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Lesejahr 2012 (B)

Homilie zum Herz-Jesu-Fest B2012 in der Sonntagvorabendmesse in St. Michael Nk.

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Lieben und Leiden
Von Gottfried von Straßburg einem der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des Mittelalters + 1215 stammen die berühmten Verse:

Wem nie durch Liebe Leid geschah
dem ward auch Lieb' durch Lieb' nie nah;

Leid kommt wohl ohne Lieb' allein,
Lieb' kann nicht ohne Leiden sein.

Mit diesen Gedanken des Dichters wollen wir durch die Schrifttexte des Herz-Jesu Festes gehen. Wir horchen in die erste Lesung hinein.


1 Gottes Liebe erwählt und leidet an den Erwählten

Der mit Israel geschlossene Bund ist mehr als ein die rechtlichen Beziehungen regelnder Vertrag.

1.1 Gott liebt jede(n) persönlich
  • Der Prophet Hosea deutet den Bund als ein persönliches Verhältnis, wie es zwischen Vater und Sohn oder auch zwischen Mutter und Kind besteht.
  • "Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme."[1]
  • Persönliche Beziehungen haben in der Mitte der Person, im Herzen ihren Ursprung. "Ich war für sie da wie Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen." [2]
  • Im Hautkontakt geschenkte Zuwendung und in der Sorge für die elementaren Bedürfnisse geschieht tiefe Bindung. Gottes väterliche und mütterliche Liebe schenkt Geborgenheit und Wachstum.
  •  Auf Gottes liebende und treue Zuneigung antworten die Geliebten Gottes: „Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.“[3]
1.2 Gottes Liebe leidet
  • Das liebende Herz leidet, wenn die Beziehungen gestört sind; der Geliebte/die Geliebte Wege gehen, die ihn ins Unheil führen, und Worte und Mahnungen ins Leere gehen.
  • Selbst Gott leidet, weil Israel, sein geliebtes Kind, nicht erkennt, dass er sie heilen wollte.[4] Auch ihm tut es weh, ja sein Zorn lodert auf, über so viel Lieblosigkeit und Dummheit. Und doch, die Liebe Gottes siegt. "Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf."[5] Weil Gott Liebe ist, leidet er mit seinen Geschöpfen, mit seinen ungehorsamen und in die Irre gehenden Kindern.
  • Schon im ersten Bund zeigt sich Gott hat ein Herz für den Menschen.
  • Der Antwortgesang besingt Gott als die Quelle des Heils und der Rettung. Auf diese starke und emotionale Beziehung Gottes zu seinem Vok antwortet der Prophet Jesaja: „Gott ist meine Rettung, ihm will ich vertrauen und niemals verzagen."[6]
Die zweite Lesung aus dem Epheserbrief führt uns in den Neuen Bund, den Gott in Jesus mit denen schließt, die an ihn als den Gott gesandten Retter und Heiland glauben. Paulus erfährt an seiner Person
2 Gottes Liebe erwählt das Geringe, um durch es Großes zu wirken.
  • "Mir dem geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen..."[7] Noch mehr, er soll "enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war.“[8] Es ist die in Jesus Mensch gewordene Liebe Gottes. Darum geht es im Neuen Bund. Die Christen in Ephesus (und wir) „sollen die Liebe Christi verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt."
  • Dieser Aufgabe hat der einstige Christenverfolger Saulus sein ganzes restliches Leben geweiht. Durch einen, der sich selber den „Unerwarteten“ und die "Missgeburt" nennt[9] wirkt Gott Großes, macht er seine Liebe kund.
Mit dem Freund Jesu, dem Evangelisten Johannes, horchen wir in sein Evangelium hinein. Die Liebe Gottes zeigt sich in ihrer ganzen Weite und Tiefe durch

3 Jesu liebende Hingabe seines Lebens am Kreuz

3.1 Aus seiner durchbohrten Seite „floss Blut und Wasser heraus.“[10]
  • Die sich am Kreuz verströmende Liebe des Sohnes Gottes rettet alle, die glaubend und vertrauend zu dem am Kreuz Durchbohrten und Erhöhten aufschauen.
  • Er selber hat seinen Jüngern gesagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“[11]
  • Aber er hat es nicht nur für seine damaligen Freunde hingegeben, sondern auch für alle, die im Lauf der Geschichte an ihn glauben. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“[12]
  • So zeigt sich menschlich und geschichtlich greifbar:
„Gott hat ein Herz für den Menschen. Jesus ist dieses Herz.“[13]

3.2 Jeder Mensch steht unter dem Kreuz.
  • Dem Kreuz des ungerechten Urteils, der Verurteilung durch andere oder als einer der selber andere verurteilt.
  • Jeder Mensch erlebt, dass vieles nicht aufgeht. Vieles, was wir nicht ändern können, muss ausgehalten und ertragen werden. Das sind die Kreuze des Lebens.
  • Wir können aufbegehren oder einen Sündenbock suchen und so selber Unrecht produzieren. Wir können aber auch auf Jesus schauen, der freiwillig diesen Weg gegangen ist - für uns. An ihm uns aufrichten und tragen, was nicht zu ändern ist. So wird wahr, was in der Schrift über den Messias Gottes vorausgesagt wurde: „Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.“[14]
Die Verheißung der Schrift meint damit auch jeden von uns in zweifacher Hinsicht als

3.3 Durchbohrende und zu ihm Aufschauende
  • Franz Johannes Weinrich dichtete ein ahnungsvolles Herz-Jesu-Lied. Es wurde in der Bedrängnis durch die Nazis von der katholischen Jugend gesungen und steht im Bamberger Anhang des Gotteslobs. (GL 879)
"Herz Jesu Gottes Opferbrand,
der unsre Lieb’ entfachte!
O Herz, in Nacht uns zugesandt,
als Schuld den Tod uns brachte!
Wir stachen dich mit Spott und Wut;
du tauftest uns mit deinem Blut,
nun müssen wir dich lieben."
  • Der Hass auf das Gottesvolk des alten Bundes war abgrundtief und brachte Millionen Juden in die Vernichtungslager.
  • Sog. »Deutsche Christen« wollten alle jüdischen Wurzeln des Glaubens ausreißen.
  •  Der Hass gegen die Kirche, vor allem die katholische kostete vielen aufrechten Christen das Leben. 4500 katholische Priester waren im KZ Dachau.
  • Auch heute erheben Atheisten oder vom Glauben an Jesus Christus abgefallene Christen frech ihr Haupt und hetzen gegen „Gott und seinen Gesalbten“ gegen seine Jünger und Jüngerinnen, die in Treue zum Nachfolger des heiligen Petrus und zur Kirche des Herrn leben.[15]
  • Unter der Maske des sog. »weltanschaulich neutralen Staates« soll alles Christliche aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Das haben Nationalsozialisten und Kommunisten schon einmal mit brutaler Gewalt im letzten Jahrhundert ausgeführt.
  • Da hilft kein Jammern und Bedauern, sondern nur was der Psalm 28 dem Volk Gottes ans Herz legt „Der Herr ist die Stärke seines Volkes. Er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.“[16]
Über der Messe des Herz-Jesu-Festes stehen Worte aus dem Psalm 33, die uns die Tiefe und Weitedes göttlichen Herzens und der göttlichen Liebe erahnen lassen. Sie führen uns über ungewisse Zeiten und Entwicklungen hinweg in die Zukunft, die Gott schenkt:

»Der Ratschluss des Herrn
bleibt ewig bestehen,
die Pläne seines Herzen
überdauern die Zeiten.
Er will uns dem Tod entreißen
und in der Hungersnot
unser Leben erhalten«.[17]

[1] Hos 11,1.3
[2] Hos 11,4
[3] Jes 61,10
[4] Hos 11.3
[5] Hos 11,8b
[6] Jes 12,3
[7] Eph 3,8
[8] ebd.3,9
[9] 1 Kor 15,8
[10] Joh 19.34
[11] Joh 15,13
[12] Joh 3,16
[13] Gl 552/3
[14] Sach 12,10
[15] vgl. Ps 2,2; Apg 4,26
[16] Ps 28,8
[17] Ps 33,11.19
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