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2010 (C)

Homilie am 13. Nov. 2010 im Pflegeheim St. Elisabeth

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Habt keine Angst!
1 Wir kennen den Ausruf: "Angst machen, gilt nicht!"
Doch wenn wir die heutige Weltlage betrachten, dann könnte einem schon angst und bange werden.

  • In den achtziger Jahren während des kalten Krieges zwischen dem freien Westen und dem kommunistischen Ostblock wurde uns klar, daß der Mensch zum ersten Mal in seiner Geschichte die Möglichkeit besitzt, das Ende der Welt heraufzuführen.
  • Angesichts des gewaltigen Rüstungspotentials war das sicher eine konkrete Möglichkeit. Gott sei Dank haben die Großmächte Ende des letzten Jahrhunderts dieses Vernichtungspotential verringert. Die USA und Russland wollen jetzt erneut drüber verhandeln.

       Wir leben in einer Welt, die uns angst macht.

  • Angst macht der durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugte Treibhauseffekt. Das dadurch verursachte Schmelzen des Eises an den Polen und das Ansteigen des Meeresspiegels ängstigt vor allem Menschen, die an den Ufern der Meere und in Gebieten wohnen, die sich nur wenig über dem Meeresspiegel erheben.
  • Angst macht uns die Zerstörung der Ozonschicht, die uns vor den aus dem Weltall kommenden gefährlichen Strahlen schützt. Die Folgen sind eine sprunghafte Zunahme von Hautkrebs.
  • Angst vor radioaktiver Verstrahlung durch Unfälle in Atomkraftwerken oder bei terroristischen Anschlägen auf diese.
  • Angst vor Wirtschafts- und Finanzkrisen, die unsere Wohlstand gefährden und die Zukunft unsicher machen. Angst macht uns der beginnende Kampf um die begrenzten Rohstoffe der Erde.
  • Angst vor der Kamikazegesinnung religiöser oder politischer Fanatiker, die ihr eigenes Leben opfern, um dadurch viele andere mit in den Tod  zu reißen, wie es uns ständig in den Medien berichtet wird.
  • Angst vor dem um sich greifenden Glaubensabfall, der wie ein unkontrollierbares Virus immer mehr Menschen bei uns zu infizieren scheint. Wer nicht an die Auferstehung glaubt, der glaubt auch nicht an ein Gericht und die Verantwortung für seine Taten vor Gott. Mit Recht haben wir vor verantwortungslosen Menschen Angst.
  • Angst vor Krebs, der schicksalhaft Menschen befällt und ihr Leben vernichtet. Angst vor Alzheimer und Parkinson, die unsere Persönlichkeit beeinträchtigen.
  • Angst vor den großen Verführern, die als Messiasse auftreten, die labile Menschen in ihre Sekten locken und sie ausbeuten.
In diesem Klima der Angst leben wir heute.
Das heutige Evangelium beschreibt

2. Das Klima der Angst zu Lebzeiten Jesu und der jungen Christengemeinde.

  • Der Untergang des Tempels als Ort der besonderen Gegenwart Jahwes ließ die gläubigen Menschen damals tief erschrecken und war für sie die Katastrophe des Lebens.
  • Die Verwerfung des Messias, die Verfolgung und Auslieferung der jungen Christengemeinde war eine erschreckende Tatsache.
  • Die inneren Auseinandersetzungen in den jungen Christengemeinden, hervorgerufen durch engstirnige Fanatiker, durch Menschen, die sich selber suchten und mit ihren falschen Lehren die Gemeinde durcheinander brachten oder nach außen unglaubwürdig machten.
  • Dazu die Angst vor den heidnischen oder jüdischen Gerichten, denen es nicht um Recht und Gesetz ging, sondern um die Durchsetzung der eigenen Macht und Lebenseinstellung: Werden wir davor bestehen? Werden wir dann wissen, was wir sagen sollen?

3. Was sagt das Evangeliums über die Endzeit?

  • Gemeint ist die Zeit, in der wir seit dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi leben. Das Evangelium mahnt und droht nicht, sondern es will Trost spenden und zeigt die Fürsorge des Herrn für seine Jüngerschar.

Die Gemeinde soll sich nicht in die Irre führen lassen

‑ sei es durch äußere Ereignisse wie die Zerstörung des Tempels oder sei es durch falsche Propheten und Messiasse.

Die Gemeinde soll sich nicht ängstigen.

Die äußeren Umstände können zwar danach sein, doch wäre eine Katastrophenstimmung dem glaubenden Menschen niemals angemessen. Denn immer sind wir in Gottes guten Händen.

Die Gemeinde Jesu bleibt nicht allein,

  • Wenn es darum geht, Rede und Antwort zu stehen. Auch damals stellte man sich die bange Frage: Werde ich widerstehen können, wenn man meine Freiheit und mein Leben bedroht? Werde ich Red und Antwort stehen können, wenn man mich in die Zange nimmt, mein Glaube auf den Prüfstand gestellt wird, wenn ich mit Leuten zusammen komme, die gescheiter sind und mehr wissen als ich?
  • Selbst davor sollen wir als Christen nicht erschrecken, wenn es die eigenen Angehörigen sind, die Verrat üben. In den ersten 3 Jahrhunderten waren es oft Eltern, die ihre Kinder bei der heidnischen Behörde anzeigten, weil sie Christen geworden waren.

Angstmacher – Komplizen des Teufels

  • In den Diktaturen der letzten hundert Jahre waren es nicht selten indoktrinierte und verführte Jugendliche, die ihre Eltern anzeigten, wenn sie sich als Christen einsetzen.
  • Dazu kommen noch mit allen Mitteln ausgestattete Verbrecher Organisationen, wie die eines Bin Laden, das Terrornetzwerk al-Qaida Das Geschäft mit der Angst ist eine Möglichkeit Menschen gefügig zu machen.
  • Die ernsthafte Sorge um unser ewiges Heil ist etwas anderes als Angst. Anderen Angst einjagen macht die Menschen unfrei, raubt ihnen die Freude am Leben. Angstmacher sind Helfer des Widersachers Gottes, der Teufel oder Satan heißt.

4 Jesus befreit von der Angst

  • Jesus hat den erlösungsbedürftigen Menschen keine Angst gemacht. Dies gehört zur Glaubwürdigkeit Jesu. Im Gegenteil - Er hat die Menschen von den Seele und Leib bedrohenden Unheilsmächten und von den Nöten menschlicher und gesellschaftlicher Enge befreit. Wer sich an ihn hält erfährt, Jesus ist stärker als das Böse, als der Tod. Mit ihm ist uns der Sieg sicher
  • Es ist wesenhaft christliche Haltung, sich nicht zu ängstigen und nicht angst machen zu lassen. "Seht euch vor... lasst euch nicht erschrecken”, sagt uns Jesus im heutigen Evangelium. Das sind keine billigen Durchhalteparolen. Jesus steht mit seiner ganzen Person und mit seinem Lebensschicksal hinter diesen Worten.
  • Von unserer Seite muss die wechselseitige, menschliche Nähe dazu kommen. Das Evangelium spricht nicht zu Einzelpersonen, sondern zur Gemeinde der Jünger und Jüngerinnen Jesu. Nicht der Einzelne ist fähig, die Angst zu überwinden, den Angstmachern innerlich Widerstand zu leisten, sondern es bedarf dazu der gegenseitigen Stützung und Ermutigung.
  • Darum ist es wichtig, daß die Jünger Jesu sich gegenseitig suchen, miteinander leben, sich gegenseitig den Glauben bezeugen, füreinander beten und miteinander feiern, feiern vor allem die Geheimnisse unserer Erlösung, den Tod und die Auferstehung Jesu. Was wir jetzt in dieser Stunde tun.
  •  Lebendige christliche Gemeinden sind das beste Gegenmittel gegen die Angst. Aus dem gemeinsamen Leben und Erleben des Glaubens wächst jene Standhaftigkeit, in der wir das Leben gewinnen. Für uns Christen gilt, was Johannes XXIII einmal gesagt hat: "Tausend Ängste können die Hoffnung nicht zerstören."

 

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