. Sie tauchten selten in den Schlagzeilen auf: „Männer und Frauen jeden Alters, die verstanden haben, dass es nichts bringt, zu verurteilen, zu jammern oder Vorwürfe zu machen, sondern die auf das Böse mit dem Guten antworten. Das ändert die Dinge – genauer gesagt: Das ändert die Personen. Das verbessert die Gesellschaft.“

Jedes neugeborene Kind ist eine Bitte Gottes an uns

  • in einer Umgebung aufzuwachsen zu dürfen, wo Liebe, Treue und die daraus wachsende Geborgenheit herrschen, wo das Gute und Schöne regieren, nicht das Rohe, Schmutzige und Böse.
  • Gott ist als Mensch in die Welt gekommen, um die schwer auf der Menschheit lastende Dunkelheit aus Angst und Hoffnungslosigkeit, aus Unglauben und Sünde, zu vertreiben.
  • Das Reich Gottes beginnt mit der Hinwendung zum Kind. „Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“[7]
  • Das göttliche Menschenkind lässt die Herrlichkeit Gottes, die Schönheit und Liebe ist, mitten unter uns aufleuchten. Durch dieses Kind lichtet sich die Welt in Frieden, Glück, Gerechtigkeit auf ewig. Seine Herrschaft ist sanft, in seinem Reich regiert die Liebe.

 

[1] Homilie zu Lk 2,9f.
[2] Lk 2,11
[3] Lk 2,9
[4] Ex24,17
[5] Ex 33,22
[6] Radio Vatikan 8.12.2009
[7] Mk 9,37

 

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