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Predigten

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2009

Homilie am 3.Advent in der Filialkirche Maria - Königin des Friedens in Rödals von einer Gruppe junger Gefirmter mit vorbereitet

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Die Quelle der Freude
1 Kein Grund zur Freude?

Im Leben ist es nicht wie bei manchen Fernsehsendungen. An bestimmten Stellen wird für die ins Studio eingeladenen Zuschauer die Leuchtschrift eingeblendet: Beifall!
  • Freude kann man weder verordnen noch befehlen. Dennoch werden wir in Lesungen und Antwortgesang gleich dreimal aufgefordert, uns zu freuen, zu jubeln und zu jauchzen.
  • Die Aufforderung „Freut euch zu jeder Zeit“ löst bei vielen von uns einen Seufzer aus: „Ja, wenn das so einfach wäre.“

Ein krebskranker Mensch wird sagen: „Wenn du meine Schmerzen hättest, dann verginge dir das Jauchzen.“
Ein Arbeiter oder Angestellter, der um seinen Arbeitsplatzplatz fürchten muss, wird nicht gerade freudestrahlend durch die Gegend laufen.
Ein Kind, das in der Schulklasse ständig von ein paar Rabauken belästigt wird, wird kaum freudig zum Unterricht gehen.
Wer in einer Schulaufgabe eine Fünf mit nach Hause bringt, dem ist eher zum Heulen als zum Jubeln.

  • Es gibt viele Lebenssituationen, die uns die Freude vergällen können. Und doch wirken auf uns frohe Menschen wie Sonnenstrahlen in der dunklen Zeit des Dezembers.
Den diesen Gottesdienst mit vorbereitenden Mädchen ging beim hörenden Lesen der heutigen Lesungen auf:

2 Über allem steht die Freude.

Aus der ersten Lesung leuchte Liebe heraus. Aus der zweiten Freude. Aus dem Evangelium komme der Aufruf zum Teilen.

Was meinen diese jungen Menschen mit Freude?

  • Zuerst »glücklich sein«. Also im Alltag wahrnehmen was mir gelungen und geschenkt ist. Das macht innerlich frei, unbeschwert, lässt gut gelaunt sein. Was belastet überwinden, sich bei Freunden wohl fühlen, unbeschwert lachen, auch mal albern sein dürfen. Die uns zum Lachen bringenden Komiker beim Zirkus beherrschen dies meisterhaft.
  • Als Nächstes nennt ihr »Spaß haben«, also die Leichtigkeit des Seins wahrnehmen. Freude kommt, so sagten ihr, aus der »Liebe«. Diese besteht darin, dass mich Menschen mögen und annehmen wie ich bin. Wer angenommen und geliebt ist, der ist zufrieden. Das Schwere des Lebens weicht. Erleichterung tritt ein. Das macht froh.
  • Freude kommt aus Geborgenheit schenkender Liebe, wo man sich vertrauens- und respektvoll begegnet; froh macht, mit Freunden unbeschwert zusammen zu sein, in der Familie sich geborgen wissen; wo man verliebt sein und Gefühle zeigen darf, ohne verspottet zu werden.
  • Ein Leben in Zufriedenheit möchten wir führen, wir möchten uns wohl fühlen in unserer Lebenswelt, manche Lasten abwerfen, frei werden, von dem was uns einengt und versklavt. Ja, dann könnte die Freude sich in uns ausbreiten.
  • Aber auch junge Menschen machen schon die Erfahrung von Krankheit, erleben das Versagen in der Schule, verkrachen sich mit Freunden, Geschwistern und Eltern. Sie sehnen sich nach Heilung, Versöhnung und Wende zum Guten. Und die Freude wird wiederkehren.
  • Junge Menschen spüren die Nöte anderer Menschen und wissen, dass Teilen mit anderen sie selber und andere froh macht.
  • Wir alle wissen, ohne Freude kann der Mensch nicht menschlich leben. Darum singt ja auch ein Kanon: "Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König." Aber leider schaffen wir Menschen es oft nicht, froh zu sein und andere froh zu machen.
Bei all den Aufforderungen zur Freude, zum Jubeln und Jauchzen ist es daher wichtig genau hinzuhören,

3 Wo die Quelle der Freude sich findet.

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Weil vom Heiligen Geist gewirkt ist die Freude im Herrn nicht von äußeren Umständen oder seelischer Veranlagung abhängig. Sie begleitet den Christen in allen Lebenslagen.

3.1 Gottes Liebe zu uns lässt uns froh sein und jubeln

Der Prophet Zefanja hat schlimme Verhältnisse vor Augen als er die Tochter Zion, also Jerusalem und Israel aufruft, zu jubeln, sich zu freuen und von ganzem Herzen zu frohlocken.
  • Die Israeliten im Exil sind sozial deklassiert und sind von ihrer Kultur abgeschnitten. Ihnen ist bewusst, dass ihre missliche Lage zum großen Teil mit ihnen selbst zu tun hat. Sie Gott an den Rand gedrängt und sich selbst zum Mittelpunkt der Welt gemacht. Jetzt leiden sie unter Gottesferne und dunkler Zukunftslosigkeit.
  • In diese Depression hinein spricht der Prophet von der Liebe Gottes, der trotz der Abkehr von ihm sein Volk nicht verlässt. Durch den Propheten lässt er ihnen sagen: "Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten."
  • Gottes Zuwendung richtet sie auf, nimmt ihnen ihre Existenzangst, ermutigt sie zum Handeln. "Lasst die Hände nicht sinken."
  • Die Freude kann wieder zurückkehren, weil Gott sich seinem Volk intensiv liebend zuwendet. Es klingt wie ein Hochzeitslied: "Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag."
  • Der sich über uns freuende und jubelnde Gott ist die Quelle unserer Freude, die Quelle des Heils. Wenn Gott unsere Mitte ist, müssen wir nicht mehr um uns selbst, um andere Menschen, um andere Dinge tanzen. Wenn Gott unsere Mitte wird, ordnet sich unser Leben. Dann wird er wieder, wie der Antwortpsalm singt, "meine Stärke und mein Lied" sein.
  • Stellen Sie sich vor, da schreibt ihnen einer aus dem Gefängnis, "Freut euch im Herrn zu jeder Zeit". Wie kommt Paulus dazu so etwas Verrücktes zu schreiben? Ganz einfach. Er sucht die Freude nicht in sich, sondern im Herrn. Er glaubt fest daran, dass Gott bei ihm ist, auch im Gefängnis. Darum wirft er seine Sorgen auf ihn; denn er sorgt für ihn.
  • Der Gott und Vater Jesu ist dem Glaubenden immer und überall nah. Ihm darf und soll ich in jeder Lage betend und flehend meine Bitten sagen. Ich darf dies dankend tun, denn er weiß, was letztlich für mich gut ist und Heil bringt. Er allein hat den Überblick.
  • Wer so in der Gegenwart Gottes lebt, den wird der Friede Gottes durchdringen und sein Denken wird bei Christus Jesus verweilen. In ihm hat der Friede Gottes sein menschliches Gesicht. Kommt Schweres über uns, so dürfen wir darauf vertrauen, dass sich darin neue Möglichkeiten und Chancen für uns auftun, so dass unsere Freude noch reifer und tiefer wird. Gottes Liebe also macht uns froh. Er ist die Quelle unserer Freude.

3.2 Umkehr und Freude gehören zusammen.

  • Was ist damit gemeint? Paulus sagt in der 2. Lesung: "Euere Güte werde allen Menschen bekannt." "Wo Güte und Liebe, da wohnet Gott." Oder wie Paulus sagt, »der Herr ist nahe«, da wird die Nähe Gottes erfahrbar.
  • Johannes hat für jeden Stand einen anderen Vorschlag. Den Mädchen aus der Gruppe ist aufgefallen, zu allererst geht es ums Teilen und um solidarisches Handeln. Denn wo Menschen teilen, schenken sie Freude, blüht das Leben wie eine Rose auf. Kommt Gott dem Schenkenden wie dem Beschenkten nahe. Entzündet das Feuer des Heiligen Geistes die Freude in den Herzen der Gebenden wie der Empfangenden. Kommt sein Reich.

Adveniat - Es komme sein Reich! Lautet die Aktion unserer Solidarität mit den Menschen der armen Kirche in Lateinamerika für die wir an Weihnachten unsere Gabe dem in Jesus MENSCH GEWORDEN GOTT in die Krippe legen. Wir dürfen uns im Herrn freuen. Denn was wir den geringsten der Brüder und Schwestern Jesu tun, das haben wir ihm getan. Im Teilen wird uns die Freude des Himmels wird zuteil.

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