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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilie zum Fest Kreuzerhöhung im Altenpflegeheim St.Elisabeth und in Schellenberg Heilig Kreuz - Pfarrei Neunkirche a.Br.

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Das Kreuz als Sinnzeichen unseres Lebens annehmen

1. Das Kreuz -  Sinnzeichen für unser Leben
Die Waagrechte-Horizontale: Sinnbild für unseren Lebensweg. Es hat einen Anfang und ein Ende. Unser Leben ist ein Weg. Woher kommen wir und wohin gehen wir? Der Christ kennt nicht nur den Ursprung, sondern auch das Ziel des Lebens.

Die Senkrechte - Vertikale: Wir stehen auf der Erde - sind Kinder der Erde. Kopf und Herz aber schauen nach oben - als Christen sind wir Kinder des Himmels. Zugleich ist die Senkrechte auch Sinnbild für die Höhen und Tiefen unseres Lebens

So erfahren wir im Schnittpunkt dieser beiden Lebenslinien unser Leben als erhebend oder bedrückend - als Fest oder als Kampf, als Sieg oder Niederlage, als Ruhm oder Schande, als Glück oder Unglück, als Leben und Tod.

Freilich entscheidend wird sein, ob ich dieses Leben mit Gott lebe oder ohne ihn. Ein modernes Kirchenlied besingt dies so: "Er ist Gott, Gott für uns, er allein ist letzter Halt. Überall ist er und nirgends; Höhen, Tiefen sie sind sein."

2. Das Kreuz ist auch das Kreuz Jesu Christi
Wer von uns käme schon auf den Gedanken, so wie Paulus in seinem Brief an die Galater  zu sprechen: "Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen".[1]

Jeder Mensch sucht nach Ruhm und Ehre. Dies kann zur Sucht werden zu Ruhmsucht und Ehrsucht. Paulus weiß wovon er spricht.

Einst sah er seinen Ruhm darin, die Jünger Jesu zu verfolgen, später musste er der Versuchung widerstehen, sich wegen seiner besonderen Offenbarungen nicht zu rühmen.

Darum sagt er: "Wenn ich mich rühme, dann meiner Schwachheit. Damit die Kraft Christi auf mich herabkommt."[2]

Christus nimmt das Kreuz freiwillig auf sich und damit die äußerste Machtlosigkeit, weil er Gott vertraute, dass er ihn aus dem Tod retten werde. Er wollte solidarisch sein mit allen Schwachen und Machtlosen. Durch Christus will Gott alles versöhnen, die Menschen mit Gott und miteinander.[3]

In der Auferweckung Jesu zeigt Gott, dass er mit seiner Macht und Kraft auch in der äußersten Erniedrigung und Machtlosigkeit bei dem ist, der an ihn glaubt und ihm vertraut.

So ist das Kreuz Christi das Zeichen Gottes, dass er mit seiner Macht und Liebe auch in der äußersten Erniedrigung und Schwachheit bei uns ist und uns rettet.

3. Das Kreuz Christi Zeichen des Sieges.
Darum hängt Christus in der Heilig Kreuz Kapelle in Schellenberg nicht mehr am Kreuz – vielmehr durchzieht es waagrecht und senkrecht eine Goldlinie.

Im Johannesevangelium ist die Stunde des Todes am Kreuz für Jesus die Stunde seiner Erhöhung und Verherrlichung. Darum singen wir im Lied "Lass dein siegreiches Zeichen niemals mehr von mir weichen."[4]

Bei der Karfreitagsprozession rufen wir in unseren Pfarrort Neunkirchen hinein: "Im Kreuz ist Heil - im Kreuz ist Leben - im Kreuz ist Hoffnung.“[5] Als Antwort auf die heutige Lesung haben wir heute auch diesen Vers gesungen. In einem anderen Leitvers singen wir: „Ich Kreuz Jesu Christi finden wir Heil.“[6]

Paulus rühmt sich: "Durch das Kreuz Christi ist mir die Welt gekreuzigt und ich der Welt."[7]

Ohne Christus ist jedes Kreuz nur ein Todeswerkzeug. Für die Welt ohne Gott, die Tod und Untergang produziert, ist der Getaufte tot, mit Christus gestorben. Für uns Glaubende ist er ganz mithineingenommen in den Sieg Christi. Er ist eine neue Schöpfung.[8]

Mitten in Schellenberg ist vor 20 Jahren etwas Neues geworden. Ein Haus Gottes, in dem das Kreuz Christi aufstrahlt als Zeichen des Sieges. Als Zeichen dafür, dass Gott anwesend in unserem Leben und Sterben. Möge der Segenswunsch des Paulus an uns wahr werden: "Friede und Erbarmen komme über alle, die sich von diesem Grundsatz leiten lassen."[9]

4 Das Kreuz als Zeichen des Heils und des Sieges annehmen
Dieses Annehmen wird beim großen Kreuzzeichen sichtbar und erfahrbar. Ich strecke die Hand aus und hole das Kreuz so zu mir, dass es Leib und Seele umfängt.

Ich lege die Hand auf die Stirn und spreche „Im Namen des Vaters“. Gott hat mich im Augenblick meiner Zeugung im Leib meiner Mutter geschaffen und seine gütige Hand auf mich gelegt. Nach dem ich geboren das Licht der Welt erblickte wurde mir durch die Taufe die Gewissheit zuteil, dass ich Gott gehöre. Er ist mein himmlischer Vater, der mich in das Reich seines geliebten Sohnes Jesus Christus gerufen hat.

Deshalb geht beim großen Kreuzzeichen die Hand als nächstes zum Sonnengeflecht und weist zum Herzen. Ich spreche dabei „und des Sohnes“ - In der Mitte meiner Person gehöre ich zu Jesus, der für mich Mensch geworden ist, der das Kreuz und den Tod für mich auf sich nahm und den Gott auferweckt hat. Wenn ich an ihn glaube als meinen Erlöser und Heiland und ein lebendiges Glied an seinem mystischen Leib - der die Kirche ist - bin, wird er mir Anteil geben an seiner Auferstehung, wenn ich gestorben bin.

Dann schlage ich einen Bogen von der linken zu rechten Schulter und spreche dabei „und des Heiligen Geistes“. Als ich in der dritten Klasse im Religionsunterricht das Kreuzzeichen mit den Kindern einübte und ich fragte: Was empfindet ihr jetzt? sagte der noch nicht getaufte David „Das ist wie ein Palast!“. Der Heilige Geist redete aus ihm; denn genau das geschieht bei der Taufe „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ mit uns. Wir sind Tempel des Heiligen Geistes geworden. Gottes Liebe wurde in unser Herz ausgegossen durch den Heiligen Geist.[10]

Ein solches andächtiges leibhaftig vollzogenes Kreuzzeichen ist das tiefste Glaubensbekenntnis, das es gibt.

5 Das Kreuz ist Zeichen des erlösenden Opfers Christi.
„Es vergegenwärtigt das einzigartige Opfer Christi, des Erlösers, und schließt die Selbstdarbringung der Kirche mit ein.“[11]

Vor der heiligen Wandlung ruft der Priester die Hände über Brot und Wein ausbreitend den Heiligen Geist auf unsere irdischen Gaben herab, dass er sie durch das Wort und Handeln des in der Vollmacht Jesus wirkenden Priesters Brot und Wein zum geopferten Leib und Blut Jesu wandle.

In diesem Augenblick wird das Kreuzesopfer Jesu auf unblutige Weise auf dem Altar gegenwärtig und wir dürfen dieses einzigartige alle anderen übertreffende Opfer Gott darbringen.

Der Priester zeigt uns den Leib Christi, und wir schauen zu ihm auf und nehmen sein Opfer dankend und preisend an, indem wir das große Kreuz über uns machen und zu ihm sprechen. „Jesus ich danke dir, dass du am Kreuz dein Leben für mich hingegeben hast.“

Hat der Priester die Wandlungsworte über den Kelch gesprochen, zeigt er uns diesen. Und zu ihm aufschauend beten wir wieder das große Kreuz über uns machend: „Jesus, ich danke dir, dass Du am Kreuz dein Blut für mich und die vielen vergossen hast.“ Mit einer tiefen Verneigung bringe ich anbetend meine Verehrung und Anbetung für den gegenwärtigen gekreuzigten und auferstandenen Herrn zum Ausdruck.

So wird das Kreuz immer mehr zum heilbringenden Zeichen auf meinem Lebensweg. Es hilft mir in den Höhen des Lebens Gott zu loben und zu preisen, und in den Tiefen des Dasein mich an seinem Kreuz, an Jesus den Gekreuzigten festzuhalten, um mit ihm verherrlicht zu werden.

Das will die goldene Linie, die das Kreuz in Schellenberg in der Waagrechten und Senkrechten durchzieht in die Seele schreiben. Mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus liegen wir in allen Lebenslagen goldrichtig.

[1] Gal 6,14
[2] 2 Kor 12,9
[3] Kol 1,20
[4] GL 780/4
[5] Gl 296
[6] Gl 623/6
[7] Gal 6,14
[8] 2 Kor 5,17; Gal 6,15
[9] Gal 6,16
[10] Röm 5,5
[11] Katechismus der kathol. Kirche 1330
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