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2009

Homilie am Sonntag nach Weihnachten in »Maria - Königin des Friedens» Rödals

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Familien-Fragen

Solange wir leben dürfen wir Fragende sein.

Auch das Leben mit Gott ist und bleibt immer ein fragwürdiges. Hören wir in das Evangelium hinein.
  • Jesus sitzt mitten unter den Lehrern Israels. Er hört zu und stellt ihnen alles andere als dumme Fragen. Zuhörend und Fragen stellend wächst er an Weisheit zunehmend heran. Der Vers 45 klingt wie eine Zusammenfassung des ganzen Lebens Jesu: "Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten."
  • Auch seine Eltern sind Fragende. Als sie Jesus nach drei Tagen endlich finden, fragen sie ihn vorwurfsvoll: "Kind wie konntest du uns das antun?"
  • Zurückfragend antwortet der junge Jesus: "Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist (Luth), meinem Vater gehört?“ Gott nimmt in seinem Leben den ersten Platz ein, noch vor den Eltern. Das müssen Maria und Joseph akzeptieren.
  • Und doch ist für Jesus die Autorität der Eltern unantastbar, wie der V 50 bezeugt: "Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam."
Verstehen und Einsicht brauchen nicht nur Zeit, sondern auch intensives ja betendes Nachdenken.
  •  Von Maria heißt es: "Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen."[1] Das griechische Wort »διετήρει« bedeutet nicht nur alle Geschehnisse und Äußerungen im Herzen aufbewahren, sondern sie durch und durch wahrnehmen, also in ihrem Sinn, ihrer Bedeutung erfassen. Darum war Maria, die Mutter Jesu, ihr ganzes Leben hindurch bemüht.
An der Familie Jesu können wir ablesen:

Das wache Hinhören auf das Geschehen des Lebens,

  • auf die Fragen der Eltern, wie das hörende Bedenken der Fragen des Kindes und heranwachsenden Jesus, das beständige betende Bedenken des Wahrgenommenen befähigt dem Willen Gottes entsprechend zu leben. Wir nennen die Familie Jesu »die heilige Familie«, weil sie auf Gott und einander hinhörend und fragend lebten.
Bei der Pilgerfahrt im Heiligen Land feierte Benedikt XVI in Nazareth mit vielen christlichen Familien aus dem Heiligen Land die Eucharistie.
  • Er bekräftigte, dass dieFamilie als Grundstein einer wohlgeordneten und aufnahmebereiten Gesellschaft unersetzlich sei und vom Staat unterstützt werden müsse. Nach Benedikts XVI. Worten ist die
Familie die erste Schule der Weisheit:
  • eine Schule, die ihre Mitglieder in der Übung jener Tugenden unterrichte, die zu wahrem Glück und dauerhafter Erfüllung führten. „Im Plan Gottes für die Familie trägt die Liebe zwischen dem Ehemann und der Ehefrau Frucht in neuem Leben; eine Liebe, die Tag für Tag in dem liebevollen Bemühen der Eltern zum Ausdruck kommt, ihren Kindern eine umfassende menschliche und spirituelle Bildung zu geben." Die Familie sei als Grundstein einer wohlgeordneten und aufnahmebereiten Gesellschaft anzuerkennen.
Die Berufung der Familie bestehe darin, „Hauskirche" zu sein,
  • Das heißt „ein Ort des Glaubens, des Gebets und der liebevollen Sorge um das wahre und dauerhafte Wohl jedes ihrer Glieder". Benedikt XVI. erinnerte uns Christen mit Blick auf die Heilige Familie an unsere Pflicht, in der Welt Sauerteig des Respekts und der Liebe zu sein.
  • Die Muslime rief dazu auf, in der Treue im Glauben an den einen Gott, den Vater der Menschheitsfamilie, Brücken zu bauen und den Weg zu einem friedlichen Zusammenleben zu finden.
  • „Mögen wir alle der zerstörerischen Macht von Hass und Vorurteil, die zuerst die Seelen der Menschen und dann ihre Körper tötet, eine klare Absage erteilen!"
  • Die christliche Familie ist die wichtigste Stätte der Einübung von Rücksicht und Toleranz. In der Familie müssen Kinder lernen, dass Konflikte nicht mit Gewalt gelöst werden dürfen. Jeder wird sich darum bemühen, die Würde des anderen achtend zuzuhören, zu fragen und ohne Zorn und Eifer Konflikte zu lösen.
 Maria als Mutter der Heiligen Familie und unsere Mutter
  • Mahne die Menschen an die Pflicht, die besondere Rolle der Frau anzuerkennen und zu achten. „Die Frauen spielen stets eine unersetzliche Rolle dabei, jene ‚Humanökologie' - die Sorge um einen guten aufbauenden menschlichen Umgang - miteinander zu schaffen, derer unsere Welt und jedes Land so dringend bedürfen: ein Umfeld, in dem Kinder lernen zu lieben und für andere Sorge zu tragen, zu allen ehrlich und respektvoll zu sein, sich in der Tugend der Barmherzigkeit und Vergebung zu üben."
  • Josef sei als „gerechter Mann" das Haupt seines Hauses. Sein starkes, väterliches Vorbild habe Jesus die Tugenden einer mannhaften Frömmigkeit, der Treue zum Wort, zur Verlässlichkeit und durchhaltender Arbeit vorgelebt.
Es geht uns, den zur Familie Jesu gehörenden Jüngerinnen und Jünger nicht anders als der Familie Jesu.
  • Unser Glaubens- und Lebensweg bedarf der ständigen betenden Reflexion, des Bedenkens und inneren Wahrnehmens. Johannes schreibt in der 2. Lesung. "Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden."
  • Es bedarf einer klaren Zielvorstellung, wer wir werden wollen. Johannes gibt als Ziel an, Christus ähnlich zu werden. Das ist ein lebenslanger Prozess, der in seinem Gelingen ganz vor Augen tritt, wenn der Herr offenbar wird.
  • Der Blick auf die Heilige Familie erinnert an unsere Pflicht, in der Welt Sauerteig des Respekts und der Liebe zu sein. In der Familie muss das eingeübt werden.


[1] Lk 2,51
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