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2010 (C)

Homilie am Sonntag nach dem Herz-Jesu-Fest in St. Johannes der Täufer Grossenbuch Pfarrei St. Michael / St. Augustinus Neunkirchen am Brand

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Gott hat ein Herz für uns Menschen - Jesus ist dieses Herz
Gott hat ein Herz für uns Menschen - Jesus ist dieses Herz

Im Herzen Jesu verankert die Liebe leben

Ein Herz

  • Einer der Schlager singt: “Ein Herz, das kann man nicht kaufen, auch wenn sich das mancher so denkt. Doch wenn man Glück hat, doch wenn man Glück hat, bekommt man es geschenkt.”
  • Auch in der Religion spielt das Herz eine wichtige tief in der christlichen Tradition verwurzelte Rolle. Neben aller echten und auch mal schiefen Sentimentalität verbindet sich mit dem Wort “Herz” ein tiefer religiöser Sinn: Das Herz des Menschen steht “als Teil für das Ganze”, also immer für die ganze Person des Menschen. “Wer etwas von ganzem Herzen tut oder will, wer sich etwas zu Herzen nimmt, der will dies ganz und gar und ungeteilt."[1]
Sie alle kennen das rote Herz mit der Aufschrift

"Ein Herz für Kinder"

  • Auf der Heckscheibe vieler Autos können wir es entdecken. Zehn Millionen Autos in Deutschland trugen plötzlich diesen Aufkleber.
  • “Ein Herz für Kinder” – der Spruch zeigt, wie notwendig es ist, sich bewusst zu machen, dass die Kinder im Straßenverkehr die schwächsten Teilnehmer sind, noch unerfahren und impulsiv. Trotz allem Training für den Schulweg rennen sie einfach über die Straße. Sie springen einem Ball nach, ohne auf Radfahrer oder schnelle Autos zu achten.
  • “Ein Herz für Kinder” – Dieser Aufruf erinnert uns daran, dass Kinder uns auch sonst brauchen: unsere Achtsamkeit und Zuwendung, unseren Schutz und unsere Begleitung. Schließlich lernen sie erst und erfahren, wie es im Leben zugeht.
  • Dabei orientieren sie sich an den Gleichaltrigen. Aber – und das ist interessant – erst an zweiter Stelle! Als erstes und vor allem anderen schauen sie auf die Erwachsenen, auf Mutter und Vater! Und diese merken womöglich gar nicht, dass sie als Vorbild gefragt wären.
Am Herz-Jesu-Fest erinnern uns die Texte der Bibel an die wichtigste Wahrheit unseres christlichen Glaubens:

Gott hat ein Herz für den Menschen, Jesus ist dieses Herz.
Ein Herz haben für jemand,

d.h. sich im Kern der Person einem anderen Menschen zuwenden, ihm nahe sein. Die Liebe sucht den Geliebten, die Geliebte, kümmert sich um ihn, um sie. Es macht dem Liebenden Kummer, wenn es dem geliebten Menschen schlecht geht. Der Liebende tut alles, dass es ihm oder ihr gut geht.

 

Die Lesung aus dem Propheten Ezechiel[2] beschreibt diese Liebe Gottes zu seinem Volk, 
zu jedem Einzelnen unter dem Bild des Hirten, der für seine Schafe sorgt, sie befreit, heimholt, aus Irrwegen heraus- und auf gute Weide führt, der sie ausruhen lässt.

Im Psalm 23 ist  diese Wahrheit zum Lied und Gebet geworden.

Seit fast 3000 Jahren bis heute in allen Sprachen der Welt gesungen und gebetet. Im Antwortgesang nach der 1. Lesung drang er an unser Ohr und Herz. Viele Juden und Christen kennen diesen Psalm auswendig. Er ist für sie Halt auf den oft schwierigen Wegen des Lebens.

Die Liebe Gottes zu uns Menschen kommt nicht nur aus dem Innersten Gottes, - um im Bild zu bleiben - aus seinem Herzen, sondern sie geht auch zu Herzen.

In der 2. Lesung aus dem Römerbrief hat es uns Paulus verkündet: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." [3]
Durch den Heiligen Geist berührt und spricht uns die Liebe Gottes im Grund unseres Wesens, in unserer Seele an. Er nimmt sich betend unserer Schwachheit an: "Der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können."[4] Weil der Heilige Geist göttliche Person ist, können wir ihn ansprechen, anrufen, bitten: „Komm Heiliger Geist, erfülle mein Herz und entzünde in mir das Feuer deiner Liebe.“

 Gott hat ein Herz für den Menschen, Jesus ist dieses Herz.[5]

In einem kontrastreichen Bild offenbart uns Jesus im Evangelium die Liebe seines Herzens

unter dem Bild des guten Hirten.[6] Dieser lässt die 99 versorgten und im sicheren Pferch sich Befindenden zurück und geht dem Verlorenen nach.  Er sucht solange, bis er das Verlorene findet. Er schimpft nicht mit ihm, er treibt es auch nicht mit Schlägen heim. Nein, in einer zärtlich bergenden Geste "nimmt es voll Freude auf die Schultern, um es heim zu tragen." Der ganze Himmel freut sich mit ihm.

Weil Gott ein Herz für uns Menschen hat und Jesus dieses Herz Gottes ist, werden wir als seine von ihm geliebten Jünger und Jüngerinnen Jesu ein Herz für die uns anvertrauten Menschen haben.

Wir werden versuchen, unser Tun für die Menschen und für Gottes Schöpfung aus der Mitte und Ganzheit unserer Person eben aus ganzem Herzen zu vollziehen.
Nicht nur die Hirten der Kirche, sondern jeder Christ, der mit anderen ihm anvertrauten Menschen zusammenlebt ist gemeint.

Die Hirtensorge gilt für alle Lebensbereiche.

  • Ganz sicher auch für jede Ehe. Ein 50jähriges Ehejubiläum ist nur dann golden, wenn Eheleute einander im Herzen bleibend zugewandt sind. Wenn jeder für den anderen ein Herz hat, das sieht, wie es dem Partner geht; das darauf sinnt, dass es dem Partner gut geht, dass er leben und sich entfalten kann.
  • Auch dabei hilft Gott mit seiner Gnade, seiner liebenden Nähe, mit seinem Heiligen Geist unserer Schwachheit auf. Es geschieht, wenn wir ihn bitten, dass er unsere kleine schwache Liebe immer wieder mit seiner Liebe durchdringe und sie vervollkommne, dass er in uns lieben möge.
  • Der gemeinsame Glaube an den Gott, der Liebe ist, der uns durch Jesus bis zum äußersten geliebt hat, hilft Eheleuten bis zum Ende des Lebens ihren Weg in Liebe miteinander zu gehen.
Das Herz Jesu Fest ist auch der

„Weltgebetstag für die Heiligung der Priester“.

2007 stand dieser Welttag unter dem Leitwort „Der Priester, genährt vom Wort Gottes, ist universaler Zeuge der Liebe Christi.“
  • Zeuge der Liebe Christi kann ich als Priester nur sein, wenn ich all mein Tun, meine Begegnungen mit Menschen, das Feiern der Sakramente und Gottesdienste aus der Mitte meiner Person, also aus dem Herzen heraus vollziehe, mich hingebe.
Unser Erzbischof schrieb uns damals:

"Der Priester soll als „Mann Gottes“ die Liebe Christi zu allen Menschen bringen;

  •  darin besteht sein missionarischer und pastoraler Auftrag. Diese Liebe empfängt er selbst, wenn er das Wort Gottes, besonders die Evangelien, täglich betrachtet und immer Jesus Christus vor Augen hat. Die Aufgaben des Priesters in Verkündigung, Gottesdienst und Leitung konzentrieren sich darauf, alle Menschen in die Liebe zu Christus und zu den Mitmenschen einzuführen. Dabei sind vor allem die Armen, Ausgegrenzten und Hilfsbedürftigen in den Blick zu nehmen."
Eheleute müssen sich immer wieder ihrer Liebe vergewissern
  • und sie mit Geist und Herz bis in den Leib hinein vollziehen, nur dann wird ihre Beziehung zueinander kostbar, glücklich sein und bleiben.
  • Der Priester ist für seine Gemeinde da, gleichsam mit ihr verheiratet. Er lebt der Gemeinde zugewandt, teilt mit ihr Freude und Leid Er braucht aber auch die Zuwendung der Gemeinde, die ihn in seinem Dienst bestätigt, ermutigt und unterstützend zur Seite steht.
  • Deshalb schrieb unser Bischof in seinem Brief weiter: "Der priesterliche Dienst ist in unserer säkularisierten Gesellschaft nicht leicht, sondern sehr anspruchsvoll. Die Priester brauchen die Unterstützung der Gläubigen durch deren Mitarbeit, vor allem auch durch deren Gebet. Das Dienstamt der Kirche ist ein schöner Dienst. Es bringt den Menschen das Wichtigste für ihr Leben: die Gemeinschaft mit Gott und durch Christus die Gemeinschaft untereinander.
  • Ohne das Gebet können die Priester die „Herrlichkeit des Dienstes, der zur Gerechtigkeit führt“ nicht erkennen und leben.[7] Sie müssen selbst betende Männer sein und vom Gebet der Gläubigen getragen werden."
  • Darüber hinaus braucht jeder Dienst, den wir in Kirche und Welt vollziehen, die Kraft der Liebe, die aus dem Herzen Gottes kommt.
  • Diese göttliche Liebe hat in Jesus ihr menschliches Antlitz. Durch den Heiligen Geist wirkt sie in der Tiefe unseres Wesens, in unserem Herzen. Darum trägt Jesus als sein neues Gebot uns auf: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe." [8]

Wie kann das gelingen?

  • Der Präfekt der Kongregation für den Klerus Claudio Kardinal Hummes legt uns Priestern in seinem Brief zum Herz Jesu Fest die persönliche Beziehung zu Jesus und den Vorrang des Betens vor dem Tun ans Herz; denn davon hänge die Wirksamkeit des Handelns ab.
  • Beides, die persönliche Beziehung zu Jesus wie das unser Tun tragende Gebet ist für jeden Christen heute wichtiger denn je.
  • Bei der Vigilfeier am Vorabend des Herz Jesu Festes hatten sich zum Abschluss des Priesterjahres auf dem Petersplatz in Rom ca. 15 000 Priester aus aller Welt mit dem Papst zur nächtlichen Vigilfeier versammelt.
  •  Neben einigen Priestern hat auch eine Familie mit sechs Kindern aus Deutschland Zeugnis von ihrem Leben abgelegt. Der Mann sagte gegen Ende des Statements: »Angeregt durch einen Pfarrer habe ich seit meinem 12. Lebensjahr immer darum gebetet, dass ich einmal eine gute christliche Frau als Ehefrau finde. Wie sie sehen, Gott hat mein Gebet erhört«.

 

[1] Markwart Herzog
[2] Ez 34,11-16
[3] Röm 5,5b
[4] Röm 8,25
[5] GL  552/3
[6] Lk 15,3-7
[7] vgl. 2 Kor 3,10
[8] Joh 13,34; Joh 15,12

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